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Ab wann Diabetiker Typ 2, Ab wann Tabletten?

  • brandy456

    Rang: Gast
    am 08.02.2011 11:04:23
    Hallo,
    ich glaube, ich hatte den beitrag im falschen forum gepostet (Diskussion) - tut mir leid wegen des Doppelpostings...

    Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben. Seit einiger Zeit habe ich einen erhöhten Nüchternwert morgens, manchmal unter 100, dann wieder zwischen 100 und 110, aber auch mal 119. Die Werte über Tag sind ok. Mein Langzeitwert liegt war zuletzt 6,4, davor 6,2. Laut Tabelle des dt. Diabetiker-Bundes ist das ja gerade noch im 'normalen Bereich'. Nun war ich bei zwei verschiedenen Ärzten, einem Diabetologen, der meint, ich sollte anhand von Ernährung und Bewegung versuchen, den Nüchternwert zu 'normalisieren'. Ich bräuchte keinen Diabetiker-Pass, da ich (erst einmal) 'nur' eine Insulin-Resistenz hätte. Mein neuer Hausarzt (Internist und Ernährungswissenschaftler) ist allerdings der Meinung, ich sei Diabetikerin und sollte nun Tabletten nehmen, da ich bereits seit 3 Monaten versuche, den Wert ohne Tabletten herunter zu bekommen.
    Jetzt weiß ich nicht, was ich tun soll und habe natürlich Angst vor Folgeschäden, falls ich jetzt nicht mit den Tabletten anfange. Auf der anderen Seite habe ich Angst, wenn ich einmal Tabletten nehme, nicht mehr davon wegzukommen, außerdem fürchte ich Nebenwirkungen.

    Was ich auch nicht verstehe: ich weiß, was eine Insulin-resistenz ist und was in meinem Körper passiert. Aber ich verstehe nicht, weshalb der Blutzucker über den Tag verteilt normal ist, aber über Nacht dann plötzlich in die Höhe geht. Kann mir das einmal jemand 'laienhaft' erklären?

    Ich wäre für einen guten Rat dankbar von brandy456
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.02.2011 15:06:30
    Moin Brandy,

    echte Nichtdiabetiker wachen morgens mit max 85 auf. Von 100-125 wacht Mensch mit einer Insulinresistenz auf, von 126 an mit einem Diabetes. In ähnlicher Weise funzt das Grenzwert-Spiel auch beim Zuckerwassertest (OGTT): echt nichtdiabetisch nach 1 Stunde unter 140 und nach 2 Stunden wieder unter 90. Insulinresistenz nach 2 Stunden noch 140-200, Diabetes von nach 2 Stunden 201 an.

    Neben dieser Spanne von zu hohem Blutzucker bezeichnet man mit dem Begriff Insulinresistenz auch die Eigenschaft der Zellen, mehr Insulin für die Verarbeitung von Glukose zu brauchen. Früher sah man darin den Grund für die Entstehung von Diabetes Typ2. Und viele Ärzte und Betroffene gehen noch immer nach dem, was man da früher geglaubt hat. Aber tatsächlich ist längst untersucht, dass die meisten Menschen mit dieser Zelleigenschaft Insulinresistenz keinen Diabetes haben und bekommen, sondern nur eine damit entsprechend größere Menge an Insulin produzierenden Zellen.

    Immer dann, wenn der Blutzucker zeitweise oder/und ganz höher als gesund ansteigt, fehlt dem Betroffenen eine erhebliche Menge an Insulin produzierenden Zellen. So hat, wer z.B. den Grenzwert zum Diabetes erreicht, nur noch etwa die Hälfte der Menge an Insulin produzierenden Zellen, die bei einem nichtdiabetischen Menschen gleichen Geschlechts und Alters mit gleichem BMI und gleicher Insulinresistenz beobachtet werden kann. Dazu kommen beim Typ2 noch Regeldefekte bei der Insulin-Ausgabe und bei der inneren Zucker-Ausgabe durch die Leber. Der Regeldefekt an der Leber sorgt auch dafür, dass der BZ ohne Essen über Nacht und vor allem in den frühen Morgenstunden mehr oder weniger munter ansteigen kann.

    Weil jeder höher als gesunde BZ mit zunhemender Höhe zunehmend krank machen kann, ist vorrangiges Ziel jeder Diabetes-Behandlung, den BZ an die möglichst gesund kurze Leine zu nehmen. Das gelingt am einfachsten mit diesem Rezept: http://phlaunt.com/diabetes/DeutschMgDlFlyer.pdf

    Bisdann, Jürgen
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 09.02.2011 09:39:30
    Hallo Brandmaus,

    du kannst in deinem Diabetes- Stadium noch sehr viel über die Ernährung lösen. Allerdings darfst du dich dabei nicht an die üblichen Empfehlungen "fettarm und KH-reich" halten, sondern du musst die KH einschränken.

    Eine Möglichkeit hat dir Jürgen ja schon beschrieben. Wenn du für die Ernährungsumstellung mehr Anleitung und Erläuterungen benötigst, dann empfehle ich dir die LOGI-Ernährung. Sehr hilfreich ist für den Anfang das Buch "Stopp Diabetes". Außerdem wird dir in dem Forum http://forum.logi-methode.de/ sehr gut geholfen. Lies dich dort mal ein und entscheide dann, ob das was für dich sein könnte. Damit kannst du deinen BZ wahrscheinlich ohne Tabletten langfristig in den Griff bekommen.

    Zusätzlich zur Ernährungsumstellung solltest du dich auch noch viel bewegen. Dein Doc hat dir vielleicht gesagt, dass du nur ein bisschen abnehmen sollst und dann wirst du schon gesund werden. Das stimmt so nicht, aber mit der Ernährungsumstellung auf LOGI und mit viel Bewegung wirst du deine BZ-Werte verbessern und gleichzeitig dein Gewicht (falls nötig) reduzieren können.

    Viel Erfolg beim Ausprobieren, Rainer