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Ratlosigkeit, bin verzweifelt.
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Nils Robrecht
Rang: Gastam 12.09.2007 02:09:17
Hallo,
ich (34) bin mit meiner Freundin (35) seit 1,5 Jahren zusammen, wir Leben noch in getrennten Wohnungen. Bevor wir zusammengekommen sind waren wir 12 Jahre beste Freunde, sprich ich kenne diesen Menschen sehr gut.
Nun zu meinem Problem.
Bei meiner Freundin wurde vor 4 Wochen Diabetes Typ 1 festgestellt. Nachdem eine 10 Tägige Einstellungphase im Krankenhaus beendet und Sie wieder zu Hause ist, zieht Sie sich total zurück. Sie schlägt jede Hilfe aus will so gut wie niemanden sehen, stürzt sich nur noch in Arbeit und sagt , dass ich Ihr mit nichts helfen kann und Sie im moment nicht weiß, ob Sie überhaupt noch Beziehungsfähig ist, da
Sie jegliche Verpflichtungen ablehnt und mit Ihrem eigenen Körper nicht mehr klarkommt.
Ich liebe Diese Frau wirklich abgöttisch, aber bin mit meinem Latein völlig am Ende.
Mache ich irgendetwas falsch?
Bitte helft mir.
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Fuchs
Rang: Gastam 12.09.2007 13:07:22
Hallo,
jaaaa,welchen Rat soll man hier bloß geben? Vielleicht braucht Dein Freundin einfach noch etwas mehr Zeit, um dass für sie offenbar so Unfassbare dann doch zu akzeptieren. Weisst Du denn, welches Problem sie GENAU hat? Ahnt sie, dass die Beziehung u.U. daran zerbrechen könnte?
Vielleicht war der Diabetes am Ende auch nur das I-Tüpfelchen, was gefehlt hat um etwas ganz anderes ausbrechen zu lassen.
Jedenfall ist es nicht unbedingt normal, dass sich frisch manifestierte D. so extrem verhalten - also am Ende wohl eher kein Diabetesproblem.
Es renkt sich hoffentlich bald ein...
Fuchs -
Nils
Rang: Gastam 13.09.2007 02:13:01
Danke Fuchs,
befürchte auch das das Problem woanders liegt, habe heute wieder nichts von Ihr gehört, denke das Sie mit der Situation völlig überfordert ist. Desweiteren hat Sie auch noch eine Firma zusammen mit Ihrem Exfreund, tja was soll ich sagen, gibt da nicht mehr viel was ich tun kann, ich hätte alles für Sie getan, aber an der Nase herumführen und schlecht behandeln lassen muß ich mich nicht.
Vielen Dank nochmal -
ANONYM
Rang: Gastam 14.09.2007 00:58:29
Hey!!
Also erstmal: natürlich weiß ich nicht, wie eure Beziehung vor der Manifestation war und kann deshalb auch nicht sagen, warum deine Freundin sich zurückzieht. Ich würde aber an deiner Stelle nicht vorschnell davon ausgehen, dass es an der Beziehung liegt und sie vielleicht sowieso nicht mehr mit dir zusammen sein will..
es kann meiner Meinung nach schon gut sein, dass sie einfach mit der Diagnose nicht zurecht kommt.
Als ich Typ 1 bekommen hab (jetzt 7 Jahre her), hab ich mich auch total zurückgezogen, niemanden an mich heran gelassen.. deshalb hab ich auch leider ein paar Freunde verloren, die das Gefühl hatten, ich wolle nichts mehr mit ihnen zu tun haben.
Naja, und ich habe sehr viel Glück gehabt, dass mein Freund, den ich kennengelernt hab, als ich schon Diabetes hatte, sehr geduldig war und mir Zeit gelassen hat. Das war unglaublich wichtig für mich und ich sehr froh darüber, weil wir heute zusammenwohnen und schon ein paar Jahre eine tolle Beziehung führen. Als ich meinen Freund kennengelernt habe, hatte ich mich an die Diagnose, d.h. an das tägliche Messen, Spritzen etc.schon gewöhnt, hatte gute Werte, eigentlich war also alles gut.Trotzdem war ich zu der Zeit noch sehr durcheinander, hab mich auch oft nicht bei ihm gemeldet, ihn teilweise nicht besonders gut behandelt, weil icheinfach nicht in der Lage war, mich auf einen anderen Menschen einzulassen.. mit was genau das zu tun hatte, weiß ich nicht, auf jeden Fall hat mich die Diagnose auch völlig aus der Bahn geworfen.
Keine Ahnung, wie es bei deiner Freundin war, ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass die Diagnose einen wirklich sehr fertig machen kann (wobei ich das früher garnicht so empfunden habe) und wie froh ich heute bin, dass mein Freund mir die Zeit gelassen hat, die ich gebraucht habe. Gerade dieses Zurückziehen und nicht auf andere Einlassenkönnen kenne ich wirklich gut.. heute tut es mir unglaublich Leid, weil ich weiß, dass ich mit meinem Verhalten andere Menschen wirklich verletzt habe..naja, was ich eigentlich nur sagen will: wenn du deine Freundin wirklich liebst, dann lass ihr erstmal ein bisschen Zeit und rede dann vielleicht mal in Ruhe mir ihr.. vielleicht geht es ihr so wies mir damals ging.. gut, vielleicht auch nciht, aber das kannst du halt auch nciht wissen.
Ich drücke euch auf jeden Fall, dass ihr das auf die Reihe bekommt!!
Liebe Grüße! von ANONYM -
WUn
Rang: Gastam 16.09.2007 23:48:38
Das erinnert mich an mein erstes Jahr, so lange habe ich nämlich gebraucht, um mit meinen Diabetes mal grundsätzlich zurecht zu kommen.
Es war schrecklich, ich hatte jede Menge psychische Probleme.
Ich rat Dir, viel Geduld zu haben - sie wird sich wieder erfangen und dann für Deine Anwesenheit und Unterstützung empfänglich sein.
Viel Glück!
von WUn -
Tanja Schmidt
Rang: Gastam 19.09.2007 22:48:25
hallo,
dieses Verhaltensmuster kenne ich nur zu gut. Ich verfiel in die gleichen Verhaltensmuster wie deine Freundin. So schnell wird sich das bestimmt nicht ändern; stell dich auf Schwankungen ein in ihrem Verhalten. Sie verliert bestimmt auch erstmal ihr Gefühl zu ihrem Körper; man sieht alles jetzt mit anderen Augen. Mein Freund musste vor 4 Jahren sich auch auf die Diagnose Typ 1 mit mir einstellen. Er hat viel Verständnis mir gegenüber mitgebracht, die ganzen 4 Jahre bis jetzt; hat aber andererseits auch immer dafür gesorgt das ich nicht ganz in Selbstmitleid verfalle. Er hat einen goldenen Mittelweg gefunden; aber auch bestimmt viele Nerven dabei gelassen. Gib ihr das Gefühl für sie da zu sein; und lass sie nicht zu tief in Selbstmitleid verfallen. Wenn du mal gar nicht weiter weist dann lass sie einen Moment in Ruhe und warte bis sie sich beruhigt; dann kommt sie allein (denke ich).
Du brauchst Kraft aber du schaffst es. Ich drücke die Daumen -
Kappe
Rang: Gastam 24.09.2007 16:44:13
Hallo,hast du vielleicht schon mal darüber nachgedacht, dass deine Freundin komplett überfordert ist und erstmal mit sich selber klarkommen muss???
Außerdem ist es sehr schwierig wenn der Diabetes erst in jungen Erwachsenenalter auftritt, da man dann anfängt vieles in Frage zu stelle.
Biete ihr deine Hilfe an und lass ihr mal Zeit nachzudenken...
Das ist scheiße ..Hilft aber... Ich weiss wovon ich rede...
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Matthias Widner
Rang: Gastam 25.09.2007 11:01:12
Hi,
bis auf der Meinung von Fuchs stimme ich den zu. Natürlich kann es sein, dass andere Gründe auch mitspielen, aber die Diagnose Diabetes ist ein extremer Schlag ins Gesicht. Ich war damals eigentlich auch gut vorgebildet, wusste was Diabetes etc war. Trotzdem bin ich im Krankenhaus, nachdem ich mich das erste Mal gespritzt habe zusammengebrochen und hab 2 Tage geweint (ok ich war damals 17) ;)
Ich stimme meinen letzten Redner zu, lass ihr Zeit, mach ihr klar, dass sie auf dich zählen kann. Bedräng sie nicht, was Diabetes angeht, sondern biete ihr an, dass ihr zusammen mit dieser neuen Situation fertig werden wollt. Beispielsweise kannst du sie zu Schulungen begleiten. Belese dich privat, was Diabetes genau ausmacht. Zeige dieses Wissen aber nicht offensiv, sondern werde dadurch eine kompetente Stütze. Wenn sie merkt, dass du ihr beistehst und sie auch als Diabetikerin liebst, dann glätten sich auch in eurer Bez. die Wogen. ;)
Shaka. ;) von Matthias Widner -
Mike
Rang: Gastam 09.10.2007 00:26:57
Das Posting kommt mir irgendwie bekannt vor.
Es wurde schonmal hier so eines reingesetzt.
Ein Trittbrettfahrer ? von Mike -
Nina
Rang: Gastam 02.01.2008 22:07:17
Hab' Geduld! Diese Diagnose ist einfach mal der Hammer, und man braucht viel Zeit , um damit klarzukommen. Wir Dias brauchen das Gefühl, ganz "normal" zu sein, und dieses Gefühl müssen wir uns erstmal selbst geben können, bevor da ein anderer Platz hat. Mach der Frau keinen Stress, denn davon hat sie selbst ganz sicher genug. Nutz die Zeit, ein kleiner "Spezialist" zu werden! von Nina