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Akzeptieren
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Heiko
Rang: Gastam 17.08.2006 12:58:21
Hallo zusammen,
ich habe mal eine allgemeine Frage an euch.
Ich bin jetzt 37 Jahre alt und habe vor 2 Jahren Diabetes Typ 1 bekommen,bin super eingestellt HBA1C 5,8-6,0 muss so gut wie nie zu den Mahlzeiten spritzen da ich immer Werte um die 80-90 habe gut zur Mittagszeit muss ich schon 2-3 Einheiten spritzen aber ansonsten fast nie.Nun meine Frage wie kommt ihr mit dem Zucker klar ich habe immer noch Probleme dieses zu akzeptieren auch wenn es schon 2 Jahre sind.Hinzu kommt noch ein Bandscheibenvorfall und 2 verschobene Wirbel,habe täglich Schmerzen im Rücken und bin oft Krank.Der Arbeitgeber droht mit Kündigung obwohl ich als Schwerbehinderter eingestuft wurde.Im September geht es 3 Wochen zur Reha.
Über Antworten würde ich mich freuen.
Gruß
Heiko -
Heiner
Rang: Gastam 18.08.2006 09:40:56
Hallo Heiko,
wenn ich das lese bin ich etwas erstaunt. Du schreibst, dass Du deinen Diabetes bisher noch nicht akzeptiert hast, erwähnst aber gleichzeitig den guten HBa1. Wo ist also das Problem? Der gute Wert spricht eigentlich eher für eine Akzeptanz des Diabetes. Er läuft ja nicht neben Dir her, so das Du ihm irgendwann einmal auf Schulter klopfen kannst und sagst "Schön, dass du da bist." Ich denke, es ist eher so, dass Du vielleicht immer wieder offene Fragen hast und nicht weißt, wie Du in bestimmten Lebenssituationen damit umgehen sollst, im Volksmund "Erfahrung" genannt. Die bekommst Du mit der Zeit und sonst frage hier im Forum. Ratschläge sind garantiert.
Zu Deiner Rückenproblematik, kann Dir da evtl. ein Chiropraktiker helfen um die Wirbel wieder in Reih und Glied zu bringen? Bei meiner Frau hilft das mehr oder weniger regelmäßig. Zusätzlich Stärkung der Rückenmuskulatur durch Kieser-Training. Das ist m.E. besser als jede Reha-Maßnahme. Dafür habe ich auch im Kollegenkreis mehrere gute Beispiele. Da ich nicht weiß, wo Du wohnst, kann ich dir keinen Rat hinsichtlich eines Kieser-Studios geben. Da mußt Du selbst aktiv werden. Es ist auf jeden Fall (auch für den Diabetes) besser als alle Schmerztherapien.
Viel Erfolg und gute Besserung
Heiner -
Sonja
Rang: Gastam 18.08.2006 17:39:14
Hallo Heiko,
mit dem Akzeptieren habe ich auch so meine Probleme. Bisher habe ich nichts unternommen mit Medikamenten oder Insulin. Mein Arzt wollte sich melden wegen der Schulung, aber bisher hat sich nichts getan. Bei einer Nachfrage vor einigen Wochen "wir rufen zurück", hat sich wieder nichts getan. Ich fühle mich sehr verar..... und das wo ich so schwierigkeiten habe auf Menschen zuzugehen und auch DM zu akzeptieren.
Da ich auch noch psychisch angeschlagen bin, die Finger nicht vom Essen lasse, hat er mir Insulin empfohlen. Alles geht an mir irgendwie vorbei. Natürlich mache ich die Schulung mit, wird ja von mir verlange, ich will ja auch nicht eines tages mit Folgekrankheiten leben müssen. Ansonsten kann ich das auch noch nicht für mich annehmen.
Ich glaube Heiner hat das nicht so ganz verstanden, Dein Körper hat ja jetzt die guten Werte. Aber ich habe verstanden, dass Du das psychisch meinst und es auf dieser Ebene nicht akzeptieren kannst. Oder habe ich das falsch verstanden? Ich denke nicht. Manche Menschen denken nicht daran, dass wir auch alle eine Seele haben, die das auch irgendwie verarbeiten muss.
Ich wünsche Dir weiterhin gute Werte und dass Du DM bald für Dich so akzeptieren kannst ohne dass es Dir psychisch schlecht damit geht.
Im übrigen gibt es die Möglichkeit der Coping-Schulung. Da hatte ich mich auch mal angemeldet, aber von dort meldet sich auch niemand zurück.
Coping-Schulung ist bei einem Psychologen in einer Gruppe 3 mal 3 Stunden. Schau doch mal im Internet nach, da gibt es bestimmt was drüber zu lesen. Das gibt es nicht in jeder Stadt, aber eine nächst gelegene Stadt ist doch sicher machbar.
Alles Gute und liebe Grüße,
Sonja -
Heiko
Rang: Gastam 20.08.2006 15:50:00
Hallo Sonja und Heiner,
genau Sonja du hast recht da habe ich mich wohl etwas falsch ausgedrügt.Bei mir hat es im Kopf noch nicht so richtig Klick gemacht das ich nun mit dem Zucker leben muß.Dazu kommen ja noch div. andere Krankheiten wie der Rücken.Die Ärzte können so nichts mehr machen wenn ich Glück habe kann ich noch 15 Jahre damit rumlaufen aber um eine Operation komme ich nicht umhin nur wollen sie es jetzt noch nicht machen.Dazu kommt ja noch das der Arbeitgeber seine Pflichten nicht nach kommt und mir einen anderen Arbeitsplatz anbietet wo sie aber zu verpflichtet sind.Da ich als Schwerbehinderter eingestuft wurde und der Betrieb über 3000 Mitarbeiter hat muß er es tun das wird dann auch noch ein Kampf,stattdessen muß ich weiterhin auf Waggons klettern und Neufahrzeuge abfahren.Bin fast 8 Std. nur am stehen und laufen das macht der Rücken nicht mit.Erst letzte Woche mußte ich 5 Std. fegen ( im Regal ) wo die Fahrzeuge stehen danach ging nichts mehr konnte mich 3 Tage nicht bewegen so schlimm werden die Schmerzen wenn ich lange stehe und Arbeiten verrichte die ich eigentlich nur eine halbe Std. aushalte.So das war es mal wieder,ihr könnt mir auch eine Mail schreiben.
LG
Heiko -
Aline
Rang: Gastam 24.08.2006 11:01:28
Hallo, ich habe eure Einträge gelesen und vielleich hilft es euch ein wenig, wenn ich euch von meiner kleinen Diabetes-Geschichte erzähle und macht euch Mut. Ich bin 27, habe mit 23 während der Schwangerschaft einen Diabetes entwickelt, der dann von den Ärzten im Nachhinein zum Typ 1 erklärt wurde. Ich habe, in der 25 Schwangerschaftswoche also einen Krankenhausaufenthalt hinter mich gebracht und war so erstmal gezwungen zu Spritzen und diszipliniert zu essen. Was wollte ich auch tun? Es ging ja schließlich nicht nur um mich, sondern um meinen Sohn! Und man muss dazu sagen, ich war zwar nie stark übergewichtig, aber Sport war Mord und Essen konnte ich maßlos und ständig. Nach der Schwangerschaft, alles war gut gegangen und mein Sohn kerngesund, hatte ich ca. 8 Wochen Ruhe vorm Diabetes und dachte, das wäre es gewesen, dann wurde wieder ein Zucker von 223 gemessen und mein Schicksal war besiegelt. Natürlich brach eine Welt für mich zusammen: Meine kleine faule Welt, in der ich essen konnte, wann und was ich mochte und alles wurde so kompliziert! Das hat mich erstmal ganz schön aus der Bahn geworfen, aber glücklicherweise wusste ich durch die Schwangerschaft zumindest, wie ich mich ernähren muss, damit alles passt. Ich kann verstehen, dass man das nicht so leicht akzeptieren kann! Aber eins habe ich in der Zischenzeit erkannt: Ich bin eigentlich ganz froh, dass es etwas gibt, dass mich "in Maßen hält", was das Essen angeht und das mich dazu zwingt, bewusst und gesünder zu leben. Ich meine, man muss keinen Diabetes bekommen, wenn man gerne und viel isst und sich ungesund ernährt, aber es gibt auch andere Folgen, die man durch diese Lebensweise langfristig bekommt und denen kann man so vorbeugen! Und wenn man gut eingestellt ist, kann man doch ganz gut leben, was ist dabei, sich vor den Mahlzeiten zu spritzen, in Maßen zu essen und seinen Blutzucker zu kontrollieren? Meine Freundin hat eine Weißmehl-Allergie - die hat es da wahrlich schwerer als wir Diabetiker! Wenn ihr Lust habt, könnt ihr mir auch E-Mails privat schreiben, ich freue mich immer über Post!
Aber nochmal besonders zu dir, Sonja, du solltest auf jeden Fall nochmal einen anderen Arzt aufsuchen, weil so ein Verhalten von wegen "wir rufen zurück" ja nun gar nicht geht!
Viele Grüße
Aline