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Wie hoch ist euer aktueller HBA1C-Wert ?
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Jan
Rang: Gast -
Fuchs
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Siggi
Rang: Gast -
dmler
Rang: Gastam 25.05.2007 12:37:48
hallo,
ich finde so eine frage auch interessant, aber leider nicht gerade sinnvoll: jeder hat ein anderes therapieziel, bei jedem kann ein ausrutscher vorkommen. auch wenn ich gott sei dank nicht betroffen bin: wenn ich lese, dass die meisten einen sehr guten wert haben (diejenigen mit einem schlechten, werden eher selten posten), ich selbst aber nicht gut eingestellt bin, könnte man schon auf die idee kommen, sich vorzuwerfen: die anderen machen das alles besser als ich, ich kann das nicht.....
zudem: ein guter hbai1c mit extremen schwankungen ist nicht so toll wie einer mit relativ konstanten werten!
bitte nicht falsch verstehen, aber die frage bringt meiner meinung nach so nichts.
gruß von dmler -
Jürgen
Rang: Gastam 25.05.2007 13:22:55
Moinmoin,
dass jeder ein anderes Therapieziel hat, halte ich für eine medizinische Fehlkonstruktion. Weil mit weiteren BZ-Schwankungen und höheren Verläufen das Folgekrankheitenrisiko stufenlos zunimmt, ist das gesündeste Therapieziel der BZ-Bereich, der mit einer voll funktionsfähigen völlig gesunden BZ-Automatik normal ist. Damit geben die Inselzellen schon beim Essen von Glukose gespeichertes Insulin aus, so dass auch bei größeren Futtermengen kaum und wenn, dann nur für wenige Minuten, ein BZ-Anstieg über 100 entsteht. Und der HBA1c spielt dabei um 5.
Welchen Grund sollte es für uns geben, mit unserem Verhalten nicht dafür zu sorgen, dass unser BZ jeden Tag die meiste Zeit auch in diesem gesunden Bereich verläuft und selten mal möglichst wenig darüber hinaus reicht? Max 140/120/100 mg/dl 1/2/3 Stunden nach jedem Essen sind dafür mit etwas Übung eine sehr praktikabele Richtschnur. Danach mache ich mir seit Jahren regelmäßig meine um 5.
Bisdann, Jürgen -
Nora
Rang: Gastam 25.05.2007 13:30:54
Mein letzter war 5, 3.. allerdings leider auch mit einigen Hypos :( von Nora -
dmler
Rang: Gastam 25.05.2007 18:44:15
hallo,
selbstverständlich sollte bei jedem das ziel ein möglichst normnaher hba1c sein. trotzdem existieren in der praxis unterschiedliche ziele: ein "junger" mensch wird möglichst scharf eingestellt, um folgen weit nach hinten zu schieben (ich möchte die älteren nicht abwerten!!). wer unterzuckerungen weniger spürt, wird dementsprechend etwas höher eingestellt, wer folgen hat, hat wiederum andere zielwerte. zusätzlich gibt es diabetiker, die einen besseren therapieverlauf einfach nicht schaffen, da können zig dia-docs drübersitzen, der körper reagiert eben so.
habe dies bei einem patienten selbst miterlebt. denen bringt das geschreibe (meiner liegt bei <6) relativ wenig, die ärzte können bei solchen patienten auch nicht derartige ziele vorgeben. du hast zwar recht, dass bei gesunden der bz max. für x minuten über 100 liegen mag, aber gerade diese "enge" vorstellungen (1h nach dem essen, 2h nach dem essen, 3h nach dem essen) sind standardisierte richtwerte, die sich nicht auf jeden übertragen lassen.
bin mal gespannt, wann jemand reinschreibt, dass sein letzter langzeitwert miserabel war. von dmler -
Jürgen
Rang: Gastam 26.05.2007 18:55:27
Moin dmler,
eine ärztliche Einstellung darf immer nur so scharf sein, dass die Hypogrenze im normalen Alltagsbetrieb nicht unterschritten wird. Dass schon 20-30 Minuten Gassigehen mit dem Hund oder eine ähnlich lange Einkaufsrunde durch den Supermarkt das jeweils aktive Insulin in seiner Wirkung leicht verdoppeln können, muss der Dok vor allem für die Hauptwirkzeit berücksichtigen. Wenn dann nicht mit dem Hund oder einkaufen gegangen wird, verläuft der BZ zwangsläufig dann und für die Stunden in der Folge halt mit der passenden Einstellung erheblich zu hoch. Deswegen ist bei der reinen ärztlichen Einstellung bei einem HBA1c um 7 Schluss mit Verbesserungen. Darunter wird's, wie es so schön heißt, zu scharf.
Wer dagegen gelernt hat, mit Essen, Bewegung und Medikation den Verlauf seines Blutzuckers zu steuern wie den Geschwindigkeitsverlauf beim Autofahren mit Gasgeben und Bremsen, der kann fürs Gassigehen direkt nach dem Essen z.B. entsprechend weniger spritzen und so auch ohne Gassigehen seinen BZ-Verlauf gesund flach & niedrig halten. Dann besteht auch kein erhöhtes Hyporisiko, im Gegenteil! Und lernen kann das jeder, der mental noch zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr imstande ist und das will (und nicht von seltenen Medi-Unverträglichkeiten geplagt wird!). Wer's gelernt hat, kommt dafür auch bei sehr unregelmäßigen Tagesabläufen mit 5 Messungen bestens hin, an regelmäßigeren Tagen auch mit 2-3 oder sogar weniger. Und wenn man's kann, muss im normal vernünftigen Rahmen auf erstaunlich wenig Genuss verzichtet werden.
Wer mental kein Auto mehr fahren kann, muss sich eher mit der reinen ärztlichen Einstellung begnügen.
Für alle anderen ist der gesunde BZ-Verlauf das Ziel, es sei denn, sie wollen bewusst darauf verzichten. Das gilt auch und vor allem für die älteren unter uns, auch wenn sie gerade erst mit ihrem Typ2 diagnostiziert worden sind. Denn wir haben bislang keine Möglichkeit zu bestimmen, wie lange der DM schon diagnosereif gewesen ist und wie voll die Folgekrankheitenfässchen schon von den prädiabetischen Spitzen und den Schäden durch immer mehr intaktes Proinsulin während der Jahre gelaufen sind, in denen noch keine BZ-Auffälligkeiten hätten beobachtet werden können. Wir müssen also Im Gegensatz zum Typ1 bei der Diagnose von Typ2 davon ausgehen, dass der diabetische Defekt schon seit Jahren bis Jahrzehnten zugenommen hat und eine beliebige Anzahl von Folgekrankheiten unmittelbar vor ihrem akuten Ausbruch stehen - wenn der DM nicht eh erst mit einer akuten Beschwerde einer Folgekrankheit diagnostiziert wird.
Noch einmal ganz ausdrücklich: spätestens ein halbes Jahr nach der Diagnose sagt mir in 9 von 10 Fällen ein HBA1c > 6, dass der Betroffene entweder mental nicht in der Lage ist, seinen BZ gesund zu führen oder dass er das nicht will.
Bisdann, Jürgen -
Jan
Rang: Gastam 26.05.2007 21:22:29
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Noch einmal ganz ausdrücklich: spätestens ein halbes Jahr nach der Diagnose sagt mir in 9 von 10 Fällen ein HBA1c > 6, dass der Betroffene entweder mental nicht in der Lage ist, seinen BZ gesund zu führen oder dass er das nicht will.
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da bin ich absolut nicht deiner meinung.
dann heißt es ja alle die den hba1c über 6 haben, haben nichts im kopp und sind doof oder haben keine lust darauf.
das glaube ich eher weniger...
gruß
Jan -
Claudia
Rang: Gastam 26.05.2007 23:12:09
Hallo!
Was hier so geschrieben wurde, stimmt mich sehr nachdenklich, deshalb muss ich jetzt einmal einen Kommentar dazu loswerden, denn nicht jeder Dmler hat einen gut einstellbaren Diabetes mit konstanten Werten. Mein letzter Hba1c war 8,8. Ich war schockiert und traurig darüber, obwohl ich schon vorher wusste, dass der Wert nicht gut sein wird. Ich habe gewiss nicht absichtlich darauf hingearbeitet! Meine Bz-Werte sind unberechenbar. Von 40 bis mittlerweile 600 ist alles drin, obwohl ich täglich eine Stunde Ausdauersport mache und mich einigermassen gesund ernähre(glutenfrei wegen Zöliakie). Hat wohl etwas mit starken Hormonschwankungen zu tun, wobei mir eigentlich kein Arzt so recht helfen kann. Wollte damit nur sagen, dass es auch solche Fälle gibt. Das hat nichts mit Dummheit oder mangelnder Disziplin zu tun, ganz im Gegenteil. Es ist extrem frustrierend damit umzugehen und bedarf sehr viel Disziplin und Motivation, um nicht aufzugeben. Das musste ich nun einmal loswerden. Vielleicht geht es auch anderen so. Würde mich über Beiträge freuen.
In diesem Sinne
Viele Grüsse
Claudia