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Krampfanfall im Unterzucker

  • Nicole

    Rang: Gast
    am 19.01.2006 15:55:04
    Hallo,

    mein Freund (Typ 1, Pumpe) hat seit 12 Jahren Diabetes und die Art seiner Unterzuckerungen haben sich im Lauf der Zeit immer geändert. Seit einiger Zeit bekommt er oft wenn er nachts unterzuckert ist richtige Krampfanfälle, fast wie bei einem epileptischen Anfall. Die ganzen Muskeln verkrampfen sich und der Körper wird richtig steif. Am nächsten morgen kann er sich dann kaum bewegen vor lauter Muskelschmerzen. Er hat sich auch schon zwei mal einen Wirbel dabei ausgerenkt. Die Ärzte sagen, da kann man nichts machen, das läge an einer zu niedrigen Reizschwelle und es sei nicht gefährlich. Aber ich mache mir doch Sorgen. Er kann dabei schlecht Luft holen und ich frage mich, ob solche Anfälle nicht auch schädlich für das Gehirn sind.
    Gibt es jemanden hier, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder mehr darüber bescheid weiß?

    Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen!
    Viele Grüße,
    Nicole
  • Harry

    Rang: Gast
    am 19.01.2006 16:31:58
    Hallo Nicole,

    UZ sind schädlich, spez. für die Augen, und falls sie länger anhalten, können sie auch das Gehirn schädigen. Er sollte unbedingt schauen, daß er die Hypos vermeidet, ggfs. nochmals eine Schulung mitmachen. Es gibt auch Anti-Hypo-Trainings. von Harry
  • Nicole

    Rang: Gast
    am 19.01.2006 17:05:21
    Danke für die Antwort!
    Die Unterzuckerungen sind nicht sehr heufig, er hat sich gut unter Kontrolle. Das Problem ist die Heftigkeit der Krämpfe. Früher hatte er nur "normale" Hypos, mit Zittern und Verwirrtheit und so, aber jetzt sind sie manchmal (nur nachts), wie schon beschrieben, wirklich wie ein richtiger epileptischer Anfall. Wir haben auch Tabletten für den Notfall bekommen (Tavor), sowas ähnliches wie Diacepam, aber die haben wir noch nie benutzt, da man davon ziehmlich geplättet wird und ich auch sorge hätte, dass er sie verschluckt.
    Bei einer neurologischen Untersuchung wurde eben eine zu niedrige Reizschwelle für solche Anfälle diagnostiziert, aber das wars dann auch. Es gäbe auch Medikamente um diese Reizschwelle hoch zu setzten, aber die müsste er täglich nehem und das währen dann wieder ein paar Pillen mehr am Tag obwohl er ja die Anfälle nicht so oft hat.
    Naja, ist schon kompliziert...
    Viele Grüße,
    Nicole
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 19.01.2006 17:29:10
    hallo nicole !!
    bei was für einem diabetologen seid ihr eigentlich ??
    "beide" von dir genannten pharmazeutika haben mit dm und hypobekämpfung !!! überhaupt nichts zu tun !
    es sind pshychopharmaka !!
    die krampfanfälle bei hypo haben eine völlig andere ursache und beseitigungsmethode,
    1. glucose iv, das kann nur der doc, unpraktisch bei krampfen !
    2. glucagon, sowas verschreibt der doc , ist der gegenspieler vom insulin, wird als set mit pulver lösemittel + spritze, in den kühlschrank gelegt, hält 2 jahre. anleitung liegt bei !
    auflösen, und in den muskel (po) spritzen, wirkt innerhalb kürzester zeit, bei manchen (mir) allerdings folge übergeben. trotzdem besser als krampfen.
    wenn docs von pillen zur hypowahrnehmung reden
    haben sie absolut keine ahnung.
    es gibt nur zwei methoden zur schulung und training.
    --- nochmal -- krämpfe bei hypo sind "nicht" psychisch bedingt.
    sucht einen diabetologen der sich auskennt !!
    mfg klaus von klausdn
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 19.01.2006 17:47:29
    nachtrag.
    falls der doc das nicht kennt - der glucagon - notfallset- ist von novo nordisk .
    mfg klaus von klausdn
  • Nicole

    Rang: Gast
    am 19.01.2006 18:08:29
    Danke für die Infos!
    Also, wir benutzen Glucagon (Hypokit). Das spritze ich immer, wenn nix mehr mit essen oder trinken ist. Das treibt den Zucker zwar wunderbar hoch, aber wenn er schonmal in so nem Anfall drin ist muss er den "durchmachen". Die laufen immer gleich ab. Der Hypokit hilft, aber der Anfall läuft trotzdem ab.
    Ich weiß, dass die Medikamente Psychopharmaka sind. Aber die verabreicht man bei den unterschiedlichsten Anfallsleiden, die alle nichts mit der Psyche zu tun haben. Die regulieren nur die Stoffe im Gehirn um den Krampf zu lösen. Es ist wohl auch so, dass die Anfälle nicht direkt "Teil des Haypos" sind, sondern durch den Unterzucker ausgelöst werden.

    Vielen Dank für euer reges Interesse!!! von Nicole
  • Heiner

    Rang: Gast
    am 20.01.2006 11:27:04
    Hallo Nicole,
    um es nochmals deutlich zu sagen:
    Diese Krämpfe haben absolut keine andere Ursache als die heftige Unterzuckerung. Damit sind jegliche Psychopharmaka fehl am Platz.
    Wie Klaus schon geschrieben hat sollte Dein Freund dringend zu einem kompetenten Arzt (Diabetologe) und zu einer Schulung.
    Ich hatte selbst schon einmal eine solch heftige Unterzuckerung in der Nacht. Bei mir hat meine Frau dann das Notfallset zum Einsatz gebracht mit entsprechender Wirkung.
    Als Betroffener kann man sich nur ständig um Vermeidung solcher Situationen bemühen. Eine Garantie gibt es nicht.
    Im Normalfall durchläuft man bei jeder Hypo bestimmte Phasen, die auch durch Dritte manchmal gut zu erkennen sind. Meine Frau weckt mich immer, wenn ich stärkere Muskelzuckungen im Schlaf habe. Bis jetzt hat sie damit immer richtig gelegen und Schlimmeres verhindert. Achte doch selbst einmal auch solche oder ähnliche Anzeichen.
    Viel Glück
    Heiner
  • Nicole

    Rang: Gast
    am 20.01.2006 16:36:21
    Nochmals vielen Dank für Eure rege Beteiligung! Aber ich glaube, dass Ihr mich nicht richtig versteht. Es geht hier nicht um übliche Muskelzuckungen beim UZ. Ich kenne "normale" Unterzuckerungen seit 8 Jahren und auch ich erkenne Unterzuckerungen an den gegebenen Anzeichen nachts und weiß was zu tun ist. Wir sind von unserem Arzt wegen diesen Anfällen zum Neurologen geschickt worden und das mit den "Psychopharmaka" ist schon in Ordnung. Ich arbeite mit Kindern zusammen, die epileptische Anfälle bekommen, die sehen genau so aus, wie die meines Freundes und man verabreicht diesen Kindern auch diese Medikamente wenn der Anfall eine gewisse Zeit überschreitet. Die habe ich ja nur für diesen Notfall bekommen, nicht zum ständigen Einsatz, und die haben nichts mit der Unterzuckerung zu tun, sondern sollen helfen, dass die Muskeln sich entspannen und er wieder Luft holen kann. Aber wie gesagt, ich hab sie auch noch nie benutzt.
    Naja, es ist vielleicht doch ein sehr spezieller Fall.
    Vielen Dank und viele Grüße,
    Nicole
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 21.01.2006 00:54:18
    Krampfanfälle bei Unterzuckerungen sind normal und absolut nicht gut. Er liegt definitiv zu tief und sollte dringendst seine Einstellung überarbeiten.
    Leider ist es so, dass bei den "modernen Insulinen" anscheinend die Unterzuckerungswahrnehmung "im Arsch" ist, ich wache bei Werten um die 50 mg/dl schon auf und krampfe dann noch lange nicht..
    Mein Tipp: Höhere Werte über mindestens 4 Tage tolerieren und niemals mit Werten unter 120 mg/dl ins Bett gehen, das sollte erstmal die Unterzuckerungswahrnehmung bessern (es sei denn er hat dasselbe Problem mit Humaninsulin, Analoginsulin wie ich - keine Unterzuckerungswahrnehmung), dann müsste er mal mit dem Arzt reden ob er mal Schweineinsulin von CPPharma verwenden kann, damit klappt das in der Regel dann auch wieder sehr gut. CPPharma, weil es sonst keine zuverlässige Quelle von Tierischen Insulinen gibt, soll keine Werbung sein.

    Das wird aber der Arzt wahrscheinlich nicht unterstützen, denn obwohl diese Thematik bekannt ist, will man davon anscheinend nichts wissen. Wenn er mit Normalinsulin leben kann, einen Versuch wäre es allemale wert!

    Grüße, Daniela
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 21.01.2006 01:03:30
    Nachtrag: Kranpfanfälle sind bei Unterzuckerungen mit sehr niedrigen Werten normal, da hilft echt nur Glukose oder das Glukagen-Kit.
    Alles Andere sollte er in den Mülleimer oder den Ärzten vor die Nase werfen und seine Zuzahlungen zurückfordern, wenn nicht sogar einen Anwalt deswegen aufsuchen, denn das ist wirklich das Allerletzte! von Daniela