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Was kann ich machen?

  • Kai Ulrich

    Rang: Gast
    am 29.03.2007 14:48:42
    Hallo.
    Ich habe ein Problem, dass mich nicht mehr loslässt. Ich bin noch Schüler und lebe mit meinem Vater nach einer Scheidung alleine. Mein Vater hat Diabetes Typ 1 schon seit er mitte 20 ist. also knapp 30 jahre nun. Vor kurzem habe ich das schlimmste in meinem Leben erlebt. Mein Vater lag nachts um 4 Uhr in seinem Bett mit aufgerissenen Augen und gab nur Töne wie ein schwerbehinderter von sich. Er reagierte weder auf mich, noch auf meine Fragen noch auf meine Schüttelungen. Ich rief sofort den Notarzt und wusste gar nicht was los ist. Das waren die schlimmsten Minuten in meinem Leben. Er lag einfach da - stöhnte und zappelte etwas herum. Aber reagierte absolut auf nichts. Ich wusste nicht was ich tuen sollte. Der Rettungswagen und die Notärztin haben ihm dann den Zucker gemessen. Er lag bei 27. Ich weiß nicht was normal ist bei Diabetikern. Nach 10 Minuten war er dann wieder etwas munterer und erkannte mich auch und konnte normal reden. Jedoch wollte er nicht mit ins Krankehaus. Unterschrieb eine Erklärung das er trotz raten des Arztes zuhause bleiben will. Auch mein zureden half nichts. Das schlimme an meinem Vater ist. Er akzeptiert einfach seine Krankheit nicht habe ich den Eindruck. Sein Messgerät das er sich neu vor 1 Jahr gekauft hatte ist immernoch original verpackt. Er isst und spritzt sich nach gefühl, und er ändert es nicht. Auch alles Zureden aller Ärzte und Verwandte half nichts. Nun habe ich erfahren das es eine Spritze für solche Fälle gibt die auch ein unerfahrener spritzen kann. Doch diese Spritze bekomme ich nirgends. Ich kann seit diesem Erlebnis nicht mehr schlafen und mein Vater sagt immer, dass es doch nicht schlimm war. Ich empfand es aber so! Und habe seit dem sehr Angst um ihn. Was kann ich nur tuen. Er war ja nichtmal in der lage jemanden zu rufen oder so in der situation. Ich habe so angst ihn alleine zu lassen immer. Ich halte es nicht mehr aus. Was kann ich da machen. Was gibt es das in einem Notfall ihm jemanden helfen kann oder ich es weiß oder so. Ich will gar nicht wissen was passiert wäre wenn ich nicht dagewesen wäre. Vielleicht könnt ihr mir ja einen guten Rat geben, was ich nur tuen soll. Danke schonmal im Vorraus.

    Kai von Kai Ulrich
  • Harry

    Rang: Gast
    am 30.03.2007 10:17:11
    Hallo Kai,

    für solche Unterzuckerungsfälle gibt es die Glukagon-Spritze. Sprich mit seinem Arzt!

    Werte unter 50 gelten als UZ.

    Sein Verhalten ist rücksichtslos. von Harry
  • Manuela

    Rang: Gast
    am 01.04.2007 22:54:26
    Hallo Kai,

    die von Dir beschriebene Situation hane ich vor 7 Wochen nicht ganz so heftig aus Sicht der Diabetikerin erlebt.
    Mein "Großer"-8 Jahre alt- rief für mich den Notarzt, ich war jedoch dann sofort ansprechbar und wieder voll orientiert.
    Meinem Sohn habe ich fast nen Orden verliehen; weil er so klug gehandelt hat.
    Warum Dein Vater so verantwortungslos mit seinem und evtl auch mit Anderer Leben umgeht ist mir ein totales Rätsel,
    Würde ihm evtl Lektüre dieses Forums helfen? Sonst geh doch mal in die Bücherei und hol Dir entsprechende Lektüre für Dich und ihn.
    Aber eines muß Dir klar sein, für die BZ- Einstellung Deines Vaters ist nur er selbst zuständig und niemand anders!!!!!
    Egal wie alt Du bist, es darf nicht Deine Aufgabe sein, Dich um die Gesundheit Deines Vaters zu kümmern.

    Ich halt Dir fest die Daumen, daß Dein Vater bald zur Vernunft kommt.

    Gruß Manuela
  • Liza

    Rang: Gast
    am 06.04.2007 00:20:56
    Hallo Kai,

    trinkt dein Vater am Abend Alkohol?
    Das bringt natürlich sein Zuckermanagement durcheinander.

    Sprich einfach mit seinem Arzt, wenn du die Spritze nicht bekommst, halte dir Traubenzucker bereit.

    Frohe Ostern wünsche ich dir trotzdem
    Liza
  • coroline

    Rang: Gast
    am 06.04.2007 02:13:42
    Hallo Kai,
    ich kann dich gut verstehen, dass du kopflos warst in der Situation.
    Ich habe seit 25 Jahren Diabetes und es ist mir auch schon öfter passiert, dass ich Unterzucker hatte, bin nachts mal mit einem Wert von 25 aufgewacht und konnte noch schnell was süsses essen.
    Die Glukagonspritze bekommt jeder Diabetiker vom Arzt verschrieben.
    Aber sprich mit deinem Vater, dass er seinen Blutzucker regelmäßig mißt, oder ihn beim Arzt messen läßt...das ist sooo wichtig, denn nur bei einem gut eingestellten Diabetes können Folgeschäden vermieden werden.
    Kenne u.a. sehr viele männliche Diabetiker aus anderen Diabetesforen die ganz offen mit dem Diabetes umgehen. Vielleicht hat dein Vater mal Interesse sich mit denen online zu unterhalten. Kann dir gerne mal Adressen geben, wenn du möchtest.

    Gruss Coroline

    von coroline
  • Mad

    Rang: Gast
    am 06.04.2007 13:17:04
    Hallo Kai!
    Kannst Du mit Deinem Vater bitte mal Tacheles reden!
    Erzähle ihm bitte mal DEUTLICH, wie DU die Situation empfunden hast!
    Er hat es ja bewußt nicht mitbekommen! Durch ignorieren kommt dein Vater nicht an dem Thema vorbei!
    Wie ist dein Verhältnis zu Deiner Mutter? Kannst du mit ihr reden? Ich meine nicht unbedingt, das sie mit deinem Vater reden könnte, aber hast du einen Plan B, wenn dein Vater sich weiter so verantwortungslos benimmt?
    Es ist zwar sehr schön, das du deinem Vater helfen willst, aber es ist SEIN Diabetes! Mit dem er im Übrigen dann auch DEIN Leben schwer macht, wenn er sich nicht ändert!
    Versuch ihm das klar zu machen!
    Ich drück Dir die Daumen!

    Mad
    PS: Du hast richtig reagiert, als Dein Vater Hilfe brauchte! Solche Situationen lassen sich leider nicht immer vermeiden. Aber wie du siehst, lassen sie sich meistern!