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Suche dringend Tips zu Unterzucker bei meinem Mann

  • KJ

    Rang: Gast
    am 02.09.2007 13:16:39
    Hallo!
    Ich bin dringend auf der Suche nach guten Ratschläger..... Mein Mann hat Diabetes 1 und spitzt Insulin. In den letzten Monaten hat er immer öfter Unterzucker (1-2 Mal am Tag). Oft merkt er den Unterzucker trotz eindeutiger Merkmale nicht, manchmal habe ich auch das Gefühl er ignoriert ihn. Manchmal misst er den Blutzucker nur in relativ langen Abständen. Ich denke auch, er spritzt zuviel im 'täglichen Wettlauf' um einen niedrigen Zuckerwert. Er hat riesige Blutzuckerschwankungen. Bemerke ich eine Unterzuckerung und bitte ihn den Blutzucker zu messen, gibt es regelmässig Krach weil er sich kontrolliert fühlt. Auch wenn sich dann fast immer herausstellt, dass er tatsächlich im Unterzucker ist. Im Unterzucker zeigt mein Mann alle nur denkbaren 'Symptome' und Beeinträchtigungen. Am schlimmsten ist es, wenn diese Situationen beim Autofahren auftritt. Ich fühle mich aus Angst vor Unterzuckersituationen gar nicht mehr sicher, wenn ich zu ihm ins Auto steige. Das Steuer mir überlassen kommt für ihn in dann nicht in Frage - selbst wenn er das später (nach der Unterzuckerung) für richtig gehalten hätte. Noch schlimmer sind die Unterzuckerungen in der Nacht. Die treten inzwischen so alle 2 Wochen auf. Da ist er absolut 'neben sich', sehr aggressiv und verweigert oft erstmal lange Zeit den notwendingen Traubenzucker. Oft dauert es sehr lange, bis ich es überhaupt schaffe, seinen Blutzucker zu messen. Selber macht er es nicht. Manchmal dauert es eine halbe Stunde bis ich es geschafft habe ihm Traubenzucker zu geben. Dann schläft er wieder ein und erinnert sich an nichts mehr. Dadurch erscheinen die Situationen meinem Mann gar nicht als besonders kritisch, er ärgert sich wahnsinnig über meine 'Panik' und ist nicht bereit, mit mir über Massnahmen zu sprechen. Ich kann inzwischen aber vor Angst oft gar nicht mehr schlafen und bin tagsüber ständig in Sorge um ihn wenn er alleine bei der Arbeit, im Auto, beim Sport etc. ist. WER HAT DIES ALS ANGEHÖRIGER AUCH ERLEBT UND DIE SITUATION ENTSCHÄRFEN KÖNNEN? Was kann ich meinem Mann nachts leichter geben als Traubenzucker? Hat jemand Erfahrungen mit Jubin? Ich freue mich über jeden Tip!! Danke :-)
  • Hajo Janse

    Rang: Gast
    am 02.09.2007 20:08:15
    Hallo,

    Eine sorgliche Situation. ich denke mit Jubin ist es nicht geta. Deine Mann braucht eine stationäre Einstellung und Schulung um richtig mit sein Diabetes klar zu kommen.
    Traubenzucker hinterher ist notlösung.

    So Eingestellt zu sein das die Hypos nicht kommen, dass ist ein richtiges Verhalten.

    leider oft ein lange Weg bis mann bereit ist seine Diabetes n zu nehmen und hilfe in Anspruch zu nehmen.

    leider kann ich keine einfachere Lösung anbieten.

    Schau im Internet ob eine selbsthilfe Gruppe in deine gegend ist und spreche dort or.

    LG

    Hajo von Hajo Janse
  • Georg

    Rang: Gast
    am 03.09.2007 10:26:11
    Wenn dein Mann nicht bald blind werden will , also gravierende Netzhautschäden in Kauf nehmen will, muß er unbedingt an seiner Einstellung arbeiten - mit Hilfe seines Diabetologen, den er ja hoffentlich hat.

    Bei einem Unfall wg. UZ kann er den Führerschein verlieren, von Lebensgefahr für andere und sich gar nicht zu reden. von Georg
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 03.09.2007 15:35:20
    daß jemand nach einer schweren unterzuckerung nicht mehr weiß, was passiert ist, ist normal. am besten als erinnerungskrücke eine kamera auftreiben und filmen.

    seine weigerung, sich einsichtig zu verhalten kommt vom gefühl, daß er die kontrolle über sich verliert sowie eine eingeschränkte gedächnisleistung. vieleicht hat der mensch einen schlüssel, auf den er reagiert. es gibt einen fall, bei dem einer nur auf das wort "unterzuckerung" nicht heftig reagiert. von thomas2002
  • KJ

    Rang: Gast
    am 03.09.2007 16:04:15
    Danke - der Tipp mit der Kamera ist super. Das werde ich machen. Vielleicht blockt er dann nicht mehr so ab.
  • Kerstin Lenz

    Rang: Gast
    am 03.09.2007 16:12:59
    Vielen Dank auch für alle anderen Tips!!
    Ich habe mich entschlossen, heimlich seinen Arzt einzubinden. Der ist super, aber solange er das Problem durch meinen Mann nicht kennt, kann er auch nicht mit Schulungsvorschlägen etc. reagieren.
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 03.09.2007 17:45:02
    hallo,
    es gibt zwei sachen, die man bei hypo absolut nicht verträgt, 1. hektik, 2. schwatzen.
    bei uns ist die einigung: alles was in einer hypo gesagt wurde, -ist nicht gesagt-
    und wir haben zwei wichtige sachen :
    1. ich trinke "erst" eine cola.(dose)
    2. gemessen wird erst hinterher.
    weshalb: ist die einzige chanse ne normale cola zu trinken.. tz schmeckt nicht.:
    und war es keine uz weiß ich wieviel zu korrigieren ist, ist aber noch nicht passiert.
    mfg klaus

    von klausdn
  • Pia

    Rang: Gast
    am 05.09.2007 12:52:43
    Das "Abkommen" finde ich sehr gut, Klaus.

    Liebe Frau Anonym,

    darf ich fragen, seit wann dein Mann Diabetes hat? Ich würde vielleicht auch seinen Arzt kontaktieren in deiner Situation. Ich hoffe nur, der Arzt ist wirklich diskret, sonst knallt es glaube ich richtig, wenn das raus kommt, denn es ist schon eine Art Vertrauensbruch, aber das weißt du sicher.
    Das was Klaus schreibt, solltest du wirklich bedenken und eine Unterzuckerrung wirklich als eine "Ausnahmesituation" sehen, was mögliche Agressivität angeht.
    Aber noch eine wirklich ganz persönliche Bemerkung:
    Ich glaube, die Situation musst du GRUNDSÄTZLICH klären. Ich würde z.B. nicht ins Austo steigen zu ihm, hätte ich Angst vor einem Unfall. Er könnte auch einen Unfall verursachen und ANDERE Leben gefährden.
    Dass er deine berechtigte Sorge als Einmischung und Kontrolle deutet, kann ich auch nachvollziehen, denn in dem Moment fühlt er sich einfach gegängelt. Er ist ein erwachsener Mensch, weiß was er tut. Im schlimmsten Fall müsstest Du die Beziehung möglicherweise auf den Prüfstand stellen und an Konditionen knüpfen. Es ist SEIN Diabetes. aber auch irgendwie EUER Diabetes, aber pass bitte auf, dass Du SEINE Probleme nicht ganz zu DEINEN machst. (Möglicherweise könnte im allerletzten Fall eine GEMEINSAME psychologische Beratung eine Lösung sein, die DU zur Kondition machen darfst bei absoluter Uneinsichtigkeit, die die Partnerschaft belasten könnte.) Ich wünsche euch beiden alles Gute und viel Erfolg. von Pia
  • KJ

    Rang: Gast
    am 05.09.2007 13:52:00
    Danke für Deine Nachricht. Mein Mann hat seit ca. 9 Jahren Diabetes und eigentlich hat sich die Famiie darauf gut eingespielt.. Mein Mann hat allerdings einen recht stressigen Job und macht teilweise extrem viel Sport, was sich immer wieder auf die BZ Werte auswirkt. Das häufige Unterzucker ist aber neu und mein Mann mag einfach nicht akzeptieren, daß das nicht nur sein Problem ist, wenn die Familie (besonders ich) durch sein Verhalten im Unterzucker betroffen ist. Die Agressivität im massiven Unterzucker tritt erst einer Weile auf. Ich denke es ist ok ihn zu bitten den Blutzucker zu messen, wenn er merkbare Zeichen von Unterzucker zeigt. Er fühlt sich dann kontrolliert und flippt fast aus. Sage ich nichts unternimmt er oft auch nichts und bemerkt nicht, wie der BZ weiter in den Keller rasselt. Ich musste ihn sogar schon am Telefon zum Messen / Traubenzucker animieren, weil er die Situation unterwegs nicht mehr im Griff hatte. Ist leider eine harte Prüfung für die Ehe. Deine Aussage mit der Diskretion seines Arztes hat mich nachdenklich gemacht. Wenn da was durchsickert ....das lass ich besser erstmal sein. Wir haben jetzt die Vereinbarung getroffen, dass er seinen Blutzucker misst, bevor wir zu ihm ins Auto steigen, so sehen wir, ob ein Unterzucker evt. 'ansteht'. Beim nächsten nächtlichen Unterzucker werde ich die Videokamera anwerfen - vielleicht hilft es wirklich, ihm das hinterher vorzuspielen. Habe im Internet auch einen tollen Artikel über eine ähnliche Situatiuon gefunden, die muss ich ihm in einem guten Moment mal zum Lesen geben. Vielleicht muss er sogar mal die Situation erleben wo ihm von Aussenstehenden (nicht mir) geholfen werden muss. Vielen Dank für all Euer Feedback. Schreibe anonym, da ich nicht weiss, ob mein Liebster hier im Forum surft....
  • Pia

    Rang: Gast
    am 05.09.2007 15:34:31
    Liebe Anna, (ich geb dir mal einen Namen;-))

    Zitat: Mein Mann hat seit ca. 9 Jahren Diabetes und eigentlich hat sich die Famiie darauf gut eingespielt.Zitatende.
    ------------------
    Klingt sehr gut. Frage: Und wie hat ER sich auf die Familie eingespielt? Was ist mit SEINER Verantwortung für EUCH?
    Stress im Job lässt sich sicher nicht vermeiden. Ich wollte dich keinesfalls vom Gespräch mit seinem Arzt abhalten. Möglicherweise geht das ja schon mit VIELLEICHT einem Telefonat. Du könntest ja das Gespräch einleiten damit, dass DU DICH besser informieren möchtest über brisante Situationen bei Diabetikern.....ob er nicht eine Adresse für dich wüsste. In einem Nebensatz erwähnst du, dass dein Mann in seiner Behandlung ist....Ich glaube, es gibt sicher sowas wie Selbsthilfegruppen für Angehörige von Diabetikern. An seiner Reaktion wirst du merken, wie er drauf ist. Ist er kurz angebunden und weiß nix, kannst es vergessen. Normalerweise sollte er jetzt fragen, was er für dich denn tun könne....

    Sollte sich die Situation nicht verbessern, könntest du deinem Mann vorschlagen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, in dem Ihr BEIDE zu einer Therapie geht. Manches mal geht es nicht ohne diese Hilfe. Lass ihm etwas Bedenkzeit. An seiner Reaktion oder Bereitschaft wirst du sehen, wie es mit seiner Verantwortung Dir oder Euch gegenüber aussieht. Ich hätte dir das gern per mail geschrieben, vielleicht kannst du dir ja - wenn du möchtest - eine neutrale gmx-adresse zulegen. Oder du mailst mich direkt an. Es ist nur ein Angebot. Ich kann dir nur versichern, ich habe bei einer Freundin gerade erlebt, dass physiotherapeutische Beratung eine echte Chance sein kann, die Dinge leichter anzugehen und eine Partnerschaft zu retten...mailadresse steht oben.
    von Pia