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Verzweifelte Partnerin eines an Typ 1 Erkrankten!!
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H.Reiser
Rang: Gastam 22.02.2006 19:41:49
Hallo,
ich habe jetzt alle Beiträge gelesen. Ich bin seit meinem 4. Lebensjahr Diabetikerin und mit meinen 47 Jahren schon ein "UHU".
Auch ich kann mich erinnern, dass ich als junger Erwachsene nach etlichen Jahren der Disziplin die "Krankheit" effektiv nicht mehr akzeptiert und negiert habe. Danach leben? Was ist das? Klar weiß man, dass es anders besser wäre, aber je mehr Druck von außen kommt, um so schlimmer wird es. Das ist nicht nur bei uns Diabetikern so. (Denkt an die Raucher!). Erst auf einer Intensivstation, wo ich durch meine Lebensweise und einem zusätzlichen Infekt landetet, habe ich nachgedacht und die Krankheit wirklich akzeptiert. Ich denke an diesen Punkt muss jeder chronisch Kranke kommen, denn seine Situation wird sich nicht mehr ändern.
Ich habe immer noch einen schwer einstellbaren Diabetes, auch wenn ich diszipliniert bin. Manchmal könnte ich auch Testgeräte, Insulin, Insulinpumpe u.s.w an die Wand werfen. Aber - ich habe zwei gesunde Kinder, einen (meistens) verständnisvollen Partner und lebe ansonsten wie jeder andere Gesunde auch.
Ich lebe mit der Krankheit und nicht dafür. Letztendlich ist es doch nur wichtig die so gefürchteten Spätschäden zu vermeiden. Auch wenn man mal im Hypo (um dieses unangenehme Zittern, Schwindel, Doppeltsehen, Konzentrationsprobleme u.s.w. zu beenden mal etwas mehr gegen den niedrigen Zucker tut als überhaupt notwendig, ist das in diesem Moment gar nicht schlimm. Beim nächsten Mal macht man es eben wieder besser.
Ich wollte dies nur mal aus der Sicht einer "alten" Diabetikerin aufzeigen.
von H.Reiser -
R. W.
Rang: Gastam 08.03.2006 00:08:45
Hallo, deine Sorgen verstehe ich. Du liebst deinen Freund und hast Angst um ihn. Darum möchte ich dich trösten. Zuerst: meine Mutter ist 83 Jahre alt und seit über 60 Jahren Diabetikerin Typ1. Da es in den Anfangsjahren eine grottenschlechte Versorgung gab hat sie natürlich einige Spätschäden, aber sie ist voll klar im Kopf und lebt , zwar mit Hilfe, aber allein in ihrer Wohnung. Sie isst was ihr schmeckt. Und das schon immer.
Zweitens: ich bin 60 Jahre alt und seit über 40 Jahren Diabetikerin. Ob Typ 1 oder 2, darüber können sich die Diabetologen bis heute nicht einigen. Ich habe drei Kinder, alle haben die Krankheit geerbt. Aber wir kommen als Familie gut damit zurecht, essen was uns schmeckt und versuchen dabei die neusten Forschungen zu nutzen. Allerdings, mit Alkohol gehen wir alle sehr behutsam um. Wir sehen Diabetes als etwas an, das eben da ist und machen uns so wenig Gedanken wie möglich.
Ich finde es schon ein bisschen lustig, wenn meine Enkelkinder (übrigens, alle haben die Krankheit NICHT) vor dem Essen sich erkundigen, ob auch alle gespritzt haben. Es gehört dazu wie die Kuchengabel bei der Torte!
Also, mach dir keine unnötigen Sorgen. Dein Freund wird nicht am Diabetes sterben, es ist ja keine Infektionskrankheit.
Liebe Grüße von mir -
Sandra
Rang: Gastam 14.03.2006 00:07:46
Grüß dich Kathrin,
oh mann, ich(26j.) kann deine panik wirklich nur zu gut verstehn.mein partner (21j.)ist auch seit seinem 15 lebensjahr diabethiker.. auch er ernährt sich mehr oder weniger unregelmäßig und nicht immer so bewusst wie man es vielleicht erwarten würde.natürlich haut er sich in gewissen situationen bonbons u schokolade rein...ich glaub wenn du richtig unterzucker hast dann kannst du nicht anders. gegen jede vernunft...der körper verlangt mit aller gewalt danach.
du hast deinem partner angeboten für ihn geeignete gerichte zu kochen...tus doch einfach...ich finde die rezpte aus diabethikerkochbüchern eigntlich ziemlich lecker und es is nicht nur für ihn gesund!!! mein freund versucht zusätzlich seine zuckerwerte mit fitness, karftsport, bewegung oder einfach jeder art von akivität in den griff zu bekommen. das gelingt ihm auch. bei den regelmäßigen untersuchungen hat er werte (leber...blabla uws.) die keineswegs zu beunruhigungen führen. eigentlich mehr oder weniger wie jeder andere kerl in seinem alter auch. ich hoffe ihr findet einen kompetenten arzt der dir und auch deinem freund die ernsthaftigkeit und die leider notwendigen maßnahmen näherbringen kann. denn er sollte wirklich nicht spritzen für das was er gegessen hat sonder für das essen was er gespritzt hat.hört sich komisch an, aber diese regelmäsigkeit kann ihm auf dauer helfen (natürlich bin ich weder betroffen noch arzt oder sonstiges-doch kann ich aus den erfahrungen meines freundes sprechen.s wird zwischendurch schon auch mal brenzlich,aber er ist ein junger kerl der sich nicht groß einschränken braucht, das leben in vollenzügen und ohne verzicht akzepiert und somit auch genießt. lg von Sandra -
Eva
Rang: Gastam 14.03.2006 17:52:33
@doro
Vielen Dank fürs Mutmachen. Ich gebe mein Bestes ;) von Eva -
Jutta
Rang: Gastam 18.03.2006 12:53:57
Hallo Kathrin, ich bin die Mutter einer diabeteskranken Tochter und habe auch so einiges mitgemacht. Meine Tochter ist mit 15 Jahren erkrankt und hat sich um Ihre Krankheit nicht gekümmert. Wir hatten ständig Streit. Als sie mit ihrem Freund zusammenwohnte, wurde alles noch schlimmer. Heute hat sie schwere Spätschäden. Augen unzählige male geläsert. Das linke Auge operiert (Vitrektomie) sie hat jetzt 5% und 30% Sehkraft. Schwerhörigkeit. durch Durchblutungsstörung. Ausserdem hat sie noch einen diabetischen Charcotfuss. Mit ungefähr 30 Jahren ist sie dann zur Besinnung gekommen. Heute spricht sie nicht gern über ihre Fehler und gibt sie auch nicht zu. Das Leben ist für sie sehr schwer geworden und ich unterstütze sie wo ich kann, denn ich liebe sie. Vielleicht ist das eine Warnung für Deinen Partner. Gruß Jutta. -
Mario
Rang: Gastam 23.03.2006 20:04:18
Eure ganzen Beiträge machen mich wieder wach. Bin 32 Jahre und seit 20 Jahren Diabetiker Typ 1 . Habe Familie eine Tochter.
Streßigen Beruf Intensivkrankenpfleger.Meine Zucker Einstellung ist alles andere als bestens.Habe einfach nicht die Disziplin und dementsprechend letzter HbA1c 9,2
. Dieser Wert hat mich wach gerüttelt jetzt packe ich es an,ich glaube es lohnt sich.
An alle die wie ich die Krankheit einfach ignorierten GEBT EUCH EINEN RUCK BEKÄMPFT DEN INNEREN SCHWEINHÙND UND LEBT IM EINKLANG MIT DEM DIABETES!!!!!
Wenn ich meinen HbA1c unter 7 habe melde ich mich wieder.
Gruß Mario -
Martin
Rang: Gastam 14.06.2006 20:22:54
also ich bin männlich habe auch diabetis typ 1 seit dem 13. lebensjahr und bin jetzt 16 jahre alt.Also ich habe so eine Angewohnheit das ich kaum meinen blutzucker messe und mich immer so spritze wie ich mich grade fühle und was ich essen will.Das ist natürlich nich gut habe langzeitwerte von 10!Aber immer wenn ich mir vornehme mich mehr darum zu kümmern mach ich es irgendwie doch wieder so wie vor ein paar tagen.Aber um auf das thema ein zu gehen...Also ich verstehe deinen Freund mir geht es genau so das mir meine Krankheit peinlich ist und ich "normal" sein will vor einem monat ungefähr hatte ich eine Freundin sie hat auch immer gefragt ob ich mich nich spritzen muss e.t.c meistens habe ich mich dann immer heimlich gespritzt wenn ich musste was ja sehr gut mit den Pens geht...Ich weis ehrlich gesagt auch nicht woher das kommt aber mir ist es immer wieder peinlich ich weis echt nich warum warscheinlich weil es mich unatraktiv macht....Aber einige haben mich hier aufgeweckt habe mir grade alles mal durchgelesen und als ich das gelesen hab mit den Folgeschäden bekomm ich richtig Angst davor ;) Naja hoffe ich konnte ein wenig helfen aber mache deinen Freund AUF KEINEN FALL Vorwürfe aber probiere auf ihn einzugehen (nicht übertreiben) von Martin -
Timo
Rang: Gastam 15.06.2006 20:09:39
Manchen ist das mit dem Diabetes peinlich, manchen nicht. Aber es kommt eben auch auf die persönlichen Erfahrungen an.
Ich bin 24 und wurde mit Diabetes geboren, aber eine Freundin fand ich erst vor 4 Jahren. Ich ging recht offen mit meinem Diabetes um, und das schreckte die Mädchen meistens ab. Ich spritzte mich zwar nicht direkt vor ihren Augen sondern wenn ich in der Disko war auf dem Klo. Aber Wenn sie mich mal fragten was das ist, was ich da mit mir rumschleppe, sagte ich es ihnen halt. Erst redeten sie mit mir, aber kaum wussten sie das ich ein Diabetiker bin fiel ihnen ein das sie nach Hause mussten oder irgendwas anderes war wichtig. Ich war dann vergessen. Da kann es schon mal vorkommen das jemand seinen Diabetes geheimhält, aus Angst verlassen zu werden.
Wenn es bei mir dann doch mal geklappt hat wussten sie vorher noch nichts davon. Aber sobald sie es dann doch erfuhren war der Ofen aus. von Timo -
Ute Schroeter
Rang: Gastam 30.08.2007 01:21:37
Hallo, habe gerade mal die diversen Einträge gelsen. Kann nur sagen- das ist als Diabetiker gelesen. Kann nur sagen ich bin jetzt 46 Jahre alt und habe seit meinem 15. Lebensjahr Diabtes.
Meine Krämpfe werden jetzt nach 32 Jahren immer schlimmer. Ich habe sehr oft Unterzuckerungen- 35-40 mmmol und danach diese Anfälle: Kalter Schweiss, Schüttelfrost, Hitzewallungen etc., ich weiß, wie das ist....
Mein Mann auch, er wickelt mich immer warm ein und versucht, meine Beine und Zehen zu massieren- leider wird es nicht besser! Gott sei Dank bin ich seit einem Jahr berentet- mit 46 Jahren! (Habe inzwischen alle Spätschäden, wie Netzhautablösung und Nierenschädigung hinter mir oder noch immer? Der Krebs kam dann noch vor vier Jahren dazu- jetzt reicht es wirklich.
Ich wünsche allen Betroffenen- haltet durch! Das Leben ist noch immer lebenswert!
Freundliche Grüße Ute aus Erkner!
von Ute Schroeter -
h. pietzner
Rang: Gastam 24.11.2009 14:39:04
Hallo ! Bin 70 Jahre alt und habe seit 52 Jahren Typ 1. Habe weder Netzhautablösung noch offene Beine. Das einzige was mich sehr stört sind die krampfartigen Schmerzen in den Oberschenkeln und die dauernden Kopfschmerzen. Seit dem Jahr 2000. Das verstärkt die Lebensqualitaet. !!! von h. pietzner