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  • plappi1973

    Rang: Gast
    am 06.06.2010 19:59:28
    Hallo zusammen, ich habe ein paar Fragen und hoffe hier ein paar Antworten zu bekommen.
    Ich bin 36 und habe seit ca.1 Jahr Typ 1 Diabetes.
    Mein Problem ist, das ich wohl noch einen Rest eigenes Insulin habe, daß aber sehr sporadisch abgerufen wird. Im Klartext heißt das, daß es eine Zeit lang super läuft und plötzlich von heute auf morgen alles daneben geht was daneben gehen kann.
    Meine Frage deshalb: Wie lange kann das denn so weitergehen, bis man sich endlich dauerhaft darauf einstellen kann? von plappi1973
  • ebgthbg

    Rang: Gast
    am 06.06.2010 20:26:46
    die sogenannte remissionsphase (honeymoon) ist bei jedem diabetiker anders. manche haben keine, bei anderen soll sie bis zu 2 jahren dauern...
    "Die Remissionsphase dauert bei verschiedenen Diabetikern verschieden lang, je nachdem, wie schnell der dem Diabetes zugrunde liegende Zerstörungsprozess der Beta-Zellen fortschreitet. Man kann durch konsequente Insulinbehandlung mit Vermeidung hoher Blutzuckerwerte die Dauer des Honeymoons verlängern. Das kann bedeuten, dass man mehrere Jahre lang vor den größten Blutzuckerschwankungen durch eine eigene "Insulinreserve" geschützt ist."
    (http://www.diabsite.de/infos/fragen/med-fragen/1-058stress.html)
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 06.06.2010 21:32:22
    im schnitt eher wochen und monate als jahre. pumpe?

    die stotternde drüse muß nerven^^ von thomas2002
  • Joa

    Rang: Gast
    am 07.06.2010 02:27:43
    Hallo,

    > Ich bin 36 und habe seit ca.1 Jahr
    > Typ 1 Diabetes.
    > Mein Problem ist, das ich wohl noch
    > einen Rest eigenes Insulin habe,

    Wie wurde das festgestellt?

    > daß aber sehr sporadisch abgerufen
    > wird.

    Der Sekretionsreiz für Insulin erfolgt grundsätzlich *immer* bei BZ-Werten ab etwa 80 mg/dl. Es gibt Ausnahmen, z.B. genetische Defekte beim Typ 3-MODY.

    > Im Klartext heißt das, daß es eine Zeit
    > lang super läuft und plötzlich von
    > heute auf morgen alles daneben
    > geht was daneben gehen kann.

    Da könnte es Sinn machen, die Therapie insgesamt unter die Lupe zu nehmen.

    > Meine Frage deshalb: Wie lange kann
    > das denn so weitergehen, bis man sich
    > endlich dauerhaft darauf einstellen kann?

    Je älter der Mensch bei der Diagnose eines Typ 1 ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine verbleibende Insulinproduktion auch noch über Jahre erhält. Z.B. bei Typ 1 LADA.

    Gruß
    Joa
  • Katja

    Rang: Gast
    am 08.06.2010 01:47:06
    Hallo plappi1973,

    leider schreibst Du nicht, ob Du Männlein oder Weiblein bist. Im letzteren Fall können die Schwankungen auch mit den weiblichen Hormonen im Zyklus zu tun haben. Aber auch andere Störfaktoren sind möglich. Beispielsweise kündigen sich fieberhafte Infekte durch einen höheren Insulinbedarf an - bereits Tage vor den ersten Symptomen! Und es gibt leider keine feste Einstellung, die man einmal erreicht hat und dann für den Rest des Lebens beibehält :-( Bei mir ändert sich jedes Jahr ein- bis dreimal das Niveau des Insulinbedarfs! Mal schwankt mein basaler Insulinbedarf über den Zyklus zwischen 7,2 bis 13,2 IE/Tag, mal zwischen 12,0 und 18,6 IE/Tag - und frag mich bitte nicht, was dahinter steckt! Ich weiß bis heute nicht, woher diese Sprünge kommen. Ich laufe den Änderungen halt immer hinterher, was mir ein paar Tage Streß und unruhige BZ-Verläufe beschert - dann genieße die wenigen Tage Ruhe, die mir bis zur nächsten Anpassung bleiben.

    Viele Grüße

    Katja
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.06.2010 18:44:38
    Moinmoin,

    in dem Rahmen, in dem die Idee von der Insulin-Einstellung entstanden ist, hat sie schon nur in einem sehr weiten Rahmen wirklich funktioniert, also mit alltäglichen BZ-Schwankungen von 40-400mg/dl. Seit der DCCT (Diabetes Compliance and Complications Trial, USA 1993) wird aber nun dieser Rahmen zunehmend hinterfragt und behandlungsmäßig enger gefasst, inzwischen etwa auf 60-200mg/dl für einen HBA1c-Wert unter 6,5. Allerdings ohne passendere Steuergrößen dafür mit zu nehmen. Oder wer von Euch hat bei seiner Einstellung den BZ-Verlauf nach dem Essen ans Herz gelegt bekommen, also etwa max 200 etwa 1 Stunde nach dem Essen?
    Die Bedeutung des postprandialen (nach dem Essen) BZ ist keineswegs so neu und exotisch, wie es sich für manchen INSULINER hier lesen mag. Einfach mal hier schauen diabetes-news.de/info/blutzuckermessgeraet/idf-leitlinie.htm

    Etwa 1 Stunde nach dem Essen wird sichtbar, was die letzten 3 Stunden Vorlauf & Spritzen & Essen zusammen bewirken. Mit den entsprechenden etwas ausführlicheren Aufzeichnungen dazu wirst Du im Rahmen von eher weniger als 4 Wochen dahinter kommen, womit Du Deinem BZ tatsächlich seine besonders auffälligen Ausflüge verschaffst ;-)

    Bisdann, Jürgen
  • Katja

    Rang: Gast
    am 10.06.2010 00:14:14
    Hallo Jürgen,

    ich nehme mal an, daß Du mich meinst. Leider kann ich hier kein Bild reinhängen, sonst könntest Du sehen, daß ich bereits ein äußerst umfangreiches Protokoll führe! Gestern habe ich beispielsweise folgendes protokolliert:
    > 8 BZ-Messungen + 1 vom Vortag (v.V)
    > 1× meine Basalrate für 1h auf 0,2 IE reduziert
    > 10 Insulingaben + 1 v.V, davon 5 Korrekturen + 1 v.V
    > 2 Korrekturen reduziert, weil noch Bolus wirkte
    > 2× Basalrate hochgestellt
    > BE-Faktoren hochgestellt
    > 1× Matjeshering als eiweißreiche Mahlzeit
    All diese Angaben stehen samt Uhrzeit im Protokoll! Hinzu kommt noch die Insulintagesmenge und Angaben zum Zyklus.

    Jetzt sage mir bitte, was ich denn noch alles protokollieren soll?!? Die vielen Korrekturen waren nötig, weil meine Hormone wieder mal den Insulinbedarf ansteigen ließen. Deshalb habe ich ja Basalrate und sogar die BE-Faktoren angehoben! Heute war bislang nur eine einzige Korrektur nötig.

    Ich habe übrigens kaum Probleme mit postprandialen Werten, wenn meine Basalrate zu meinem Insulinbedarf paßt. Leider ändert sich mein Insulinbedarf alle paar Tage - je nach Richtung lande ich dann anderthalb Stunden später bei 239 bzw. 221oder habe eine Hypo!!! Und dann habe ich einen durchschnittlichen(!) BZ von 175 wie gestern oder 67 wie Anfang des Jahres... Das ganze natürlich bei vermehrten Kontrollen samt folgenden Korrekturen und wiederholten Anpassungen der Basalrate. Du siehst, ich weiß sehr genau, woher ein Großteil meiner Schwankungen kommt - kann aber trotzdem kaum was dagegen ausrichten, weil mich mein Köper leider nicht vorwarnt, wenn er mal wieder was an den Hormonen dreht :-( Deshalb laufe ich den Änderungen immer hinterher. Was die zusätzlichen Niveauverschiebungen angeht, weiß ich bis heute nicht, woher sie kommen! Ich spüre sie in derselben Weise wie die veränderte Hormonsituation und reagiere genauso darauf. Die Schwankungen dauern dann nur ein paar Tage länger oder sind entsprechend heftiger.

    Schön, wenn es Leute gibt, die es tatsächlich schaffen, ihren BZ zuverlässig(!) in dem Bereich zwischen 60 und 200 mg/dl zu halten! Handelt es sich dabei auch um Typ-1-Diabetiker? Sind auch Frauen im gebärfähigen Alter dabei? Und warum liegt der HbA1c bei 6,5%, wenn ALLE BZ-Werte in einem so schmalen Intervall liegen? Ich liege teilweise unter und teilweise über den angegebenen Grenzen, aber trotzdem liegt mein HbA1c seit Jahren unter 6%. In dieser Zeit hatte ich keine einzige schwere Unterzuckerung, was ich bei meinen starken Insulinbedarfsschwankungen als großen Erfolg verbuche. Um auf die gewünschte Schwankungsbreite zu kommen, dürfte ich mein Bett nicht verlassen, müßte Tag für Tag dieselben Mahlzeiten zu denselben Zeiten essen und bräuchte eine kontinuierliche BZ-Messung. Damit hätte ich zumindest einige Störgrößen ausgeschalten, obwohl mir meine Hormone immer noch in die Suppe spucken würden! Meine Krankenkasse ist leider nicht bereit, die kontinuierliche BZ-Messung zu zahlen :-( Und mit Lebensqualität hätte das ganze nichts mehr zu tun...

    Viele Grüße

    Katja
  • plappi1973

    Rang: Gast
    am 13.06.2010 20:19:36
    Meine Ärztin hat das über den Bluttest festgestellt. So zumindest ihre Auskunft.
    Den Typ 3 MODY habe ich jedenfalls nicht. Meine Ärzte haben aufgrund meines Alters lange gebraucht, um überhaupt mal herauszufinden welchen Typ ich habe.
    von plappi1973