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Diabetes und Vergesslichkeit

  • Pia

    Rang: Gast
    am 30.10.2007 16:23:58
    Lieber Rolf, noch eine Nachtragsfrage:
    mich würde interessieren, wie du das mit der Nahrungsumstellung in den Berufsalltag integriert hast. von Pia
  • Rolf

    Rang: Gast
    am 30.10.2007 18:34:15
    Liebe Pia,

    Zu Deinen Fragen:

    Das Ganze begann bei mir nach einem ganz normalen Gesundheitscheck 2001, da meckerte mein Hausarzt über einen zu hohen BZ-Nüchternwert und einen zu hohen Langzeitwert, die genauen Werte von damals weiss ich nicht mehr genau. Eine Steigerung der Werte und die Diagnose "dawn-Syndrom" und DM bekam ich zu Beginn 2003. Da war der Nüchternzucker ( Labor ) bei 210 und der HBA1C bei 7,8.
    Ich bekam ein Messgerät und stellte ( 2 Stunden nach dem Essen ) BZ-Werte um 180 oder höher fest. Mein Hausarzt wollte eine Insulintherapie, das wollte ich aber nicht, weil ich der Ansich war, das sei noch zu früh. Er gab mir dann Sifofor 1000 ( 3 x 1 Tablette zu den Hauptmahlzeiten und eine für die Nacht ), die machten mich ganz ruschig, mir war überwiegend übel von dem Zeugs. Bin dann zum Diadoc, der schickte mich sofort! zu einer Schulung, bestand aber darauf, ich sollte das Siofor 1000 weiternehmen, aber nur noch eine für die Nacht !. Meine BZ-Messungen ergaben aber keinen Unterschied, wenn ich Tabletten nahm, gegen eine Zeit von 4 Wochen, wo ich das Medikament einfach nicht genommen habe. Habe dann nach der Schulung auch mit Hilfe meiner Frau meine Ernährung umgestellt, hatte zu dem Zeitpunkt ( noch in der Arbeit ) 80 Kilo bei 168 cm und habe wieder begonnen Sport zu machen. Jogging(bis 10 km), Walking, Radfahren, Schwimmen, Tischtennis ( bis zu 5 x die Woche, wenns denn zeitlich ging ), Habe das Siofor nach 9 Monaten einfach abgesetzt, weil meine Nüchternwerte sich auf einem Schnitt von 120 zubewegten.
    ( ob mit oder ohne Siofor, kann ich nicht sagen )
    Parallel dazu Ernährungsumstellung zu Vollkornprodukten und viel Gemüse, Salat, Vollkornbrot selbst gebacken, auch auf Fettreduktion geachtet, aber keine light-Produkte, keine Diabetiker-Produkte, keine Säfte, keine Cola .... Schokolade nur noch mit 70% Kakao oder höher ( das hat mir besonders wehgetan, ich war immer ein Schoko-Freak )

    Für den Beruf, ich war als IT-Berater ständig unterwegs, habe ich zumindest für abends Essen mitgenommen ( Vollkornbrot, Käse, Paprika, Gurke, Tomaten ) habe die Mahlzeiten reduziert
    also nicht mehr Currywurst rot/weiss, Pommes, sondern zum Italiener, Salat essen, zum Chinesen, alles mit viel Gemüse. Abends im Hotel habe ich dann ne Paprika, Tomaten und zwei mitgebrachte Scheiben Vollkornbrot zu mir genommen, halbe Stunde Pause, dann Laufschuhe an und raus! ( ich war selten an einem festen Arbeitsplatz mit ner Kantine ) Dann, 2005 mit 60 in die passive Phase der Altersteilzeit, das machte die Sache dann doch viel einfacher, weil ab da zu Hause. Bin jetzt fast 63, habe einen HBA1C von 6,3
    ( konstant seit fast einem Jahr ) und meine Morgenwerte schwanken zwischen 90 und 120. Das aber eine Insulinresitenz vorliegt, merke ich daran, dass, wenn ich mal sündige, es einige Zeit braucht, den BZ auf ein "normales" Maß zu bekommen, wenn ich nichts mache, ich geh dann aufs Rad und fahre 10 Kilometer(draußen), dann ist alles wieder ok.
    Ich war jetzt noch einmal bei meinem Diadoc und habe ihn informiert, dass ich die Pillen abgesetzt habe, er hat einen Check gemacht und war zufrieden und hat mir auf den Weg gegeben, so weiterzumachen, dann brauchte ich seine Praxis in den nächsten 5 Jahren nicht. Ich denke, irgendwann wird sich auch da für mich etwas ändern, aber solange ich es körperlich kann, werde ich kämpfen, zumindest den jetzigen Stand möchte ich halten.

    Zum Abnehmen soviel: Frauen nehmen anders und an anderen Stellen zu, als Männer ( Hüften, Bauch ), Auch das Abnehmen gestaltet sich bei Frauen anders, die Ablagerungen an den Hüften erweisen sich oftmals als härtnäckiger als Anlagerungen im Oberkörperbereich, bei Männern ist der Bauch die Problemzone.
    Ein Kollege sagte immer zu den Damen unserer Firma: Wollt ihr das essen oder wollt ihr es gleich an die Hüften hängen ?

    Spass muß auch sein, denn wir T2'er sind eigentlich nicht krank, wir haben "nur" eine Stoffwechselstörung
    Ich hoffe, ich habe alle Fragen beantwortet.

    Alles Liebe und nicht aufgeben, ich habe in diesem Forum eine Menge gelernt!

    Rolf
  • EH

    Rang: Gast
    am 31.10.2007 10:20:33
    @Rolf

    Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber wenn du bei 1.68 Körpergröße 80 Kilo gewogen hast, dann muß du beim Essen schon kräftig zugelangt haben. Wenn man dann seinen Lebensstil ändert, dann kann man schon zu Beginn eines Diabetes einige Kilo abnehmen.
    Mit einer starken Insulinresisten kannst du auch nicht "gesegnet" sein, sonst wäre das nicht möglich.

    Ich selbst habe mit einem BMI von 18 (!) ersten Symptome des Diabetes bemerkt und dann ging's los, ich habe innerhalb eines Jahres 18 (!) kg zugenommen ohne daß ich meinen Lebensstil verändert hätte. Da es meiner Schwester so ähnlich erging ist für mich ein Beweis, daß bei uns eine starke, genetisch bedingte Insulinresistenz zum Tragen kommt, die sich dann im Diabetes manifestiert.
    Man sollte also mit Verallgemeinerungen vorsichtig sein, denn jeder Diabetes ist anders.
    Außerdem weißt du nicht, was die Zukunft im Hinblick auf den Diabetes für dich bereit hält. von EH
  • Rolf

    Rang: Gast
    am 31.10.2007 14:11:47
    Hallo, EH

    @EH

    Ne, ich habe nicht zu viel, aber wohl überwiegend falsch und zum falschen Zeitpunkt gegessen und dabei zuviel gesessen! ( Büro, Auto, Flieger, Bahn etc.), habe mich zuwenig bewegt, bevor DM diagnostiziert wurde. Ich hatte 80 Kg und habe dieses Gewicht nur durch die Umstellung der Ernährung und viel Bewegung auf den heutigen Stand reduziert bekommen. Dabei sind auch meine zu hohen ( welch Wunder ) Blutfettwerte drastisch zurückgegangen.
    Und was die Insulinresistenz betrifft: da muss ich mich wohl auf die Erkenntnisse meines Diadoc verlassen.

    Sicherlich wollte ich niemandem zu Nahe treten, sollte das jemand fühlen, so bitte ich um Entschuldigung.


    Gruß

    Rolf
  • EH

    Rang: Gast
    am 31.10.2007 14:58:24
    @Rolf

    Es geht nicht ums zu nahe treten, es geht um die Verbreitung irreführender Informationen.
    Und woher kennt dein Diadoc das Ausmaß deiner Insulinresistenz? von EH
  • Rolf

    Rang: Gast
    am 31.10.2007 21:15:18
    @ EH

    Das bei mir eine Insulinresistenz vorliegt. weiss ich aus den folgenden Gründen:
    Siehe dazu die nachfolgend aufgeführten Erläuterungen meines Diabetologen:

    Zur Einschätzung der Insulinresistenz sollte auch bevorzugt die Triglyzerid-Konzentrationen und das HDL-Cholesterin des Patienten herangezogen werden: Erhöhte Triglyzerid-Spiegel und ein erniedrigtes HDL-Cholesterin korrelieren signifikant mit einer Insulinresistenz ( Trifft oder traf bei mir zu ! ) Nicht nur der BZ-Langzeitwert und die Morgenmessung allein sagen zu diesem Thema etwas aus.

    Liegen darüber hinaus die Daten zu Familienanamnese, ( Großmutter T2 ) Blutdruck, Körpergewicht (bzw. Body-Mass-Index und Quotient aus Bauch- und Hüftumfang) vor, so ist eine annähernd verlässliche Schätzung möglich, ob eine Insulinresistenz vorliegt.

    Im Mittelpunkt weiterer Betrachtungen stehen die mit Insulinresistenz eng verknüpften kardiovaskulären Risikofaktoren ( Hatte mit 35 meinen ersten leichten Infarkt, Rauchen, Streß, zu dick ) , anhand derer eine indirekte Bewertung von Insulinresistenz möglich ist.

    Therapie der Insulinresistenz

    Jeder Typ-2-Diabetiker hat die Möglichkeit, durch Gewichtsabnahme, körperliche Bewegung und Einstellen des Rauchens seine Insulinresistenz positiv zu beeinflussen.

    Den Satz mit der Therapie wende ich strikt an !

    Gruß

    Rolf

  • EH

    Rang: Gast
    am 01.11.2007 00:11:58
    ...Jeder Typ-2-Diabetiker hat die Möglichkeit, durch Gewichtsabnahme, körperliche Bewegung und Einstellen des Rauchens seine Insulinresistenz positiv zu beeinflussen...

    Ja, dieses Gerede kenn ich. Für mich hast du keine besondere Insulinresistenz, sondern hast einfach höchst ungesund gelebt.
    Interessanterweise hast du auch die Schilderung meines Einstiegs in den Diabetes völlig ignoriert. Paßt ja auch gar nicht zu deinem obigen Statement. Aber so kann sich eine genetisch bedingte Insulinresistenz auswirken und da helfen deine wohlfeilen Ratschläge garantiert nicht weiter. von EH
  • Rolf

    Rang: Gast
    am 01.11.2007 10:52:19
    Hallo,

    @ EH

    Für mich gibt mir meine Umstellung Recht, jeder Mensch ist anders, jeder hat andere genetische Veranlagungen und so ist ein Vergleich schon schwierig. Deinen Einstieg in die DM habe ich schon zur Kenntnis genommen, bei mir war der Einstieg dann wohl ein etwas anderer, obwohl eine genetische Veranlagung auch bei mir vorhanden ist ( Großmutter ). Das ich nicht immer so richtig gelebt habe, ist ein anderes Thema, mit dem ich, wie schon gesagt, Schluß gemacht habe.

    Gruß

    Rolf
  • LisaO

    Rang: Gast
    am 14.11.2007 17:24:03
    Schade, dass ich mir erst heute die Zeit genommen habe, die Diskussion die rund um dieses Thema entstanden ist, durchzulesen.

    Ich kann Rolf nur zu 100 % Recht geben. Auch ich habe meinen HbA1c von anfangs 7,00 auf 5,7 innerhalb von 6 Monaten ohne Medikamente reduziert , zusätzlich zeigt mir die Waage ein Minus von 18 kg Körpergewicht.
    KH eingeschränkte Ernärung mit viel Gemüse, Obst nur in Maßen und viel viel viel Bewegung.
    Man staune: Meine Morgenwerte sind im Bereich von kaum über 110 und die KH werden zu den Mahlzeiten viel besser verwertet.
    Wie wichtig die sportliche Betätigung ist merke ich daran, wenn ich mal keine Zeit habe steigen die Werte sowohl am Morgen als auch die zu mir genommen KHs werden weitaus schlechter abgebaut.

    Mir ist auch schon aufgefallen, dass diese Methode kaum auf positives Echo stößt. Warum weiß ich nicht?
    I

    Ich von mir kann behaupten, dass es mir hervorragend geht und genauso wie Rolf, werde ich die sportliche Betätigung so lange es geht beibehalten.

    Ich kann mich noch gut auf Jürgens Ratschlag im Zuge meines ersten Postings erinnern.
    Das Beispiel mit dem Großmütterchen und dem Hund :-))) Danke Jürgen, das war Anlaß für mich die Nordic-Walking-Stöcke in die Hand zu nehmen.

    Auch ich habe unheimlich viel hier in diesem Forum gelernt und mitgenommen und bedanke mich recht herzlich dafür.

    Allzeit gute Werte
    LisaO

  • Rolf

    Rang: Gast
    am 15.11.2007 13:09:11
    Hallo, LisaO,

    danke für die Unterstützung und nur weiter so :-))))))


    Liebe Grüße

    Rolf