Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Diabetes nach Chemo?
-
sylvia kreuzer
Rang: Gastam 30.04.2007 12:50:03
Hallo liebe Mitglieder ,
ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und hätte gerne ein paar Fragen beantwortet,soweit ihr das könnt.
Mein Mann,57 Jahre,hat 2003 ein Bronchialkarzinom gehabt.Er bekam im Abstand von je 3 Wochen 3Zyklen Chemotherapie und wurde im Februar 04 operiert.Der ganze linke Lungenflügel wurde entfernt.Es verlief alles OK.Nun aber zu meiner Frage:In dem Entlassbericht des Krankenhauses steht u.a.Diabetes mellitus.Unser Hausarzt sagt,der wäre von der Chemo gekommen.Meinem Mann ist das recht so,er lässt sich nicht mehr daraufhin untersuchen und glaubt dem Doktor dieses.Stimmt das denn was uns der Hausarzt da sagte?
Mein Mann ist auch alkoholabhängig.Spielt auch das eine Rolle?
Er hat häufigen Harndrang,ein ständiges Hautjucken und ist psychisch überhaupt nicht mehr belastbar,rastet schnell aus.
Ich habe Verständnis,daß er sich wegen der Krebserkrankung so verhält,aber was ist,wenn er wirklich Diabetes hat und diese nicht behandeln lässt?
Übrigens,vor etwa 20 Jahren hatte er mal Probleme mit seiner Bauchspeicheldrüse,es kam allerdings nicht viel bei `rum.Die Ärzte meinten damals,er habe 2 Köpfe an der Bauchspeicheldrüse,das wäre aber nicht schlimm.
Sind meine Sorgen berechtigt oder nicht?
Gruß
S.K. -
mämchen
Rang: Gastam 30.04.2007 23:16:48
Hallo S.K.,
auch meine Kollegin hat während mehrerer Zyklen Chemo einen Diabetes Typ 2 entwickelt. Die letzte Chemo hat sie vor ca. 1/2 Jahr bekommen.
Sie hat während der ganzen Zeit der erhöhten Werte Insulin (Langzeitinsulin=Basal, und kurz wirksames zu den Mahlzeiten) gesprizt, inzwischen benötigt sie nur noch zu kohlehydratreichen Mahlzeiten kleine Mengen Insulin, Basal ist gar nicht mehr nötig.
Mit Sicherheit hat dein Mann noch immer erhöhte Werte, ein Grund für trockene, juckende Haut. Die Alkoholabhängigkeit macht ihn "psychisch nicht belastbar" und trägt zur "egal-Meinung" zum Diabetes bei.
Wenn dein Mann also eine schwierige Krebsoperation hinter sich gebracht und die Chemos ertragen hat, warum will er dann nicht den relativ einfachen Diabetes angehen? Mit einer besseren Einstellung hat er allemal mehr Lebensqualität. Bittet den Arzt, bei der nächsten Blutabnahme einen "HBA1c"-Wert machen zu lassen und lasst euch das Ergebnis erklären. Ggf. solltet ihr einen (onkologieerfahrenen) Diabetologen aufsuchen. Ihr werdet sehen, die Behandlung des dm ist gar nicht so schwer.
Viel Glück! von mämchen -
sylvia kreuzer
Rang: Gastam 01.05.2007 20:09:44
Hallo mämchen
danke für Deine Antwort.
Was soll ich sagen?Meine Anfrage war mehr zur Selbstbestätigung meiner Sorgen.Mein Mann sieht das alles locker!Du spinnst,sagt er mir.Er raucht ja auch weiterhin wie ein Schlot,und nimmt seine Erkrankung überhaupt nicht ernst.Diabetes?da lacht er d´rüber,die Ärzte sind alle doof!Alkohol trinkt er schon seit vielen Jahren,daß er seine Gesundheit ruiniert sieht er nicht.
Seinen Lungenkrebs hat er auch nicht vom Rauchen bekommen,obwohl ihm die Ärzte das gesagt haben.
Ich habe längst kapituliert vor seiner Sturheit,und auch sein Trinken muß ich hinnehmen.Ich weiß nicht wie lange alles noch gutgehen wird.
Liebe Grüße
SK -
Pia
Rang: Gastam 04.05.2007 09:47:41
Liebe S.,
vorab, ich bin einer dejenigen, die der Meinung sind, dass Alkoholiker an ihrem Alkoholismus einen großen Anteil Eigenschuld tragen...
Aber! nach einem Bronchialkarzinom muss die Diagnose Diabetes auf deinen Mann geradezu lächerlich wirken. Die Einstellung zum Leben allgemein hat sich auf jeden Fall durch den Krebs und die OPs verändert. Das kann ich nachvollziehen. Auch, dass er sagt, was solls, ich rauche und trinke weiter.
Der Punkt ist, dass Du Dich nicht vergessen darfst. Ihm beizustehen ist Klasse, aber vergiss DEIN Leben nicht. Die Krankheit ist die eine Seite, Eure Beziehung eine andere.
Du darfst nicht alle seiner Probleme zu DEINEN machen. Vielleicht hast du dich schon bei dem Gedanken ertappt: Was würden die Leute sagen, wenn ich mich trenne? Sie würden sagen: Wie kann die Frau nur? Der arme Mann, erst Krebs, dann dass.
Weißt du was? Vergiss die Leute!!!! Kennst du den Satz aus My Fair Lady. Und sie reden über Jeden und die ganz besonders Blöden über dich.
Vergiß nicht, deine Kräfte einzuteilen. Vielleicht kannst du einfach mal zu einer Freundin ziehen für 2 Wochen oder mehr, um dir einfach eine Auszeit zu gönnen wenn die Situation zu schwer wird.
Mach eine Entscheidung für eine Trennung oder nciht NICHT von der Krankheit abhängig. Ich stell dir mal eine Frage:
Würdest du bei deinem Mann bleiben und ihn lieben, wenn er NICHT krebskrank gewesen wäre?
Ich kenne Alkoholismus aus meiner Familie und ich würde JEDEM raten, der einen Alkoholiker an seiner Seite hat: Lauf weg, ganz schnell, solange du kannst.
Bitte halte meinen Beitrag nicht für anmassend oder vermessen. Es ist wirklich nur meine ganz subjektive Meinung.
von Pia -
S.K.
Rang: Gastam 04.05.2007 15:35:16
Liebe Pia
danke für Deine Antwort.
Selbstverständlich ist jeder Alki für sein Elend allein verantwortlich.Da nehme ich mir nichts mehr von an,obwohl mein Mann mir,seinen Eltern,usw.die Schuld an seinem verkorksten Leben gibt..Ich habe ihm das immerwieder gesagt,er hat auch eine Bringschuld,und kann sich nicht nur als Opfer sehen.Aber die Krankheit Alkohol macht dieses aus einem Menschen.Er lehnt jede Eigenverantwortlichkeit ab.
Hätte ich anfangs gewußt was mir da blüht,wäre ich ganz schnell weggelaufen.Aber ich bin auch nicht die Einzige,der es so geht.
Durch seine Krebserkrankung wird natürlich alles noch viel schlimmer.Ich kann nicht so einfach weggehen,wo soll ich bleiben?
da ich berufstätig bin,muß ich in der Stadt wohnen bleiben.Außerdem ist`s auch finanziell unmöglich.Ich zahle schon alle Kosten(Miete,Versicherungen,Raten etc.
Da bleibt mir nicht mehr viel über.
Mein Bekanntenkreis ist nicht so groß,da gibt es selbst viele Probleme .
Eine Freundin (gute) habe ich nicht.
Er merkt wahrscheinlich auch,daß es ihm immer schlechter geht,aber er macht so lange weiter wie eben möglich.
Ich tue jetzt das was mir Freude macht.Habe mir eine kleine Nische meines Lebens reserviert.da hat er keinen Anteil d`ran.Tagsüber bin ich 8 Stunden oder länger aus dem Haus.Das ist für mich schonmal gut.
Alles andere wird sich finden.
LG SK -
Pia
Rang: Gastam 07.05.2007 09:37:38
Liebe S.,
es gibt immer einen "point of no return".
Jetzt machste du dir über dies und das Gedanken, nimmst Rücksicht auf deinen Partner. Wenn das Maß an Belastbarkeit erreicht ist bei dir, würde eine Trennung schnell gehen.
Oft ist eine Trennung zugleich eine Riesenchance für die Partnerschaft.
Ich habe eine Freundin, die jahrelang gejammert hat, ihr Partner war sich ganz sicher: Die geht niemals, wie auch, sie ist finanziell abhängig von mir....und besonders wichtig war ihm, was "die Leute sagen".
Das klingt jetzt sicher wie in einem schlechten deutschen Film, was ich erzähle. Ostern vorigen Jahres ist sie ausgezogen zu ihre Eltern.Der Mann hat gelitten wie ein Hund. Als ich ihn sah nach einer Woche, war mir klar, der liebt die wirklich...was in den folgenden Monaten passierte, war unglaublich....
Der Mann ging allein zur Partnertherapie!!! Das war ihre Bedingung. In dem Trennungsjahr begann er plötzlich, sich um ihre Kinder zu kümmern. Und, ohn aufdringlich zu sein, ihr zu helfen und sie zu unterstützen.
Dieses Jahr Ostern ist sie zurück gekommen, beide sind völlig andere Menschen geworden...
-----------
Die Geschichte ist auf dich nicht übertragbar. Ich weiß. Aber vielleicht ist dein Mann sich dir auch sehr sicher? Ich weiß nicht. Dass er sich durch die Krankheiten als Mensch verändert ist klar. Das muss man berücksichtigen. Ich glaube, ich hätte keinen Lebensmut mehr. Ich schreibe oben meine Mailadresse hin, wenn du magst, schreib mir privat. Vielleicht kann ich dir einfach ein wenig seelischen Beistand geben. Pia