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Grenzwerte für Vollblut/Plasma?
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Bernd
Rang: Gastam 08.07.2007 04:05:36
Hallo,
wie unterscheiden sich eigentlich die Grenzwerte für eine Diabetes-Diagnose hinsichtlich, ob sie im Vollblut oder Plasma gemessen werden? Es heisst meist ab 126 mg/dl Nüchternwert soll dann Diabetes bestehen, aber bezieht sich das jetzt auf Vollblut oder Plasma?
Meine Werte sind derzeit grenzwertig und es folgen noch weitere Untersuchungen, daher beschäftige ich mich aktuell mit der ganzen Thematik.
Hier im Forum habe ich auch mehrmals gelesen, dass besonders die Werte nach dem Essen interessant sind und dass die BZ-Werte bei Gesunden nach dem Essen nicht über 140 ansteigen bzw. dass es gut wäre , wenn man 1h - 2h - 3h nach dem Essen jeweils unter 140 - 120 - 100 liegt. Da man nach dem Essen meist zu Hause kontrolliert, auch da wieder die Frage: beziehen sich diese Werte auf eine Messung mit einem BZ-Messgerät vollblutkalibriert oder Plasma?
Ich habe mal bei einem Freund nach dem Essen gemessen und jeweils aus demselben Blutstropfen mit zwei Geräten gemessen. Mit dem "Vollblut-Gerät" waren die Werte nach dem Essen super (nach den oben genannten 1h -2h - 3h -Grenzen), mit dem Plasma-Gerät natürlich nicht so toll. (es soll ja auch um die 12 % höher anzeigen und wenn dann noch die "normalen" Messtoleranzen dazu kommen, liegt man damit deutlich höher.......).
Würde mich freuen, wenn mir jemand sagen könnte, auf welches Messverfahren sich die hier im Forum gegebenen Empfehlungen beziehen. Falls sich die Werte auf das Vollblut-kalibrierte Gerät beziehen, wie lägen dann die Grenzwerte für das plasma-kalibrierte?
Vielen Dank schon mal im voraus!
Freundliche Grüße
Bernd -
klausdn
Rang: Gastam 08.07.2007 13:07:00
hallo bernd,
diese werte beziehen sich auf die labormessung.
und nicht auf die handgeräte.
spar dir das picken zu hause und gehe zum doc wenn du einen exakten wert haben willst.
grundsätzlich ist nämlich die bezeichnung kalibriert schon falsch.
und wenn man vergleicht dann nicht nur die geräte untereinander sondern "immer" mit einem laborgerät gleichzeitig aus dem gleichen bluttropfen.
das geht unheimlich über die finger, und das läßt man bald.
mfg klaus
ps im labor wird ja auch enzymatisch/pjotometrisch bestimmt, photometer heißt , es wird ein lichtstrahl durchgeschickt, und das geht nur bei klaren lösungen, also wird im labor(auch bei allen handgeräten) im plasma gemessen, und der wert dann in den gewünschten umgerechnet.
während die handgeräte bis auf eins alle enzymatisch/elektrisch messen. von klausdn -
Bernd
Rang: Gastam 08.07.2007 17:54:36
Hallo Klaus,
danke für Deine Rückmeldung!
Ja, beim Arzt wird gemessen. Nur die Werte nach dem Essen macht man ja praktischerweise zu Hause, wenn man mal das Verhalten des BZ nach verschiedenen Essen/Lebensmitteln testen möchte.
Wenn die Empfehlung, ich habe sie - glaube ich - in einem Beitrag hier von Jürgen gelesen: 1h -2-h -3h unter 140 - 120 - 100 sich auf die Laborgeräte bezieht, wie lauten denn dann Eure Empfehlungen für die Grenzwerte NACH dem Essen für die Home-Geräte? Bei dem, das ich derzeit nutze steht: Kalibrierung =Plasma-äquivalent. (OneTouch Ultra2)
Danke!
Grüße
Bernd -
klausdn
Rang: Gastam 08.07.2007 18:40:56
hallo bernd,
tip mal anrufen bei - med trust- oder nem größeren versender , und die wellion info karte zuschicken lassen,
auf der einen seite ist die umrechnung plasma/villblut.
auf der rückseite die grenzwerte für die meßwertabweichung. auch viele diadocs haben die.
dort zb vollblut 142=160 plasma.
hast mich neugierig gemacht werde nacher mal vergleichen, leider mein hemo verkauft, da die messung dafür obwohl nicht wesentlich teurer nicht von der kk übernommen wird.
mfg klaus von klausdn -
Bernd
Rang: Gastam 08.07.2007 19:50:58
Hallo Klaus,
vielleicht liest Jürgen zufällig auch noch mit und kann schreiben, ob sich seine Grenzwertempfehlungen für die Werte nach dem Essen auf Vollblut oder Plasma-Handeräte beziehen. Ich liege wie gesagt bei einem Vollblut-Gerät immer super und beim plasma-äquivalent über diesen Werten. Aber vielleicht beziehen sich 140-120-100 auch auf die Plasma-Werte. Man weiß es nicht genau.
Habe vorhin einen Artikel von einem Diabetes-Professor gelesen, dass zu hoffen wäre, dass sich die Messegrätehersteller endlich alle mal auf die Plasma-Methode einigen würden, da diese besser mit den Laborwerten übereinstimmen würde.
Was haben Deine Tests ergeben?
Grüße
Bernd
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charly
Rang: Gastam 08.07.2007 19:54:25
hier die vergleichswerte aus einem tropfen,
accu compact plus- 103 vllblut
otu 2 - 108 plasma
Precision Xceed - 117 volblut
mfg klaus von charly -
klausdn
Rang: Gastam 08.07.2007 20:52:00
hallo bernd,
wenn der prof wirklich das genauso geschrieben hat
wie du es beschrieben hast, dann zeigt das mal wieder daß docs von analytik und labormethodik absolut keine ahnung haben.
alle geräte saugen blut dieses geht durch eine membrane, dahinter ist es plasma und dort kommt es mit der glucose oxidase in kontakt, aus der umwandlung der glucose in gluconolakton entfleuchen ein paar müde elektonen, die als minimaler strom gemessen werden, aus diesem strömchen wird mit einem multilikator ein wert errechnet der angezeigt wird, der multiplikator entscheidet ob in plasma oder vollblut angezeigt wird. also ist mit der oben genannten tabelle genau das gleiche zu erreichen als wenn irgendwas umgestellt wird.
also ist diese forderung mal wieder nur laue luft um zu verunsichern.
mfg klaus
das dort oben war ich mußte die forensoftware mit dem namen beschwindeln von klausdn -
Jürgen
Rang: Gastam 08.07.2007 21:27:38
Moin Bernd,
nur für die offizielle Ernennung geht es um konkrete Werte, und die nimm getrost mit der gebotenen Toleranz. Es gibt keine Blutzucker-Schwelle, über der Du schneller krank wirst, als darunter, sondern die krankmachende Wirkung ist am geringsten beim völlig stoffwechselgesunden Menschen und nimmt mit ansteigendem Blutzucker, sowohl insgesamt wie auch Spitzen, zunehmend zu. Das heißt, die Folgekrankheiten-Kurve steigt nicht linear an, sondern exponentiell.
Gesund steht der Mensch mit 60-80 auf und hat den ganzen Tag über einen Verlauf in diesem Rahmen mit vielleicht plusminus 10%. Ca. 30-60 Minuten nach dem Essen oderund Trinken von großen Mengen Glukose steigt sein Blutzucker vielleicht für ein paar Minuten auf um 120, selten bis 140, und ist nach 60-90 Minuten zurück bei um 80 oder darunter.
Zum Diabetiker ernannt wird erst ab 126 morgens nüchtern oder 201 2 Stunden nach dem Testdrink. Noch einmal ausdrücklich: Beide Zahlen sind willkürlich gesetzt und bezeichnen keine Schwelle, unter der etwas deutlich gesünder wäre, als darüber! Sie gehen zurück auf die Definition von einheitlichen Diagnoserichtlinien in allen Staaten der USA in 1974 und auf die damaligen Mess- und Behandlungsmöglichkeiten.
Die Messmöglichkeit betrifft vor allem den 2-Stunden-Wert nach dem Testdrink, der ja zeitnah in der Arztpraxis erhoben werden musste. Das ging damals allgemein nur mit dem Urintest. Und bis bei einem Diabetiker alle Glukose aus einer getrunkenen Portion, die er nicht verwerten kann, bis in die Blase durchgelaufen ist, vergehen nun mal im Mittel 2 Stunden. Alle 2-Stunden-Werte in der Diabetologie haben diesen Hintergrund ;-)
Du siehst, die max 140/120/100 mg/dl nach 1/2/3 Stunden nach dem Glukose-Input, die ich immer für die gesunde Behandlung mit Diabetes vorbete, weil ich nur in diesem Rahmen Meldungen von wirklich gestoppten und z.T. sogar leicht zurück gedrehten Folgekrankheiten kenne, liegen schon deutlich über dem grünen Bereich, den eine gesunde Blutzucker-Automatik einhält. Und so lange ich so wie Du von unten aus dem gesunden Bereich käme und das ohne Medis erreichen könnte, würde ich heute den völlig gesunden Bereich anstreben, also immer um etwa 70-80, und da wäre mir egal, ob das nun exakt 70-80 oder 60-70 oder 80-90 sind, auf alle Fälle deutlich < 100, und nur nach dem Essen (und nicht unbedingt nach jedem!) eben kurz mal an 120 und nach 2 Stunden wieder deutlich unter 100. Die max 140/120/100 würde ich heute für mich als für weniger KHs oderund mehr oderund andere Medis Interventionsgrenze ansehen.
Bisdann, Jürgen -
Bernd
Rang: Gastam 08.07.2007 21:44:57
Hallo Klaus,
das habe ich wohl missverständlich rüber gebracht. Ich denke, der Professor meint eine einheitliche Anzeige der Messergebnisse, vorzugsweise Plasma, da diese Werte dann besser mit den Laborwerten übereinstimmen. Hier der Link:
http://www.diabetesgesellschaft.ch/index.php?id=130
Klar, geht das genauso mit umrechnen oder mit der von Dir erwähnten Tabelle, aber was stünde denn eigentlich dagegen, dass die Anzeige vereinheitlicht wird. Ich als Laie verstehe diese unterschiedlichen Anzeigen der Messergebnisse sowieso nicht. Ich kenne viele Diabetiker, vor allem ältere, die keine Ahnung haben, was für ein Gerät sie haben! Also kann es schon völlig unnötigerweise Probleme mit den Werten geben geben. Wozu? Zumal es wohl in den meisten unserer Nachbarländer sowie auch USA nur eine Methode gibt.
Und: je höher die Werte, umso höher natürlich auch die prozentualen Unterschiede. Das kann schon mal von Bedeutung sein.
Bei uns muss man immer erst mal nachfragen, wenn es um Grenzwerte geht, ob die in Vollblut oder Plasma gemeint sind. Bin dazu, was die Werte nach dem Essen angeht, immer noch nicht fündig geworden.
Schöne Grüße
Bernd
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Bernd B.
Rang: Gastam 08.07.2007 21:55:58
Moin Jürgen,
danke, dass Du nochmal etwas dazu gesagt hast!
Wie ist es aber mit der Frage, ob die von Dir empfohlenen Werte nach dem Essen mit einem Vollblut oder plasma-äquivalenten Handgerät ermittelt werden?
Wie oben geschrieben, habe ich mit einem Vollblutgerät gemessen nach dem Essen immer super Werte! Mit dem plasma-äquivalenten gemessen sieht es dagegen nicht so toll aus. Die 12% höher plus normale Tolanzen ergeben schon deutlich andere Werte.
Aber mich würde einfach mal interessieren, ob sich die von Dir empfohlenen Werte auf Vollblut oder Plasma beziehen.
Würde mich freuen, wenn Du dazu nochmal etwas sagen magst.
Danke.
Schöne Grüße
Bernd
von Bernd B.