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taugliche Trage- & Einstichstellen

  • Stefan

    Rang: Gast
    am 15.05.2006 20:16:51
    Hallo,

    ich bin 26 Jahre alt und seit 17 Jahren Typ 1 Diabetiker. Ich komme mit meiner ITC ganz gut zu Recht. Aber durch meine unregelmäßigen Tagesabläufe und teilweise Undiszipliniertheit (ich gebe es offen und ehrlich zu) bekomme ich keine erwünschten konstanten Blutzuckerwerte. Häufig habe ich mal meinen Pen nicht dabei oder spritze erst nach dem Essen.

    Ich habe mich jetzt dazu entschlossen auf eine Insulin-Pumpe umzusteigen. Viele Argumente sprechen für mich dafür. Ich konnte schon mit Pumpenträgern sprechen und mich informieren und gerade in diesem Forum habe ich schon einige hilfreiche Informationen gefunden.
    Die ITC funktioniert bei mir soweit ganz gut und man sagt ja auch immer "never change a running system", aber da ich mein Studium im nächsten Jahr beenden und in das Arbeitsleben eintauchen werde und damit ein neuer Lebensabschnitt beginnt, wäre für mich nun der richtige Zeitpunkt gekommen um auf eine Pumpe umzusteigen. Ich erhoffe mir dadurch eben konstantere Werte und mehr Flexibilität. Mit der Pumpe kann man schneller und direkter den Blutzucker steuern, besonders wenn es um das Essen geht und so einen unregelmäßigen Tagesablauf hat.

    Ich muss jetzt eben noch ein paar kleine Fragen klären und meine Entscheidung 100% zu bestätigen.
    Da ich doch etwas eitel bin (auch unter den Männern soll es das geben) ist es für mich sehr wichtig, dass ich die Pumpe und den Katheter möglichst "unsichtbar" und "unspürbar" anbringen kann.

    Ich habe schon im Internet nach Tips gesucht wo man als Mann die Pumpe anbringen kann. Die Frauen scheinen mir da einen kleinen Vorteil zu haben, weil sie die Pumpe mit verschiedenen Systemen am BH befestigen können. Dadurch haben sie die Pumpe und Katheter unter dem Shirt. Wenn man die Pumpe in der Hose hat, dann hat man auch immer den Übergang von der Hose zum Bauch. Ich denke, dass ich die Pumpe eher in der Hosentasche tragen werde, da ich kein großer Fan bin das Ding am Gürtel zu tragen. Das hat so etwas von "Handy am Gürtel tragen". Auch eine Bauchtasche ist einfach nicht so mein Ding.
    Gibt es sonst noch praktische Möglichkeiten die Pumpe zu tragen? Für tolle neue Ideen wäre ich sehr dankbar.

    Die selbe Frage stellt sich für auch für den Katheter. Ist die Bauchregion die einzigste Stelle an der man den Katheter anbringen kann? Das Insulin soll ja auch gut wirken und dafür müssen ja auch geeignete Gewebestellen verwendet werden. Gibt es auch noch andere "gute" Stellen.
    Im Winter scheint für mich das Problem weniger existent zu sein, denn zu der kalten Jahreszeit habe ich immer genügend Sachen an. Aber im Sommer habe ich gerne möglichst wenig an und der Bauch bekommt da öfters mal frische Luft ab. Da würde ich dann gerne den Katheter so legen, dass man nicht immer gleich das weiße Pflaster auf dem Bauch sieht, wenn mir der Wind mal das Shirt hochbläst. Das selbe Problem besteht, wenn ich eine engere Hose anziehe, die etwas knapper auf der Hüfte sitzt.

    Ich hoffe nicht, dass ich hier jetzt den Eindruck hinterlasse, dass ich super eitel bin. Ich habe mit dem Diabetes keine Probleme und gehe damit sehr offen um.
    Über Anregungen und Tips wäre ich sehr dankbar, da ich mich momentan gedanklich sehr damit beschäftige wie ich die Pumpe 24 Stunden am Tag am Körper und in mein Leben integrieren kann.

    Beste Grüße
    Stefan
  • Sunny

    Rang: Gast
    am 15.05.2006 21:20:27
    hallo stefan,

    ich bin 26 jahre alt und seit 5 jahren diabetiker...

    meiner werte sind aber trotz disziplin und ict grausam...
    deswegen werde ich ab anfang juni auf die pumpentherapie umsteigen...

    du gibst zu, dass du undiszipliniert bist... glaubst du wirklich, dass das mit pumpe anders sein wird? ich meine, gut, die pumpe hast du dann immer bei dir und lässt sie nich zu hause liegen, wie evtl den pen...

    aber dennoch brauchst du auch für die pumpentherapie disziplin, denn von alleine regelt die pumpe deinen bz nicht... sie tut nur das, was du ihr "sagst"..

    zu deinen fragen zwecks katheter udn tragemöglichkeiten kann ich nur sagen: probiers aus... pumpen kann man ja probetragen... nur so findest du heraus, ob und wie du damit zurechtkommst...

    lg, sabrini



    von Sunny
  • Sylvia

    Rang: Gast
    am 15.05.2006 22:12:11
    Hallo Stefan,

    zu deiner Disziplin, da hat Sunny recht, aber ich kann dir nur sagen, ich habe jetzt auch wieder eine Pumpe, und bin damit viel besser dran. Ich hatte auch mein Pen nie mit, oder hatte ganz einfach keine Lust mir den Pen zu geben. Jetzt kann ich ungestört was essen, sitzen bleiben, auch wenn wir mal unterwegs sind. Selbst beim Autofahren.
    Zu den Stellen, nunja, man kann sich die Katheter genauso legen, wie man auch spritzt. Manche setzten sie sich über die Leiste, oder am Rand. Ich finde aber, selbst wenn dir das Tshirt mal hoch rutscht, so schlimm ist dieses Pflaster gar nicht. Wenn Du z.B. am Strand liegen willst, würde ich die Pumpe gar nicht mitnehmen. Du mußt es echt ausprobieren, und findest dann schnell heraus, wie es für dich am besten ist.
    Für Euch Männer kommt der BH natürlich nicht in Frage, das ist klar, aber ich trage die pumpe meist in der Hosentasche, da stört sie wirklich nicht, weil sie sehr klein ist. Man kann sie sich auch um den Hals hängen, naja vielleicht auch unpassend, aber es funktioniert (Wäre im Winter gut) oder am Oberschenkel, unpassend bei engen Hosen. Also bleibt nur noch der Gürtel oder die Hosentasche. Ein Freund fragte mich letztens, weil meine Pumpe piepte, was ich da hätte, ich erklärte es ihm kurz, da meinte er, ihm wäre es noch nie aufgefallen, trotz das ich auch Baufrei rumlaufe.

    Gruß
    Sylvia
  • Stefan

    Rang: Gast
    am 15.05.2006 22:50:56
    Hey danke für die Ratschläge und Tips.

    Ich habe genau die selben Probleme, die Sylvia auch hatte. Ich vergesse alzu gerne mal den Pen oder die Situation gibt es einfach nicht her sofort zu spritzen. Dann schiebe ich es zeitlich nach hinten und dann kann es schon in die höheren Blutzuckerregionen kommen oder ich vergesse die Injektion total. Ich bin eben viel unterwegs, habe lange Praktikas, esse hier und dort mal schnell etwas. Das ist eben mein Hauptproblem. Beim Zuckermessen bin ich nicht disziplinlos.
    Bei meinen letzten zwei halbjährigen Aufenthalten in der Schweiz ist mir eben aufgefallen, dass ich während der langen Arbeitszeiten und hier und dort mal etwas essen oder auch mal über einen längeren Zeitraum nichts essen, aber trotzdem viel arbeiten, mit den heutigen Pumpen vielleicht viel besser meinen Blutzucker hätte steuern können.

    Ich habe vor im Juli die Umstellung zu machen. Natürlich werde ich zuvor noch ausführliche Gespräche mit den Diabetologen führen und mal die Nadeln, Katheter und Pumpen testen und probetragen.

    Für mich ist es aber erst mal wichtig schon mal Vorabinformationen zu bekommen und die ein oder andere Empfehlung und Erfahrungswerte übermittelt zu bekommen.

    Eure Beiträge, besonders von Sylvia, haben mir schon sehr geholfen. Vielen Dank.

    Liebe Grüße,
    Stefan
  • Pikko

    Rang: Gast
    am 16.05.2006 00:28:12
    Du gibst offen zu, dass du undiszipliniert bist und bewirbst dich für eine Pumpe? Pen zu hause vergessen?

    Ich hoffe, deine Krankenkasse zwingt dich VORHER dazu, dich am Riemen zu reißen. Ansonsten sehe ich nicht, dass du eine Pumpe verdient hast. Dir ist schon klar, dass die Dinger ein Schweine Geld kosten? Die Pumpe an sich und die Hilfsmittel? Wenn du dich vorher nicht zusammenreißen kannst, dann gibt es viele andere, die alles mögliche für eine gute Einstellung tun und es ohne Pumpe einfach nicht schaffen. Wenn die alle eine Pumpe haben, ja, dann gönne ich dir vielleicht auch eine. von Pikko
  • Stefan

    Rang: Gast
    am 16.05.2006 12:05:56
    Oh, eigentlich hatte ich hier eine so unfreundliche Antwort nicht erwartet.
    Sie verfassen hier in aller Öffentlichkeit einen sehr unpässlichen Eintrag.
    Vielleicht hätte die Betreiber dieses Forums VORHER Ihren Umgang mit Menschen prüfen sollen. Die paar Byte sind zu schade für Beiträge dieser Art und kosten ja schließlich auch Geld :) Es ist durchaus möglich seine Meinung auch höflicher zu formulieren. Oder sie einfach ganz zu verkneifen, wenn man eigentlich nur eine verbale Atacke tätigen möchte. Seine eigene Unzufriedenhheit kann man z.B. auch mit Sport in den Griff bekommen, vielleicht auch eine intakte Beziehung führen, sich gesund ernähren, abnehmen oder das Rauchen aufhören.

    Vielleicht ist es ja der falsche Weg um Erfahrungen, Hilfestellungen, Anregungen und nette Menschen in in diesen Foren zu finden, wenn man der Gefahr läuft das Gegenteilige anzutreffen.
    Bis jetzt hatte ich eigentlich immer einen sehr guten Eindruck von Online-Foren und die ersten beiden Beiträge fand ich sehr hilfreich.

    von Stefan
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 16.05.2006 12:43:42
    @stefan:

    Der Vorredner war nur sehr direkt und hat seine negtive Meinung zum Thema klar und ohne Umschweife geäußert. das ist nicht unbedingt UNHÖFLICH...o.k. nichr gerade geschmeidig und nett - aber ....

    Fuchs
  • Stefan

    Rang: Gast
    am 16.05.2006 12:50:48
    @ Fuchs:
    Ja, seine Meinung und Kritik sollte man schon auch äußern dürfen. Du hast mich ja mit Deinem Beitrag sachlich aber höflich angesprochen. Das dinde ich klasse.
    Aber der Beitrag von Pikko trägt ja nicht viel zum Thema bei.

    Das Wort "Undiszipliniertheit" wird hier etwas gegen mich verwendet oder falsch interpretiert. Vielleicht habe ich meine Situation auch falsch dargestellt.
    Ich glaube nicht, dass es hier DEN perfekten Diabetiker gibt. Jeder hat so seine Schwächen. Und ich versuche diese Schwächen zu minimieren. Ich bin ja schließlich auch schon ein paar Jahre dabei und möchte nicht behaupten, dass ich keine Ahnung habe.

    Für mich scheint eine Insulinpumpe eine neue, vielleicht/wahrscheinlich bessere, Möglichkeit zu sein meine Einstellung zu optimieren und flexiebler zu sein. Wie sie funktioniert, was sie macht und welche Möglichkeiten ich damit habe ist mir klar. Nur in Sachen Tragekomfort und alternative Stellen für den Katheter hatte ich noch Fragen und bin für Inputs offen.

    Stefan
  • Sylvia

    Rang: Gast
    am 16.05.2006 15:06:31
    Ich finde es gut das du so offen bist. Diziplin hin oder her, mir kann keiner erzählen, der Insulin spritzt, dass der oder diejenige immer alles richtig macht. Ich bin seid dem ich die Pumpe habe viel besser drauf, ich akzeptiere meinen Zucker wieder, was ich vorher manchmal nicht gemacht habe. Mir geht es psychisch wie auch physisch viel viel besser. Wenn dein Arzt meint, das du für eine Pumpe geeignet bist, dann solltest du nicht darüber nachdenken, wie teuer die Pumpe ist. Für die Krankenkasse bist du später teurer, wenn du Folgeschaäden hast.
    Mein Arzt sagt zum Beispiel, er würde jedem eine Pumpe empfehlen, der Insulin spritzt, nur nicht jeder kann sich damit anfreuden.(Ich glaube allerdings nicht, das wenn jeder eine haben möchte, er noch so begeistert ist, denn die wird sicher von seinem Bysche oder wie auch immer man das schreibt, abgezogen)
    Ich finde es gut, dass du dich vorher schon dafür interessierst.

    Das hier jeder seine Meinung sagen kann, soll ja auch so sein. Der eine macht es hart der andere weich. Böse gemeint ist es bestimmt nicht.

    Gruß Sylvia
  • Katja

    Rang: Gast
    am 16.05.2006 17:10:37
    Hallo!

    Das was Pikko geschrieben hat mag hart klingen aber ich denke nicht, dass er Dich persönlich damit angreifen möchte. Ich selber trage die Pumpe jetzt seit gut drei Monaten. Nach einer Probezeit hat mein Arzt sie jetzt bei der Krankenkasse beantragt. Eine Entscheidung habe ich bis heute noch nicht. Ich weiss von meinem Arzt das gewisse Krankenkassen die Pumpe abelehnen, eben nicht bewilligen. Das scheint zur heutigen Zeit nicht so einfach zu sein. Vielleicht meint Pikko das und reagiert trotzdem so "schlecht gelaunt".

    Ich verstehe Dich. In meiner "Jugend" bin ich auch nicht gerade gut mit meinem Diabetes umgegangen (ich bin 34 jahre und seit 23 Jahren Diabetker). Ich wollte einfach "frei" sein und hab hier und da geschludert. Pen vergessen, nicht gemessen etc. Zeitweise war der Diabetes ein Handicap für mich. Vor 10 Jahren hab ich mich schon einmal nach einer Pumpe erkundigt. Mein Arzt hat mir Vor- und Nachteile aufgezeigt; damals haben die Nachteile gesiegt und ich habe mich dagegen entschlossen weil ich glaubte nicht diszipliniert genug damit umgehen zu können UND am allermeisten hat mich damals der "ASTHÄTHISCHE" Grund zurückgehalten.

    Heute bin ich erwachsen genug um sagen zu können das meine Gesundheit mir vorgeht. Was das ästhätische angeht;
    an manchen Tagen fühle ich mich gut und an manchen stört mich dann das "Ding" einfach.
    Unsichtbar machen kannst Du die Pumpe z.B. in der Hosentasche und wahrscheinlich im Winter unter Pullis.
    Spüren tust Du sie nicht. D. h. ich trage sie meistens hinten am Hosenbund (hat allerdings den Effekt das es aussieht wie ein Handy) und wenn ich Auto fahre muss ich erst einmal die Position wechseln. Ich versuche allerdings immer einen Pulli anzuziehen den ich über die Pumpe ziehen kann. Ich trage die Pumpe auch lieber hinten als das ich vorne die Beule habe.
    Ob Frauen da mehr Möglichkeiten haben als Männer. Mich würde die Pumpe am BH stören. Da hab ich ja ne Beule mitten am Körper - nee da lieber doch Handyeffekt. Im Winter siehts da schon wieder anders aus.
    Bauchtasche: Ich habe sie einmal bei Laufen getragen; muss aber nicht sein, der Klipp hält auch am Bund.
    Beim Schwimmen bzw. am Strand werde ich die Pumpe, wie schon von anderen erwähnt, ebenfalls zu Hause lassen.
    Bauchfrei lauf ich allerdings mit der Pumpe nicht herum (da bin ich dann eitel).
    Einstichstellen: Wie gehabt (ICT).

    Ich denke Du wirst Deine Erfahrungen machen und die beste Tragemöglichkeit für Dich finden.

    Vor der Pumpe waren meine Werte echt beschissen (trotz Disziplin). Jetzt wo ich die Paradigm habe, sind die Werte super. Die stündliche Abgabe von Insulin machts möglich. Ich fühle mich fitter, vitaler und unabhängiger. Unabhängiger vor allem auch was das Essen angeht. Ich finde es wesentlich einfacher aufs Knöpfchen zu drücken als wie vorher die Spritze zu zücken vor allem wenn man mehr isst als geplant.

    Wieso bist Du so frustriert Pikko? Der Name klingt finnisch, kann das sein?

    Ich kann Stefan verstehen und kann mir vorstellen wie er lebt und da kann ich ihn zur Entscheidung einer Pumpe nur beglückwünschen.
    L. G. Katja