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  • Christoph

    Rang: Gast
    am 25.10.2005 02:24:40
    Hallo liebe Leute,

    ich habe oft das Gefühl unterzuckert zu sein. Wenn ich dann messe, habe ich Werte von bis zu 250mg/dl. Das Gefühl ist aber genau das, was ich von einer tatsächlich gemessenen Unterzuckerung kenne. Kann die Gegenregulation auf eine Unterzuckerung wirklich so hohe Werte verursachen? Gibt es außer dem Gefühl noch ein Nachweis/Indiz für eine solche Gegenregulation, wie z.B. hoher Puls oder sonstwas? Ich habe sonst - d.h. wenn nicht durch eine Gegenregulation entstanden - bei hohen Werten (ohne Keto natürlich) keine Wahrnehmung, die auf eine Überzuckerung schließen läßt (obwohl es ab 350mg/dl dann doch ungemütlich wird).

    Was macht man mit einem hohen Zucker, der durch eine Gegenregulation verursacht wurde. Runterspritzen? Das gibt dann so einen netten Jojoeffekt. Das nervt, die Unterzuckerung geht nicht in die Statistik ein und die Basalrate kann so nicht richtig eingestellt werden, da keine Unterzuckerungen gemessen werden.
    Bin ja auch froh, daß ich überhaupt eine so gute Gegenregulation habe, hat mich sicherlich in meinen 22 Jahren Diabetes vor einigem bewahrt (war noch nie 'out-of-order'!)

    Wenn ich mit Ausdauersport (Rennrad) meine Reserven abgebaut habe, tritt dieser Effekt auch weniger auf.
    Habe sowieso das Gefühl, daß mich das Radeln wesentlich 'zickiger' im Zucker macht: Das Insulin wirkt viel schneller, kürzer und heftiger (nach 1.5h ist ein Bolus inkl. BE schon restlos verarbeitet!). Beim Radeln neulich habe ich auf 135km (4.5h) _dreizehn BE_ ohne Insulin gefressen und Basal auf -50% und gut wieder zuhause angekommen.

    Wer kann mir mit meinen Problemen weiterhelfen? Bin Berliner. Klingt das Obige plausibel oder spinne ich ;-) ?

    Fragen, Fragen, Fragen und hoffentlich ein paar sachdienliche Hinweise von Euch.

    Gruß, Christoph

    P.S. Rennradeln ist klasse. Schöne Technik (alte italienische Klassiker!), nicht schlecht für die Gelenke - im Gegensatz zum Asphaltjoggen, nette Geschwindigkeiten...um mal nicht nur vom Zucker zu reden!
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 25.10.2005 16:16:43
    hallo christopher,
    ob es die gegenregulation (somogyeffekt) mit wesentlich überhöhten werten überhaupt gibt , wird von namhaften diabetologen inzwischen bestritten.
    ich hatte mal nen link ist aber verloren- laß sie streiten.
    aber werte aus der "gegenregulation" wie du sie hast sollen schon korrigiert werden, "nur" eben nicht mit dem prozentualen aufschlag, sondern mit 1 ie pro
    60 über sollwert , so mach ich das jedenfalls.
    gruß von nem ausgewanderten berliner.
    bei welcherm schwerpunkt bist du ? wenn du willst
    per email.
    mfg klaus von klausdn
  • Christoph

    Rang: Gast
    am 25.10.2005 16:39:15
    Bin in der Praxis Prof. Meißner. Auch sehr zufrieden dort, er ist ja der 'Papa Diabetes' in Berlin.

    Gruß und Danke für die schnelle Antwort, Christoph
  • peter

    Rang: Gast
    am 27.10.2005 00:03:55
    Na wenndu direkt bei dem "unterzuckerungsgefühl"misst und er dann bei 250 ist, dann kann das so schnell eigentlich keine gegenregulation sein meines wissens nach. Das dauert ja auch ein wenig. Mir geht es aber manchmal auch so, dass ich denke ich unterzucker und wenn ich dann messe ist er relativ hoch. Also immer fleßig messen, anders geht es wohl nicht. von peter
  • Diawolf

    Rang: Gast
    am 30.10.2005 15:07:32
    Hallo Christoph!
    Frag doch mal den Professor! Wenn es für dein Problem eine wisssenschaftlich fundierte Antwort gibt, weiß er sie am ehesten, mit Vermutungen wird man nicht viel schlauer.
    M.f.G. von Diawolf
  • Pitt

    Rang: Gast
    am 13.11.2005 18:44:32
    Hallo Christoph,
    erstmal zum hohen Blutzucker:. Meine Tochter hat mal gesagt, wenn sie sich komisch fühlt und nicht weiss ob sie zu hoch oder zu niedrig ist, dann ist ihr Zucker garantiert zu hoch. Das stimmt für mich auch immer. Bei einer Hypo bin ich mir sicher...
    Zum Radeln:
    Bei einem 30er Schnitt auf dem Rad sind 34 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde etwas zu viel. Vielleicht ein wenig Tempo rausnehmen, so das du mehr im Fettverbrennungsbereich bleibst. Dann kommst du mit 2 BE pro Stunde aus.
    Radsportliche Grüße aus Hamburg,
    Pitt
  • Christoph

    Rang: Gast
    am 17.11.2005 11:20:50
    Hallo Leute, hallo Pitt,

    danke für Eure Antworten. Bei mir ist in den letzten Wochen so einiges in Bewegung. Bin alle zwei Wochen beim Doc und schraube an der Basalrate. Dazu habe ich eine neue Schulung in Bad Lauterburg im Harz angeleiert. Es geht langsam besser und die Jahreszeit hindert doch ein wenig an den langen Touren auf dem Rad.
    Zu meinen Werten: habe so langsam rausgefunden, daß es sich sowohl um echte Überzuckerungen (keine Gegenregulation) als auch um Unterzuckerungen handelt. Die Symptome ähneln sich inzwischen sehr (grrr.), war früher (tm) nicht so.
    Es geht also weiter in die richtige Richtung.

    @Pitt: die 3BE/h war schon eine schnellere Tour. Sind in der Gruppe gefahren und die zieht gewaltig. Mit einer ruhigeren Truppe/Tempo sinkt auch der BE-Bedarf pro Stunde auf ein erträgliches Maß.

    Gruß von Christoph