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Einschränkungen beim sport?
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isabelle
Rang: Gastam 14.10.2006 22:20:05
Ich liebe den sport, als ausgleich nach der arbeit, zu spaß haben oder einfach zum fit bleiben. Doch jetzt habe ich erfahren das ich an diabetis leide, kann ich jetzt noch weiter sport treiben egal welcher art, ich habe einfach angst, das joggen oder ähnliches jetzt nicht mehr geht? Welche einschränkungen genau gibt es und gibt es gesundheitliche folgen? was muss ich beachten um weiter sport wie bisher machen zu können? Ernährung, Geräte...? von isabelle -
Marion
Rang: Gastam 16.10.2006 18:22:06
Hallo Isabell,
also grundsätzlich kannst du jeden Sport
mit Diabetes machen. Anfang´s hast du
einen gewissen Aufwand damit aber mit der Zeit bekommst du raus wie dein Körper reagiert. Es gibt übrigens ein gutes Buch dazu "Diabetes und Sportfiebel" von Ulrike Thurm. Solltest du eine Kampfsportart betreiben so gibt es noch das Buch von Detlev Kraft "Du kannst es". Da steht das wesentliche drin.
Den Rest musst du selbst rausfinden was bedeutet, daß du sehr häufig den Zucker mißt und immer genügend Ersatz-Be´s dabei hast.
Ich selber habe seit 4 Jahre Diabetes
Typ 1 und habe in dieser Zeit 8 Halbmarathon´s und einen Marathon absolviert. Du siehst es geht.
Also keine Angst und viel Spaß.
Gruß Marion -
Robert
Rang: Gastam 31.10.2006 23:22:22
Hallo Isabelle,
ich kann mich der Meinung von Marion nur anschliessen. Sport und Diabetes passt ganz gut zusammen. Meiner Meinung ist es sogar ein MUSS,
um den Stoffwechsel auf Trapp zu halten. Ich leide seit 16 Jahren an Zucker und habe schon ziemlich viel ausprobiert. Als Vereinssport kann ich Volleyball empfehlen. Ansonsten gehe ich auch gerne Joggen.
Immer Zusatz-BEs dabei haben ist ganz wichtig. Gerade wenn du vielleicht einen Waldlauf machst, wo du alleine bist.
Gruss Robert -
Diawolf
Rang: Gastam 22.02.2007 22:37:44
Hallo Isabelle,
grundsätzlich sollte man auf Leistungssport verzichten da dadurch der Stoffwechsel mitunter nicht nachvollziehbare Eskapaden
macht. ( nach Stunden noch)Auch sind derartige Leistungsspitzen mit einer ausgeglichenen Stoffwechselführung nicht in Einklang zu bringen.
Letztendlich ist es völlig sinnlos, den Blutzucker vor dem Sport auf irgendwelche hohen Werte zu bringen, um ihn dann wieder herunterzusporten. Auch wirken gerade Kurzzeitinsuline derart steil,daß bei BZ Werten so um die z.B. 8mmol der Zucker schon nach kurzer Zeit auf bedenklich niedrige Werte sinken wird.
Als Diabetiker sollte man sich immer bewußt sein, daß man einen kranken Stoffwechsel hat, der nicht durch Extreme belastet werden kann.
Nichts gegen leichten Sport wie nordic w. ,Schwimmen, Radfahren, leichte Ballspiele u.s.w. -und das mit Regelmäßigkeit.
M.f.G. von Diawolf -
Hermann
Rang: Gastam 06.03.2007 14:57:38
HI,
leider kann ich den positiven Ton der anderen nicht bestätigen. Mich hat der Diabetes Typ1 vot zwei Jahren "dahingerafft". Seither ist an Sport (was ich zuvor mindstens dreimal die Wochen gemacht habe) überhaupt nicht mehr zu denken. Seither ist durch den Bewegungsmangel und durch die von Diabetes diktierte Zwangsernährung mein Gewicht um gute 20 Kilo gestiegen, so daß auch dir Knochen eine Joggingrunde nicht mehr so einfach wegstecken würden. Die Wintersportausrüstung konnte ich eh gleich verkaufen.
Die beiden von Marion empfohlenen Bücher habe ich auch gekauft, bin mit den dort beschriebenen Methoden aber nicht zurechtgekommen. Sport jeder Art resultiert bei mir in extremen BZ Ausreissern nach unten oder oben. Ich kann nur jedem anderen Diabetiker wünschen, daß es bei ihm/ihr anders ist!
Hermann -
Dietmar
Rang: Gastam 14.03.2007 13:36:36
Ich habe seit Juni 2006 Diabetes, natürlich durch Übergewicht. Ich war zur REHA in Bad Heilbron und mußte feststellen das ich durch Sport immer fiter wurde. In 5 Monaten habe ich durch gesunde Ernährung und viel Bewegung (jeden Tag im Fitnessstudio 1 1/2 Stunde, Montags Aqua Jogging und Mittwoch schwimmen 30 kg Gewicht abgespeckt. Meine Lebensqualität ist gestiegen. Spritzen und Tabletten wurden abgesetzt. Also mein Tipp; gezielt und kontrolliert Sport treiben, dabei auf die Ernährung achten und trinken nicht vergessen. von Dietmar -
Hermann
Rang: Gastam 16.03.2007 10:58:29
was Du hier offensichtlich verwechselst ist die Tatsache, daß Du so wies aussieht einen Typ2 DM hast. Da ist Sport (wenn stimmt, was man so liest) gut und hilfreich.
Ich habe aber einen Typ1, und da ist Sport gefährlich, und die Einstellung einfacher ohne Sport. Ist zumindest bei mir so.
Gruß,
Hermann -
nico
Rang: Gastam 02.05.2007 00:29:12
Hallo Hermann!
Leider kann ich nicht beurteilen, inwiefern die krassen Blutzuckerentgleisungen durch Sport bei dir zu regeln wären, aber trotzdem müsste das möglich sein. Sport bei Typ 1 Diabetikern ist auf keinen Fall gefährlich, im Gegenteil! Zwar ist der therapeutische Einsatz körperlicher Aktivität zu planmäßigen Verbesserung der Blutzuckereinstellung heute nicht mehr gerechtfertigt, jedoch soll das nicht bedeuten, daß Sport keinen Sinn macht!! Denn neben metabolischen und hormonellen Auswirkungen treten beim Diabetiker infolge eines regelmäßigen Trainings hinsichtlich des Herz-Kreislaufsystems die gleichen Anpassungserscheinungen wie beim Stoffwechselgesunden auf und führen so zu einer deutlichen Verbesserung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit. Außerdem können die Spätfolgen des Diabetes (degenerative Gefäßerkrankungen..) hinausgezögert oder vermieden werden! Am besten durch aerobes dynamisches Ausdauertraining, d.h. Radfahren, Schwimmen mit mittlerer Intensität. -
WUn
Rang: Gastam 04.05.2007 14:14:32
Bin Typ 1 seit 1998 und betreibe gerne Sport - vor allem Radfahren, manchmal auch Laufen, das leider nicht regelmäßig.
Sport hilft Deiner Gesundheit sehr, Du musst allerdings lernen, damit umzugehen! Die obigen Warnungen kann ich nicht nachvollziehen, ganz im Gegenteil, Bewegung hilft mir, den BZ gut unter Kontrolle zu halten.
Viel Spaß beim Bewegen, LG von WUn -
Hermann
Rang: Gastam 04.05.2007 17:31:51
Naja, ich glaub euch das gerne, nur ich habe da eben Probleme das umzusetzen. Ein Beispiel: Wenn ich (dem schönen Wetter Sei Dank!) mit meiner Freundin eine kleine Radtour mache (ca. 2,5h, flach), dann achte ich schon peinlich genau drauf, dass der letzte Bolus min. 4h her ist. Trotzdem brauchte ich am 1. Mai dafür ca. 20(!) extra BE in Form von Gummibärchen, Glukosegel, Schokoriegel, Eis.... um meinen BZ zwischen 40 und 75 mg/dl zu halten. So richtiges Wohlbefinden stellt sich da natürlich nicht ein, und abnehmen durch Sport kriegt man so sicher auch nicht hin. Das Zwischenergebnis ist jetzt daß das Rad frustbedingt die nächsten wochen im Keller bleibt, bis ich wieder Mut finde mich in diese Gefahr zu begeben.
Wie macht ihr das? Ausdauersport was eigentlich mal mein ganz grosses Hobby als ich noch gesund war, und wenn es Leute gibt, die mit der gleichen Krankheit wie ich leben und dabei aber Soort machen können, dann schreits in mir drin ganz laut "ich auch!". Kann mir jemand Tipps geben??
Danke,
Hermann -
Thomas
Rang: Gastam 20.05.2007 16:08:16
Lieber Herrmann,
ich kann Dein Problem gut verstehen. Du solltest aber den Kopf nicht hängen lassen und Dich (wenn Du wirklich so stark dem Sport verbunden bist) Deinem "Schicksal" nicht so einfach ergeben. Es ist sehr wohl intensiv Sport auch Leistungssport als Typ 1 Diabetiker zu betreiben. Natürlich geht die Einstellung des Diabetes wesentlich leichter wenn man auf erheblichen körperlichen Ensatz verzichtet. Aber es ist möglich z.B. Laufen Halbmarathon usw. als Typ 1 Diabetiker. Niemand sagt es wäre leicht aber es geht und es geht sehr gut. Ich habe den leisen Verdacht, dass du ein wenig resigniert hast (die Aussage der Diabetes hätte dich dahingerafft spricht dafür). Es gibt ein sehr gutes Buch die Diabetiker und Sportfibel an der kann man sich gut orientieren. Es gibt aber keine Patentrezepte. 20 BE's nachfuttern um den BZ auf Normalmass zu bringen ist Wahnsinn. Du hast mit Sicherheit zuviel gespritzt. Ich selber bin gerade seit einigen Wochen mit der Diagnose konfrontiert worden und mich hat es beruflich u. privat sehr hart getroffen. Aber das erste was ich sofort nach 10 Tagen wieder in Angriff genommen habe sind meine 8-10 km Läufe 3-4x wöchentlich und die lass ich mir von niemandem (auch nicht von DM Typ1) nehmen. Aber wirklich nicht. Lass den Kopf nicht hängen es geht.
Grüsse
Tomas -
Karin Friedrichs
Rang: Gastam 29.05.2007 22:17:51
Lieber Hermann,
laß Dich nicht entmutigen. Sport und Diabetes, das geht schon! Du muß nur für Dich ausprobieren, wie Dein Blutzucker auf körperliche Anstrengungen reagiert. Ich selber bin seit 33 Jahren Typ 1 Diabetikerin. Ich mache 3 - 4 Mal wöchentlich Walking aber nicht einfach halt spazieren gehen, sondern wir laufen die 10 km in 80 Minuten. Wir gehen in der Woche 30 - 40 km, und meinem Zucker geht es gut dabei. Vielleicht kann ich Dir ein paar Tips geben: Also ich habe immer Traubenzucker dabei. Niemals ohne gehen. Ich will keine Schleichwerbung machen, aber 1 Täfelchen Dextro-Energy (47 gr. Packung/Inhalt 14 Stück ) erhöht meinem Blutzuckerspiegel um 10 mg/dl. Bemerke ich eine Unterzuckerung esse ich sofort mindestens 4 Täfelchen um den Blutzucker um 40 mg/dl zu erhöhen. Desweiteren gehe ich unter 150 Blutzucker gar nicht erst los. Zusätzlich esse vor diesem Ausdauersport immer eine Banane. Wenn ich gleich nach dem Essen Sport machen will, spritze ich gar kein Bolus, das mache ich dann erst nach dem Sport und der Blutzuckerkontrolle. Ich halte von Schokolade und Gummibärchen um den Blutzucker zu erhöhen gar nichts, das sind nur alles zusätzliche Kalorien und man weiß nie so genau, wie hoch der BZ steigt. Vorallem esse ich bei einer Unterzuckerung alles und vorallem von allem zu viel.
Also bei funktioniert das alles sehr gut. Du muß es aber für Dich ausprobieren, jeder Blutzucker reagiert anders.
Man darf sich nicht vom Zucker beherrschen lassen, sondern man sollte den Zucker beherrschen. (Schöner Spruch nicht!)
Denk mal drüber nach, und dann nehme den Kampf auf, Du schaffst das !
LG
Karin -
Ivy
Rang: Gastam 30.05.2007 17:09:45
Ich glaube, es gibt so viele verschiedene Facetten der gelungenen und nicht gelungenen Kombi aus DM (1) und Sport so viele Diabetiker es gibt... ich, seit 20 Jahren DM Typ 1 Betroffene, hab folgende Tips im Laufe der Jahre für mich "ausgearbeitet":
- immer um die gleiche Tageszeit sporteln, also entweder in der Früh oder wie bei mir später Nachmittags - frühen Abend.
- ich starte mit BZ Werten NICHT unter 200!
- Sportarten: Tennis, Golf (hier geht einiges an BE´s weg, da muß ich immer die Basalrate reduzieren), leichtes Joggen über längere Zeit
- das weniger angenehme: immer hoch konzentriert in mich hineinhören ob sich ein Hypo anmeldet
- nie alleine sporteln, Mitmenschen informieren was zu tun ist wenn ich "absacken" sollte
Der große Nachteil, den ich empfinde ist, dass ich nicht mehr einfach spontan meine Sportsachen anzeiehen und loslaufen kann...das geht mir manchmal derart auf den Wecker, dass ich es einfach lasse....
als "Nebenwirkung" habe ich in der letzten Zeit allerdings mit zunehmendem Körpergewicht zu kämpfen. -
Ingrid Helmstädter
Rang: Gastam 20.06.2007 19:14:52
Hallo Hermann,
es ist zwar mittlerweile Ende Juni, ich fürchte aber, dass Du mit deinem Sportproblem nicht viel weiter gekommen bist.Was sagt dein Diabetologe zu Deinem Problem?Ich denke, dass Du wenn du zum Sport gehst und so stark mit dem BZ reagierst sicher eine viel zu hohe Basalrate hast. Ich würde hier mal mit dem ändern anfangen.Falls Du Lantus spritzt, ist das sehr schwierig mit der Einflussnahme, unter NPH-Insulin leichter handlebar.
I.H. von Ingrid Helmstädter -
Hermann
Rang: Gastam 21.06.2007 16:35:14
Du hast recht, ich bin eher weiter von einer Lösung entfernt als zuvor.
Beim Diabetlogoen war ich erst, der meint, ich sollte halt weniger Insulin nhemen. Nur, ich nehm z.B. am Morgen um 7h ganze drei IE Protaphane, und wenn ich am Abend (6h nach dem letzten Bolus) Sport mache, gehts trotzdem in die Hose.
Ich kann ja nicht ganz ohne Insulin rumlaufen, das ist ja auch gefährlich. Der Knabe ist mir irgendwie keine Hilfe, aber wie sollte er auch, scheint ein Problem ohne Lösung zu sein.
Die "Lösung" wäre natürlich eine ausreichende Nahrungsaufnahme während der sportlichen Betätigung. Habe mir aber ausgerechnet, daß ich dann mehr Kalorien aufnheme als ich verbrauche, also ist "No Sports" leider die gesündere Alternative. Werde mich daran gewöhnen müssen.
Hermann -
Katrin
Rang: Gastam 23.06.2007 20:26:25
Hallo Hermann!
Ich habe seit einem Jahr Diabetes und komme meistens gut mit dem Sport klar, insbesondere wenn ich ihn regelmäßig und zu denselben Zeiten treibe. Vor allem, wenn man lange keinen Sport getrieben hat, kann sich dieser extrem auswirken, da der Körper Bewegung nicht mehr gewohnt ist. 2,5h Fahrrad fahren kann da schon eine Reduktion des Basisinsulins auf die Hälfte verlangen. Hast du ohne Sport mal überprüft, ob deine Basis stimmt (das heißt, keine Kohlehydrate in einer bestimmten Zeit essen und jede Stunde messen)? Vielleicht ist sie ja so schon zu hoch. Ich brauchte zum Beispiel in den letzten Wochen für die Nacht nur 1,5 I.E. Basis. Das kam mir auch seltsam wenig vor, war aber genau richtig. Im Moment scheint mein Bedarf für die Nacht deutlich an zu steigen...
Welches Insulin und wie viel spritzt du denn als Bolus? Wenn ich morgens zum zweiten Frühstück 8 I.E. Humaninsulin spritze und 4h später 30 Minuten Fahrrad fahre (bergab und ohne Anstrengung und das täglich, also ist es mein Körper gewöhnt), dann brauche ich 3 BE zusätzlich. Wenn mein Zucker deutlich unter 100 ist, dann trinke ich auch schonmal eine der 2 BE Saft und eine BE Müsliriegel vor dem Sport (warte dann etwa eine halbe Stunde). Bei mir erhöht 1 BE den Zucker übrigens um 100.
Eine Möglichkeit für dich könnte es sein, morgens Sport zu treiben, nach dem Frühstück (achte darauf, dass dieses "schnell" genug ist, ich komme gut mit einem Mix aus Banane, Joghurt und Haferflocken zurecht) und den Bolus erst danach und sehr vorsichtig zu spritzen. Vielleicht kannst du ja auch ganz darauf verzichten. Vor allem denke ich, fang mit überschaubaren Zeiten und wenig Belastung an. Ich habe vor einem Jahr mit einer halben Stunde spazieren gehen begonnen und schon nach einer viertel Stunde den Zucker kontrolliert. Mit Übergewicht habe ich allerdings gar keine Probleme, eher das Gegenteil. Von daher war zusätzliches Essen für mich immer eher gut... Allerdings kann ich nach vier Täfelchen Traubenzucker das Zeug nicht mehr sehen. Deshalb bevorzuge ich Saft (Direktsaft). Da fällt es mir leichter schnell mal 200 ml zu trinken.
Ich wünsche dir, dass du für dich einen Weg findest, den Sport mit dem Diabetes zu kombinieren. Der Diabetes darf zwar nerven und die Therapie darf auch mal schiefgehen, aber ich finde, er darf einem nichts, was einem wirklich wichtig ist unmöglich machen!
Alles Gute! Katrin