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Zöliakie und Diabetes, brauche Hilfe
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Ute
Rang: Gastam 09.06.2007 01:14:16
Seit 7 Jahren leide ich an Zöliakie, jedenfalls weiß ich seitdem, das ich Zöliakie habe. Nun habe ich die Diagnose Diabetes erhalten. Mein Nüchternzucker war zu hoch und nach einem Test, wo ich eine Flüssigkeit trinken musste, kam heraus, das der Zucker nach 2 Stunden auch zu hoch war.
Jedenfalls hat mein Arzt gesagt, das ich mindestens 20 Kilo abnehmen soll und keine Süßigkeiten, Kekse, Kuchen usw. essen soll, aber das esse ich sowieso kaum. Ich soll auch kein Obst essen das viel Zucker hat. Und ich soll viel Vollkornprodukte essen. Aber durch meine Zöliakie darf ich kein Weizen, Roggen, Dinkel essen und es ist schwierig für mich auf Vollkornprodukte auszuweichen.
Zusätzlich hat mir der Arzt Metformin verordnet, davon soll ich jeden Abend 1 Tablette nehmen.
Kann mir jemand weiterhelfen? Ich wäre sehr froh.
Viele Grüße
Ute -
Jürgen
Rang: Gastam 09.06.2007 12:42:58
Moin Ute,
nach Deiner Beschreibung könnte Dein Arzt sein Honorar nicht wert sein. Sorry, ich würde mich an Deiner Stelle auf die Suche nach einem kompetenten Diabetologen machen.
Hintergrund:
1. Zöliakie zählt zu den Autoimmunerkrankungen und tritt häufiger in Gesellschaft mit der autoimmunen Form des Diabetes auf. Die ist aber ganz bestimmt nicht mit Metformin behandelbar, und ich würde das Zeug an Deiner Stelle auch nicht essen, da es schon unbelastete Verdauungsapparate unerträglich belasten kann.
2. Wer als Arzt bei bekannter Zöliakie zu Vollkornprodukten rät, sollte eigentlich seine Approbation zurück geben.
Zöliakie ist eine Gluten-Unverträglichkeit. Diabetes ist bestenfalls eine Glukose-Unverträglichkeit. Und so wie Dein Körper nicht darauf angewiesen ist, dass Du Gluten isst, ist er entgegen der Aussage und Anweisung Deines Arztes auch nicht darauf angewiesen, dass Du Glukose isst. Sonst gäbe es keine Eskimos, denn die können erst in größerem Stil Glukose (alles aus Mehl, Kartoffeln, Reis und Zucker, auch Fruchtzucker!) kaufen, seit sie Supermärkte haben. Nur im Gegensatz zu Gluten braucht der Organismus Glukose, zwar nur in kleineren Mengen, aber die macht er sich super selbst in der Leber in einem Prozess, der Glukoneogenese genannt wird. Und wenn Deine Inselzellen nicht mehr genug Insulin dafür produzieren, dass diese und die Glukose, die Du isst, aus dem Blut an ihre Bestimmungsorte in den Zellen kommt, dann wäre passend Insulin spritzen die Lösung, die Dich am wenigsten zusätzlich belastet. Deswegen noch einmal: Geh direkt zu einem Diabetologen, und melde Dich dringend an, damit durch den zu hohen Blutzucker nicht noch weitere und eigentlich unnötige Schäden entstehen.
Bisdann, Jürgen -
Lisa
Rang: Gastam 09.06.2007 15:59:38
Ich hatte erst Diabetes und habe viel später Zöliakie bekommen ( wie Jürgen das beschrieben hat) Mit dem Diabetes kann ich supergut leben und kenne alle Fallstricke und Tricks, mit der Zöliakie musste ich ganz schön umdenken. Beim Diabetes kann ich genau messen und Insulin dosieren, bei der zöliakie kann ich gar nichts messen, wenn ich irgendwo eine Spur Gluten erwische, gehts mir halt schlecht. Dass Dein Arzt sich nicht mit glutenfreier Ernährung auskennt, ist zwar ein "Armutszeugnis" aber nicht besonders selten. Ich denke, er wollte in erster Linie dein Übergewicht ansprechen, hat aber keine Ahnung und keinen "glutenfreien" Plan, den er dir vorlegen kann. Das sollte aber eine Ernährungs- bzw Diätberatung leisten können. Vielleicht meinte er auch "Vollwert "statt "Vollkorn". Leider ist es so, dass die Ärzte da keine Zeit / Lust /Ahnung u.s.w. haben Eine gezielte Reduktionskost, die die Zöliakie berücksichtigt ist durchaus möglich und wäre schon hilfreich, wenn du abnehmen willst oder musst. Sowohl mein Diadoc als auch Mein Gastro-Arzt, der mich wegen der zöliakie betreut hat eine Ernährungsberaterin in seiner Praxis. Frag mal bei der Krankenkasse nach oder in einem Zöliakie-forum. Ein Arzt der sich mit Diabetes und Zöliakie auskennt wäre schon gut. Alles Gute wünscht Lisa -
Ute
Rang: Gastam 12.06.2007 14:12:12
Vielen Dank für Eure schnellen Antworten. Das Zöliakie und Diabetes oft zusammen auftreten, wußte ich noch nicht, oder habe ich das falsch verstanden?
Ich habe mir gleich einen Termin beim Diabetologen geholt, leider ist dieser Termin erst am 26. Juni. Ich habe mir in der Apotheke ein Blutzuckertestgerät geholt, musste ich auch nicht bezahlen, weil es ein unverkäuflichen Testgerät ist. Man soll dann nur ein Blutzuckertagebuch für eine Woche ausfüllen und an die Firma schicken, dann kann man das Gerät behalten. Jedenfalls sind meine Werte ganz schön hoch und ich hoffe, das ich die Ernährung einigermaßen in den Griff bekomme, wenigstens bis zu dem Termin beim Diabetologen. von Ute -
Pia
Rang: Gastam 12.06.2007 15:24:25
Liebe Ute,
dass du dir ein Messgerät geholt hast und dann schon Werte vorlegen kannst, wenn du zum Diabetologen gehst, ist schon die halbe Arbeit. In sofern ist die Zeit bis zum 26. keine verlorene Zeit. Wenn du es bis dahin aber doch nicht aushälst, rufste halt noch mal an, ningelst bissel rum: Mir geht es wirklich nicht gut, ich fühle mch so groggy und schlapp.....kann ich bitte einen früheren Termin haben... und du wirst sehen, dass du einen früheren bekommst. (Dann haben die Angst, es könnte was Akutes vorliegen..)
Ich denke, 1 Woche messen ist ausreichend, um ein Verhalten des BZ zu erkennen.
Ansonsten, alles fragen hier, was du fragen willst, hier gibts kluge Männer.. von Pia -
Sabine
Rang: Gastam 09.07.2007 00:14:43
Hallo Ute,
ich las deine Frage, als ich mal wieder auf der Suche nach Infos über Diabetes war. Ich weiß seit Anfang 2006 dass ich Zöliakie habe und seit diesem Frühjahr ist Diabetes Typ2 hinzugekommen.
Mit der Zöliakie bin relativ gut zurecht gekommen, weil ich mich bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft angemeldet habe und da bekommt man diese Positiv-Listen, die sehr hilfreich beim Einkaufen sind. Aber mit dem Diabetes ist alles durcheinander gegangen. Ich habe auch sehr viel Übergewicht und soll abnehmen. Aber als ich anfing nach Diabetes-Diät zu essen habe ich erst nochmal zugenommen. Fünf Mahlzeiten einzuhalten und das mit dem glutenfreien Brot ist einfach nicht so gut. Zusätzlich habe ich noch eine Milchzucker- und eine Fruchtzuckerunverträglichkeit. Das alles bedeutet, dass mein Essen sehr kompliziert ist.
Da meine Ernährungsberaterin mit meinen Unverträglichkeiten leicht überfordert ist, habe ich mich selber im Internet schlau gemacht, wie ich mich gesund und gut ernähren kann und gleichzeitig alles berücksichtigen.
Zöliakie und Diabetes ist, in meinen Augen, eine schlechte Kombinationen. Zum einen können wir kaum Vollkornbrot essen, da es nur wenig glutenfreie richtige Vollkornbrote gibt. Zum anderen sind die Stärkemehle, die in den glutenfreien Broten verwendet werden für den Diabetes nicht so gut, denn sie treiben den Blutzucker in die Höhe. Ebenso das Maismehl, welches auch ungünstig bei Diabetes ist.
Es gibt eine Ernährungsform, die versucht die Blutzuckermenge und in Folge die Insulinmenge im Blut niedrig zu halten, das ist die Montignac Methode. Ich ernähre mich danach und habe bis jetzt sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Man ißt morgens Kohlehydrate mit Eiweiß kombiniert, sprich Brot mit Belag, mittags und abends aber keine Kohlehydrate. Für mich ist das auch noch aus einem anderen Grund gut, da ich noch kein wirklich sehr gut schmeckendes glutenfreies Brot gefunden habe. Mittags und Abends wird Gemüse mit Fleisch, Ei oder Fisch, das heißt Eiweiß und Fett kombiniert. Die genauen Informationen kann man im Internet oder in Büchern finden. Ich habe mir zum Anfang zwei Bücher gekauft, einmal ein Grundlagenbuch und dann ein Rezeptbuch, damit ich mit den Lebensmittelkombinationen vertraut werde. Ich esse aber nicht nach der Phase 1, dass ist mir zu streng und ich nehme dann zu schnell ab, wegen meiner Gicht nicht gut.
Und seitdem ich mich nach der Montignac Methode ernähre und auch nicht mehr soviel glutenfreies Brot esse, nehme ich erst richtig ab. Toll ist daran auch, dass man sich immer satt essen kann, ich habe also nicht so Miniportionen, wie meine Ernährungsberaterin mir vorschreiben wollte.
Was auch noch anders ist, dass man nur drei Mahlzeiten essen einnimmt. Das soll besser zum Abnehmen sein, da der Körper nur dann überflüssiges Fett verbrennt, wenn er nicht zwischendurch wieder Nahrung bekommt. Ich weiß aber nicht, ob das für alle Diabetiker zutrifft. Dazu muss ich meinen Arzt erst noch befragen bei der nächsten Untersuchung, mein Blutzucker war nicht so extrem hoch.
Ich hoffe meine Erklärungen haben dir etwas geholfen. Wenn du noch Fragen hast kannst du mir eine Mail schreiben, aber ich bin ab 16.7. für 14 Tage in Urlaub.
Liebe Grüße und Kopf hoch
wünscht dir Sabine -
cilly
Rang: Gastam 18.05.2010 14:25:36
die hauptursache sollte geklärt werden,ich habe fructose,glukose,lactoseunverträglichkeit laß deine Nebennieren kontrollieren es gibt auch ein cushing-syndrom