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Krampfanfall im Unterzucker
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Daniela
Rang: Gastam 21.01.2006 01:06:44
Ehrlich gesagt bin ich über Deinen letzten Beitrag ziemlich entsetzt:
"Ich arbeite mit Kindern zusammen, die epileptische Anfälle bekommen, die sehen genau so aus, wie die meines Freundes und man verabreicht diesen Kindern auch diese Medikamente wenn der Anfall eine gewisse Zeit überschreitet. Die habe ich ja nur für diesen Notfall bekommen, nicht zum ständigen Einsatz, und die haben nichts mit der Unterzuckerung zu tun, sondern sollen helfen, dass die Muskeln sich entspannen und er wieder Luft holen kann. Aber wie gesagt, ich hab sie auch noch nie benutzt.
Naja, es ist vielleicht doch ein sehr spezieller Fall."
Ja sicher sehen die genauso aus wie epileptische Anfälle, aber die Ursache ist eine völlig andere. Muskelkrämpe aufgrund einer Gehirn"störung" sind etwas komplett anderes als Muskelkrämpfe durch Glukosemangel.
Ein Asthma-Anfall ist auch nicht mit Grippetabletten, bzw. Hustensaft zu beheben. Ich denke Du solltest die Psychopharmaka vielleicht besser selbst nehmen, sorry, aber ich glaube echt es piept. Ich selbst habe schon oft genug gekrampft, Unterzuckerungen nur mit Zittern hatte ich auch oft genug, aber ich stand auch schon ohne Symptome kurz vor der Bewusstlosigkeit.
Die Symptome von Unterzuckerungen sind derart vielfältig, dass sie eine DIN A4-Seite füllen könnten, vielleicht sogar mehrere Seiten.
Ich denke es wäre am Besten wenn Du einen Gang runterschaltest und Dich erstmal besser informiert bevor Du hier Pschopharmaka als begleitende Therapie bei Unterzuckerungen propagandierst, denn Du schadest ihm damit mehr als Du ihm nutzt.
Der Kerl tut mir ehrlich gesagt ziemlich leid, dass er auch noch damit geschlagen ist..
Keine freundlichen Grüße, vorerst. von Daniela -
Sabine S.
Rang: Gastam 21.01.2006 13:53:50
Hallo Nicole,
so, ich gebe jetzt auch noch meinen Senf dazu:
Erstmal würde ich sofort zum Neurologen gehen und alles kopfmäßige abklären lassen, also Gehirnströme, Kernspin, und alles was dazu gehört. Und wenn dabei nichts raus kommt, dann solltet Ihr Euch schleunigst Danielas Worte zu Herzen nehmen.
Schwere Krampfanfälle gerade in der Nacht können ganz deutlich die Folge von nichtwahrgenommenen Hypos sein. Ich rede aus Erfahrung. Dein Freund muss ganz dringend die Hypowahrnehmung trainieren. Daniela hat Euch schon mitgeteilt, wie man mit sowas anfängt. Es ist ganz super wichtig, dass Dein Freund die Sache wieder in den Griff kriegt, denn genau diese Hypos werden auf die Dauer Gehirnschäden hervorrufen.
Also ab zum guten Diabetologen, am besten gleich mal stationär in ein gutes Diabeteszentrum.
Viele Grüße
Sabine von Sabine S. -
Jahleea
Rang: Gastam 23.01.2006 17:10:48
Hallo Nicole,
ich kenne dieses Problem besser, als ich es mir wünschte.
Und es liegt wirklich an den Unterzuckerungen, auch wenn es bei anderen Menschen anders ist.
Ich habe genau das gleiche Problem und mir hat/wollte auch niemand helfen.
Bei mir liegt es auch teilweise an der verminderten Hypowahrnehmung. Da wäre zum Beispiel ein Hypowahrnehmungstraining ganz gut.
Und dein Freund sollte auch mal seine Leber abchecken lassen.
Denn es kann auch an der verminderten Reaktion der Leber liegen.
Was bei mir zum Beispiel hilft ist, wenn ich abend noch ein bisschen Müsli oder Haferflocken esse, denn die enthalten viele Ballaststoffe und auch Magnesium.
Es klingt zwar nicht gerade erfreulich, aber für mich ist es ein riesiger Schritt: Seit ich das jeden abend tue rutsche ich nicht mehr so weit ab, dass ich krampf, sondern habe nur noch leichte Lähmungserscheinungen.
Mir wurde von vielen Diabetologen gesagt (wenn sie mir es mal gelaubt haben), dass man normalerweise schon bewusstlos ist.
Aber ein Neurologe ist definitiv eine ganz wichtige Option bei dieser Sache.
Wenn ihr einen guten Neurologen kennt, zu dem man auch mal kurzfristig gehen kann, würde ich empfehlen, mal direkt nach den Krämfen zu gehen, denn dann ist ein EEG weitaus effektiver.
Viele Grüße
Jahleea -
Nicole
Rang: Gastam 24.01.2006 16:49:58
Danke, Danke für all eure tipps!! Seine Hypowahrnehmung muss er wirklich mal verbessern, da bemerke ich sie manchmal sogar wenn er wach ist noch vor ihm.... Auch die Sache mit dem Insolin oder der Leber können wir ja jetzt mal nachverfolgen. Wie gesagt, beim Neuroglogen waren wir schon, und dort wurde eine zu niedrige Reizschwelle (im Gehirn) für Krampfanfäle festgestellt. Kurz nach so einem Anfall dort hinzugehen ist auch eine gute Idee, wenn man so kurzfristig kommen kann.
Aber es scheint ja auch nicht so ungewöhnlich zu sein wie ich dachte...
Ich weiß auch, dass es keine Epilepsie ist, ich wollte nur damit beschreiben, wie die Anfälle sind. Und die Medikamente werde ich ihm (wie bereits im ersten Kommentar erwähnt) auch nicht geben...
Also, nochmals danke für all eure Infos!
Viele Grüße,
Nicole -
Claudia Arleen
Rang: Gastam 28.01.2008 12:08:42
Halli Hallo Liebe Nicole,
ich kenne das !!! Ich habe meinen Diabetes seit dem 3 Lebensjahr heute bin ich 23 Jahre alt. Auch Typ I und Pumpenträgerin mit Humalog Insulin.
Solche Krampfanfälle habe ich auch seit neusten grad weil ich nun irgendwann einmal eine Schwangerschaft plane muss ich meine Werte extrem niedrig eingestellte haben. Als ich nachts in Unterzucker fiel merkte ich es auch nicht mehr (Leider).
Es war keine besonderer Tag kein Stress, kein Ärger, keine Sport eigentlich ein normaler Tag mit einem normalen Wert von 90 mg/dl also nicht wo ich etwas befürstchen hätte müssen. Aber hinterher ist man immer schlauer. Ich fing nachts das Zucken an, starkes Zittern und starke Zuckungen hatte ich so musste mir mein Freund Gluga-Gen (Gluca-Gen® HypoKit Notfallspritze) spritzen. Er beschrieb mir das ich auch sehr schlecht nur noch atmen konnte, hinzu kam das mein Freund es mir so beschrieb als eine Art wie Epilepsie Anfall !!! Ich bieß mir noch dadurch so stark in die Zunge weil ich so verkrampfte (Die Zunge schmerzt nach wie vor noch und erinnern kann ich mich an diese Sache gar nicht mehr) !!! Aber was soll man machen !!! Ich habe meine Diabetologin eingeschaltet die wiederum machte auch nur eine EEG / Neurologische Untersuchung wo die Gehirnströme gemessen werden und man herau bekommen kann wie stark man zu Krampfanfällen neigt !!! Ich höre leider auch nur von meiner Ärztin es wäre nicht weiter schlimm solange es jemanden gibt der dich aus dem Unterzucker holt und man nicht Bewußtloß herum liegt. Auch das hatte ich auch schon 3h´s in einer Bewußtloßigkeit aber ich möchte dir keine Angst machen es regerneriert sich aber es dauert alles bis du dich im Kleinsten wieder an verschiedene Zusammenhäng erinnern kannst. Zumindest dauert es bei mir immer so lange ca. 3 - 4 Tage. Wenn du weitere Fragen hast beantworte ich dir genr weitere oder wir tauscehn uns gerne und weiterhin aus wie du magst von Claudia Arleen -
Nicole
Rang: Gastam 28.01.2008 16:34:11
Hallo Claudia,
danke für Deinen Erfahrungsbericht. Also mein Freund war auch beim Neurologen, und der hat ihm "Tavor" Filmtabletten verschrieben. Die kann man unter die Zunge legen und sie sollen gegen die Krämpfe helfen. Wir haben sie aber bisher nicht ausprobiert, weil mein Freund Sorge wegen der Folgen hatte (weil die einen so matt und müde machen). In Zukunft wollen wir sie aber schon verwenden, da er durch die nächtlichen Krampfanfälle sich jetzt schon öfter Rückenwirbel ausgerenkt hatte und sich dann tagelang kaum bewegen konnte. Daher wollen wir in Zukunft diese Filmtabletten mal ausprobieren. In den letzten 2 Jahren wurden diese Krampfanfälle ja auch immer öfter. Bei ihm wurde eben auch eine geringe Reizschwelle für solche Krämpfe festgestellt und jetzt müssen wir eben damit leben und versuchen die Hypos so gut es geht zu vermeiden. Denn normale Hypos sind nachts schon richtig selten geworden. Vielleicht können Dir diese "Tavor" Filmtabletten ja auch helfen. Ach ja, inzwischen hatte mein Freund auch schon solche Anfälle, die er mehr oder weniger bewußt mitbekommen hat und das war echt weniger schön, das fühlt sich glaub ich richtig übel an. Meistens bekommt er sie zum Glück aber nicht mit.
Ich wünsche Dir, das Du diese Krämpfe nicht öfters bekommst und es mit Deinem Freund in den Griff bekommst.
Liebe Grüße, Nicole -
Sven
Rang: Gastam 21.04.2009 12:00:06
Hallo,
ich bin leider auch im Club der Typ 1 Diabetiker seit 4 Jahren und habe in den letzten 6 Monaten 2x nachts sehr unschöne Erlebnisse gehabt. In der 1.ten Nacht (US-Wahlnacht) bin ich nachts aufgewacht, gegen 4 Uhr und hatte furchtbare Muskelschmerzen im Rücken. Erst habe ich gedacht, es ist ein Bandscheibenvorfall, Hexenschuss oder ähnliches. Dann wurde mir furchtbar kalt, ich zog 3 Trainingsanzüge an und legte mich wieder schlafen und hoffte, am nächsten Morgen wird es besser sein. Weit gefehlt, die Muskelschmerzen waren so stark, dass ich einige Tage nicht die Wohnung verließ. Mir kam dann die Vermutung, dass ich wahrscheinlich eine starke nächtliche Unterzuckerung hatte und konnte nicht genau verifizieren, ob ich mir nicht das Basal-Insulin aus Versehen 2x zur Nacht gegeben hatte. BZ-Wert war vor dem zu Bett gehen i.O., lag bei 130. Einige Tage später war ich beim Orthopäden, der einen CK-Wert von ca. 2.000 maß, die Vermutung ging dahin, ob es ein epileptischer Anfall war, geklärt werden konnte es nicht. Tja, unbefriedigend. Vor einigen Wochen dann der zweite nächtliche Vorfall: Gegen 23:00 Uhr war mein BZ bei 170, ich gab mir 2 Einheiten Humaloginsulin zur Korrektur, Basal-Insulin normal. Am Tag hatte ich etwas Fitness-Traininig gemacht, aber kein Laufsport. In der Nacht gegen 3:00 Uhr bin ich dann aufgewacht und hatte sehr starke Oberarm und Schulterschmerzen. Ich hatte den Verdacht, dass es wieder eine schwere Unterzuckerung war und nahm sofort erstmal eine Traubenzucker-Tablette. Der Notarzt maß dann gegen 6:00 Uhr einen BZ von 173. Im Krankenhaus ergab sich dann, dass ich mir die Schulter ausgekugelt hatte, der Tuberculum majus war abgerissen und es lag ein knöchernder Effekt vor. Die Schulter wurde eingerenkt und leider mußte ich dann auch noch operiert werden. Die Ursache des Vorfalls konnte auch diesmal nicht geklärt werden. Neurologische Untersuchungen wie EEG und MRT waren ohne Befund. Der HBA1c-Wert um 6,5, die BZ-Werte in der Vorfallsnacht auch nicht völlig katastrophal. Meine persönliche Vermutung ist, dass vieles zusammenkommen muss, damit so was passiert, vielleicht in der Nacht etwas niedrige BZ-Werte (um 60-80), Dauer- und heftiger Stress, zu wenig Ruhephasen für Körper und Geist und vielleicht ein geringe Reizschwelle. Vielleicht hat mein Stoffwechsel aber auch eine Veränderung durchlaufen, z.B. dass die Bauspeicheldrüse jetzt völlig ihre Insulin-Produktion auf Null heruntergefahren hat und kurz zuvor nochmal überproportional in der Nacht Insulin ausgestoßen hat. Bisher konnte mir kein Arzt weitere Anhaltspunkte liefern, mein Eindruck in der Behandlung is hier Schema F und ich finde es sehr unbefriedigend, dass kein Arzt der Sache richtig auf den Grund gehen will und die Ursache (-n) im Kontext sieht und was man tun kann, um es zu vermeiden. Praxisgebühr und Terminplanung ist anscheinend wichtiger, auch wenn Patient tot. Auf Humalog habe ich während der Zeit des ersten Vorfalls umgestellt, vorher hatte ich ein Normalinsulin von BerlinChemie, vielleicht spielt das in meinem Falle auch eine Rolle. Spekulation. Übrigens nach der OP fahren die BZ-Werte Achterbahn, man kann nur Gegenwirken, indem die Insulinzufuhr bei gleicher BE-Eßmenge erhöht wird. Ich hoffe, dass normalisiert sich wieder. So, dies mein Erfahrungsbericht, freue mich über Meinungen, Anregungen und Erfahrungsaustauch. -
Sternchen
Rang: Gastam 26.06.2010 17:19:50
Hallo,
mein Mann ist auch Typ I Diabetiker und unterzuckert Nachts auch oft. Meistens merkt er es selbst, steht auf und trinkt Cola oder nimmt Traubenzucker, manchmal merke ich es, wenn er im Schlaf wirres Zeug redet oder extrem schwitzt. Letzte Nacht war er wieder unterzuckert. Ich bin nur zufällig zur Toilette gegangen ( was Ncahts nicht meine Angewohnheit ist), und als ich zurück ins Bett wollte, sah ich, wie er mit seinem großen Zeh zuckte. Ich habe natürlich sofort verstanden, dass unterzuckert ist und habe versucht ihn zu wecken. Ich habe ihm ins Ohr geschrien, ihm Ohrfeigen gegeben, Wasser über ihn gekippt, aber er wachte nicht auf. Dann habe ich versucht ein Stück Traubenzucker in den Mund zu legen, aber er zeigte keine Reaktion. Naja, ich rief dann natürlich den Krankenwagen, aber bis die da waren fingen seine Krämpfe an. Ich kann nicht sagen, dass sein Körper steif wurde, aber (er lag auch auf dem Bauch), sein ganzer Körper zitterte, aus seinem Mund kam ganz viel Speichel raus , seine Augen schauten nach oben, und er schrie.Natürlich denkt man sofort an einen epileptischen Anfall ( ich kenne das von einer Bekannten), aber das kann es ja nicht sein. Ich rief dann erneut beim Notdienst an, weil ich in dem Moment nicht mehr wusste, was ich tun sollte, aber die sagten mir nur, dass ich ihn in die stabile Seitenlage bringen sollte und fragten, ob er noch atme. Als sie da waren, hörte der Anfall bereits auf, und er atmete nur noch ganz erschöpft. Sie gaben ihm dann Glucose, aber es dauerte sehr lange, bis er das überhaupt registrierte. Demnach musste er abtransportiert werden, und auch in der Notaufnahme war er sehr sehr schwach. Ich glaube, er hat 3 Infusionen insgesamt bekommen. Zucker wieder bei 104, und 5 Minuten später wieder bei 90. Ihm tut jetzt auch der ganze Körper weh, wie ein Muskelkater bis in den Kopf hinein.
Ich wusste gar nicht, dass es so ein Notfallset gibt. Ich habe diesen Anfall vorher bei ihm nur einmal erlebt...das war letztes Jahr. Er selbst sagt auch, dass er das all die Jahre nie hatte ( seit seinem 10. Lebensjahr).. Heißt das, dass sein Arzt ihm das einfach verschreiben kann? Wieso verschreibt man das nicht automatisch bei einem Typ I Diabetiker? Es war jedenfalls wieder ein Schock für mich, weil ich nicht weiß, was ich in dem Moment tun soll und einfach nur Angst habe, dass ihm das Hezr stehen bleibt durch die Zuckungen.
Ich muss Montag dringend dieses Notfallset besorgen.
Lieben Gruß
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Gast
Rang: Gastam 12.01.2014 23:31:25
Hallo, ich habe gedacht das ich hier auch mal Antworte.. Diese art von Unterzuckerung tritt seltener auf.. ich selber habe diabetes typ 1 und musste es am eigenen leib erfahren... Vorab will ich auch sagen das es meine eigene schuld ist bzw. War, da ich früher gut und gerne mal mir einen hohe ladung insulin verpasst habe da ich zu faul zum richtig spritzen war.. das erste mal hatte ich diesen anfall auf eine klassenfahrt nachts.. mein eher dümmlicher zimmerkollege hat leider nicht ragiert.. am nächsten morgen hatte ich erstmal großes glück das ich aufgewacht bin.. meine kompletten erinnerungen von ca. 2 tagen waren weg und kamen nicht wieder.. klassenfahrt war futsch für mich... Diese anfälle haben sich auch zuhause widerholt.. meine mutter beschrieb wie andere hier, dass dieser wirklich einem epileptischen anfall zu vergleichen ist.. speichel, blut durch zungebeißen, wilde zuckungen usw. Das beste ist es zu versuchen, wenn es geht, der person einen traubenzucker zu verabreichen... Wenn das nicht möglich ist die sog. Notspritze mit der lösung und dann warten.. mehr konnte man bei mir nicht machen..
Gruß -
am 13.01.2014 21:15:55
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Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:14:27. Grund: .