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Teststreifen-Verordnung

  • Antje

    Rang: Gast
    am 03.11.2006 10:12:45
    Hallo zusammen,

    seit knapp einer Woche bin ich jetzt aus dem Krankenhaus entlassen. Ich bin T2 und spritze früh und abends Insulin, dazu nehme ich Metformin.
    Ich habe ein FreeStyle Mini Messgerät. Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, bin ich gleich zu meinem Hausarzt, der aber an dem Tag nicht da war, also hat mir die Sprechstundenhilfe 2 x 50 Teststreifen verschrieben (wollte erst weniger, aber dann fiel ihr ein, dass ich ja "noch ganz am Anfang" wäre).

    Jetzt ist es so, dass ich ja immerhin 50 Stück pro Woche verbrauche. Und gestern habe ich in einer Diabetikerzeitschrift quergelesen und bin da über einen Beitrag gestolpert wo die Rede davon war, dass die Krankenkassen der Meinung wären, Diabetiker, egal mit welcher Therapie, müssten mit 50 Streifen pro Quartal auskommen.

    Ich schiebe jetzt voll die Panik. Zwar werde ich irgendwann nicht mehr - so wie jetzt - 6 bis 7 mal pro Tag messen, aber 50 Stück pro Quartal, da hat man ja nicht mal einen Streifen pro Tag!!! Und was sagt der dann schon aus!

    Ich habe vom Krankenhaus noch eine Spritztabelle mitbekommen, darauf steht was von Intensivierte Insulintherapie.

    Wie verhalte ich mich jetzt am besten? Da ist ja auch noch das Problem mit dem Budget beim Arzt. Heisst das, dass ich ab Ende November dann keine Streifen mehr verschreiben bekomme??

    Und noch eine andere Frage: Wie lange muss ich überhaupt noch so häufig messen, bzw wie lange habe ich den Luxus, meine Werte mehrmals am Tag messen zu dürfen? Gibt es da eine Richtlinie?

    Danke schon mal für die Antworten und sorry für meine Panik, aber ich bin erst 36 und möchte noch 40 Jahre ohne Folgeschäden ein lebenswertes Leben führen können.

    Grüsse
    Antje
  • haschi

    Rang: Gast
    am 03.11.2006 14:58:16
    Hallo Antje,

    es ist eine "Sauerei" zu gut Deutsch gesagt,
    dass Diabetikern, die ihren Diabetes gut einstellen möchten mit einer normnahen Blutzuckerführung, immer wieder mit den altbekannten Schutzbehauptungen, Testreifen vorenthalten werden.

    Bei der Einstellung musst du häufiger messen und wenn du eine intensivierte Insulintherapie ICT machst, ist es ein Minimum, den morgendlichen Nüchternwert, die Werte vor den Hauptmahlzeiten und vor dem Schlafengehen zu messen.
    Hinzukommt die stichprobenweise Erfolgskontrolle 1 bis 2 Stunden nach dem Essen. Summa summarum somit
    4 bis 6 Tests pro Tag und nach Adam Riese wären dies 400 bis 600 Testreifen im Quartal.

    Einige KVn geben diese Zahlen auch als Richtwerte an ihre Mitglieder und sie entprechen auch der Forderung des DDB. von haschi
  • Ano

    Rang: Gast
    am 04.11.2006 00:04:20
    Wenn ich den Beitrag von Antje so lese, klingt das wie ein Test für alle die, die hier antworten.
    Wie schonmal aus dem Dagewesen aus vorhergehendn Bericht über Teststreifen, Qualitätsuntersuchungen(Sawicki) und und und.

    Wahrscheinlich liege ich da falsch, und ich habe nur ein `deja vue` von Ano
  • Antje

    Rang: Gast
    am 04.11.2006 11:32:27
    Tut mir leid, wenn das wie ein Test klingen soll, aber ich hatte, als ich das gepostet habe, wirklich die Panik gehabt. Inzwischen bin ich etwas beruhigt, habe auch noch mal mit der Krankenkasse telefoniert, die stellen es ganz und gar nicht so dar. Keine Ahnung, warum eine Fachzeitschrift es dann so sagt.
    Trotzdem finde ich, dass man nicht alles gleich als einen Fake abtun sollte.
  • diesel

    Rang: Gast
    am 04.11.2006 15:27:55
    Hallo,

    im Diabetiker Ratgeber von November diesen Jahres steht ein interessanter Beitrag zu diesen Thema.
    Als Typ I-er bekommt man problemlos 400 Teststreifen pro Quartal verschrieben. Man rechnet dabei mit 4 mal am Tag messen, und hat somit eine Reserve von 40 Stück im Quartal. Ich meine, das ist ok. Andere Krankenkassen in anderen Bundesländern sind dabei aber noch viel großzügiger. Die bezahlen ohne Probleme das was der Arzt für notwendig erachtet.
    Beim Typ II ist das leider anders geartet. Aber dazu bitte unbedingt oben erwähnten Beitrag lesen. Die Zeitschrift gibt es übrigens kostenlos zu jeden 1. im Monat in der Apotheke.

    Gerd
  • Antje

    Rang: Gast
    am 04.11.2006 16:00:01
    Hallo nochmal,

    also, die Kasse hat meinem Mann gesagt, bei der ICT - also der intensivierten Insulintherapie - stünden einem 600 Streifen im Quartal zu. Ich weiss jetzt nicht, ob mein Mann gesagt hat, dass ich nicht T1 sondern T2 bin, aber wenn ich diese Intensivierte Therapie mache, dann erwartet mein Arzt ja von mir, dass ich entsprechend oft am Tag messe, und dafür muss er mir dann auch die nötige Anzahl an Streifen verschreiben.

    Ist ja eigentlich auch logisch: Ich muss als T2er in der ICT mindestens 7 x messen, nämlich jedesmal vor und nach dem Essen, und abends auch vorm Schlafengehen, dazu kommt auch mal eine Messung vor einer längeren Autofahrt, vorm Sport und danach und auch, wenn man mal ein flaues Gefühl hat. In Rahmen der ICT kann man also überhaupt nicht mit 1 Streifen pro Tag (was ja so wäre, bekäme man nur 50 Streifen im Quartal).
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 04.11.2006 16:25:55
    hallo anja,
    ich hatte dir ja schon auf dem anderen forum geschrieben, das was du machst mit 2 mal spritzen am tag ist absolut keine intensivierte insulintherapie
    sondern ganz normale(subnormele) ct.
    die "normale" ct für jüngere ist dreimal spritzen ! (50/50).
    bei normaler ict spritzt man als t2 mindestens 4mal
    =3mal bolus+1mal basis( normalinsulin+nph)
    bei besserer ict 5mal/tag =3mal bolus(analog)+2mal basis(nph/levemir) bzw 1mal (lantus).
    natürlich sollte man zu anfang öfter messen, aber das gibt sich schnell, da die anzahl der finger begrenzt ist.
    zudem sollte man nur messen wenn man aus der messung konsequenzen ziehen kann, denn wenn du nach der mahlzeit mißt , und liegst zu hoch, was dann ?? nix, du wartest bis zum abend, und das tust du so oder so.
    ict heißt : den grundbedarf (ohne essen)des körpers mit insulin abdecken(basis)
    zu jedem essen die erforderliche menge insulin (normal, bzw analog) dazuspritzen, bei erreichen /überschreiten des maximalen wertes (gewählt, zb 140) korrigieren mit (analoginsulin)
    und alle diese leute müssen auch mit rund 500, max 600 streifen auskommen.
    mfg klaus


    von klausdn
  • Antje

    Rang: Gast
    am 04.11.2006 17:22:09
    Keine Ahnung, aber auf meinen Unterlagen steht "Intensivierte Insulintherapie" - und dann wird das wohl stimmen. Ausserdem habe ich ein Spritzschema, wo nicht nur die Faktoren fürs Essen sondern auch die Einheiten draufstehen, mit denen ich korrigieren muss. Dass ich das zur Zeit nicht muss, hat wohl etwas damit zu tun, dass sich das Ganze stabilisiert und ich mich daran halte.

    Du hattest in Deinem anderen Beitrag erwähnt, dass ich irgendwann auf die Zwischenmahlzeiten verzichten könnte. Das habe ich anders vermittelt bekommen, ich benötige diese Zwischenmahlzeiten aufgrund der Wirkungskurve meines Insulins. Meine Diabetologin hat mir erklärt, dass ich ohne Zwischenmahlzeiten in den Unterzucker rutsche, und dass das stimmt, habe ich gleich am ersten Tag nach der Klinik gemerkt, als ich eine solche Zwischenmahlzeit vergessen hatte. Seitdem achte ich noch mehr darauf und siehe - es funktioniert hervorragend.

    Trotzdem danke für Deine Mühe.
  • diesel

    Rang: Gast
    am 04.11.2006 21:09:59
    Hallo Antje,

    warum sollst Du vor und nachdem Essen den Zucker messen? Wenn nach dem Essen, dann aber erst mindestens 2 Stunden danach. Alles andere macht ja keinen Sinn. Die Nahrung und das Insulin müssen ja ins Blut übergehen und ihre Wirkung zeigen. Als Typ I-er ist wohl die Regel morgens (nüchtern!), mittags abends (jeweils vor dem Essen) und vor den Schlafengehen zu messen. Und natürlich aus den gemessenen Werte die richtigen Scshlüsse ziehen. Es nützt nichts, wenn man egal wie oft, misst und egal was angezeigt wird, nichts unternimmt. Bei hohen Werten mit Insulin korrigieren und bei zu tiefen Werten etwas kohlenhydratehaltiges essen oder trinken.
    Auch als Typ II-er macht es keinen Sinn, zu messen und bei Abweichungen von der Norm nichts zu machen. Das alles sollte man aber in einer Schulung beim Diabetologen lernen.

    Gerd
  • Antje

    Rang: Gast
    am 04.11.2006 22:22:49
    Also, ich habe gelernt, dass man vor dem Essen misst, um sich entsprechend vorher so und so viel Einheiten Insulin zu spritzen, und zwei Stunden danach, um zu sehen, ob der Faktor, den man genommen hat um die Insulineinheiten zu ermitteln, auch gut ist. Es geht darum, den Zucker so gut wie möglich einzustellen. Wenn ich nun z.B. mit dem Faktor 3,5 arbeite, aber feststelle, dass ich nach dem Essen immer zu niedrig oder zu hoch liege, wird mir mein Arzt meinen Faktor ändern, also ein neues Spritzschema erstellen. Ansonsten ist für mich das Messen zwei Stunden nach dem Essen schon wichtig, denn wenn ich danach mal zu niedrig bin, fällt meine Zwischenmahlzeit etwas grösser aus, z.B. 2 BE anstelle 1 BE, und wenn ich zu hoch liege, lasse ich sie weg und mache noch eben ein bisschen Sport dazu. Durch die Zwischenmahlzeiten kann ich also regulieren, so dass das Messen zumindest zu Anfang sehr wohl Sinn macht, denn ich kann nur regulieren, was ich auch weiss. Abgesehen davon will mein Arzt meine Aufzeichnungen sehen, und da braucht es zur Zeit mehr als nur zwei Werte täglich.

    Aber wie gesagt, die Teststreifenfrage hat sich jetzt für mich erledigt, da die Krankenkasse mir die entsprechende Info gegeben hat und ich schon beim Arzt für nächste Woche ein Rezept mit u.a. 100 Teststreifen bestellt habe - ohne Probleme.

    Gruss
    Antje