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Ich werde mich heute wieder auf Analoginsulin umstellen lassen
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Pia
Rang: Gastam 27.02.2007 08:25:33
Nachdem man uns im Eil- und Nachtverfahren auf Humansinsuline umgestellt hat, haben ja inzwischen viele Krankenkassen Rabattverträge mit den Insulinherstellenden Firmen abgeschlossen. (Und verkünden das auch stolz, als hätte sie das Hühnerei erfunden.) Ich würde gern mal wissen, wielange schon die Verträge auf dem Tisch der AOK lagen, als die sich noch dumm stellten und zusahen, wie in Nacht- und Nebelaktionen die Patienten umgestellt wurden.
Ich bin wirklich diszipliniert, aber ich gebe hier auf. Ich arbeite in einem Job mit viel Publikumsvekehr und es funktioniert einfach nicht, zu spritzen und nach 30 min zu essen. In der Praxis sieht das im Moment so aus...
Ich spritze morgens um 6:30 Uhr, also zu Dienstbeginn, ess dann um 7:00 Uhr was..das wars dann aber auch für den Rest des Tages. 19:00 Uhr esse ich dann zu Hause was. Während des Tages war es oft so, dass ich gespritzt hatte und nicht zum Essen kam oder ich habe dann einfach fix mal was gegessen und auf das Spritzen zuvor verzichtet und habe danach gespritzt. (Ob das am Ende sinnvoll war, weiß ich ehrlich gesagt nicht mal...)
Das Auf und ab des Blutzuckers könnt Ihr Euch sicher so ungefähr vorstellen...und heute habe ich Termin und möchte mein Analoginsulin zurück und auch gleichzeitig meinen "fetten Bauch " zeigen, denn ich nehme immer noch zu, nicht mehr so drastisch, aber 1 Kg in 4 Wochen. Das ist für mein amputiertes Bein natürlich Gift. Seit ich Insulin spritze in Dosen immer noch zu je ca. 30 E je Mahlzeit, habe ich 12 kg zugenommen, aber nur der Bauch. Ob es angebracht ist, mal einen Blick auf die Leber zu werfen, ich habe das Gefühl, mein Bauch ist geschwollen. Kein Gramm Fett auf Beinen oder Po, nur Bauch. Und ich möchte heute von der Ärztin auch ne Lösung haben....die Aussage, das Insulin macht mich dick, reicht mir nicht...
Was meint Ihr? von Pia -
Jürgen
Rang: Gastam 27.02.2007 09:12:33
Moin Pia,
Spritzen und anschließend in Halbstundenschritten messen und immer erst dann ne halbe BE essen, wenn der BZ z.B. < 100 abgesunken ist, eben bis er nicht mehr absinkt (bei mir mit Human etwa 6-12 Uhr mit 4 Frühstücks-BE auf diese Zeit verteilt) würde Dir genaueren Aufschluss über Deine Möglichkeiten geben. Wird aber von den kranken Kassen nicht als Argument anerkannt, denn das Human wirkt ja, wie auch so ein Beispiel belegt, und das IQWiG sagt, dass ne BZ-Achterbahn egal ist und man das Essen nicht der Insulinwirkung anpassen muss :-(
Wenn ich 30 IE pro Mahlzeit spritze, nehme ich auch zu. Deswegen esse ich so, dass ich mit 10-15 auskomme. Auch wenn die Verteilung dann nicht DDG- und DGE-konform ist, komme ich sehr gut damit klar :-)
Bisdann, Jürgen, T2 seit 90
Apidra & Lantus -
Pia
Rang: Gastam 27.02.2007 09:51:37
Ich brauche dennoch für den Job ein Insulin, dass ich spritzen kann, wenn ich essen kann. Und das hatte ich vorher, ehe die Deppen den Aufstand geprobt haben und alle Typ2er ruckzuck auf Humaninsulin umgestellt haben. Mein HBA1C Wert lag bei 12, und und steht immer im Zusammenhang mit Schmerzschüben (Phantomschmerzen). Seitdem ich wieder mal ein paar Monate schmerzfrei war, sank der Wert auf 9,2.
Ich habe im Job nicht die Möglichkeit regelmäßig dann aller 30 min zu messen, geschweige in einem ordentlichen Spritz-Essabstand zu essen. (Klingt sicher nach Ausrede, ist aber so..)Also lass ich es ganz.
Ich habe mal gehört, es gäbe ein medikament, dass die Insulinwirksamkeit verbessert, so dass man weniger Insulin spritzen darf. Und danach werde ich heute auch fragen, denn auf DIE eine Pille kommt es bei den Medikamenten, die ich eh nehmen muss in der Schmerzmedikation eh nicht mehr an.
Könnte ich denn theoretisch Humaninsukin UND Analoginsulin spritzen? Also in der Woche im Job Analog und am WE Humaninsulin? Sicher ne dumme Frage.. von Pia -
Jürgen
Rang: Gastam 27.02.2007 10:18:57
Moin Pia,
Dein Blutzucker steigt und sinkt nicht von selbst, sondern diese Bewegungen spiegeln Deinen Input an Futter und Insulin. Bei den wenigsten von uns wirkt irgend ein Insulin automatisch passend zu irgend einem Futter-Input. Das Beispiel mit den Halbstundenschritten war zum Austesten Deiner Möglichkeiten gedacht, nicht als alltägliche Übung.
Und noch einmal: wenn Du keine Möglichkeit hast, das Insulin so zu dosieren, dass Dein BZ nach dem Essen nicht über die Nierenschwelle ansteigt, solltest Du Deine Portionen auf die Größe und Zusammensetzung begrenzen, mit der das bei Dir funktioniert. auch ein 1c von 9,2 ist allenfalls für erstes Quartal Anfänger erträglich. Aber ne 5-6 davon machen kann kein Dok und keine kranke Kasse, sondern das kannst nur Du! - Klar kannst Du alle Insuline gleichzeitig verwenden, aber was soll Dir das bringen, wenn Du nicht Deinen BZ steuerst, sondern wartest, was Dein HBA1c macht?
Bisdann, Jürgen -
Haschi
Rang: Gastam 27.02.2007 11:36:06
Hallo Pia,
in deiner Situation schreit es geradezu nach einer prandialen Behandlung mit
einem kurzwirksamen Insulinanalogon. Medizinisch gibt es auch keinen Einwand, Normalinsulin UND Analoga zu verwenden, wenn man der Situation und der Kost
so besser gerecht wird.
Ich würde mir, auch unter Einschluss einiger Unannehmlichkeiten, einen anderen diadoc suchen, wenn dein derzeitiger weiterhin auf dieser unseligen Umstellung beharrt. Fast alle GKV erstatten mittlerweile wieder kurzwirksame Insulinanaloga.
Hohe Insulinspiegel fördern Übergewicht und hemmen die Abnahme.
Deshalb nur soviel wie nötig und so wenig wie möglich.
von Haschi -
Pia
Rang: Gastam 27.02.2007 11:57:23
Lieber Jürgen, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Meine Ernährungsweise ist ausgewogen, mager und auch wenig. Der hohe HBA1C Wert entstand so: ich bin seit 1989 beinamputiert, bin in einer Schmerzambulanz, mit Opiaten und Antiepileptika meist mehrere Monate schmerzfrei oder schmerzarm. Dann kommt es zu völligen Entgleisungen der Schmerzsituation, es kommt zu Schmerzschüben, Krämpfen, der Blutdruck pfeift ab in die Höhe bei Schmerzen und der Blutzucker zieht schön mit.
Seit September 2006 war ich schmerzarm und vor 10 Tagen war es wieder soweit..
Der Zucker ist nicht wegen der "Futtersituation" hoch. Glaubst du, der Blutzuckerwert wird NUR durch die Nahrung beeinflusst? Das wundert mich jetzt aber.
Um den Blutzucker in die Höhe zu katapultieren, genügt oft: täglicher negativer Stress. Oder habe ich dich falsch verstanden? Meine unterschwellige Schmerzsituation hält den Zucker ohne Insulin und Essen schön auf einem hohen Level, deshalb auch die hohen Dosen. Und ist er erst mal wieder im Nirvana gewesen, dann dauert es wieder ewig, bis er sich einpegelt.. von Pia -
Jürgen
Rang: Gastam 27.02.2007 16:14:25
Moin Pia,
meine Erfahrung ist: wenn ich nicht zunehmen will, muss ich mein Insulinbudget einigermaßen einhalten. Und an Tagen, an denen das schon ohne Essen dafür aufgebraucht wird, den BZ gesund flach & niedrig zu halten, muss ich halt auf solches Essen verzichten, für das ich noch zusätzliche Einheiten bräuchte. Denn je mehr Insulin in Umlauf ist, desto mehr von der Glukose z.B. aus dem Apfel, den ich gerade gegessen habe, wird in Fett umgewandelt und eingelagert :-(
Allgemeine Erfahrung ist: wenn man seinen BZ aus Deiner Höhe auf normal absenkt, braucht man für das selbe Futter bis zur Hälfte weniger Einheiten. Das heißt anders herum, dass man mit höherem BZ für das selbe Futter zunehmend mehr Einheiten braucht.
Allgemeine Erfahrung ist: BZs in Deiner Höhe verstärken bestehende Beschwerden und sorgen für neue zusätzliche. Wie ich Dich wahrscheinlich richtig verstanden habe, bist Du mehr als bedient mit dem, was Du ohnehin schon hast :-(
Wie Du Dein Insulin - welches auch immer - gezielter einsetzen kannst, findest Du raus, wenn Du wann immer möglich systematisch schaust, mit welchem BZ Du vor welchem Essen startest und wie sich Dein BZ in den darauf folgenden 2-3 Stunden entwickelt. Diese Arbeit kann Dir auch der beste Diabetologe nicht abnehmen, sondern die kannst nur Du leisten! Nur auf diese Weise lässt sich rausfinden, wie Du Dein Insulin optimal einsetzen kannst!
Bisdann, Jürgen -
Pia
Rang: Gastam 28.02.2007 09:37:26
Lieber Jürgen,
seit gestern darf ich wieder Humalog spritzen. Der doofe HBA1C Wert war wieder knapp über 10,00, nachdem er schon mal drunter lag. Ich war seit Weihnachten für ca. 6 Wochen platt mit einem grippalen Infekt.
Da waren die BZ-Werte ziemlich mistig.
Sie murmelte gestern was in ihren Bart was von Metformin und Azeton....
Da ich dumme Kuh aber nach 1,5 higer Warterei in einem überheizten Wartezimmer so neben mir stand, habe ich nicht nachgefragt, weil das Gemurmle wohl mehr für sie als für mich bestimmt war..
Auf jeden Fall komme ich mit Humalog besser klar. Und.. mal vielen Dank für Deine Mühe, die du dir machst:-)) von Pia -
Jürgen
Rang: Gastam 28.02.2007 10:30:49
Moin Pia,
gratuliere zum Humalog :-) Metformin wird im englischsprachigen Raum auch Metfartin genannt. Für die Übersetzung Metfurzin hat man mich in einem anderen Forum schon mal geschlagen. Das Mittel verzögert die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten bis in den Teil des Darmes, der daraus hervorragend im Trend unserer Zeit Biogas gewinnt ;-) Einzige wirklich messbare Wirkung ist die Behinderung der Leber bei der Glukoneogenese, also der eigenen Zuckerproduktion aus Eiweiß. Dadurch wird weniger Insulin notwendig, und damit gelingt den Betroffenen häufig wenigstens ein bisschen Gewichtsverringerung, allerdings um den Preis des Windes und erhöhter Leber- und Nierenbelastung. Da es den BZ nicht direkt senkt, könnte man es auch allgemein als Abnehmpille einsetzen, wenn es denn wirklich so toll dafür taugte - tut man aber nicht :-( Das Zeug wird Typ2 standardmäßig als erste Zuckermedi verordnet.
Azeton machen wir uns mit zu viel Blutzucker und zu wenig Insulin, in der vollen Ausprägung mit der Ketoazidose, die häufig direkt in die Notaufnahme führt.
Wenn Du das Humalog als ersten Schritt auf Deinem Weg zu Deinem gesunden Blutzucker (nach dem Essen nach Möglichkeit nicht > 140 und 1c um 5) betrachtest, fände ich das VOLL SUPER :-)
Bisdann, Jürgen -
Pia
Rang: Gastam 02.03.2007 10:49:43
Aaaah, meine Leberwerte sind wohl schon immer nicht so toll gewesen, deswegen wollte man mir das Medikament auch erst nicht geben, denn es war schon vor Monaten mal im Gespräch. Ich wäre erst mal schon glücklich, wenn die Gewichtszunahme stagniert. von Pia