Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
wie bringt man einen diabetiker zur vernunft??
-
Sabine
Rang: Gastam 16.08.2006 23:59:10
mein vater ist jetzt 43, und hat vor ca 6 jahren wurde bei ihm diabetes festgestellt! seit dem muss er morgens und abends langzeitinsulin spritzen und dazwischen je nach dem was er isst! er isst total viel süßes, von schokolade bis mehlspeise einfach alles! er schränkt sich einfach nicht ein! letztens sah ich in seinem messgerät werte zwischen 300 und 500! das ist doch viel zu hoch! und dazwischen hat er dannn hin und wieder nur mehr 50 oder so.... doch egal was wir reden, er beherrscht sich einfach nicht, und auf kur will er auch nicht mehr gehen (war nur 1 mal ganz zu beginn)!
wie können wir/ich ihn zur vernunft bringen, dass er sich endlich hält? denn seine augen wurden auch schon schlechter, aber zum augenarzt will er natürlich auch nicht...
wer weiß rat? -
klausdn
Rang: Gastam 17.08.2006 00:20:45
hallo ,
egentlich ist dein vater noch viel zu jung aber die folgeschäden kommen. und nur da kannst du ihn packen. wenn die augen zu schlecht werden -
führerschein- wenn die durchblutung schlecht wird amputation- nieren/dialyse- und ! pnp polyneuropatie das sind nervenschmerzen in den beinen(meist) die sind nur mit den stärksten mitteln bis zum morphium ,zu ertragen. und nicht rückgängig zu machen.
wenn das alles nicht hilft , muß er selbst sehen was kommt. da er volljährig ist , kannst du ihn zu nichts zwingen.
sonst ! versuch ihn bei der "ehre" zu treffen, es gibt junge menschen 5 jährige, und alte 80 jährige, die mit ihrem dm management klar kommen, warum er nicht ???
viel glück , mfg klaus von klausdn -
A.
Rang: Gastam 17.08.2006 12:20:46
Hallo Anonym,
wie sieht es eigentlich im Alltag bei Deinem Vater aus?
Trägt er evtl. ein psyschiches Problem mit sich herum welches die Auswirkung auf die Unvernunft hat?
Z.B. Frust oder Leid bezogen auf die Partnerschaft, Arbeit.,Unzufriedenheit, etc.
Es gibt hin- und wieder Süßigkeitsverzehrsattacken bei Diabetikern.
Aber dann sollte man es mit der notwendigen Insulindosis ausgleichen.
Gruß
A. -
Sonja
Rang: Gastam 18.08.2006 17:47:15
Hallo Anonym,
das Problem kenne ich auch.
Ich esse normal zum Frühstück, Mittag, Abendbrot, aber das Zwischendurch ist nicht gut. Das weiß ich zwar, aber ich brauche das. Wenn ich nichts Süsses habe, werde ich nervös, aggressiv, fange an mich selbst zu hassen, weil mir das Süsse fehlt und ich es unbedingt haben will/muss. Es ist fast wie eine Sucht. Schrecklich. Da fühle ich mich in mir selber gefangen.
Dazu kommt, dass ich aus Grund von Ängsten und Depressionen oft das Haus nicht verlassen kann und somit auf andere angewiesen sind, die mir etwas aus dem Geschäft besorgen. Das ist zwar nicht mehr ganz so schlimm mit dem Geschäft, aber das hin- und wieder nach Hause zurück kommen ist schwierig. Mein Mann hat ein Auto, ich muß aber 3 km zu Fuß hin und mit vollen Taschen wieder zurück. Ganz toll.
Vielleicht hat Dein Vater auch solche Probleme, kann Diabetes nicht akzeptieren (siehe einen Eintrag drüber) und empfindet es jetzt schon als eine Last?
Obwohl ich aus psychischen Gründen jetzt eine Betreuung habe, geht es mir kaum besser. Aber ich kann wenigstens dann zum Arzt, das ist schon mal was. Aber ich empfinde trotz allem mein Leben als eine einzige Last. Die Vergangenheit hat mich stark geprägt, bin dabei vieles zu verarbeiten, was nur von meinen Eltern mir gegenüber verdrängt wurde. Die sind tot und ich muss mit den "Altlasten" klarkommen. Das ist nicht ganz so leicht.
Und da nehme ich den Diabetes nicht ganz so ernst und esse, wann ich will, wie oft und wie viel ist dabei egal. Ich brauche das einfach. Aber das hat was mit meiner Psyche zu tun. Und das erzähle ich nur, damit Du das aus dieser Perspektive mal siehst. Vielleicht hilft Dir das ja weiter.
Vielleicht hat Dein Vater ja ein psychisches Problem, was er nicht zugeben will oder kann oder es vielleicht nicht einmal bemerkt.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Liebe Grüße, Sonja