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Neue Partnerschaft - Diabetes

  • Martin, Petra

    Rang: Gast
    am 22.04.2007 14:31:51
    Hallo an alle,

    ich brauch unbedingt Hilfe von anderen Betroffenen.
    Ich bin seit 6 Monate mit einem super lieben Mann zusammen.
    Er ist 54 Jahre alt.
    Er hat mir gleich bei unserem Kennenlernen gesagt das er Diabetiker ist (seit 12 Jahren) und regelmäßig seinen Blutzuckerwert messen muss und dann entsprechend Insulin spritzen muss.
    Damit habe ich überhaupt kein Problem.
    Ich liebe ihn sehr und bin auch bereit auf ihn einzugehen.
    Ich habe ihn gefragt ob ich meine Kochgewohnheiten umstellen soll, und wenn ja wie.
    Er sagte mir das ist nicht nötig, er kann alles essen, auch soviel er will, er müsse dann halt nur die BE ausrechnen und ausreichend spritzen.
    So ganz kann ich das nicht nachvollziehen. Ist das wirklich so?
    Er trinkt auch gerne Bier. So zwei bis drei kleine Flaschen am Abend. Dazu sagt er das ist nicht so schlimm. Alkohol wird beim Diabetes nicht mitgerechnet. Ist das richtig?

    Ab und zu unterzuckert er auch stark. So wie letzte Nacht. Er war im Bad und hat mich versucht zu rufen. Hab ich leider nicht gehört. Dann hat er sich ins Schlafzimmer gequält und hat mich geweckt. Er war total kaltschweißig, hatte Herzrasen und hat verlangsamt reagiert. Ich habe sofort Traubenzucker geholt und es ihm gegeben. Gott sei Dank war er ja noch bei Bewußtsein. Dann habe ich ihm den Zucker gemessen. Der Wert lag bei 49 mg/dl. Nach noch mehr Traubenzucker und viel Wasser ging der Wert langsam auf 80 mg/dl hoch. Er hat dann selenruhig geschlafen.
    Ich habe den Rest der Nacht kein Auge zugetan. Ich hatte Angst.
    Was ist wenn ich was falsch mache?
    War es meine Schuld das er unterzuckert ist?
    Heut morgen hab ich versucht mit ihm darüber zu reden. Er sieht das alles sehr locker, meint ich würde mir zuviel Sorgen machen.
    Gibt es eigentlich Beratungsstellen für Partner oder für Paare?
    Ich würde gerne mehr auf ihn eingehen - aber er lässt mich nicht.

    Was kann ich machen um besser an ihn ranzukommen? Damit er mich mehr an seiner Krankheit teilhaben lässt, damit ich keine Angst mehr haben muss.
    Vielleicht gibt es ja hier auf dieser Seite Leute die auch solche Erfahrungen gemacht haben und mir ein paar Tips geben können.

    Dank schon mal an alle.
    Petra
  • WUn

    Rang: Gast
    am 23.04.2007 19:33:45
    Hallo Petra,

    ich finde es toll, dass Du Deinen Freund so liebst und auf ihn und auch auf seinen Diabetes eingehst.

    Vorerst einmal: Mach' Dir keinen Stress - er hat 12 Jahre Diabetes ohne Dich überlebt und er wird noch Jahrzehnte damit leben!

    Essen darf er als Typ 1 wirklich alles, aber in Maßen, schau, dass er sein Normalgewicht hält (allzu schlank ist auch nicht gut).
    Alkohol wirkt BZ senkend. Bei Bier muss ich die ersten 2 Flaschen schon kompensieren, dann sorgt der Alkohol dafür, dass der BZ unten bleibt. Natürlich sollte er generell wenig Alkohol trinken, unabhängig vom Diabetes, diese Regel gilt für jeden.

    Sport treiben ist immer gut und hält gesund.

    Du kannst auch nichts falsch machen: er ist für seinen BZ selbst verantwortlich. Ist er niedrig, gibst Du ihm kommentarlos die - ausgepackten - Zuckerstückchen. Sollte er wirklich einmal bewusstlos werden, rufst Du den Notarzt - das würdest Du doch bei jeden anderen Menschen genauso machen?!
    Sollte er oft unterzuckern und hilflos sein, dann muss er mit seinem Diabetologen die Therapie neu besprechen. Das ist seine Aufgabe, Du kannst ihn darin höchstens liebevoll (und unaufdringlich) unterstüzen.

    Ansonsten viel Spaß und Glück miteinander!
    von WUn
  • diana

    Rang: Gast
    am 24.04.2007 11:16:25
    Hallo Petra!

    Mir geht es ähnlich wie dir, wobei ich das ganze mittlerweile viel lockerer sehe =)

    Ich habe auch einen neuen Partner, der an Typ1 erkrankt ist und das nun schon seit 7 Jahren.
    Anfangs habe ich mir sehr viele Sorgen und Gedanken gemacht, aus Unwissenheit und weil ich mich nicht traute ihn das ein oder andere zu fragen, da ich dachte, dass ihm das auf die nerven geht.

    Mittlerweile habe ich mich in einem sehr guten Forum und auf diversen Seiten im Internet belesen UND - ganz wichtig! - mit ihm ausführlich darüber gesprochen.
    Er fand es "süß" das ich so um seine Gesundheit besorgt bin, aber, wie mein Vorredner schon sagte, dein Partner hat seit 12 Jahren Diabetes - er selbst kennt ihn am besten.

    Unterzuckerungen können passieren - bei meinem Freund zur Zeit 2- 3 Mal die Woche, mit dem Unterschied das er es rechtzeitig merkt und dann etwas isst.
    Wenn das bei deinem Partner fast jeden Abend so ist, ist vllt. seine Basalrate zu hoch eingestellt - zumindest wäre das meine Erklärung dafür.

    Wenn es dich beruhigt, sprich mit deinem Partner darüber und besorgt euch für den Notfall eine Glukaconspritze und wenn es mal ganz schlimm kommt rufst du, wie schon gesagt wurde, den Notarzt.

    Immer besorgt zu sein macht dich nur fertig - ich bin davon mittlerweile weg und wenn doch mal etwas unklar ist spreche ich meinen Freund darauf an - er nimmt es mir nie übel.

    Das man essen kann was und soviel man will und dementsprechend spritzt ist übrigens richtig.

    Also, wie schon gesagt, ich kann dir nur raten ausführlich mit deinem Partner darüber zu sprechen, das beseitigt Unklarheiten und beruhigt dich.
    So lange du ihm keine Vorschriften machst, wird er dir das auch sicher nicht übel nehmen oder gar ankreiden.

    Liebe Grüße und alles Gute für euch