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SITAGLIPTIN GLP 1 - neuer Wirkansatz in der Thearpie von Typ II

  • LisaO

    Rang: Gast
    am 23.09.2007 15:03:08
    Hallöchen!

    Ich komme gerade vom Österr. Diabetikertag und habe mir den Vortrag von Univ.Prof. Dr. Toplak von der Uni Graz angehört.

    Jürgen und Klaus haben bestimmt davon schon gehört, für mich war es völlig neu.

    Das Hormon GLP1 wird im Darm produziert und signalisiert nach erfolgter Nahrungsaufnahme der Leber die Glukagenproduktion einzustellen und gleichzeitig die Bauchspeicheldrüse Insulin zu produzieren.

    Beim Diabetiker fehlt dieses GLP1. Dieses Hormon GLP1 ist sehr kurzlebig und kann bisher nur in Kliniken über die Zufuhr von Infusionen getestet werden.

    Laut Prof. Toplak wird an der Forschung gearbeitet und über kurz oder lang (spätestens ins 2 - 3 Jahren)soll es möglich sein Diabetiker mit einer Wochenspritze die 7 Tage lang wirkt, zu versorgen.

    Zusammengefasst Sitagliptin reduziert die Glukoseproduktion beeinflußt weder das Hunger- noch Sättigungsgefühl und sollte im Allgemeinen ganz wenig Nebenwirkungen haben.

    Ich hoffe den 1/2 stündigen Vortrag der mit vielen Grafiken gestaltet war so einigermaßen verständlich rübergebracht zu haben und verbleibe

    mit lieben Grüßen
    Lisa O

    P.S.: Prof. Toplak versprach eine Publikation auf der Homepage der Österreichischen Diabetikervereinigung.




    von LisaO
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 23.09.2007 22:11:22
    hallo lisa,
    die grazer sind bekannt für fortschritt, ja wir haben das so ähnlich von einem symposium in kopenhagen gehört.
    beide neuen medikamente, byetta zum spritzen,
    januvia als pille, haben gleich sehr gute erfolge gebracht, und die nebenwirkungen waren allgemein gering.
    und beide können mit sentisisern kombiniert werden und bringen keine gewichtzunahme.
    mfg klaus von klausdn
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 24.09.2007 00:48:48
    SITAGLIPTIN gibt es hier unter dem Handelsnamen
    Januvia. und ist hier zugelassen.
    Mfg Barbara
  • Petra

    Rang: Gast
    am 24.09.2007 18:14:14
    Hallo klausdn,

    was ist denn sentisisern? Esoterik?
    Hat das etwas mit sensibelchen oder Akupunktur zu tun?
    von Petra
  • LisaO

    Rang: Gast
    am 24.09.2007 20:55:00
    Zum besseren Verständnis gebe ich den Artikel von Karin Herzle der Diabetikerzeitschrift „Mein Leben“ auszugsweise wieder

    INNOVATIVER WIRKMECHANISMUS AKTIVIERT DIE KÖRPEREIGENE BLUTZUCKERSENKUNG

    Die von MSD neu entwickelte Substanz Sitagliptin (Handeslname Januvia) wird als erstes Produkt einer gänzlich neuen Wirkstoffklasse den Diabetiker-innen und Diabetiker zur Verfügung stehen.

    Mit dem neuen Arzneimittel, das als Tablette geschluckt wird, eröffnet sich eine vielversprechende Möglichkeit für Typ 2 Diabetiker. Die Tablette mit dem Wirkstoff Sitagliptin wird einmal täglich nahrungsunbahängig eigenommen. Sie wird als zusätzliche Therapie zu den derzeit verwendeten AntiDiabetika Metforminen eingesetzt werden.

    Der Körper selbst wird aktiviert
    Der Abbau von Zucker im Blut ist ein komplizierter Vorgang, an dem nicht nur die Bauchspeicheldrüse mit dem Insulin, sondern auch der Darm und die Leber beteiligt sind. Wissenschafter haben zeigen können, dass nach der Nahrungsaufnahme im Darm so genannte Inkretin-Hormone freigesetzt werden. Diese beeinflussen nicht nur die Beta-, sondern auch – und das ist das besondere an deren Wirkungsweise – die Alpha-Zellen.

    Die Beta-Zelle produziert daraufhin vermehrt Insulin und die Alpha-Zelle vermindert die Ausschüttung von Glukagon. Auf diese Weise wird eine schonende physiologische Blutzuckerkontrolle ermöglicht. Ferner ist beobachtet worden, dass die Ausschüttung der Inkretin-Hormone bei Typ 2 Diabetikern vermindert ist und somit zu keiner ausreichenden Insulin-Ausschüttung nach dem Essen führt. Weitere Forschung hat ergeben, dass man Inkretine länger wirksam erhalten kann, in dem man das Enzym blockiert, welches für ihre Deaktivierung zuständig ist – dies führte zur Enteckung der Substanz Sitagliptin.

    Der Wirkmechanismus von Sitagliptin liegt in der Hemmung des körpereigenen Enzyms DDP-4 (Dipetidyl Peptidase 4), welches die Inkretine deaktiviert. Daher heißt die neue Substanzklasse auch DDP-4-Hemmer.Dadurch ist eineEhöhung des GLP1 Spiegels (Glucagon-like-Peptid1, das wichtigste Inkretin-Hormon) und somit eine stärkere Insulinausschüttung möglich. In zweiter Linie bewirkt das GLP1 aber auch die Verlangsamung der Magenentleerung oder die Verminderung von Hungergefühl. Und Fachleute sprechen noch von einer weiteren Wirkungsweise von GLP1: In Studien mit Tiermodellen gab es Hinweise darauf, dass das Inkretin sowohl die Zahl der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse erhöht, als auch ihre Funktion verbessert.

    Hypoglykämie-Gefahr gering
    Der Vorteil von Sitagliptin im Vergleich zu bereits am Markt befindlichen oralen Antidiabetika liegt darin, dass der GLP1-Spiegel nur in Abhängigkeit von der aufgenommen Glukose erhöht und der Blutzuckerspiegel gesenkt wird, so dass die Gefahr von Hypoglykämie äußerst gering ist. Darüber hinaus ist Sitagliptin im Gegensatz zu Sulfonylharnstoffen Gliniden undGlitazonen gewichtsneutral bis gewichtsreduzierend. Das heißt, dass man nicht nur nicht zunimmt sondern sogar in Gewicht verlieren kann. Das neue Medikament verursacht im Gegensatz zu Metformin und Acarbose auch keine Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt.

    Experten-Studiendaten überzeugen.
    Doch nun zu den Fakten und Aten über Sitagliptin aus dem Bereich der klinischen Forschung: bisher haben in Experten-Studien etwa 5.000 Personen weltweit Sitagliptin für eine Dauer von bis zu 24 Monaten erhalten. In ganz Österreich haben bisher insgesamt ca. 100 Patienten an vier verschiedenen Phase III Studien mit Sitagliptin teilgenommen.

    Ungefährt 10 österreichische Diabetologen haben erste Erfahrung durch diese Studien mit Januvia gemacht. Auffallend war von Beginn an die geringe Anzahl von Nebenwirkungsmeldungen.

    Dies bedeutet, dass die neue Substanz besonders gut vertragen wird und wenig Nebenwirkungen hat.

    Januvia ist gut wirksam
    Die Wirksamkeit dieser neuartigen Substanz konnte in den wissenschaftlichen Studien sehr gut belegt werden. Je nach Ausgangslage wurde eine Sekung des HbA1c zwischen 0,79 und 1,45 Prozent erzielt , wobei sowohl die Nüchtern- als auch der postprandiale Blutzucker signifikant gesenkt wird.

    von LisaO
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 24.09.2007 22:58:54
    Hallo Lisa,

    sehr gute , zusammenfassende und korrekte Darstellung.
    Es sind noch weitere Medikamente auf Grund neuer Erkenntnisse als Inkretinverstärker auf dem Wege. von Haschi