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Ich hab zwischendurch einfach aufgegeben...

  • Teffen

    Rang: Gast
    am 27.10.2005 02:27:09
    Hallo!
    Ich bin seit 1999 Typ 1 Diabetiker. Inzwischen bin ich 19 Jahre alt und versuche gerade mein Abitur auf nem Wirtschaftsgymnasim zu machen.
    Als ich die Diagnose bekam brach für mich eine Welt zusammen, jedoch riss ich mich zusammen und brachte alles unter einen Hut. Doch irgendwann kam die Zeit, wo mich die ganze schei.. Krankheit mal konnte...ich hörte auf zu testen spritzte immer nach schätzung, ging nicht mehr zum doc um den hba1c messen zu lassen oder um die augen kontollieren zu lassen. Jetzt hab ich mich wieder gefangen - glaub ich -...war bei arzt...hab nen hba1c von 9,1% und mach mir tierische gedanken und vorwürfe....
    warum kann ich mich nicht zusammenreißen?!?!?
    Hat jeder ma´l sonne Phase? von Teffen
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 27.10.2005 11:25:25
    Ja, ich (40, D.seit 1997,Typ 1, Pumpe) hatte auch so eine Phase. Insgesamt über fast drei Jahre. Gottsei Dank wurde dann mein Doc immer penetranter und hat Klartext gesprochen.

    Und so habe ich mich dann zusammengerissen. Ist ja gar nicht so schwer. 5 oder 6 Messungen am Tag. Und rechnen, rechnen, rechnen. Pumpe bedienen. Kaum mehr.

    Jetzt bin ich seit einem Jahr bei 6,3 und ziemlich stolz auf mich. Obgleich: Ich habe schon Angst vor der nächsten "Leck-mich"-Phase.

    Hau rein -ä Du hast viel zu verlieren. Und führe Dir immer das Schicksal anderer "wirklich kranker" Menschen vor Augen. Was meinst Du, was die uns D. um eine solche wirksame und einfache Therapie beneiden würden.

    Viel Erfolg t!!! von Fuchs
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 27.10.2005 12:55:21
    Hallo,
    ja, der Fuchs hat teilweise recht. Auch würden uns viele um die Therapie beneiden, denen es schlechter geht, psychisch und physisch. Ansonsten hängt mir der Diabetes seit genau genommen über 40 Jahren spritzen + kontrollieren auch sonstwo raus! Dann höre ich viele Gesunde noch rumjammern und kriege nen wirklichen Hals voller Wut. Ich kann dir nur einen Tipp geben. Du hast den Diabetes später als ich bekommen, sei dankbar, dass du eine gesunde Kindheit und Jugend miterleben durftest. Als ich klein war, und der Diabetes noch in der Steinzeit lag, durfte ich keine Süßigkeiten essen, eigentlich durfte ich gar nichts machen, weil meine Eltern begründete Angst hatten. Ich lebte nach der Uhr. Spritzen, Essen, Spritzen, Essen. Knallhart. Wie lebt ein 2 - 6 jähriges Kind nach der Uhr?? Wie spielst du oder tobst mit anderen Kindern herum ständig mit der Gefahr von Unterzuckerungen?? Hast du wieder einmal diese schlimmen Tiefphasen, wende dich an einen Psychologen oder gehe in eine Selbsthilfegruppe, aber lasse dich nicht mehr so gehen. Du hast noch Ziele und Träume im Leben, mache es nicht kaputt, weil der Diabetes dich abnervt. von Sabine
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 27.10.2005 14:03:59
    @Sabine

    Was heist hier "teilweise Recht"?? Wo stimmst Du mir denn nicht zu?

    Fuchs
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 28.10.2005 01:48:39
    Ja.

    Ich schließe mich Sabine an. Ich bin 36, davon 33 mit Diabetes. Eigentlich war meine komplette Pubertät eine einzige "Phase", wie Du so schön formuliert hat. Heute bin ich stabil zwischen 6,1 und 6,3 - "Phasen" dauern bei mir längstens 2-3 Tage, aber sie kommen immer mal zwischendurch, das ist normal (Insbesondere wenn ich Urlaub habe).

    Sobald Du weißt, wofür Du das alles machst, ist es eigentlich kein Problem mehr. Und es stimmt: wer "schlimmere" Krankheiten hat, der beneidet uns, das kann ich aus Erfahrung sagen, weil mir das jemand mal gesagt hat: "Ach könnte ich doch auch einfach nur Diabetes haben, so wie Du." - Dieser Satz bleibt mir ewig im Gedächtnis.

    Sehr viel bewegt hat bei mir damals auch, als ich endlich einen guten Arzt mit Einfühlungsvermögen gefunden hatte. Alle anderen davor haben nur Ihre Leier runter "gebetet", was ich als junger Mensch extrem furchtbar fand. Da war NULL Verständnis, dass man auch mal schlechte Phasen haben kann/darf. Als mir dann ein Arzt mal sagte "Ist ok, das ist normal, Hauptsache es ändert sich wieder.", da war es schlagartig vorbei mit längeren schlechten Phasen.

    Man braucht eben ein Feedback von anderen Menschen, dass man auch mal schlechte Phasen haben darf.

    Gruß,
    Lovely
  • Rosatulpe

    Rang: Gast
    am 28.10.2005 10:16:29
    Hallo, ich habe jetzt 26 Jahre Diabetes und am Anfang hab ich immer geheult, wenn ich das Diabetes-Journal gelesen habe oder irgend einen Artikel, dann aht mich ein freund in eine Selbsthilfegruppe geschickt, da habe ich viele Tolle Leute kennegelernt, und zum Teil wirklich gute Freunde, die ich heute noch habe. Da habe ich gelernt, dass es noch andere wichtige Sachen gibt, z. B .Liebe und Beziehung, Kinder, Musik Tanzen Sport, Reisen, Freunde und der Diabetes wird in die tägliche Körperpflege wie Zähneputzen und Schminken zu einer Selbstverständlichkeit. Ausserdem lebt es sich mit der Pumpe sowieso viel leichter, durch die gleichmässige Insulinversorgung fühl ich mich sicher, der Körper fühlt sich fast wie gesund an und ich bin unabhängig und kann alles mitmachen und die Stimmungsschwankungen und Depressionen sind weg. Therapie hab ich auch gemacht, das ist Schule fürs Leben, das sollte jeder mal machen. Da haben meine Kinder mein Mann, meine Freunde und ich selbst profitiert. Wenn ich Zahnweh habe gehe ich ja auch zum Zahnarzt, wenn die Seele weh tut, gehe ich zum Psychotherapeuten. Es gibt viele Gute Grüsse Rosatulpe
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 28.10.2005 11:36:20
    Ich hatte es damit seinerzeit etwas einfacher. Diagnose mit Anfang 30 - so what? Umstellen, Spritzen? Kein Problem. Man hat ja eh keine Wahl.

    Woanders sterben die Menschen an Hunger oder an wirklich einfach zu vermeidenden Infekten. Da stehe ich mit meinem kleinen Zuckeproblem doch super da.

    Irgendwo habe ich die Hoffnung, dass der D. zwar mein persönliches Schicksal ist - das ich aber vielleicht "als ausgleich" von anderen Sachen verschont bleibe, z.B. dem Herzinfarkt mit 45 oder dem Prostatakrebs etc.

    Fuchs
  • Olaf Stelter

    Rang: Gast
    am 28.10.2005 14:39:34
    Hallo,
    bitte informieren Sie sich über die "Neue Biologie" von Dr. Robert O. Young, z.B. über sein Buch "Die pH-Formel". Seine Studien haben z.B. ergeben, dass 83% der Typ 1 Diabetiker keine Insulinspritzen mehr benötigten. Bei Typ 2 Diabetikern konnten 96% der Betroffenen alle Medikamente absetzen.
    Wenn das nicht eine Chance für Sie bedeutet ?
    MfG
    Olaf Stelter
    www.phformel.de
  • Rosatulpe

    Rang: Gast
    am 28.10.2005 15:15:35
    Hurra, dass da die Diabetesforschung noch nicht dahintergekommen ist, ist ja erstaunlich. 83% geheilt, die Kassen werden sich freuen.
    Hoffentlich wird der Schreiber dieses wunderbaren Angebotes ermittelt, dass ich ihm danken kann.
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 29.10.2005 09:32:44
    ... "Und so habe ich mich dann zusammengerissen. Ist ja gar nicht so schwer. 5 oder 6 Messungen am Tag. Und rechnen, rechnen, rechnen" ...
    Hallo Fuchs, hier die Antwort, wo ich dir nicht zustimme, denn du rechnest und misst "nur" 5-6x täglich, aber Gott sei Dank erst seit 1997, also 8 Jahre. Bei mir packe noch 32 Jahre drauf, deshalb ist deine Feststellung unrealistisch, lies deine eigenen Worte nach "nur" 20 Jahren einfach nochmal und du wirst es verstehen. Mut ist gefragt, nicht Unbekümmertheit. Gerade sehr junge Menschen und Neulinge mit Diabetes verzweifeln sehr oft und müssen ihren ganzen Willen und Mut zusammen nehmen. (Beispiel: versuche mal, als Fünfjähriger zu spritzen, weil deine Eltern berufstätig sind). Es muss sich jeder von uns bewußt werden, dass es über Jahrzehnte hinweg (die du noch nicht mal im Jahr 2007 erreicht hast!) sehr anstrengend ist, aber auf jeden Fall machbar und lohnenswert. Auch die Wissenschaft bleibt nicht stehen, das hält uns alle, so denke ich, sehr aufrecht.
    S. von Sabine
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 29.10.2005 09:32:44
    ... "Und so habe ich mich dann zusammengerissen. Ist ja gar nicht so schwer. 5 oder 6 Messungen am Tag. Und rechnen, rechnen, rechnen" ...
    Hallo Fuchs, hier die Antwort, wo ich dir nicht zustimme, denn du rechnest und misst "nur" 5-6x täglich, aber Gott sei Dank erst seit 1997, also 8 Jahre. Bei mir packe noch 32 Jahre drauf, deshalb ist deine Feststellung unrealistisch, lies deine eigenen Worte nach "nur" 20 Jahren einfach nochmal und du wirst es verstehen. Mut ist gefragt, nicht Unbekümmertheit. Gerade sehr junge Menschen und Neulinge mit Diabetes verzweifeln sehr oft und müssen ihren ganzen Willen und Mut zusammen nehmen. (Beispiel: versuche mal, als Fünfjähriger zu spritzen, weil deine Eltern berufstätig sind). Es muss sich jeder von uns bewußt werden, dass es über Jahrzehnte hinweg (die du noch nicht mal im Jahr 2007 erreicht hast!) sehr anstrengend ist, aber auf jeden Fall machbar und lohnenswert. Auch die Wissenschaft bleibt nicht stehen, das hält uns alle, so denke ich, sehr aufrecht.
    S. von Sabine
  • Diawolf

    Rang: Gast
    am 30.10.2005 14:54:58
    Herr Stelter, Sie leben fernab der Realität !
    Passen Sie auf, daß es nicht noch schlimmer wird! von Diawolf
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 31.10.2005 09:50:35
    @sabie:

    So ganz verstehe ich es noch nicht. Meinst Du, dass "nur" 5 oder 6 Messungen am Tag zu wenig sind - oder meinst Du, dass mir in den nächsten Jahren die Disziplin abgehen wird.

    Ich meine dazu: 5 oder 6 BZ-Tests sind doch o.k., bei besonderen Anlässen sind es auch schon mal mehr, logisch.

    Und zur Diziplin: Man hat doch keine Wahl. Wenn Du merkst, dass Du mit diesem Aufwand gute BZ-Werte hast,dann steht der Aufwand im Verhältnis zum Ergebnis doch in einem super Verhältnis. Na klar, habe ich auch Durchhänger. Aber nach ein paar Wochen muss es wieder laufen. Ich halte mir deshalb immer vor Augen, dassein gleialtriger Freund seit Jahren durch MS an den Rollstuhl gefesselt istund dass ein Bekannter mit 32 Jahren am Herzinfarkt verstarb. Das kleine Kind von Freunden wurde kürzlich überfahren - das sind Schicksale. Dagen ist doch D. bei allem Respekt recht easy...

    Fuchs
  • Rosatulpe

    Rang: Gast
    am 01.11.2005 10:31:10
    Ich gebe dm Fuchs recht, der Aufwand muss im Verhältnis zum Ergebnis stehen, das hat nichts mit unbekümmertheit zu tun, sonder spricht nur für eine solide gute Selbstorganisation und ein guter Blick für das Wesentliche und Wichtige. und was heisst denn anstrengend ? das Leben ist anstrengend, aber nicht wegen der paar spritzen und dem bisschen rechnen. (Ich komme aus einer Missbrauchfamilie, meine Kindheit war die Hölle) ein fünfjähriger kann spritzen, wenn er beide Hände hat und normal intellegent ist, er kann ja auch mit dem Gameboy umgehen. Ich habe mit schwerst-körperbehinderten Kindern gearbeitet, ohne Hände ohne Beine, die haben mit der Nase schreibmaschiene geschrieben und dabei gelacht. Und es wird nicht besser, wenn man sich ständig sagt, wie schlimm alles ist. Mut und Optimismus kann sich nur entwickeln, wenn man selbst was dafür tutnach vorne schaut und sich hie und da mal zusammenreisst. Und soviel Möglichkeiten und Perspektiven wie Diabetiker heute haben, hatten sie noch zu keiner Zeit. Einen Schönen Tag wünscht Rosatulpe