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... habe einige Fragen ...
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Sylvia
Rang: Gastam 20.11.2005 11:50:35
Hallo liebes Forum,
seit einiger Zeit lese ich interessiert dieses Forum und bin beeindruckt, wie offen hier auf Beiträge reagiert wird - auch auf meine neulich, wegen der Übersäuerung. Danke für die Beantwortung.
Ich gehöre zu den Menschen, die bislang die eigene Diabetes (Typ 2) ignoriert haben. Seit kurzem bin ich bei einem Diabetologen und bekomme jetzt (nach fast 4 Jahren) eine Schulung.
Manche haben geschrieben, dass es im Kopf "klick" machen muß und ich glaube, ich bin soweit!
Trotzdem habe ich einige Fragen und würde mich freuen, wenn sie mir jemand beantworten kann:
Wenn Metformin den Blutzuckerspiegel nicht senkt, sondern den Stoffwechsel anregt und bei der Einnahme auch noch die Gefahr einer Übersäuerung besteht, warum wird dieses Medikament eigentlich verschrieben? Gibt es eine andere Alternative bzw. ein anderes Medikament?
Was bewirkt Glibenclamit?
Was ist mit den sogenannten Zimt-Tabletten, hat jemand Erfahrung damit?
Ist eine Umstellung auf Insulin unumkehrbar?
Bei uns in Willich gibt es eine Selbsthilfegruppe, bringt das was, sich da anzuschließen?
Diese Fragen hören sich an, als wäre ich ein Neuling - aber wie gesagt: ich war eine Ignorantin!
Mein Diabetologe will vorerst mit Metformin fortfahren, ich soll abnehmen! Ich habe mich selbst auf 1800 Kalorien gesetzt und kontolliere mit Hilfe einer Ernährungssofware mein Essen. Dazu gehe ich schwimmen und steige aufs Fahrrad.
Danke im voraus für die Antworten!
Sylvia -
Lovely
Rang: Gastam 20.11.2005 13:53:52
Hallo Sylvia.
Zu den Tabletten kann ich Dir nicht wirklich eine Antwort geben, da ich zu wenig darüber weiß.
Zimt ist lecker und in der Aromatherapie wird ihm eine glücklich-machende Wirkung zugeschrieben, ähnlich wie Muskat oder Vanille. Mehr aber auch nicht.
Zimt kann keinen Blutzucker senken. Die Berichte, dass dies angeblich bei Menschen geklappt haben soll, sind mE reine Geld-macherei. Der Test wurde mit viel zu wenig Menschen durchgeführt, als dass man über die Wirkung überhaupt eine Aussage machen kann. Für eine echte Studie benötigt man mind. 1000 Testpersonen! Eine echte Studie ist zudem auch noch eine Doppel-Blind-Studie, d.h. weder Arzt noch Patient wissen, ob sie ein echtes Medikament bekommen oder ein Placebo. All diese Kriterien waren bei der angeblichen Zimt-Studie nicht vorhanden. Die Menschen, bei denen es funktioniert haben soll, waren aus Indien und man weiß ohnehin nicht (weil nicht dokumentiert) ob diese Personen noch andere Medikamente bekamen und ob die Ernährung umgestellt wurde.
"Finger weg" von diesen Tabletten auch darum, weil man nichts über den Anbau des Zimtes weiß. Informationen darüber sind schwer zu bekommen. Ich persönlich denke aber, dass der Anbau (weil Massenproduktion) nicht ohne Chemikalien funktioniert, denn ein ökologischer Anbau wäre viel zu teuer. Wahrscheinlich nimmt man mit diesen Tabletten mehr Giftstoffe auf, als dass es irgendeinen Nutzen bringt.
WENN Zimt den Zucker senken würde, dann würde man von Ärzten darüber erfahren und es würde empfohlen werden oder es würde in der einschlägigen Medizin-Literatur darüber berichtet werden - das ist aber alles nicht der Fall. Es wir lediglich beworben von den Pharma-Firmen, Apotheken, Reformhäusern, also all denen, die es verkaufen wollen, mehr nicht.
Punkt 2)
Insulin unumkehrbar?
Das kann man aus der Ferne nicht beantworten. Es ist gut möglich, dass Du bei Gewichtsabnahme und Tabletteneinnahme lange Zeit auf Insulin verzichten kannst, wenn die Werte dabei gut sind. Genausogut ist es möglich, dass Du in 4 Wochen schon umgestellt werden sollst.
Wichtig für Dich ist: Keine Angst vor Insulin!!!
Mit Insulin lebt es sich viel freier als mit Tabletten, weil Du Deine Werte selber korrigieren kannst.
Punkt 3)
Selbsthilfegruppe ist sehr gut!
Austausch mit anderen, Tipps von Betroffenen, Antworten auf Fragen, Gemeinschaftsgefühl: "Ich bin nicht allein mit meinem Zucker".
Gruß,
Lovely
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thomas2002
Rang: Gastam 20.11.2005 16:54:11
hallo sylvia
metformin ist ein lange bekanntes mittel, das hilft. und da es kein patent mehr hat, ist es relativ bilig. alternativen sind die insuline und die medikamentengruppe, die die bauchspeicheldrüse anregen. die letztere medikamentengruppe hat den nachteli, das mit vermehrtem insulin auch das proinsulin vermehrt ausgeschüttet wird. proinsulin wird normalerweise von der bsd zu c-pelptid und insulin gespalten, ist bei einer geschwächten bsd aber nur bedingt so. proinsulin kann nur 10% der glucose scheusen, die das insulin könnte, hat aber einen negativen einfluss auf adipoggenese, atherosklerose sowie der fibrinolyse. proinsulin ist ein guter risikomarker für diabetes und prediabetes.
die zimttabletten sollen die wirkung des insulin nur marginal verbessern. daher mein rat: zimt als gewürz ist ok. ansonsten viel zu teuer für viel zu wenig wirkung.
was die umkehrbarkeit einer insulintherapie betrifft, so ist entscheidend, wann sie begonnen wird. aber: langfristig landen wir alle bei insulin. beginnen wir rechtzeitig mit insulin, so ist es möglich, bis zu 2 jahre ohne medikamente auszukommen.
selbsthilfegruppen sind im prinziep sinnvoll. aber die shg sollte zu einem passen.
also nichts gegen das abnehmen, das ist bestimmt sinnvoll. ich würde trotzdem versuchen -gerade wegen des proinsulin und der kosten der folgekrankheiten- insulin zu nehmen.
www.pmvforschungsgruppe.de/ pdf/03_publikationen/kodim_ink_2004.pdf
http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2005/050617.html
http://www.google.de/search?hs=tx&hl=de&client=opera&rls=de&q=intaktes+proinsulin+als+risikomarker+f%C3%BCr+dm2&btnG=Suche&meta=lr%3Dlang_de
algemeines zu diabetes
http://www.diabetesinfo.de von thomas2002 -
gerald
Rang: Gastam 31.12.2005 19:16:32
hallo zusammen!
allen zimtzweiflern muß ich teilweise recht geben, was tabletten betrifft: teuer!
jedoch ist hier der inhalt klar definiert(und auch enthalten).
anders beim ziMTPulver aus dem gewürzhandel: hier kann niemand genau den wirksamen inhalt bestimmen, der nicht labortechnisch eingerichtet ist.
jedoch erhalte ich 500g zimt(cinna, aus chinesischer herstellung) bereits für knapp 6,-¤. das wäre die tagesdosis für etwa 500 tage...
zudem: jeder, der mit diabetes und erhöhten blutfettwerten zu kämpfen hat, kann sich für billiges geld in internetauktionshäusern mit blutzuckermeßgeräten(so nicht bereits vorhanden) versorgen, und seine werte selber im rahmen eines eigenversuches kontrollieren. binnen 30-40 tagen sollte so für jeden zu ermitteln sein, ob zimt individuell hilft. wenn nicht(oder nicht ausreichend: ab zum medicus!)
pauschalverurteilungen lehne ich ab!
und hier ein zugang zu den vollständigen daten der pakistanisch/amerikanschen studie:
http://care.diabetesjournals.org/cgi/content/full/26/12/3215
wer englisch kann, ist natürlich im vorteil...