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Fragen zum Schmerzzentrum

  • Bond

    Rang: Gast
    am 05.06.2007 10:24:08
    Hallo Pia,
    wie läuft das so in einem Schmerzzentrum denn ab, ich meine werden die Patienten wie bei einem normalen Arzt per Überweisungsschein aufgenommen/behandelt?
    Wie läuft da so eine Untersuchung bei neuropathischen Schmerzen ab?

    Der Neurologe bei dem ich z.Zt. in Behandlung bin und der mir Lyrica verweigert, der hat mir da so Kabel an die Füße und Unterschenkel geklemmt und per Strom die Reizempfindlichkeit gemessen.

    Gruß
    Bond
  • Pia

    Rang: Gast
    am 05.06.2007 10:48:52
    Moin Bond,

    Du holst dir einen Überweisungsschein. Du kannst dich auch von deinem Neurologen überweisen lassen, oder vom Hausarzt. Die Befunde vom Neurologen solltest du auf jeden Fall mitnehmen. Dann rufst du an und bittest um einen Termin. Üblicherweise bekommt man dann so bis 10 Bögen zugesandt, die im Vorfeld ausgefüllt und zurück geschickt werden.
    Als ich das gemacht habe, habe ich festgestellt, dass mir bisher noch nie ein Arzt solche Fragen gestellt hatte.
    Beim ersten Termin und auch später ist oft eine Psychologin mit dabei.
    Ich glaube, ich hatte 3 Gespräche insgesamt, dann hab ich die Psychologin ausgebootet. Ich war mit ihrer Definition von Stress nicht einverstanden und diskutierte mit ihr MEINE Einteilung von positivem und negativem Stress.
    Die Patienten, die da hingehen, haben meist eine lange Laufbahn hinter sich und ne Menge Ärzte. Und man geht davon aus, dass 90% der Patienten durch herkömmliche Schmerzmedikamente der bisher behandelnden Ärzte süchtig gemacht wurden. Ich schreib das mal so deutlich, weil es so ist und weil man das auch dort so sagen darf. Und so steht dann erst mal eine Entgiftung an. Die durfte ich ambulant machen. Und danach eine Schmerzdistanzierung, das ist der eigentliche Prozess zur Schmerzfreiheit.
    Und ich musste eine Vereinbarung unterschreiben, dass ich bei keinem anderen Arzt Schmerzmedikamente mehr verschreiben lasse. DAS war MEIN erster Akt, dass ich die Ärzte selbst informierte.
    In der Vereinbarung standen aber auch die Dinge, zu denen sich die Ärzte mir gegenüber verpflichten. Unter anderem, alles zu tun, um mir eine Schmerzfreiheit zu garantieren.
    Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen..



    von Pia
  • Bond

    Rang: Gast
    am 05.06.2007 12:36:12
    Hallo Pia,
    Danke.

    Das hört sich ja sehr komplex an und es sieht nach einem laaangen und "nervzehrenden" Weg aus.

    Gruß
    Bond
  • Pia

    Rang: Gast
    am 05.06.2007 13:19:14
    Wenn Schmerzen jahrelang dein Leben so bestimmt haben, dass deine Lebensqualität weg ist und du keine Angst mehr vor dem Sterben hast, wenn du darüber nachdenkst, wie du zu Canabis kommst, weil du es als einzige Chance siehst, gehst du diesen Weg, jeden Tag mit der Hoffnung, dass du doch eines Tages wirklich 24h schmerzfrei bist.
    Du kannst mir glauben, dass ich in der Zeit der Schmerzdistanzierung mehr als 1 mal den Notdienst in der Nacht geholt habe. Und es gab mehrere Wechsel der Medikamente. Aber erst MUS alles weg, um den Schmerz überhaupt definieren zu können. Das ist das Schlimmste.
    Und bis auf die Schmerzschübe, deren Abstände gottseidank immer größer werden, bin ich 24h schmerzfrei.
    Schmerzen sind immer individuell. Und sie sind immer auf einer Scala von 1-10 zu beurteilen, dabei spielte es keine Rolle, ob der Arzt DEINE Schmerzen auf 5 einstuft, entscheidend ist, wie DU ganz für dich auf dieser Scala die Schmerzen empfindest.
    Es ist nicht so, dass die Schmerzen eines im Finalstadium befindlichen Morphinpatienten 10 sind und deine "nur" 2, verstehst du, was ich sagen will. Die Schmerzschwellen sind individuell und auch verschiebbar.
    Und es ist auch nicht sinnvoll, Schmerzen "auszuhalten", weil damit der gesamte Organismus belastet wird.
    Ich habe auch nie gesagt, dass Schmerzzentren "Ponyhöfe" sind.


    von Pia
  • Bond

    Rang: Gast
    am 05.06.2007 14:21:53
    Botschaft angekommen. von Bond