Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Behandlung mit Schweininsulin

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 30.08.2007 16:20:39
    Moin Janat,

    Du hast bisher mit Deiner Mutter viel mehr geschafft, als die meisten Fachmediziner schaffen würden, die ich hier kenne. Und wenn Deine Mutter Deiner Essenverteilung so schön folgt, ist das in meinen Augen der größte mögliche Erfolg.
    Ich bedauere immer noch, dass ich Dich zu Anfang so missverstanden hatte.

    Lantus ist sehr international und wirkt in Dosen über 20 Einheiten schon mit einer Injektion fein gleichmäßig 24 Stunden. Wäre also zu überlegen, wenn Dein Bruder nur einmal täglich nach Eurer Mutter schauen könnte.
    Aber sein Besuch ist ja nicht nur Spritzen, sondern da sind immer auch ein paar liebe Worte und mit allem die regelmäßig wiederholte Botschaft an den alten Menschen, dass der Euch wichtig ist. Und das hilft Eurer Mutter auch dafür, dass sie sich nicht einfach so gehen lässt und jeden Tag ohne Plan drauf los futtert.

    Insgesamt leistet Ihr wohl das mögliche Maximum dafür, dass sich die diabetischen Schäden bei Eurer Mutter nur noch so verzögert wie möglich weiter entwickeln.
    Als ich noch für meine Mutter gesorgt hab, war ein ganz wichtiges Kriterium die Regelmäßigkeit bei allem, wonach sie sich noch irgendwie richten sollte. Aus dieser Erfahrung würde ich zu der Empfehlung neigen, nun erst einmal einen Monat oder zwei so wie jetzt zu verfahren und dabei zu beobachten, wie sich ihr Insulinbedarf dabei weiter entwickelt. Und wenn Ihr dabei an einer Stelle einen besonders hohen Bedarf entdeckt, würde Haschis Vorschlag mit dem Mischinsulin wahrscheinlich super passen.

    Ich finde Euren Einsatz für Eure Mutter voll lieb und kann mir keinen sachlichen Grund vorstellen, weswegen Ihr Angst haben solltet, nicht das Richtige zu tun :-)

    Bisdann, Jürgen
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 31.08.2007 02:37:34
    also erstmal auch von mir ein glückwunsch zum erreichten.

    was mich jedoch stört, ist, daß menschen in diesem alter ihre gewohnheiten haben, insbesondere auch wann wieviel gegessen wird. das würde zum beischpiel für mischinsulin spechen, welches 3mal täglich geslpritzt wird. die nächste idee währe z.b. ein pen, welcher laut hörbar die einheiten einstellt. und dann währe anstelle der schon vorgeschlagenen ct auch eine ict möglich.

    btw macht sie doch bestimmt gerne auch mal ihren verdauungsspaziergang ;-) von thomas2002
  • janat

    Rang: Gast
    am 05.09.2007 00:35:15
    Vielen Dank für Eure Hilfe!

    Wir sind jetzt bei 20 Einheiten morgens und 10 Einheiten abends stehengeblieben (seit 5 Tagen). Der BZ ist 100-115 morgens, am Tage (2St nach dem Essen) mal 108-115, mal 130-140, abends auch unterschiedlich110-140, nachts 100-105. Ist es akzeptabel oder sollte mal die Dosis abends/morgens erhöhen?

    Ich habe mal gedacht, man könnte den BZ noch so eine Woche beobachten und dann nicht mehr so oft messen. Aber wie merkt man, dass der BZ jetzt gut eingestellt ist? Bis jetzt war es immer so, nachdem wir die Dosis gesenkt haben, war der BZ die ersten Tage ein bisschen hoch und nach 2 Tagen in Ordnung und nach 3-4 Tagen waren dann die Werte zu niedrig (von 20 Einheiten haben wir so auf 10 reduziert). Wieso passiert so was?

    Habe jetzt in der Gebrauchsanweisung nochmal nachgelesen: das Schweininsulin, das meine Mutter spritzt ist mittlerer Wirkungsdauer. Ist das was anderes als Mischinsulin? Was ist der Unterschied?

    Ich dachte, dass ist auch CT, wie meine Mutter Insulin spritzt (2mal am Tage). Das Problem ist, dass es in der Kleinstadt, wo meine Mutter lebt, nicht alle Arten Insulin zu kaufen gibt (Apotheken haben nicht die Möglichkeit zu bestellen, entweder gibt es das Medikament oder man muss in eine andere Stadt fahren, um das selber zu holen). Daher müssen wir mit dem Schweininsulin auskommen.

    Mit dem Pen habe ich auch schon überlegt. Kann man jede Art Insulin mit jedem Pen benutzen? Oder passt zu jedem Insulin nur ein bestimmtes Pen? Das Insulin, das meine Mutter spritzt, muss man vor Gebrauch stark schütteln, weil es einen Bodensatz hat, ob das in einem Pen dann richtig geschüttelt werden kann?

    Vielen Dank nochmal allen, die mir geschrieben haben, die mir und meiner Mutter helfen.

    Janat
    von janat
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 05.09.2007 12:24:27
    hallo janat,

    die Blutzuckerwerte deiner Mutter sind gut.
    Wenn diese so bleiben, braucht ihr die Dosis nicht mehr zu ändern. Bei CT ist Feintuning kaum möglich.

    Es gibt auch Schweineinsulin als Misch- oder Kombiinsulin mit intermediärer - und Kurzzeit-Wirkung.
    Offenbar habt ihr ein solches.
    Eure Therapieart ist eine CT.

    Alle Verzögerungsinsuline (auch Mischinsuline) müssen vor dem Spritzen
    "durchmischt" werden. Am besten geschieht dies mit Rollen, Drehen oder Schwenken der Spritze oder des Pens. Schütteln ist weniger gut.

    Leider sind nicht alle Pens kompatibel mit den unterschiedlichen Insulinpatronen.
    In bestimmte Pens passen auch nur bestimmte Insulinkartuschen.

    Weiterhin viel Erfolg.
    von Haschi
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 05.09.2007 13:20:29
    die werte sind m.m. am oberen rand des erträglichen. wenn es besser geht machen.

    mischinsulin sind eine mischung aus basal- und bolusinsulin in einem bestimmten verhältnis. in der gebrauchsanweisung müsste da was stehen.

    andere insuline.
    es ist unter dm'lern umstritten, ob mensch insulin von versandapotheken bestellen soll, oder nicht. währe es für euch eine option? von thomas2002
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 05.09.2007 14:30:20
    Moin Janat,

    Hashi und Thomas haben Dir eigentlich schon alles wichtige geschrieben. Hier nur noch mal ein kleiner Anhänger zu Deiner Beobachtung, dass die gemessenen Blutzucker-Werte sich dauernd wieder verändern. Man nennt das zwar auf Deutsch Einstellung, was Du bei Deiner Mutter versuchst, aber Deine Mutter ist keine Maschine. Und selbst Maschinen reagieren auf die selbe Eingabe nicht immer gleich.

    Stell Dir einfach mal ein Auto vor, bei dem das Gaspedal in einer bestimmten Stellung fixiert ist und das damit auf einer guten ebenen Straße genau 80 fährt. Aber was passiert, wenn der Straßenbelag schlechter wird oder/und wenn die Straße ansteigt? Dann bringt es mit der Gaspedaleinstellung vielleicht nur noch 40 oder weniger.
    Wenn das auf viele Kilometer so absehbar ist, wird man vielleicht die Einstellung ändern und das Gaspedal in einer weiter durchgedrückten Einstellung fixieren, so dass da bergan wenigstens noch 60 oder 70 auf dem Tacho stehen.
    Und dann geht es irgendwann wieder bergab. Und dann wird die Straße bergab auch noch besser und der Tacho zeigt statt der bergauf 60-70 bei der selben Gaspedaleinstellung nun bergab beim guten Weg 140 und mehr. -

    Auch wenn jeder Vergleich hinkt, verdeutlicht dieser doch ganz anschaulich, wie Du bei Deiner Mutter so von ferne und relativ fest nur einen einen recht weiten Spielraum für den Blutzucker *einstellen* kannst. Denn wie sich das Insulin auswirkt, ändert sich bei den meisten von uns auch bei völlig gleichem Tagesablauf häufig von einem Tag auf den anderen, und natürlich dann halt besonders, wenn sich an diesen Tagesabläufen mal hier und mal da was ändert.
    Konkret, je seltener gemessen wird, desto größer werden wenigstens in der Tendenz die Abweichungen vom beabsichtigten Verlauf. Wie viele Messungen Ihr wenigstens braucht, um das gute Ergebnis auch weiterhin so zu erhalten, kann wirklich nur Eure Erfahrung zeigen.

    Bisdann, Jürgen