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Schwächeanfälle
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Maria Beckett
Rang: Gastam 28.08.2007 12:36:13
Hallo an Alle,
meine Mutter (76) ist seit 20 Jahren an Diabetes erkrankt. Ihr letzer Langzeit- Wert lag bei 6,7, vor 3 Jahren war er bei 10. Seit 3 Jahren ist sie insulinpflichtig. Sie leidet an Polyneuropathie in den Beinen. Im Feb. 07 bekam sie einen Stent eingesetzt, damit das Herz besser mit Blut versorgt werden kann.
Das größte Problem meiner Mutter ist der Blutdruck, der sogar nach leichter Anstrengung plötzlich abfällt und sie fällt vor Schwäche um. Sie bekommt schwachen Puls und Schweißausbrüche. Es kommt ca. 2 Mal pro Monat vor. Sie beugt dem Umfallen vor in dem sie sich hinlegt sobald sie merkt, daß sie schwach wird.
Ich möchte fragen, ob jemand von Euch ähnliche Schwierigkeiten hat und wie Ihr damit umgeht.
Ich wünsche Euch alles Gute.
Maria von Maria Beckett -
Jürgen
Rang: Gastam 28.08.2007 13:16:36
Moin Maria,
6,7 sind weit besser, als der Durchschnitt schafft. Alle Achtung! Deswegen würde ich empfehlen, dass mal ihr jemand in den Finger piekst und den Blutzucker misst, wenn Deine Mutter diese Schwäche kommen fühlt. Wenn da dann über 70 mg/dl oder über 4 mmol/l gemessen werden, wird es wirklich am Blutdruck liegen.
Bisdann, Jürgen -
Maria
Rang: Gastam 29.08.2007 12:28:39
Hallo Jürgen,
besten Dank für Deinen Eintrag.
Meine Mutter ist schon 3 x gründllich untersucht worden, die Ärtze sagen es liegt nicht am Zucker, sondern am Blutdruck.
Nach meiner Meinung trägt sie ein wenig auch selbst dazu bei, da sie sich viele Sorgen macht. Manche sind begründet, manche nicht.
Jedenfalls ist sie depressiv, will aber nicht davon wissen. Endlich habe ich es geschafft sie dazu zu überzeugen, daß sie zum Psychiater geht. Sie bekommt seit 1 Woche ein Medikament, mal sehen, vielleicht wird es ihr in ein paar Wochen besser gehen.
Ich wünche Dir alles Gute.
Viele liebe Grüße
Maria -
klausdn
Rang: Gastam 29.08.2007 13:31:48
hallo marie,
da es für einen arzt überhaupt keine möglichkeit gibt nachträglich festzustellen ob eine uz vorgelegen "hatte" ist jürgens frage ob denn gemessen wurde ,
eine sehr entscheidende, während die generelle aussage der ärzte mehr spekulativ ist. wobei es durchaus ja der bd sein kann, sollte man aber eben einen uz ausschließen. und "das " geht nur wenn die schwächeperiode da ist..und nicht hinterher.
mfg klaus von klausdn -
Hans
Rang: Gastam 29.08.2007 16:45:20
Hallo
Bin selber Stent-Träger und für gewöhnlich bekommen wir Herz-Medis Beta-Blocker & ACE Hemmer. Sie soll es mit dem Blutdruckgerät messen und mit dem Arzt besprechen ev. ist die Dosis zu hoch eingestellt.
Freundliche Grüsse von Hans -
Jürgen
Rang: Gastam 29.08.2007 19:44:52
Moin Maria,
jeder Vergleich hinkt, trotzdem: Das mit dem Blutzucker is etwa so wie Fahrradfahren. Nach dem Essen geht es bei uns mit Diabetes tierisch hoch her. Das ist zu schnell für uns, vor allem wenn wir schon so nette zusätzliche Begleiter wie eine PNP haben. Dann sollten wir insgesamt eigentlich so schön langsam fahren, dass wir gerade noch keine Gleichgewichtsprobleme bekommen.
Deswegen spritzen wir zum Bremsen Insulin. Ideal wäre, wenn das Bremsen mit dem Beschleunigen vom Essen genau zusammen passen würde. Tut es aber meistens nicht. Meistens erreichen wir mit dem Anschub vom Essen zuerst eine hohe Geschwindigkeit, die das Insulin dann im Verlauf seiner Wirkzeit langsam herunter bremst. Super ist, wenn das Insulin dann ausgewirkt hat, wenn die gemächliche Anfangsgeschwindigkeit vor dem Essen erreicht ist.
Wenn das normal so gesund hinkommt, hat das einen Haken, den man unbedingt beachten muss. Und zwar verstärkt jede zusätzliche Bewegung oder Anstrengung, also auch schon ne viertel Stunde mit dem Hund oder der Gang durch den Supermarkt oder... die Wirkung des noch bremsenden Insulins - und dann kann die schon mal das kleine Stück mehr abbremsen, so dass man das Gleichgewicht nicht mehr halten kann und sich hinlegen muss.
Wenn man das rechtzeitig kommen fühlt, kann man z.B. mit einem Täfelchen Traubenzucker wieder ein kleines bisschen beschleunigen und so die verstärkte Bremswirkung ausgleichen. Wenn man weiß, dass man sich in der Wirkzeit des Insulins mehr bewegen wird, Fensterputzen oder ausgiebiger Spaziergang oder ..., kann man auch von vornherein weniger Bremswirkung spritzen (wie viel, ist bei jedem Menschen verschieden und muss persönlich ausprobiert werden).
Und wenn man das Eingreifen vorher verpasst hat, steigt man halt ab und legt sich so lange, bis die Leber mit ihrer verstärkten Zuckerausgabe wieder für genug Beschleunigung zum Weiterradeln gesorgt hat :-)
Wie geschrieben gilt das nur, wenn zu Anfang dieser Schwächezeiten ein niedriger Blutzucker, also eine zu geringe Geschwindigkeit gemessen wird. Dann kann ein Täfelchen Traubenzucker mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gut und schnell helfen.
Wenn da aber über 70 mg/dl gemessen wird, hat die Schwäche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine andere Ursache.
Deswegen nützt eine noch so intensive Untersuchung beim besten Arzt nichts, denn der kann nur die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit messen, den HBA1c-Wert, und der ist nach allgemeinem Behandlungsstandard super. Und der beste Arzt müsste telepatische Fähigkeiten haben, wenn er sehen wollte, bei welcher Blutzucker-Höhe oderund bei welchem Blutdruck die Schwäche eintritt. Diese Werte müssen im konkreten Fall gemessen werden.
Und wenn es z.B. der dann für kurze Zeit zu niedrige Blutzucker wäre, würde ein Täfelchen Traubenzucker mit Sicherheit mehr Sinn machen, als die beste Psychopille.
Bisdann, Jürgen -
Maria
Rang: Gastam 09.10.2007 11:51:46
Hallo an Alle,
ich danke Euch sehr für Eure Antworten und wollte Euch mitteilen, wie die Situation heute ist.
Der Grund für die Schwächenfälle waren zu hoch dosierte Medikamente gegen hochen Blutdruck. Diese sind seit ein paar Wochen auf minimum gesetzt und meine Mutter fällt nicht mehr um.
Sie nimmt auch ein niedrig dosiertes Antidepressivum und es geht ihr gut. Ich kann sie wieder auf eintägige Ausflüge mitnehmen.
Ich grüße Alle und wünche Euch alles Gute.
Maria