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Schwäche --> Zusammenhang Diabetes
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Wolfgang Winter
Rang: Gastam 31.10.2005 19:46:46
Hallo zusammen,
bei meiner Schwiegermutter, die aufgrund von schwerer Diabetes schon ein Bein amputiert bekommen hat (zugleich Dialysepatientin), ist folgendes passiert:
Bisher konnte sie sich mit Rollstuhl u. dem verbliebenen Bein recht gut in der eigenen Wohnung selbst versorgen. Vor ca. 2 Mon. wurde sie schwächer, kam nicht mehr von der Toilette herunter, konnte nicht mehr aufstehen usw.
Da sie keine dauerhafte Pflegekraft hat (sondern Pflegedienst) und wir nicht mehr weiter wussten, wurde sie in das Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde eine Bronchitis festgestellt, die auch erfolgreich behandelt werden konnte.
Nun hat sich die Schwäche jedoch überhaupt nicht gebessert, sondern im Gegenteil; sie kann nicht mehr aufstehen, sich im Bett nicht mehr aufrichten, für alles zu schwach.
Nun hatten wir sie für 3 Wochen in ein Altenheim untergebracht, in der Hoffnung, dass sie, unterstützt vom Physiotherapeuten wieder auf die Beine kommt.
Das hat keine Erfolg gebracht, nun ist sie in einem Pflegegekrankenhaus, am Zustand änderte sich nicht, sie ist immer noch zu schwach und baut, auch durch das lange liegen, von Tag zu Tag ab.
Eine Rehabilitationsklinik kam nicht in Frage, davon hatte uns auch der soziale Dienst im Krankenhaus abgeraten, da sie eine Bakterie in sich hat (MRSA oder ähnlich), was aber nachträglich nicht stimmte.
Wir sind nun recht verzweifelt; im jetzigen Krankenhaus wird ihr nicht geholfen, ein Arzt hat die Behandlung abgelehnt (sollte Hausarzt werden) und sie wird nicht mehr fitt.
Kann mir jemand mal Rat geben, was zu tun ist? Sie muss wieder irgendwie fit werden, so geht es immer weiter abwärts. Hinzu kommt, dass sie recht schwer ist, so dass ihr nicht gerne von den Pflegekräften aus dem Bett geholfen wird.
So geht sie zugrunde. Bin für alle Bemerkungen u. Tipps dankbar.
Schöne Grüße
Wolfgang Winter -
Bea
Rang: Gastam 02.11.2005 21:29:50
Hallo Wolfgang,
ich weiß ja nicht wie alt Ihre Schwiegermutter ist.
Aber sie hat Diabetes, dadurch wahrscheinlich ein Bein verloren, sitzt im Rollstuhl, muss an die Dialyse (wird wohl dreimal in der Woche sein). Ständig auf Werte achten etc.
Können Sie allein diese Umstände nicht akzeptieren?
Können Sie nicht akzeptieren, dass sie älter und dadurch auch schwächer wird?
Und haben Sie einmal daran gedacht, dass sie auch eine Seele hat?
Gruß, Bea -
ifish
Rang: Gastam 03.11.2005 12:49:51
Was ist denn das für eine Antwort?
Demnach soll ich meine Hände in den Schoß legen und abwarten, wie sie vor sich hin siecht?
Was hat das mit Ihrer Seele zu tun?
Überhaupt, von welchem Stern kommen Sie? So einen ausgemachten Unsinn hätte ich hier nicht erwartet, sondern eher sachliche Antworten auf meine Frage. Oh je oh je... von ifish -
Bea
Rang: Gastam 03.11.2005 13:47:19
es tut mir leid, wenn es falsch angekommen ist.
Natürlich sollen Sie nicht die Hände in den Schoß legen, das wollte ich damit keineswegs sagen, sicher hab ich mich etwas unglücklich ausgedrückt.
Aber es gibt Situationen, an denen man nichts ändern kann. Ihre Mutter wird z. B. nicht mehr auf zwei Beinen laufen können. Sie ist irgendwann in ihrem Leben krank geworden und dann kamen die ganzen schrecklichen Dinge auf sie zu, dass sie nicht mehr laufen kann, die Niere nicht mehr richtig funktioniert, plötzlich geht gar nichts mehr. Vielleicht liegt es (auch) daran, dass sie einfach nur unglücklich ist, verzweifelt. Nimmt ihr Leben nicht mehr richtig wahr, weil sie sich als Belastung fühlt? Wäre das nicht vielleicht auch möglich?
Wenn man psychisch krank ist oder "nur" eine Depression hat z. B. wegen dieser Schicksalsschläge kann es durchaus sein, dass Ihre Schwiegermutter so etwas hat.
Die Seele gehört auch zum Leben, das ist doch nur natürlich.
Manche Menschen können z.B. nach einem Trauma nicht mehr laufen - haben aber körperlich nichts und man weiß, dass es von der Psyche her ist. Wenn das Problem gefunden ist, kann es passieren, dass diese Menschen wieder laufen können. Vielleicht ist das ähnlich bei Ihrer Schwiegermutter, weil es ihr seit einiger Zeit schlechter geht.
Ich gebe Ihnen ein aktuelles Beispiel von hier: die Großmutter (fast 80 J.) meines Mannes hat Diabetes seit Jahren und geht auch seit einigen Jahren zur Dialyse, dreimal wöchentlich. Sie hat auch Athrose, ist daran operiert worden und es ging ihr zunächst besser.
Dann ist sie mal gefallen und seit dem (es ist fast ein halbes Jahr) kann sie nicht mehr laufen. Sie ist zwar noch kein direkter Pflegefall, so dass sie im Bett liegen muss, der ambulante Pflegedienst kommt zweimal am Tag.
Das Problem bei uns ist: wir, ihre Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel wohnen hier alle in der Umgebung. Sie ist damals der Liebe wegen fast 400 km weit weg gezogen, so dass wir nicht "mal eben" zu ihr können. Wir reden immer wieder auf sie ein, dass sie zurück zieht. Dabei haben wir uns alle schon abgesprochen, wie wir das machen würden, damit die Oma jeden Tag jemanden da hat, soweit würde das auch funktionieren.
Aber sie wohnt jetzt seit 30 Jahren dort und hat sich natürlich an die Umgebung und die Menschen gewöhnt. Sie möchte gern, aber aus irgendeinem Grund kann sie es nicht. Irgendetwas hält sie da. Sie will auch nicht akzeptieren, dass sie alt ist, was natürlich verständlich ist, das würden wir alle nicht weil wir es verlernt haben. Aber sie hat schon Depressionen bekommen, weil sie jetzt im Rollstuhl sitzt, immer wieder zur Dialyse muss, kaum noch was alleine kann. Und wenn diese Depressionen stärker sind, dann kann sie sich kaum bis gar nicht bewegen. Aber wir müssen alle akzeptieren, dass sie krank ist, und nicht hierhin möchte. Wo sie allerdings ihre komplette Familie hat, die sich um sie kümmern möchte.
Ich hoffe, Sie verstehen jetzt, was ich Ihnen sagen wollte. Und ich wünsche Ihnen und Ihrer Schwiegermutter alles Gute.
Bea -
Hans
Rang: Gastam 03.11.2005 20:57:35
Hallo Wolfgang,
manchmal müssen wir Menschen einsehen das wir nicht immer helfen können und letzendlich nur noch begleiten können.
Genaugenommen gibt es keinen schweren Diabetes. Wird ein Diabetes allerdings lange Zeit nicht richtig behandelt und spielt dabei der Patient auch nicht motiviert mit, entstehen Folgeschäden die ab einem bestimmten Grad nicht mehr beeinflussbar sind.
Die Nieren versagen, der Augenhintergrund verschlechtert sich, die Durchblutung ist dramatisch gestört und das Herz nimmt an Leistungsfähigkeit ab.
Diabetes ist also ein sehr vernetztes Geschehen mit sehr vielen ernsthaften Komplikationen.
Ich würde dir raten einen kompetenten Diabetologen hinzuziehen, der deine Schwiegermutter untersucht und einen Behandlungsplan und auch eine Prognose abgibt.
Grüße von Hans -
Norbert
Rang: Gastam 05.11.2005 00:45:15
Hallo Wolfgang, auch ich muß mich der Meinung anschließen, daß wir manchmal nicht mehr helfen können und es akzeptieren müssen wie es ist, da sind wir Menschen machtlos, müssen sehen wie wir damit klar kommen. Das einzige was noch helfen kann ist beten. Manchmal muß man es in Gottes Hände legen. Du kannst aber auch so für sie da sein, sie begleiten - wie Hans schon schrieb.
Mich würde noch interessieren wieso Du die Psyche so außer acht läßt. Ich finde, Bea hat schon recht damit.
Für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen,
Norbert