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Auskunft für Neuling

  • Hans

    Rang: Gast
    am 02.07.2005 13:29:12
    Hallo Leute !
    Ich bin erst einige Monate Diabetiker, (Typ 2), musste am Anfang am Tag 4mal Insulin spritzen und 2mal 1000mg Metformin nehmen.
    Zeit einer Woche aber nur noch die Metformin – Kapseln.
    In der Schulung habe ich gelernt mit Insulin umzugehen, aber jetzt nur noch mit Metformin habe ich keine Kenntnisse. Frage: Muss ich trotzdem wenn der BZ zu hoch ist mit Insulin korrigieren? Ab wie viel BZ muss ich korrigieren?
    Wie viel Einheiten muss ich spritzen um wie viel BZ abzubauen.
    Kann ich zum Beispiel ein stück Torte, oder ein Eis essen und dann mit Insulin gegensteuern?
    Ich bedanke mich im Voraus für die Auskünfte. Gruß Hans
  • Reinhard

    Rang: Gast
    am 03.07.2005 10:24:14
    Hallo Hans,

    diese Fragen solltest Du mit dem Diabetologen klären.
    ICT + Metformin ? Merkwürdig! Metformin wird meist Übergewichtigen verordnet senkt nicht den BZ wie Insulin, sondern manipuliert den Verdauungsvorgang. Metformin führt anfangs zu Blähungen und Durchfall, kann Leber, Nieren und Blutbild schädigen (Kontrollen nötig!) und den Körper gefährlich übersäuern. Insulin ist auf Dauer die bessere Behandlung.

    Wie viel Insulin bei wem und bei welcher Nahrungsaufnahme den BZ wieviel senkt, kann nicht generell beantwortet werden, weil jeder Mensch und jeder Diabetiker anders reagiert. Also sprich mit dem Arzt über Deine Therapie. von Reinhard
  • Hans

    Rang: Gast
    am 03.07.2005 13:05:53
    Hallo Reinhard !
    Danke für deine Antwort.
    Ich hatte Humalog und Basal -Insulin gespritzt. (BE -Faktor 2,5/1,5/1,5/1,0)
    Das ich nur noch Metformin nehme, ist mit dem Arzt abgesprochen.
    Den Kontrolltermin beim Diabetologe habe ich erst in am 21.07.
    Ich frage dem Dok ja schon ein Loch in den Bauch, will’s aber nicht übertreiben
    Das Metformin nicht den BZ senkt ist mir neu. Was heißt ICT?
    Gruß Hans
  • Frank

    Rang: Gast
    am 03.07.2005 13:40:50
    Hallo Hans,
    ICT heisst intensivierte konventionelle Insulintherapie. Die Kombination von schnellem Mahlzeiteninsulin mit langsamen Basalinsulin.

    Reinhard wundert sich zurecht, da , einfach gesagt:
    ICT, wenn kein eigenes Insulin mehr da ist;
    Metformin, wenn noch was da ist.

    Frank
  • Hans

    Rang: Gast
    am 03.07.2005 15:50:10
    Hallo Frank !
    ICT wurde im Krankenhaus festgelegt nachdem ich über verschiedene Tage mehr als 370 BZ hatte, lt. Arzt, plus Metformin, sonst würde ich Gewichts -Probleme bekommen
    Ich habe ca.5 Wochen nach der Krankenhausentlassung ICT praktiziert bis auf einmal die BZ –Werte immer niedriger wurden, habe ich immer weniger Einheiten gespritzt und bei nur noch 71 BZ kein Insulin mehr verwendet.(Wurde mit dem Arzt abgesprochen)
    Anscheinend haben die Bauchspeicheldrüsen (nachdem ich 7 Kilo abgenommen habe erholt,
    oder die Zellen das Eigeninsulin wieder angenommen.(Kann das sein?)
    Gruß Hans
  • Frank

    Rang: Gast
    am 03.07.2005 19:49:13
    Kann gut sein,. Hans.
    Ernährungsumstellungen und auch geringe Gewichtsabnahmen wirken da manchmal Wunder. Insbesondere, wenn (noch) genug Insulin-Eigenproduktion da ist. Ich kenne da einige Fälle, bin auch selbst einer, bei dem sich die Resistenz verbessert hat

    Willkommen im Klub ;)


    Was du bei erhöhtem BZ spritzen müsstest, kann wirklich keiner sagen, muss der Selbstversuch zeigen. Ich würde jedoch nicht zu hoch rangehen, und beim ersten mal häufiger Kontrollmessungen machen.

    Spritzen würde ich in der Phase der Gewichtsreduktion auch nur im Krankheitsfall, wenn der BZ nach oben schiessen sollte. Normalerweise würde ich versuchen es mit Bewegung (Spazieren gehen, Fahrrad fahren, Schwimmen,...) runterzudrücken.

    Frank
  • Reinhard

    Rang: Gast
    am 04.07.2005 10:08:13
    Hallo Hans,

    Du schriebst:

    "Dass Metformin nicht den BZ senkt ist mir neu."

    Wie ich schon schrieb: Metformin manipuliert den Verdauungsvorgang, es verzögert die Verarbeitung und Aufnahme der Kohlenhydrate im Darm und kann so für niedrigere BZ-Werte sorgen. Mit Metformin bist Du niemals so frei wie mit ICT, daß Du z.B. Kuchen o.a. soz. wegspritzen kannst.

    Nach meinen Beobachtungen wird das uralte Metformin im Zuge der sog. Gesundheitsreform fast flächendeckend neu entdeckten Typ 2 Diabetikern verordnet, soll Kosten sparen, was ja der Hauptzweck von DMP ist. Ich bin froh, daß ich mit nur Insulin gut klar komme. von Reinhard
  • Frank

    Rang: Gast
    am 04.07.2005 11:26:34
    Hallo Reinhard,
    zur Gesundheitsreform und ihren Folgen mal meine unmassgebliche Meinung:

    Wenn in unserem Land heute davon ausgegangen wird, dass 10 % der Bevölkerung an DM Typ 2 erkrankt sind - tendenz steigend - , dann werden sich die kranken Kassen eine kostenintensive Therapie wie ICT in Zukunft sicher nicht mehr so leisten können wie zuvor.

    Man sollte lieber versuchen, das Übel aufgrund seiner Ursache zu bekämpfen.

    Insulin ist für einige Diabetiker ein Segen, weil sie kein oder nur noch wenig davon selbst produzieren. Nur ihr Anteil ist gering.

    Es als einen Vorteil der neuen Insulintherapien zu sehen, dass man mit als Diabetiker mit ICT so weiter leben kann wie zuvor, ist dann fatal, wenn gerade in dem zurückliegenden Lebenswandel die Ursache der Erkrankung liegt. Dies soll ja nicht selten der Fall sein.

    Ich sehe Metformin, als gangbaren Weg, da es nicht auf die Bauchspeicheldrüse wirkt; vorausgesetzt, man verträgt es, man ist organisch gesund es lassen sich damit akzeptable Werte erzielen.

    Frank
  • Frank

    Rang: Gast
    am 04.07.2005 11:54:27
    Der letzte Satz korrigiert:

    man ist organisch gesund UND es lassen sich damit akzeptable Werte erzielen.

    Frank
  • Hans

    Rang: Gast
    am 04.07.2005 13:54:20
    Hallo Reinhard, hallo Frank !
    Danke, Ihr habt mit sehr geholfen
    und ich habe etwas gelernt.
    Sollte ich noch mal einen Rat brauchen, werde ich mich
    wieder im Forum melden
    Gruß Hans
  • Reinhard

    Rang: Gast
    am 04.07.2005 19:58:16
    Hallo Frank,

    lies doch mal das Büchlein "Das Diabetes-Komplott" von der Berliner Diabetologin Dr. Elke Austenat, dann weißt Du mehr. von Reinhard
  • Frank

    Rang: Gast
    am 04.07.2005 20:31:00
    Hallo Reinhard,
    ich bin auch kein Befürworter von DMPs, wie übrigens auch mein Arzt und nehme auch an keinem teil.
    Darum geht es auch gar nicht.

    Meiner Meinung nach sollte Frau Dr. Austenat viel lieber ein Buch darüber schreiben, das sich mit dem Grundübel, dem starken Diabetes-Zuwachs, beschäftigt.

    Damit ist aber wahrscheinlich keine Auflage zu machen.

    Frank