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Meldung Führerscheinstelle

  • Matt

    Rang: Gast
    am 07.07.2005 12:20:52
    Hallo Zusammen,

    habe gestern leider fürchterlichen Mist gebaut. Hatte während einer Autofahrt eine Hypo, woraufhin ich an den Strassenrand fuhr (kein Unfall). Da ich nicht ausstieg und, nach Einnahme von Traubenzucker, die Augen geschlossen hatte, ruften Anwohner, weshalb auch immer, den Notarzt und dieser unmittelbar die Polizei. Die Sache war nach wenigen Minuten erledigt, allerdings teilte mir der Polizist mit, dass er eine Meldung an die Führerscheinstelle machen müsse, wo mein Diabetes derzeit noch nicht bekannt ist.

    Ich habe den Diabetes (Typ 1) jetzt seit 32 Jahren und besitze seit 19 Jahren den Führerschein (bisher noch nichts bezüglich des Diabetes im Straßenverkehr vorgefallen). Meine letzte Einstellung liegt allerdings ca. 10 Jahre zurück und meine Blutzuckereinstellung (HBA1c) ist derzeit sehr schlecht und eine Neueinstellung wäre erforderlich. Aufgrund dessen mache ich mir jetzt extreme Sorgen um den Führerschein. Wenn ich ihn verlieren sollte, bedeutet das gleichzeitig einen Verlust meines Arbeitsplatzes, was, auch aufgrund meines Alters, fatale Folgen hätte.

    Meine Frage jetzt in die Runde. Kann es auch (hoffentlich) passieren, dass die Führerscheinstelle gar nicht reagiert? Und wenn doch, was für Folgen könnte das mit sich bringen, bzw. worauf muss ich gefasst sein?

    Gruß
    Matthias
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 07.07.2005 12:57:22
    Hallo Matthias,

    Du solltest Dir nicht nur um Deinen "Lappen" Sorgen machen.

    Meines Wissens nach kann im Extremfall die Behörde den Fürherschein aufgrund einer Erkrankung einziehen. Und wie Dein Fall zeigt, wäre das ja auch nachvollziehbar.

    Tipp: Ändere schnell Deine Einstellung, geh zum Arzt, den den brauchst Du bald wegen der Atteste und lass den Rest vom Anwalt erledigen.

    Fuchs
  • Matt

    Rang: Gast
    am 08.07.2005 13:14:20
    Hallo Fuchs,

    danke für die Antwort und Info. Anwalt habe ich vorab bereits eingeschaltet. Mal abwarten was von der Führerscheinstelle kommt. Sehr positiv sehe ich allerdings nicht in die Zukunft. Bin mir bewusst, dass ich die Sache vollstaendig selbst verursacht habe. Hoffe, die Suppe wird nicht zu salzig.

    Gruß
    Matthias
  • Bianka

    Rang: Gast
    am 08.07.2005 14:34:57
    Was seis ihr so streng miteinander?
    Haben denn die anderen nie eine Hypo und vielleicht auch mal zufällig während der Autofahrt?
    Gut, dass du es noch rechtzeitig gemerkt hast und an den Rand fahren konntest. So ist wenigstens nicht mehr passiert.
    Dass die Polizei hinzugezogen wurde, ist ein dummer Zufall.
    Natürlich solltest du dich besser einstellen lassen, aber ich denke, das schützt trotzdem vor solchen Vorfällen nicht.
    Viel Glück, dass du deinen Führerschein behälst!!!
  • Peter

    Rang: Gast
    am 08.07.2005 15:43:25
    Mein Tipp für Dich,
    Es gibt ein Merkblatt von Aventis,Merkblatt für
    Diabetiker im Straßenverkehr, ist ganz gut.
    Mein Diabetologe hat mir geraten vor antrit der Fahrt immer zu messen und dieses in ein extra Zuckerbuch als nachweis zu schreiben, um im ernstfall immer einen Nachweis zu haben. von Peter
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 08.07.2005 15:46:10
    Na, was heißt hier streng?

    Mathias schreibt von einer sehr schlechten Einstellung, von einem Hypo während der Autofahrt, von geschlossenen Augen und von besorgten Leuten, die immerhin den Notarzt herbeirufen.

    Natürlich KANN so was vorkommen. Das hilft Matthias aber nicht weiter. Für uns D. ist so was vielleicht "nicht sooo tragisch". Die Leute da draussen machen da aber u.U. einen riesen Wirbel drum.

    Also: Erst mal die Einstellung verbessern - dann mehr testen vor und während der Autofahrt. Das wäre schon mal die halbe Miete.

    Vielleicht sollte man bei solchen erlebnissen seinen D. erst gar nicht an die große Glocke hängen. Einfach sagen, dass einem schlechtgeworden ist.

    Fuchs
  • Maik

    Rang: Gast
    am 10.07.2005 00:09:14
    Hallo Mattias, normalerweise kann dir nichts passieren, da du rechtzeitig deine unterzuckerung bemerkt hast und das fahrzeug am straßenrand zum stillstand gebracht hast. es kommt jetzt noch darauf an, wie lange du mit dem fahrzeug unterwegs warst und ob pausen eingelegt wurden und wie du deine ärztliche versorgung schilderst.
    mfg maik von Maik
  • Hans

    Rang: Gast
    am 11.07.2005 00:03:14
    Hallo Matthias,

    wenn es hart auf hart kommt würde ich folgendes prüfen.

    Zusammen mit dem Notarzt wurde wahrscheinlich auch die Polizei zur Einsatzstelle gerufen.

    Der Notarzt hat seine Schweigepflicht der Polizei gegenüber verletzt. Die Führerscheinstelle wurde also aufgrund unrechtmässig erlangter Daten informiert.

    Grüße von Hans
  • Matt

    Rang: Gast
    am 12.07.2005 09:58:37
    Hallo Zusammen,

    erst einmal vielen Dank für die vielen Rückmeldungen. Findet man nicht oft, dass in einem Fachforum derart viele und vor allem Interessante Kommentare kommen. Hatte dieses Forum hier aufgrund meines Problems eher zufällig gefunden, werde mich aber von nun an sicher öfter hier aufhalten.

    Hier ein kurzer Zwischenstand: Hatte letzten Freitag einen Termin bei meiner Anwältin. Sie teilte mir mit, dass prinzipiell zwei Dinge passieren können. Im schlimmsten Fall werde ich unmittelbar aufgefordert den Führerschein abzugeben. Dann würde ein schwerer Weg beginnen ihn wieder zu erlangen. Kommt aber nur sehr selten vor. Wahrscheinlicher ist, dass ein medizinisches Gutachten angefordert wird. Aufgrund meiner derzeit noch schlechten Einstellung, wird es ihr Ziel sein um dieses herumzukommen. Sollte dies nicht funktionieren, kann sie das Gutachten auf jeden Fall bis zu zwei Monate hinauszögern (Widerspruchverfahren). In dieser Zeit versuche ich meine Einstellung in den Griff zu bekommen. Daran arbeite ich bereits und die bisherigen Werte sehen ganz gut aus. Nüchterwerte stets zwischen 75 und 125, PP durchschn. ca. 150 und Rest des Tages zwischen 125 und (leider noch Werte bis) 190. Denke aber, dass ich die höheren Ausreisser (hauptsächlich um bzw. ab 18.00 Uhr noch vor dem Abendessen) noch in den Griff bekomme. Messe derzeit fast stündlich.

    Viele Grüße
    Matthias
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 14.07.2005 14:45:50
    Matthias,

    danke für Deine Rückmeldung. Ist ja auch für uns interessant zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

    Eine jetzt stündliche Messung deutet schwer auf vollkommen übertriebenen Aktionismus hin, denn so etwas kannst Du nicht lange durchhalten - und das bringt auch nicht viel.

    Klar geht es Dir um den Lappen - doch noch viel mehr sollte es Dir um Dich selber gehen.

    Wenn Du also jetztr 7 oder 9 mal am Tag und später dann 5 oder 6 malam Tag misst und auch ansonsten nicht nachlässig bist, dann reicht das m.E. vollkommen aus.

    Wenn Du Dich ranhältst, kann Du den hba1c in zwei bis drei Monaten normalisieren. Kommt es also zu einem Gutachten, so hast Du dann gute werte. Nur: Vielleicht werden ja die bisherigen Werte auch angefordert.

    Auf jeden Fall viel Glück!

    Fuchs