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Teststreifen selbst zahlen?

  • Susanne H.

    Rang: Gast
    am 23.10.2006 16:23:30
    Hallo zusammen,

    ich wollte nur mal eine kurze Frage einstellen; ist es richtig, dass Diabetiker Typ 2 - Alterszucker und Behandlung mit Medikamenten - ihre Teststreifen SELBST bezahlen müssen??? Ich war über diese Infos von meiner Freundin (ihr Vater hat Diabetes Typ 2) ganz entsetzt und war und bin der festen Meinung, dass diese Info von deren Hausarzt nicht korrekt ist, oder liege ich da total falsch???

    Vielen Dank vorab für Ihre/Eure Info!

    Viele Grüße

    Susanne H.
  • Susanne

    Rang: Gast
    am 23.10.2006 17:08:56
    Hallo!

    Typ 2 Diabetiker ohne Meidikamente, also ohne Insulin und Tabletten kriegen keine Teststreifen verschrieben.
    Nur mit Tabletten bekommen sie 50 Stück im Quartal - also auch nciht eben viel - wenn sie sie sich von einem Diabetologen verschreiben lassen. Im Budget eines Hausarztes ist aber das einfach nicht drin, daher sagen viele Hausärzte, es sei nicht möglich.
    Insulinpflichtige Diabetiker bekommen mehr verschrieben, aber auch die eher vom Diabetologen als vom Hausarzt.
    Ein engagierter Diabetologe, der auch bereit ist, mit der Krankenkasse über Erstattungen zu streiten kann auch mehr verschreiben - es sind allgemein richtwerte, kein Zwang, wenn es die Therapie erfordert ist alles möglich, aber das ist Papierkram, Streiterei und ggf. eine Überprüfung der Therapie, also nichts selbstverständliches.

    Insgesamt ist das aber auch gar nicht so sklavisch zu sehen: ein längere Zeit gut eingestellter Diabetiker muss nun nicht unbedingt ein komplettes Tagesprofil jeden tag machen - wenn jemand etwa zwei mal täglich Insulin spritzt, sein Repertoire aus 20 Gerichten kaum variiert und einen sehr gleichfürmigen Tagesablauf hat ist auf die eine oder andere Messung durchaus zu verzichten, ein oder zwei Tagesprofile die Woche tun es auch. Bei einem jungen Diabetiker dagegen,der arbeitet, täglich was anderes isst, Sport treibt und keinen geregelten Ablauf kennt ist Messen engmaschiger Notwendig.Leider sind Ärzte und Kassen ncit so flexibel in ihrem denken...

    Wer aber meint öfter messen zu müssen/wollen als der Arzt das meint muss eben einen Mehrbedarf selber zahlen. Oder den Arzt wechseln.

    Susanne
  • Sylvia

    Rang: Gast
    am 23.10.2006 21:02:38
    Hallo Susanne H.

    Ich bin Typ 1 und bekomme meine Teststreifen von meinem Diabetologen aufgeschrieben, und auch von meinem Hausarzt. Ich weis nur, das bei meinem Hausarzt steht, an alle Diabetiker, die kein Insulin spritzen, werden keine Teststreifen aufgeschrieben.
    Ich finde, wenn man Diabetes hat, ob 1 oder 2, sollte man auf jedenfall immer einen Diabetologen haben, der hat mehr Ahnung, und der wird dann bestimmt auch Teststreifen aufschreiben.
    Ob das sinnvoll ist, ob 2er ohne Insulin alles selbst bezahlen müssen, ist natürlich umstritten finde ich, denn gerade in der heutigen Zeit, sind Medikamente und Hilfsmittel sehr teuer, und da werden evtl. viele lieber weniger für Ihre Gesundheit tun, als das der Kühlschrank leer ist. Schade, aber leider wird das bestimmt oft so sein, denn die Leute haben ja nun immer weniger Geld.

    Gruß Sylvia
  • rosatulpe

    Rang: Gast
    am 24.10.2006 16:18:36
    BZ-selbstbestimmung ist nur sinnvoll, wenn der Patient auch in der Lage ist bzw. geschult ist , mit dem gemessenen Wert etwas anzufangen. Dies ist bei oralen AntiDiabetika nicht unbedingt gegeben. Wieweit der Patient da selbst Einfluss nehmen kann auf die Therapie und damit auf seinen Blutzucker, und damit auf die Messstreifen die er braucht um die Dosierung seiner Medikamente anzupassen, muss er mit seinem Diabetologen klären.
    LG Rosatulpe
    von rosatulpe
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 24.10.2006 17:24:22
    es wundert mich, daß sich die rosso-studie noch nicht zu den ärzten herumgesprochen hat.

    ein diabetiker ohne insulinbehandlung kann sein bz-spiegel mit nahrungsinput und bewegung steuern. die rosso-studie belegt es eindrucksvoll anhand harter endpunkte. von thomas2002
  • Susanne

    Rang: Gast
    am 24.10.2006 21:27:10
    Hallo!

    Thomas, natürlich kann man in gewissem Grad mit Bewegung und Ernährung den BZ steuern - aber eben nivht direkt vom jetzt auf gleich bei erhöhten werten. Klar, meinem Vater würde es gut tun nach dem Abendessen 10 Minuten zu joggen, aber ich denke, das gestaltet sich etwas Schwierig mit seinem Rollator. Und natürlich esse ich selber auch mal so viel, dass ich eigentlich zwei Tabletten nehmen dürfte - aber leider ist Novonorm zu schwer einzuschätzen in Wirkung und Wirkzeit, um das Risiko zu minimieren.

    Und außerdem: es redet sich für sportliche Typ1er so leicht, den übergewichtigen Typ2ern vorzughalten, sie müssten ja "nur" abnehmen und Sport treiben - es hat nen guten grund, warum Millionen Menschen trotz Diäten, Sport und so weiter dick bleiben. Geh mal in eine Weight Watchers Gruppe - Zwei Dutzend dicke frauen, die schon seit etlichen Monaten um jedes Pfund kämpfen, eine durchaus empfehlenswerte Ernährungsumstellung hinter sich haben, 40 Euro im Monat dafür hinblättern und doch im Jahr keine vier Kilo verlieren. Und das sind viele, die es jahrelang versuchen, und trotz allem kaum was abnehmen - und schon nach eienr einzigen Geburtstagsfeier mit einem Stück Sahnetorte alles wieder drauf haben.

    Susanne, selbst dicker Typ2, trotz Ernährungsumstellung und viel Bewegung mit den Pfunden ringend
  • sunny

    Rang: Gast
    am 24.10.2006 23:59:09
    tipp: im neuen diabetes journal, november 2006, steht zu diesem thema was drin... von sunny
  • Susanne H.

    Rang: Gast
    am 30.10.2006 14:29:32
    Hallo Ihr alle zusammen!

    Ich möchte mich jetzt endlich (war bis gestern im Urlaub) für Eure Antworten bedanken; werde mich drum kümmern und meiner Freundin entsprechende Tipps geben u.a. auch über Diabetes-Journal November 2006.

    Danke und Tschüß erstmal

    Susanne H.