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Byetta gegen Lantus

  • Pia

    Rang: Gast
    am 07.06.2007 13:37:00
    Ist Byetta am Ende nur ein neues Basalinsulin mit Gewichstreduktion?? Wobei 2,3kg nach 26 Wochen eigentlich gor nix ist, das bekommt man mit FDH sicher besser hin...was meint Ihr dazu?
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    Hintergrundinfo zu Exenatid: Exenatide stimuliert, ähnlich wie das natürliche Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1), glukoseabhängig die Insulinfreisetzung. Exenatide wird aber nicht so schnell metabolisiert wie das natürliche Hormon.

    Studie in Annals of Internal Medicine, Nov. 2005

    In einer neuen Studie aus Holland wurde das neue Diabetes-Medikament Exenatide (Byetta®) mit dem Basalinsulin Lantus (Insulin Glargin) verglichen. Insgesamt waren in der Studie 551 Patienten mit Diabetes Typ 2 aufgenommen, die mit oralen Medikamenten (Metformin und Sulfonylharnstoffe) eine schlechte Blutzuckerkontrolle hatten.

    Patienten wurden entweder für Exenatid (Byetta®) oder Lantus® (Insulin Glargin) randomisiert. Exenatid (Byetta®) wurde zweimal täglich Subkutan appliziert. Lantus® (Insulin Glargin) wurde einmal täglich in fester Dosierung subkutan verabreicht, die Dosis wurde nach den Blutzuckerwerten angepast.

    Nach 26 Wochen hatten beide Patientengruppen unter Exenatide (Byetta®) und Lantus® (Insulin Glargin) ähnlich gute Blutzuckerkontrolle erreicht: 1% Abnahme der HbA1c-Spiegel. Die Hypoglykämie-Rate war in beiden Gruppen ähnlich. In der Exenatid-Gruppe hatten Patienten 2,3kg abgenommen, in der Lantus-Gruppe jedoch 1,8kg zugenommen. Übelkeit und Erbrechen traten häufiger in der Exenatid-Gruppe auf.

    Fazit: Exenatid (Byetta®) und Lantus® (Insulin Glargin) führten bei Patienten, die mit oralen Medikamenten schlecht eingestellt waren, zu ähnlich guter Blutzuckerkontrolle. Unter Exenatid (Byetta®) kam es im Vergleich zu Lantus® (Insulin Glargin) zu einer Gewichtsreduktion. Dafür traten gastrointestinale Nebenwirkungen in der Exenatide-Gruppe häufiger auf.

    von Pia
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 07.06.2007 15:00:39
    hallo pia,
    wer es gut verträgt,(voraussetzung) und noch eine komplette eigene insulinproduktion hat, ist kann damit bestimmt gut fahren.
    hatte die studie gelesen, und einige sachen darin sind wie immer bei sowas absichtlich oder unabsichtlich unter dem tisch geblieben.
    1. daß lantus mehr zum gewicht beiträgt als zb levemir ist bekannt.
    2. nur lantus halte ich für pfusch, entweder es werden gute bz werte angestrebt oder nicht, das geht ohne bolus nicht.
    3. was heißt eine verbesserung von 1% hba1c,
    -- nichts -- wer 10 hat und dann 9 ? beides ist daneben, verbesserung=0.
    4. nach mm wird immer noch viel zuwenig wert auf die messung und bekämpfung der resistenz gelegt.
    bzw wird unter den tisch gekehrt.
    5. ob und wieviel bekämpft byetta die resistenz,
    das ist die frage.
    und ist ja nicht gerade in der preisklasse von metformin.
    mfg klaus
    von klausdn
  • Pia

    Rang: Gast
    am 07.06.2007 16:03:38
    Das mit dem nur 1Prozentpunkt hat mich auch geschockt, das bekomme sogar ICH OHNE byetta und ohne actos hin.
    Vielleicht wollten die sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen mit dem Erfolg.
    Auch die Gewichtsabnahme von 2,3 kg nach 26!! Wochen wäre witzlos. von Pia
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 07.06.2007 17:06:09
    das sollte auch keine kritik an dem medi sein., denn ohne innovationen haben wir rückschritt.
    mich stören nur immer so sinnlose studien, die meist noch falsch interpretiert werden.
    denn niemand kann sagen was die lantusgruppe zu oder abgenommen "hätte" wenn sie davon ausgegangen wären daß sie ein "neues bahnbrechendes" medikament testen .
    mir ist da immer zuviel beliebigkeit und vorschneller schlußfolgerung drin.
    wenn !
    1. niemand gewußt hätte "was" er nimmt.
    2. die gewichtsverteilung der teilnehmer vorher gleich gewesen wäre.
    3. ale das gleiche und gleiche mengen gegessen hätten.
    4. alle eine vernünftige essensberatung gehabt hätten(nicht freßt kh soviel ihr könnt)
    5. alle auf einen hba1c von unter 6,5% gewesen wären..
    hätte man ev mehr sagen können(was garnicht mit lantus aleine geht)
    -- irgendwann werden die statistischen regeln
    und vorgaben auch für medis angewandt werden,
    nur wann ? --
    selbst die definition von nebenwirkungen ist auf vorurteilen begründet.
    insulin - nebenwirkung hypo - falsch , nur wenn man zuviel spritzt, wenn die bz senkende wirkung "nicht" da wäre wärs für den müll.
    genau wie bei schlaftabletten, bei überdosierung "kann" man für immer einschlafen.
    -- die nebenwirkung eines hammers, ist ein blauer daumen. -- ;-)))
    mfg klaus von klausdn
  • Pia

    Rang: Gast
    am 07.06.2007 17:32:31
    Kochenbrüche? Ach hör op. Da sind 80jährige Patienten, die actos nehmen, auffe Fresse gefallen, hatten Osteoporose und Pech.

    Das ist doch Panikmache. Oder hast du konkrete Angaben zu dieser Behauptung? von Pia
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 07.06.2007 17:47:03
    Moinmoin,

    die Verbesserung des HBA1c und die Gewichtszunahme beziehen sich in solchen Studien immer auf randomisierte Gruppenzuordnung mit einstellungsmäßig gleichem Verhalten.

    Ich halte so einen Ansatz deswegen für Schwachsinn, weil mit ner Einstellung eh kein gesunder BZ-Verlauf zu holen ist. Kein Arzt kann nen Diabetiker mit nem HBA1c um 5 so einstellen, dass er mit der absoluten Befolgung dieser Vorgaben das gesunde Ergebnis erreicht. Sondern das machen wir alle anders als die Einstellschemata.
    Damit man trotzdem glauben kann, dass Einstellungen gesund sind, muss ein HBA1c von 7 für gesund erklärt werden.

    Wenn ich mich passend danach richte, kann ich mit jedem Mittel, mit dem ich meinen BZ ausreichend senken kann, meinen BZ in meinem engen gesunden Rahmen halten, z.B. sowohl alleine mit Lantus wie auch alleine mit Apidra oder alleine oder in Kombination mit jedem anderen Insulin. Wo bleibt dann so ein idiotischer Ergebnis-Vergleich?

    @Klaus:
    Was ist Insulinresistenz? Nach meiner Kenntnis
    + die auffällige Verwertung von Glukose auf Zellebene, die mehr Insulineinsatz braucht,
    + das Mehr an Insulin, das mit einem gestörten Fettstoffwechsel gebraucht wird.
    Beide begründen nur einen größeren Umsatz an Insulin, aber nicht mal ansatzweise die Entwicklung zum DM, denn da ist nirgendwo ein Ansatz zur Störung des normalen BZ-Verlaufes. Deswegen ist auch idiotisch anzunehmen, das ein gestörter Verlauf dadurch normalisiert werden könnte, dass man diese beiden Punkte Richtung normal bearbeitet.

    + das Mehr an Insulin, das durch ein beständig zunehmendes Zuviel an Insulin provoziert wird und damit diese Schraube immer noch ein Stück weiter dreht. Gemeint ist das Abschalten von Insulinrezeptoren (receptor down regulation).
    Das ist die Folge (nicht der Grund dafür!) des Absterbens der Phase1 der Insulinantwort, das wir sehr früh auf dem Weg zum Typ2 finden, wenn gerade mal die BZ-Spitzen nach dem Essen auffallen könnten und die meisten Betroffenen gewichtsmäßig noch völlig unauffällig sind.

    Wie begründest und beschreibst Du eine Insulinresistenz als Kampfziel für ein Medikament?

    Bisdann, Jürgen