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Typ 1 Diabetes ?
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Salvatore
Rang: Gastam 05.06.2007 15:58:15
Hallo !
Ich (31) bin vor 3 Monaten nach fürchterlichen Durstattacken und Zucker im Urin auf Verdacht ins Krankenhaus, Blutzucker 268 festgestellt. Diagnose verspäteter Typ 1 Diabetes. Nachdem ich im Krankenhaus so eingestellt wurde Faktor 1:1 (1BE=1EH Insulin) zu spritzen hat sich in den letzten 3 Monaten einiges getan. Ich habe folgendes Phänomen : Wenn ich bei einem gemessenen Blutzucker von z.B. 110 1 EH spritze und dann für mind. 3 BE esse passiert es mir trotzdem noch manchmal dass ich unterzuckere und mir mit Cola den Hals retten muss. Meine Bauchspeichldrüse scheint noch ordentlich Restproduktion zu haben, mein Problem ist jetzt, dass ich nie genau sagen kann wieviel ich spritzen muss, schätze mittlerweile schon halbe EInheiten ab, das ist ja aber kein Zustand. Wenn ich das Insulin weglasse schiesse ich aber unter Úmständen mis auf 250 Zucker hoch, und brauche dann Stunden um ohne Insulin davon wieder runter zu kommen.
Hat jemand ne Idee wie ich damit umgehen soll ? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht ? Würde mich über eine Antwort sehr freuen. -
Markus Konermann
Rang: Gastam 05.06.2007 16:56:29
Hallo Anonym,
es gibt nach Neumanifestierung und Anbehandlung des Typ 1 D.M. die sogenannte Remissinsphase. In der erholen sich die noch vorhandenen Betazellen und produzieren Insulin. In dieser Phase kann es sein, dass Du mit 0,25 - 0,5 IE pro BE auskommst. Du solltest das Insulin aber aus zwei Gründen nicht weglassen (wird von einigen Ärzten gemacht): 1. Du könntest auf die Idee kommen, dass der D.M. wieder weg ist,
2. Du kannst die remissionsphase durch kleine Mengen Insulin verlängern (um wieviel kann Dir niemand sagen).
In dieser Phase kannst Du lernen, wie Dein Körper auf gewisse Dinge, wie KH oder Sport reagiert und die pp Spitzen werden etwas abgefangen.
Auf jeden Fall solltest Du zu einem Diabetologen gehen und Dich auch ins DMP für Typ 1 D.M. einschreiben. -
Isi
Rang: Gastam 05.06.2007 17:11:24
Hallo !
Mein Name ist Isi, sorry hatte nicht damit gerechnet dass der Name bei anonym auch verschwindet (nur die Email)
Wo soll ich mich eintragen ? Was ist das denn ? Wie lange hält so eine Phase denn an, ich meine das geht jetzt schon 2 Monate so, kann es sein, dass es so bleibt ?
Gruss...Isi
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Jürgen
Rang: Gastam 05.06.2007 17:14:15
Moinmoin,
Du schreibst, Du bist eingestellt worden. Der Ausdruck ist zwar geläufig, aber am besten vergisst Du ihn ganz schnell wieder, denn am Blutzucker oder wo auch immer gibt es nix zum Einstellen. Vor allem zu Anfang kannst Du nur immer vorsichtig ausprobieren, was funktioniert, und das dann so lange so weiter machen, wie's funktioniert, und dann halt weiter probieren, wenn's nicht mehr funktioniert, bis es ...
Deine Herausforderung ist recht einfach skizziert:
Wenn Du Stärke=Zucker oder/und Zucker futterst, gehen die im Zeitrahmen von 30-60 Minuten als Glukose ins Blut. Spätestens mit der Ankunft im Blut löst sie die noch mögliche Reaktion Deiner Bauchspeicheldrüse aus, und dann kommt eigenes Insulin. Wenn Du nun schon Insulin gespritzt hast, dessen Wirkung erst beginnt, wenn Deine Eigenproduktion schon munter am Werke ist, addieren sich die beiden, und Du musst das rechtzeitig mitkriegen und für die Wirkzeit des gespritzten munter dagegen anessen.
Wenn Du dagegen so spritzt, dass das gespritzte Insulin schon passend im Blut steht, wenn die Glukose vom Essen kommt, steigt Dein BZ kaum an, und dann läuft Deine eigene Produktion gar nicht erst so intensiv an, wird geschont und bleibt Dir noch lange für die Nachbearbeitung erhalten, wenn Du nicht so ganz genug gespritzt hast.
Dafür musst Du aber nicht glauben, was Dir jemand zum Wirkverlauf Deines Insulins erzählt hat, denn der ist bei uns allen irgendwie verschieden, sondern dazu musst Du eigene Messreihen anstellen. Ein Bsp.: Messen und Spritzen für 2 BE, in 5- oder 10-Min-Schritten messen, bis der BZ z.B. von 90 auf 80 sinkt, dann 1/2 BE essen und weiter messen und bei Nichtansteigen bzw. nach Anstieg Wiederabsinken wieder 1/2 BE essen usw. usw., bis nach dem Essen kein oder nur noch ein deutlich verlangsamtes Absinken messbar ist, das auch der eigenen Produktion zugerechnet werden kann.
wenigstens 3 solcher Testreihen geben Dir wahrscheinlich einen guten Eindruck davon, wie Du passend dafür spritzen kannst, dass Du meistens die einfache Insulinwirkung kriegst. Die Testreihen Zum Frühstück können sehr verschieden von denen zum Mittag und zum Abend aussehen!
Hilfreich ist auch ein fortlaufendes Protolkoll, in dem Du festhältst, wann Du was misst, wovon wieviel isst und wie lange was körperlich tust. Denn vor allem beim Essen wirst Du so sehr schnell merken, dass BE keineswegs immer gleich BE ist - und bei Dir vielleicht ganz anders wirkt, als bei Deinem anderen Bekannten mit DM. Also auf zum munteren Entdecken :-)
Bisdann, Jürgen -
Markus Konermann
Rang: Gastam 05.06.2007 18:11:57
Hallo Isi,
über das DMP kannst Du dich beim Diabetologen oder bei deiner KK erkundigen.
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klausdn
Rang: Gastam 05.06.2007 18:47:51
hallo isi,
wer am dmp teilnimmt hat einie vorteile, die aber von kasse zu kasse unterschiedlich sind, von praxisgebührbefreiung , zuzahlungsbefreiung, bis zusätzliche euros.
wer eine gute ict schulung(leider nicht überall gut)
hinter sich hat kommt mit solchen schwankungen klar.
die remission dauert "in der regel" 2 monate bis 2 jahre. manchmal länger.(und hilft meist über anfängerfehler hinweg.)
bei 250 sollte man korrigieren und nicht warten, denn alles über 160/180 belastet die nieren(nierenschwelle)
keine angst, wer insulinempfindlich ist nutzt den demi-pen von novo(das ist der mit 1/2 einheiten)
ich habe drei davon im einsatz.
wir alle (überwiegend) haben schwankenden insulinbedarf, darauf kann man sich einrichten, --
da aber nitgendwo was zum einstelen ist, ist das oft gebrauchte wort "einstellen" sinnlos, und kaschiert nur das nicht wissen.
mfg klaus
von klausdn