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Pumpe Paradigm Real Time
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Herbert Kolb
Rang: Gastam 07.10.2007 20:33:15
Mein Sohn (22) hat seit drei Tagen die Diagnose Diabetes Typ 1.
Bin auf das Forum aufmerksam geworden und habe eine Frage, wie es mit den Kosten für die Paradigm Real Time steht. Ist laut meiner Rechersche wohl das erste System mit integrierter Messung des Blutzuckers.
Mein Sohn will ebenfalls nach der Grundeinstellung auf eine Pumpe zurückgreifen.
Bitte um Rückinfos. Das Thema ist natürlich für meinen Sohn und uns als Angehörige völlig neu und kennen noch nicht die alltäglichen Probleme.
Mfg von Herbert Kolb -
klausdn
Rang: Gastam 07.10.2007 21:38:50
hallo herbert,
euer eifer in allen ehren, aber so schnell schießen die preußen nicht.
vorraussetzung nr 1. um nit der pumpe klar zu kommen, muß die ict voll beherscht werden.
2. wenn noch die sog. remission oder honeymoon phase kommt wäre es auch noch zu früh.
3. pumpen werden zz nur noch bei schwereinstellbaren genehmigt, und da hat der medizinische dienst ein gewaltiges wörtchen mitzureden. bei nichterfolg werden pumpen auch wieder weggenommen.
4. die sensoren für die realtime pumpe werden von der kasse "nicht" oder nur ganz kurzfristg bezahlt.
weil sie sauteuer sind - für 2 tage 50 e + die normalen bz streifen. denn das normale messen fällt dadurch nicht weg.
5. die pumpentherapie ist nicht nur wegen der pumpe(3700e) sondern auch wegen der folgekosten ffür die infusionssets eine laufend teure therapie.
mein tip erstmal vernünftige schulung, und einen guten diabetologen, und dann weitersehen.
mfg klaus
von klausdn -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 07.10.2007 22:28:19
Lieber Herbert,
ich kann Klaus da nur 100 Prozent zustimmen. Ich würde es so gar so weit überspitzen; wenn dein Sohn seinen Diabetes erst einmal komplett akzeptiert hat, Notsituationen durchlebte und das Zeug vielleich einmal beim Fenster rausflog und eventuell den Diabetes nicht mit ict in den Griff bekommt und er dann über die Alternative einer Pumpe nachdenkt und selbst im Forum nach Lösungen suchen kann, ist er reif für eine Pumpe.
LG Erwin von Erwin Weindl -
Herbert Kolb
Rang: Gastam 08.10.2007 01:36:08
Hallo,
danke für die Antworten. Natürlich werde ich meinem Sohn empfehlen zuerst die "normalen" Techniken mit dem Umgang für eine Diabetes zu lernen. Dazu gehört auch eine enge Anbindung an einen entsprechenden Arzt und eine Schulung. Trotzdem würde ich mich über Antworten freuen, auf was man in der nächsten Zeit unbedingt aufpassen muss!!
Das Problem im Moment ist nicht nur die Diabetes sondern auch seine Ausbildung als Erzieher. Hierfür sollte er eigentlich ab dem 02.10.07 in Helsinki ein Auslandpraktikum absolvieren. Dieser Ausbildungsabschnitt ist wichtig für die staatliche Anerkennung und würde ein Jahr Ausbildung "zunichte" machen.
Wir versuchen im Moment das Praktikum nach erfolgter Einstellung zu "retten". D.h. mein Sohn würde nach der Einstellung vom 20.10. bis 06.12.07 in Helsinki sein.Ist das nach Eurer Erfahrung realistisch oder nur Wunschdenken??
Frage an Klaus oder die das Thema lesen,
Was ist eine "remission oder honeymoon phase"
Mfg
von Herbert Kolb -
Jürgen
Rang: Gastam 08.10.2007 09:43:32
Moin Herbert,
Finnland gehört meines Wissens zu den besonders aktiven Ländern in Bezug auf Diabetes-Versorgung. Es scheint nichts zu geben, was man dort nicht genauso wie hier machen und lernen könnte.
Wie Dein Sohn mit seinem Diabetes zurecht kommt, wird allerdings absolut wesentlich davon abhängen, wie intensiv und systematisch er sich selbst informiert und drum kümmert. Info ist dafür die absolute Voraussetzung, sehr gut z.B. auf diabetesinfo.de. Da ist auf jeder Seite links oben ne super Suchfunktion, und wenn Ihr da mal über eine Sache stolpert, die Ihr Euch trotzdem unverständlich bleibt, ist der Betreiber mit Sicherheit gerne bereit, Euch per Email weiter zu helfen :-)
Bisdann, Jürgen -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 08.10.2007 10:21:24
(Honeymoon oder Remissionsphase).
Der Zeitraum, wenn die Insulindosis reduziert oder sogar für eine kurze Zeit überhaupt nicht notwendig ist, nachdem mit der Insulingabe bei einem Typ-I-Diabetes begonnen wurde. Dies beruht auf einer teilweisen Erholung der Insulinsekretion des Pankreas. Normalerweise ist die Remissionsphase nur von kurzer Dauer (einige Monate).
LG Erwin von Erwin Weindl -
Rick Enzmann
Rang: Gastam 23.10.2007 19:57:45
Hallo herbert!
Also ich kann die Thesen von Erwin, Jürgen, Klaus nicht ganz teilen. Ich selbst trage seit weit über 10 Jahren eine Insulinpumpe. Es ist die mit abstand beste Möglichkeit den Diabetes Typ I einzustellen (z.B.: viel bessere Insulinanpassung, dadurch viel weniger Insulin notwendig, beste Einstellung in Schlafphasen, beste Flexibilität bei spontanen Tätigkeiten, essen wann man will... etc etc...). Die Argumente vom MDK oDer Diabetologen die scheinbar von den Krankenkassen auf die billigste Einstellung gedrillt wurden zuerst ICT und andere Spritzexperimente durchzuführen nicht ausreichen auf eine Pumpe umzusteigen ist Schwachsinn, da ich nochmals wiederholen muss, dass die Pumpenbehandlung die einzige dem Körper am Besten anpassbaren Einstellung zählt(wohlgemerkt bei Typ I).
Ich selbst benutzte seit September das RealTimeSystem und bin teilweise begeistert und teilweise von der Preispolitik Medronics in Deutschland entäuscht. Trotzdem ist das RealtimeSystem das Beste um die Einstellung zu überprüfen. Benutze einmal pro Monat einen Sensor um meine Basalrate und meinen Bolus genau zu überprüfen. Desweiteren benutze ich den Sensor wenn ich in Stresssituationen bin oder keine Möglichkeit habe regelmäßig den Zucker zu messen.....
Also mein Vorschlag nochmals: Bitte mit Negativen und abraten von Einstellmöglichkeiten aufzuhören, wenn keine guten Argumente vorhanden sind....
Liebe Grüße
Rick
PS: Die Möglichkeit der CGM-Methoden den Zucker zu messen ist die für mich im Moment beste Richtung den Diabetes nicht mehr als Krankheit sehen zu müssen, da der Diabetiker mit CGM auf seinen Zucker reagieren kann weit bevor Hypos und Hypers auftreten..... von Rick Enzmann