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Insulin und Gewichtszunahme bei Typ2
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Jürgen
Rang: Gastam 07.06.2007 19:30:37
Moinmoin,
ich kenne auch schlanke 2er INSULINER. Selbst die unter ihnen, die viel Sport treiben, essen kaum mehr als 10 BE/Tag. Die meisten lassen's bei 6-8BE.
Glukoseintoleranz wird der diabetische Defekt zu Anfang genannt, der in seiner weiteren Entwicklung schließlich in den Typ2 mündet. Wer laktoseintolerant ist, darf nichts mit Laktose essen oder trinken. Wer glutenintolerant ist, darf nichts mit Gluten essen oder trinken. Aber wer glukoseintolerant ist, muss 50-60% seiner Kalorien in Form von Glukose zu sich nehmen und den dadurch zu hohen BZ mit Medis begrenzen, spätestens wenn andere nicht mehr helfen, mit Insulin. Absolut logisch, oder?
Früh am Anfang jeder Karriere, die in den Typ2 mündet, versagt die Phase1 der gesund 2phasigen Insulinantwot auf jedes Essen und Trinken von Glukose.
Die Phase1 gibt normal gespeichertes Insulin aus, das sofort mit dem Eintreffen neuer Glukose im Blut wirksam wird und die wegpackt, so dass der BZ gar nicht erst oder allenfalls minimal ansteigt. Was die Phase1 an Glukose nicht schafft, packt dann die Phase2 mit dem Insulin weg, das dafür direkt neu produziert wird.
Problem, wenn mit der schwindenden Phase1 immer mehr von einer Portion Glukose von derPhase2 weggepackt werden muss, geht das nur zeitlich verzögert. Dann ist der BZ schon hoch angestiegen und aktiviert damit für die jeweils anstehende Menge Glukose zu viel Insulin. Das heißt, die Phase2 schafft u.U. noch Jahre nach dem versiegen der Phase1 den HBA1c unter 6 zu halten, aber grundsätzlich immer mit mehr Insulin, als beide Phasen zusammen für die jeweils selbe Menge Glukose aktivieren würden. Und mehr Insulin als normal notwendig bedeutet IMMER, dass damit ein größer als normaler Anteil von Glukose als Fett in die Fettzellen (haben mehr als doppelt so viele Insulinrezeptoren, wie Muskelzellen!) gepackt wird und dass gespeichertes Fett auch dann bei Energiebedarf so lange nicht verbraucht wird, wie der Insulinspiegel höher als normal ist.
Das ist Insulinmast, und die wird mit allen Medis intensiviert, die den Insulinumsatz des Typ2 noch weiter erhöhen, und schließlich halt eben auch mit gespritztem Insulin - unter einer Bedingung: Er muss sich nach der allgemein geltenden Expertenmeinung trotz seiner Glukoseintoranz ausreichend Kalorien in Form von Glokose zuführen.
Wer als Typ2 abnehmen will, muss selbstverständlich genau so wie jeder andere Mensch weniger Kalorien nachfüllen, als er verbraucht. Und dann bringt aber in den meisten Fällen nur die Verrringerung des Glukose- und damit des Insulinumsatzes echten Erfolg. Wie eingangs schon geschrieben: alle schlanken Typ2 Insuliner, die ich kenne, essen weniger BEs als empfohlen und sprizten so gezielt, dass der BZ wie mit ner funktionierenden Phase1 möglichst wenig ansteigt.
Bisdann, Jürgen -
Pia
Rang: Gastam 08.06.2007 09:23:10
Nach meiner ganz aktuellen Erfahrung bin ich davon überzeugt, dass ich keine 12 kg zugenommen hätte, hätte ich die hohen vom Arzt vorgegebenen Insulindosen sofort geteilt, die über 10E sind (DAs ist mir NICHT gesagt worden. Meine vom Diabetologen vorgegeben Spritztabelle sah eine Insulindosis von 20 E vor bei einem BZ von 3-5 mmol/l, bei 5-5:24, 7-11:28 usw.
Und im letzten Termin schrieb sie auf: 50 E Levemir abends, aufteilen auf 2 x 25, was der Teilungsempfehlung über 10 völlig entgegen spricht..
Die Insulindosen wurden vom Arzt immer weiter erhöht, was ja Quatsch ist, wie ich nun aus den goldwerten Informationen von Klaus, Jürgen,Thomas und Haschi weiß. Die Insulinresistenz, die angenommen wurde, besteht nachweisbar ja gar nicht, wenn die geteilten Insulindosen die BZ-Werte von einem auf den anderen Tag halbieren (!). Und 30% weniger Insulin spritze ich jetzt. Fakt ist eins, ich gehe im Moment mit dem Insulin weiter nach unten, und wenn actos nach 6 Wochen die maximale Wirksamkeit erreicht, wirds noch weniger Insulin werden. Damit werde ich sie Ende Juni im nächsten Termin konfrontieren. Und actos hat auch nicht SIE empfohlen, sondern meine Hausärztin durchgesetzt nach Tel. mit ihr.
Die Diabetologen haben glaub ich keine Regeln, die verbindlich sind. Wie auch.
Aber sie vermitteln den Eindruck, dass sie dein Schema F hätten und dieses für alle Patienten gleich anwendbar und der BZ dann super ist.
Wenn sie das zugeben würden, wäre das doch kein Imageschaden. Auf der anderen Seite: woher sollen sie das auch wissen, wenn sie kein Patientenfeedback bekommen. Oder müssten sie es besser wissen? von Pia -
thomas2002
Rang: Gastam 08.06.2007 11:53:21
das richtige arzt-patienten-verhältnis besteht nun mal darin, daß die dres ihren patienten die theori so umsetzen, das sie die in praxis erfolgreich sind. und ja, jeder mensch ist anders. von thomas2002 -
Jürgen
Rang: Gastam 08.06.2007 13:45:33
Moin Pia,
ich hatte schon mal geschrieben, dass ich die Aufteilung größerer Insulindosen über mehrere Wochen ohne messbaren Erfolg ausprobiert hatte. D.h. ich hab weder weniger Insulin gebraucht, noch einen schnelleren Wirkbeginn oder überhaupt einen anderen Verlauf messen können. Das widerspricht keineswegs Deiner Erfahrung, sondern sagt nur, wie Du schon schreibst, dass bei der DM-Behandlung keine Einheitsgröße gibt.
Das sagen Dir übrigens auch alle Diabetologen, nur dass die das nicht auf die verschiedenen Wege zu einem möglichst gesunden BZ-Verlauf beziehen, sondern auf die verschiedenen Behandlungsergebnisse mit ihrem vergleichsweisen Einheitsschema. Und auch unter uns Betroffenen ist diese Sicht ja weit verbreitet, wie Du überall dort finden kannst, wo sich jemand über seinen mit Mühe erreichten HBA1c von 8 beklagt und neidisch auf einen mit 5 schaut, weil's bei dem offensichtlich so gut läuft. Gemeint ist dabei schlicht, dass der halt auf die selbe Weise, auf die man zu seinen 8 kommt, eben seine 5 erreicht, und dafür muss sich dessen BZ doch super ausgeglichen einstellen lassen, oder etwa nicht?
Der vielleicht erste Mensch mit Diabetes, der's mit systematischem Behandlungs-Erfolgs-Feedback vom Betroffenen zur Medizin versucht hat, war der damals Techniker Richard K. Bernstein. Der hatte 1946 mit 12 Jahren DM gekriegt und bis Ende 60 zwar mit immer mehr Folgen bis hin zu deformierten Füßen und Nierenfehlfunktion reichlich DM-Folgen im fortgeschrittenen Stadium auf sich versammelt, als er eines der ersten BZ-Testgeräte in die Finger kriegte (damals noch für einen ganz anderen Zweck gedacht) und sich damit in den folgenden Jahren gegen die Empfehlungen aller ihn behandelnden Ärzte schließlich einen zuverlässig gesunden BZ-Verlauf machte.
Damit blieben zwar die deformierten Fußknochen und die Schäden in der Netzhaut, aber diese und alle weiteren Folgen entwickelten sich nicht weiter. Und die Nieren funktionieren wieder und wohl noch heute gesund. Mit seinen dokumentierten Erfolgen hat er dann die Runde durch alle Fachorganisationen für Ärzte und Betroffene und durch viele Forschungsinstitutionen gemacht, praktisch ohne jede positive Resonanz. Nicht zuletzt deswegen hat er dann Medizin studiert und angefangen, in der eigenen Praxis Betroffenen beizubringen, wie sie ihren BZ gesund steuern können (noch deutlich flacher, als ich das gebetsmühlenartig empfehle), und Bücher drüber geschrieben (usanisch euphorisch z.B. "Diabetes Solution"). Eine nachvollziehbare Auswirkung auf die offiziellen Therapie-Standards ist von diesem und weltweit inzwischen vielen ähnlichen Beispielen nicht zu vermelden.
Wenn Feedback allerdings bedeutet, dass sich im Ergebnis immer mehr Betroffene ihren alltäglichen BZ-Verlauf selbst immer gesünder gestalten, dann sind weltweit immer mehr von uns auf ihrem super guten Weg, wie jede Menge Foren wie dieses zeigen :-)
Bisdann, Jürgen -
Pia
Rang: Gastam 08.06.2007 14:40:04
Hi Jürgen,
ich befürchtete aj erst, dass dieses Phänomen ein "Kaktusphänomen" ist. Wenn man einen Kaktus zum Blühen bringen will, lässt man ihn fast vertrocknen, um ihn dann regelmäßig zu gießen. Will heißen, ich befürchtete erst, dass die guten Werte nur für 2 Tage sein würden und dann die hohen zurück. Is aber nich so.
Sicher ist aber auch die enorme Endorphinausschüttung am guten BZ im Moment beteiligt, denn ich bin äpplig vor lauer Freude darüber. Und erleichtert, dass ich in keine Klinik muss.
Und durch Klaus-Schatz' Hilfe habe ich eine Gruppe von Leuten gefunden in LE, die ich morgen zum ersten mal treffe und die bissel Sport machen und auch mal ein Steak auf den Griff schmeißen. von Pia