Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Versteh die Welt nicht mehr !!!

  • Realist

    Rang: Gast
    am 06.03.2006 12:37:36
    Also Leute, wieso dauernd dieses Miesmachen?

    Ich bin m., 40 und seit fast 10 Jahren Typ 1. Ich war vorher ein Lebemann- und Genießer-Typ - und bin es jetzt immer noch. Ich habe inzwischen Familie mit 2 süßen Töchtern und lebe ein gaaaanz normales Leben. Ich trage Pumpe und fühle mich so gut wie nicht eingeschränkt. Ich bin relativ gut eingestellt (hba1c 6,2) und vermisse nicht das geringste. Ich trinke ab und zu ein paar Biere - rauche hin und wieder mal einige Zigaretten und kenne meine Grenzen.

    Meine Freunde schätzen meine Zuverlässigkeit und meinen Humor. Und das Beste ist: Als ich damals die Diagnose bekam, ist absolut nix zusammengebrochen. Kein Selbstmitleid oder so. Ich möchte mich nicht selber rühmen - aber es kommt immer auf einen selbst an. Es gibt Leute ohne Arme und Beine oder welche die blind sind - und die leben ein gutes erfülltes Leben. Und es gibt Leute, die kommen im Leben nicht klar, weil sie Pickel haben oder dicklich sind. Bis hin zum Suizid. Tipp: Kontakt zu anderen D. suchen, seine Krankheit akzeptieren, professionelle Hilfe suchen. Es lohnt sich.

    Realist
  • Simone

    Rang: Gast
    am 06.03.2006 14:05:15
    Also, ich kann nur sagen, als ich die Diagnose bekam, dass ich Diabetes 1 habe, habe ich das meinen Freunden und Bekannten mitgeteilt. Manche haben sich gewundert, weil sie nichts richtiges über die Krankheit wissen, außer das hin und wieder kam, ja das hat meine Oma auch. Nunja, die hatten bzw. haben meist Diabetes 2
    Vor mir hat keiner Angst, oder meidet mich, nur weil ich Zucker habe. Sie fragen nach wie es mir geht, was ich essen darf (übrigens esse ich alles, und da ist es egal, ob Nachts an der Tanke mit Freunden, oder bei Mc. Donalds......)
    Ich weis nicht was dein Problem ist? Du kannst doch alles machen.
    Dein Problem ist nicht der Zucker, sondern dein Selbstmitleid, und deshalb hat deine Freundin dich wahrscheinlich auch verlassen. Ich will dich auf keinen Fall ankreifen, nur wach mal auf.
    Vielleicht hilft dir auch eine Pumpe??!!!
    Melde dich, wenn du mehr wissen willst
    Simone
    Ich war auch erst so, allerdings habe ich nicht ganz so derbe gedacht
  • gwen

    Rang: Gast
    am 07.03.2006 22:48:54
    Seit fünf Jahren habe ich Typ-1-Diabetes und ich hatte ähnliche Gedanken. Am Anfang natürlich sehr ausgeprägt. Ich habe vor der Erkrankung viel Sport getrieben, mich verausgabt und jetzt, ja nun bin ich ein Krüppel? Nö, nur einer von vielen der ein Handicap hat, das akzeptiert werden muss, denn ansonsten hast Du Dich selbst aufgegeben. Du musst einen Weg finden, damit fertig zu werden. Wie wär's mit einer Selbsthilfegruppe? Auf jeden Fall benötigst Du jemanden zu reden. von gwen
  • Milena

    Rang: Gast
    am 12.03.2006 14:37:23
    Hallo.

    Irgendwie kann ich nicht nachvollziehen, wie man so mit der Diagnose Diabetes Typ 1 umgehen kann. Ich habe das auch ganz neu. Es ist eine Störung der Funktion der Bauchspeicheldrüse. Es ähnelt einer Schilddrüsenkrankheit oder tausenden anderen Dingen, die man einfach bekommen kann. Warum sollte man denn ein Recht auf Gesundheit gepachtet haben, weil man viel Sport macht?

    Ich habe auch viel Sport gemacht (im Moment nicht mehr, aber das liegt am frisch operierten Knie). Ich bin sehr schlank. Jetzt habe ich Diabetes, aber ich fühle mich nicht als Krüppel. Ich fühle mich immernoch hübsch, jung und gesund. Ich kümmere mich um meinen Diabetes wie um meine Haut und ärgere mich, wenn man ein Wert zu hoch ist genauso, wie wenn ich einen neuen Pickel bekomme.

    Niemals würde ich daran denken mein Leben beenden zu wollen! Wieso auch? Das Risiko für Folgeerkrankungen ist nicht sehr hoch, da die Therapie heutzutage sehr gut ist. Wenn ich Alkohol trinken und feiern gehen will, dann tue ich das - gesund ist es nie! Auch ohne Diabetes nicht, da kann man dann nur leichter die Augen vor verschließen, genauso treffen einen dann evtl. 'Folgeerkrankungen' des übertriebenen Alkoholgenusses.

    Ich finde die oben oft beschrieben Haltung feige und zimperlich. Wenn man seine Schwächen kennt und es eine so einfache Therapie gibt, sollte man dankbar sein. Ich bin es. Zum Glück habe ich keinen Krebs, kein Aids und nichts ohne Heilungschancen und ohne Hoffnung.

    Auch meine Beziehung ist unter dem Druck des Krank-Werdens zerbrochen und das ist Schade. Aber: Wäre sie nicht an dieser Krise kaputt gegangen, dann an der nächsten - Krisen gibt es im Leben einfach. Nicht gleich aufgeben!

    Lieben Gruß an alle 'Kranken' und 'Gesunden' und vor allem an Leute mit Krankheiten, die trotzdem seelisch gesund bleiben! von Milena
  • bioline

    Rang: Gast
    am 03.07.2006 18:49:09
    Liebe Betroffene,

    es ist schon verständlich, daß es Dich zunächst
    mal runtergehauen hat.
    Doch gab es ja noch nie so viel Hilfsmittel,
    das Leben dennoch angenehm zu gestalten.
    Du hast ja sogar den Vorteil, daß Dir, weil schon
    vorher praktiziert, eine gesunde Lebenshaltung
    nicht schwerfällt.
    Es ist nun mal so, daß bei allen Krankheiten
    auch genetische Einflüsse mitspielen.
    Da wir unsere Vorfahren nicht aussuchen können,
    müssen wir halt mit der Bürde leben und das
    Beste daraus machen.
    Neben all dem, gibt es auch zu bedenken,
    daß es noch viel schlimmere Schicksale gibt.
    Aus Deinen Schilderungen entnehme ich, daß Du
    vieleicht zuviel Kohlehydrate und zu wenig
    Eiweiß zu Dir genommen hast?
    Ich weiß, es ist ziemlich schwierig, doch eine
    Tatsache, daß jeder Mensch eine individuell
    zusammengestellte Nahrung benötigt.
    Ich bin davon absolut überzeugt, daß die
    beinahe Unmöglichkeit, herauszufinden, was
    uns bekömmlich ist und dann, selbst wenn wir
    dies wüßten, im Alltag fast nicht durchführbar
    ist, schon allein aus logistischen Gründen,
    zur Entstehung der allermeisten Krankheiten
    erheblich beiträgt.
    Das könnte auch erklären, warum scheinbar
    gesund lebende Menschen trotzdem, oder
    gerade deswegen erkranken.
    Kopf hoch und viel Glück, Goldie.
  • John Pols

    Rang: Gast
    am 26.04.2007 19:55:45
    So wie Sie, geht es scheinbar viele Diabeteiker, insbesondere Typ 2 - Diabetiker. Es gibt viel mehr Diabetiker in Not, als wir uns bewußt sind. Als Diabetes Coach erhalten wir viele Reaktionen auf unsere Website, wo Diabetes und Freitod ein Thema ist. Kopf hoch, und wenn Sie Hilfe brauchen, vielleicht ein verständnisvolles und warmes Gespräch, wir sind für Sie da, denn für jeden Diabetiker, auch mit schweren Folgeschäden und Depressionen konfrontiert, kann/soll es heißen:
    Das Leben ist schön, auch mit Diabetes !
    www.diabetes-center-hinterzarten.de von John Pols