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Schwankende Wirkung von Insulin? (Daniela, hilfe...)
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Heiko
Rang: Gastam 11.04.2006 00:51:25
Ich kämpfe mit den Insulinen...
Lantus geht ging gar nicht. Der BZ war zwar zunächst sehr stabil, aber bald hatte ich schlimme Nebenwirkungen. Bevor ich jetzt zur Pumpe gewechselt bin, habe ich noch einmal einen Test gemacht (PS: damals war mir nicht klar, dass es am Lantus lag.) - gleich nach dem Spritzen fing es wieder an. Eine halbe Stunde nach dem Spritzen ging es mir hundsmiserabel: Der Boden schwankte, ich hatte Gleichgewichtsstörungen, konnte nicht mehr denken, hatte Aussetzer und ein extremes Panikgefühl. Und nein, der BZ war vollkommen in Ordnung! Das heißt, wenn ich den BZ über 160 brachte, dann ging es mir etwas besser. Allerdings bekam ich ab 180 extreme Müdigkeit und ein Gefühl, als würde ich jeden Moment umkippen.
Mit Humalog hatte ich ähnliche Symptome, wenn auch deutlich schwächer.
Nun habe ich also eine Pumpe und NovoRapid. Halleluja, seit ich kein Levemir mehr benötige geht es mir richtig gut!
Das Problem ist nur, dass ich Hypos überhaupt nicht mehr spüre und daher zu vorsichtig bin.
Außerdem wirkt das NovoRapid nicht immer gleich. Es reagiert extremst auf Bewegung und andere Faktoren. Aber auch wenn ich die Faktoren versuche zu eliminieren, wirkt es einmal sehr stark und das nächste Mal überhaupt nicht. Einmal wirkt es sofort (sodass ich nach dem essen Spritzen muss), einmal wirkt es erst nach einer Stunde. Es ist unmöglich, den BZ auf einem Niveau zu halten - ich schaffe es einfach nicht, trotz vielen Messungen.
Daher meine Frage:
Hat jemand schon einmal gehört, dass Insulin verschieden stark wirkt, je nach "Tagesform"?
Oder dass die Insulinrezeptoren manchmal kein Insulin aufnehmen? Machmal schießt der BZ nach oben und bleibt da. Korrekturen verpuffen völlig wirkungslos, obwohl die Ketonkörpertests immer negativ sind!
Oder ist das auch ein Zeichen von einer Unverträglichkeit?
Laut meinem Diabetologen ist das völlig unmöglich. Entweder ein Insulin wirkt, oder es wirkt nicht. Aber ich beachte alles genauestens. Ich wiege mein Essen wieder und dennoch lande ich einmal bei 60, ein andermal bei 300. Ich weiß keine andere Erklärung mehr. von Heiko -
Thommy
Rang: Gastam 11.04.2006 16:39:30
Hallo Heiko,
das häufigste Problem sind Verhärtungen oder Vernarbungen. Wenn Du ein schwaches Bindegewebe hast, dann neigt das zu kleineren oder gar grösseren Rissen. Wenn man eine solche Stelle trifft, wird das Insulin natürlich schlechter aufgenommen.
Eine weitere Erklärung ist die Fehleinschätzung der aufgenommenen Nahrung. Wichtig sind ja nicht nur die Kohlenhydrat-Einheiten sondern auch die Glykämische Last der Nahrung. Manche Produkte wirken einfach sehr schnell und gehen sofort ins Blut. Andere dagegen brauchen mehrere Stunden um die Kohlenhydrate zu wandeln und ins Blut zu geben.
Wie sieht es mit der täglichen Bewegung aus? Bewegst Du dich eher viel und intensiv oder eher weniger? Auch das fliesst natürlich mit in den Abbau von Kohlenhydraten ein.
Das mit der Hypo-Wahrnehmung ist bei mir genauso aufgetreten wie bei Dir. Bevor ich die Pumpe bekam nutzte ich Protaphane und Actrapid. Mit der Umstellung auf Novorapid fiel mir auf, das ich UZ`s erst bei 40 und darunter realisiert habe.
Interessante Seiten über die Glykämische Last sind bsp.:
www.glyx-institut.de
www.index-essen.de
Vielleicht erklärt das auch teilweise die Anstiege.
Ich hoffe das es Dir vielleicht etwas hilft, nach den Ursachen zu suchen.
LG
Thommy -
Daniela
Rang: Gastam 11.04.2006 16:40:11
Hallo,
so geht das nicht weiter!
Ich empfehle Dir ganz dringend es mit Schweineinsulin zu versuchen, i.d.R. ist die Insulinwirkung damit zuverlässiger und das Insulin ist für manche Diabetiker wesentlich verträglicher.
Es sieht aus als würdest Du Insulinanaloga garnicht vertragen, schau mal unter
htttp://www.Diabeti-Kuss.de
ob Du Dich da wiederfinden kannst (unter Berichte und im Forum unter Umfragen zu Nebenwirkungen von Insulinen).
Wenn Du dann sicher bist, dass Du in unseren Club passt, nimm Kontakt mit mir auf, das kriegen wir schon hin ;-)
Ich bin übrigens die Ursache für diese website :-)
Kopf hoch und Grüße, erstmal alles halb so schlimm, es gibt immer eine Lösung!
Daniela -
Heiko
Rang: Gastam 12.04.2006 15:54:24
Danke für eure Antworten!
@Thommy:
An einer Vernarbung kann es nachweislich nicht liegen. Okay, ich habe aus früheren Zeiten die sogenannten Spritzhügel, aber seitdem gebe ich ganz besonders Acht.
Inzwischen benutze ich eine Pumpe. Im Moment habe ich Teflon-Kanülen und die liegen eigentlich immer 3 Tage. Das Problem ist nur, dass die schlechte Insulin-Aufnahme/Wirkung nur Phasenweise auftritt. Läge es an einer Vernarbung, dann dürfte das Insulin doch nicht plötzlich - ohne Kanülenwechsel - wieder super stark wirken.
Mit der Essenseinschätzung habe ich in der Tat etwas Probleme. Warum muss ich bei Weißbrot zum Frühstück unter der Woche NACH dem Essen spritzen, damit der Blutzucker nicht in den Keller sackt, bei Roggenmischbrot am Wochenende aber VOR dem Essen?
Aber das eigentlich Problem ist die Wirkung des Insulins. Ganz deutlich war es, als ich zwischendurch wieder Actrapid ausprobiert habe: So bald ich gleich nach dem essen etwas gearbeitet habe, durfte ich keinen Spritz-Ess-Abstand einhalten. Das Actrapid wirkte dann so, wie es Novorapid im Normalfall tun sollte: Sofort, stark und nach zwei Stunden war die Wirkung bereits restlos aufgebraucht.
An ruhigen Tagen war die Wirkungskurve aber normal, sprich, sie hielt über 4 Stunden an.
Und genau das Problem habe ich auch mit Novorapid. Manchmal kommt es sofort, manchmal erst nach einer Ewigkeit - manchmal aber auch gar nicht. Besonders wenn der Blutzucker mal über 200 ist, verpuffen die Korrekturen völlig ohne Wirkung, bis die nächste oder übernächste dafür extrem stark wirkt.
Es liegt also nicht ausschließlich am Essen. Ich achte ja schon bei den Mahlzeiten darauf, dass ich nur kleine Mahlzeiten und möglichst fettfrei esse, weil ansonsten... frag lieber nicht.
@Daniela:
Ich kenne deine Internetseite. Und ich bin schockiert darüber, dass viele genau diesselben Beschwerden haben wie ich und mein Diabetologe nach wie vor auf dem Standpunkt steht, er kenne so viele Diabetiker und Diabetologen und von einer Unverträglichkeit sei ihm nichts bekannt. (Mein Apotheker kennt andere Fälle aber sehr wohl. Ich glaube, ich lade beide einfach mal zum Kaffee ein...)
Aber inzwischen habe ich ja ein Insulin, mit dem ich mich zumindest gut fühle. Und ehrlich gesagt möchte ich nur auf die schnellwirkenden Analoge verzichten, wenn es definitiv nicht mehr anders geht. Mit ausschließlich einen Insulin, das 4 Stunden oder länger wirkt, käme ich im Moment überhaupt nicht zurecht.
Ich versuche halt gerade, die Faktoren zusammenzutragen, die für die Schwankungen mitverantwortlich sind. Aber mit nichts kann ich bisher erklären, dass ich an manchen (durchaus vergleichbaren) Tagen einen Durchschnitts-BE-Faktor von 0.9 habe, an anderen aber - wenn das Insulin scheinbar wieder wirkungslos ist - von 3,0. von Heiko -
Daniela
Rang: Gastam 12.04.2006 17:24:06
Hallo Heiko,
wenn es Dir wirklich so schlecht geht, musst Du irgendwann wechseln. Vorher versuchen wir aber etwas anders @BZ-Werte und Insulinwirkung.
Befülle den Schlauch des Katheters mal 2 Tage vor dem Anlegen, ziehe das befüllte Insulin raus und fülle kurz vor dem Anlegen neu. Ab und zu fällt das Insulin am Schlauch einfach aus und es kommt zu verschlechterter Insulinwirkung.
Das passiert auch bei bei Pumpeninsulinen.
Was für Katheter verwendest Du?
Ich würde Dir Stahlkanüle schräg empfehlen, die knicken nicht ab und sind am zuverlässigsten.
Dann ist es klar, dass bei hohen Werten Insulin schlechter wirkt, mache vorsichtshalber immer einen Keto-Test.
Ich hoffe damit funktioniert es besser ;-)
Grüße, Daniela -
Peter
Rang: Gastam 17.04.2006 21:34:37
Hi,
meine Freundin hat das gleiche Problem, daß an manchen Tagen das Insulin entweder nicht
wirkt, auch mal mit nicht kalkulierbarer Verzögerung.
Trotz genau berechneten Einheiten des Abendessens schwanken die Werte morgens phasenweise
massiv. Alle Tipps die man in Foren bekommt sind ausprobiert. Das Schulterzucken der Mediziner tut sie sich auch nicht mehr an und nimmt die Sache so wie sie ist. - Du bist nicht alleine. von Peter -
Heiko
Rang: Gastam 17.04.2006 22:54:56
Heute morgen mal wieder ganz extrem:
Ausgangswert: 120
2,5 h nach dem Frühstück: 300 (mit Kontrollmessung!)
Korrektur: 2,5 Einheiten (Pen); Ampullen und Kanülenwechsel (Pumpe nach 3 Tagen Liegezeit)
45 Minuten später: 103
Dann gleich Mittagessen, verringerter Bolus 45 Minuten NACH dem Essen.
45 Minuten später: 70. 2 BE Traubenzucker.
10 Minuten später Probleme mit den Augen (BZ sicher weiter gesunken), aber tapfer auf mehr Traubenzucker verzichtet)
Zwei Stunden später: 160. Uff...
Es macht einfach keinen Spaß.
Was ich gerne noch versuchen würde:
U40 Insulin:
(muss ich wohl aber selbst verdünnen). Bei einer Basalrate von 9 Einheiten pro Tag könnte ich mir vorstellen, dass doch hin und wieder die Nadel verstopft. Wenn sich die Verstopfung nach 2-4 Einheiten Druck wieder löst, bevor die Pumpe Alarm schlägt, dann könnte das für ein paar Schwankungen verantwortlich sein. Wenn mehr Insulinmischung abgegeben werden würde, dann könnte es ja sein, dass es keine Verstopfungen gibt.
Außerdem glaube ich, dass das Insulin "schlecht" wird, wenn es über eine Woche (bei Körpertemperatur!) in der Pumpe ist. Mit weniger konzentriertem Insulin wäre es immerhin nur eine halbe Woche.
Anderes Insunlin:
Ich habe das Gefühl, dass die Schwankungen mit NovoRapid am schlimmsten sind (zumindest die Phasen, dass es gar nicht wirkt). Humalog geht nicht. Dann bleibt z.B. noch Apidra.
Mal sehen, ob ich meinen Arzt dafür begeistern kann. von Heiko -
thomas2002
Rang: Gastam 18.04.2006 13:17:35
hast du das insulin aus dem schlauch auch gewechselt?
sollte dem so sein, währe ein insulinwechsel zu überdenken. manchen hilft der wechsel von humaninsulin zu humaninsulin, bei anderen nur noch der rückgriff auf tierisches insulin. um so früher um so besser. von thomas2002 -
Daniela
Rang: Gastam 19.04.2006 20:00:15
Du könntest mal Insulin(auto)antikörper testen lassen, die sind meist erhöht bei solchen Schwankungen, dann hilft leider nur ein Insulin, das besser vom Körper toleriert wird oder ein Portsystem.
Der Vorteil am Portsystem ist, dass es weniger antigen wirkt, die massig Nachteile mag ich kaum aufzählen, vor allem kannst Du damit kein Analoginsulin mehr verwenden (ist dann auch nicht mehr notwendig, da das Insulin peritoneal injiziert wird und eh "sofort" wirkt).
Um zu prüfen ob es am Infusionssytem liegt, solltest Du Korrekturen und Bolus einfach mal nur per Pen, bzw. U100-Spritze geben und mal kurzfristig auf Basalinsulin umsteigen, das bei Dir nachweislich wirkt.
Ist es wirklich das Insulin,solltest Du auf ein anderes (am besten Schweineinsulin) umsteigen, damit sind häufig die Probleme verschwunden.
Viel Erfolg und Grüße, Daniela -
Heiko
Rang: Gastam 28.04.2006 21:33:38
Die Autoantikörper sind okay. Würde mich auch wundern wenn nicht, bei meinem extrem niedrigen Insulinbedarf (im Normalfall).
von Heiko -
Daniela
Rang: Gastam 01.05.2006 06:03:19
Hi,
vielleicht hilft es auch den Bolus zu verzögern, manchmal bringt es was, wenn man die Dosis auf 30 min aufteilt ;-)
Grüße, Daniela