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Gedanken zum Leben, zum Tod, zum Chaos-Teil 2
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Bea
Rang: Gastam 21.06.2005 22:50:01
Hallo,
vor über einem Jahr habe ich hier schon einmal geschrieben und möchte mich noch mal melden.
Unterdessen ist viel passiert. Ich habe mir i Ende April/Anfang Mai letzten Jahres ein Blutzuckermeßgerät gekauft und auch bei ebay die Teststreifen, weil sie da für mich erschwinglicher waren als aus den Apotheken. Mein Diabetologe konnte mir angeblich keine BZ-Teststreifen verschreiben, weil ich kein Insulin spritze. Ich sollte Metfomin nehmen, habe ich aber nicht getan, statt dessen meine Ernährung umgestellt und habe bis Dezember letzten Jahres 7 kg abgenommen.
Im Advent gibts leckere Sachen und da konnte ich nicht NEIN sagen, hab mir dann geschworen, dass ich auf jeden Fall nach Silvester gleich wieder mit meiner erneuten Ernährung anfange. Aber - nichts. Im Gegenteil, ich hab weitergegessen und dann mehr und mehr. Vorige Tage habe ich am Tag 3 Tafeln Schokolade gegessen. Wenn ich nichts da habe, werde ich nervös, aggressiv. Wenn ich dann Schokolade esse, dann werde ich ruhiger, es geht mir besser. Seit Advent habe ich auch nicht mehr gegessen. Ich habe mich von vielen Leuten distanziert, habe keine Lust etwas zu tun.
Ich war bei einer Psychologin, die auf Diabetes spezialisiert ist, im Oktober 2004. Sie war sehr nett und hat mir angeboten, dass ich an einer Gruppe teilnehmen kann. Das nennt sich COPING SCHULUNG. Das wird dann dreimal je 3 Stunden stattfinden. Ist natürlich heftig, aber das hätte ich damals getan. Sie sagte, es kann dauern, bis sie eine Gruppe zusammen hat. Dann würde sie mich sofort benachrichtigen. Das ist bis jetzt nicht geschehen. Unterdessen will ich das auch nicht mehr machen.
Aber immerhin haben mein Mann und ich jetzt je eine Lebensversicherung, das ist gut und beruhigt mich sehr.
Ich lese Bücher über Tod, Sterben usw. und das ist ein Thema, was mich vollkommen fasziniert. Mich interessiert eigentlich kaum noch was anderes. Spazieren gehen am liebsten auf dem Friedhof. Dort fühl ich mich wohl. Ich möchte auch mein Leben nicht verlängern in dem ich "vernünftig" esse. Was hab ich dann vom Leben? Ich bin eh eingeschränkt durch eine andere Krankheit, da werd ich doch wohl essen dürfen, so lang ich noch kann. Oder sehe ich das falsch? Was nützt es mir wenn ich 30 Jahre länger lebe, dafür aber immer hunger habe? Wenn ich hunger habe wird mir fast schlecht und das kann ich nur verhindern in dem ich was esse. Ich möchte nicht nach Zahlen leben. Ich möchte einfach leben wie es kommt. Ist das so schlimm??? Wem geht es noch so? Ich kann doch nicht die einzige auf der Welt sein, die so denkt.
Ich wünsch Euch alles Gute,
Bea -
Mary
Rang: Gastam 22.06.2005 10:38:13
Selbstverständlich kannst du so leben, mein Bruder hat's viele Jahre ähnlich gemacht, hatte schon lange prognostiziert, er wrde nur 35 Jahre alt, hat's immerhin bis 56 geschafft ...
Dennoch tust du mir leid, wenn Essen dein Hauptlebensinhalt ist, ist doch arg dürftig, aber wie sagte schon der Alte Fritz: Jeder nach seiner Fasson.
von Mary -
Michael R.
Rang: Gastam 23.06.2005 09:47:35
Ja super, da hast du ja die perfekte Einstellung gefunden, um ein schönes Leben zu leben.
Man nehme Disziplinlosigkeit, füge ein satte Portion Selbstmitleid hinzu, einen Teelöffel Unzufriedenheit nicht vergessen und kräftig rühren.
Heraus kommt.........eine Bea.
Wenn du so leben möchtest, bitte...Fraglich ist nur, ob man so etwas LEBEN nennt. Denke doch mal drüber nach, ob du das wirklich willst, so auf deinen Tod zu warten. Wahrscheinlich liegst du zu Hause auf deinem Sofa, rechts eine Cola, links die Schokolade und verfolgst aufmerksam die mittäglichen Talkshows...
Grausam, diese Vorstellung.
Aber gut, is dein Ding.
Ach ja: ganz toll, dass du eine Lebensversicherung hast *mitleidiglächel*
Hey, Herzchen, du hast nur dieses eine Leben (es sei denn, die Sache mit der Wiedergeburt stimmt tatsächlich). Ändere es!!! Schokolade ist nicht alles...
Viel Glück...
Ich hoffe, du kannst mit Meinung umgehen. Ist schließlich nur ein Testat meines Eindrucks, der sicherlich auch täuschen kann.
Wenn nicht, ignoriere diesen Beitrag einfach von Michael R. -
Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 23.06.2005 16:36:52
Hallo Michael, hallo Mary!
Ich finde, Ihr seid recht schnell dabei, Bea zu verurteilen. Meint Ihr, dass Ihr mit Vorwürfen wirklich geholfen ist?
Ich glaube, sie weiß selbst, was "richtig" wäre, hat aber im Moment nicht die Kraft.
Sie schreibt ja nicht, dass sie diese Einstellung hat, weil sie sich damit "gut" fühlt. Das zeigt doch schon ihr trauriger Eintrag.
Die meisten DM 2er haben Übergewicht. Jedenfalls, wenn bei Diagnosestellung. Ich weiß nicht, ob Ihr, Mary und Michael, Übergewicht hattet. Falls ja: auch Ihr hattet dann ein falsche Einstellung zum Leben und zu Eurem Körper und würdet jetzt auf einem hohen Ross sitzen und Bea verurteilen.
@Bea: ich glaube, dass Du mit der Psychiaterin einen richtigen Schritt machst. Wenn es aber zulange dauert bis eine Gruppe zustande kommt, solltest Du Dich vielleicht bei einem anderen Therapeuten erkundigen. Deine Probleme scheinen mir akuter Natur zu sein.
Gruß
Oliver von Oliver Fliesgen -
Bea
Rang: Gastam 23.06.2005 16:51:57
Hallo Michael,
zunächst einmal - mein Name ist Bea, nicht Herzchen (aber ich habe eins - hoffe ich) denn ich arbeite an einigen Tagen in der Woche in einer Familienberatung und helfe ehrenamtlich auch noch in einer anderen Stelle aus.
Dort bekomme ich Schicksale mit, die mir manchmal sehr nahe gehen, jedoch kann ich damit umgehen, was Anfangs nicht der Fall war. Natürlich laufe ich auch einige Strecken, das gehört nun mal dazu. Auch fahre ich Fahrrad.
Das nur dazu: von wegen ich würde den ganzen Tag auf der Couch herumhängen zwischen Cola und (was war das andere?) Chips oder was??? Und wenn es neben dem ganzen Wasser auch mal ein Schluck Cola light gibt, dann sollte mir dies doch vergönnt sein. Oder???
Das mit der Lebensversicherung habe ich letztes Jahr in einem Beitrag hier geschrieben. Ich wollte immer eine haben, denn wenn ich mal gehe, dann müsste mein Mann sich Geld von seinen Eltern, von der Bank oder sonst was leihen. Meinst Du, ich will auf Schulden beerdigt werden? Ich denke schon, dass ich verantwortungsbewusst in einigen Punkten handele. Vielleicht nicht mit meiner Gesundheit, aber mit meinem am nächsten stehenden Menschen. Und auch er hat mir nicht drein zu reden, ob und was ich esse, das mache ich bei ihm auch nicht. Das ist etwas lebensnotwendiges und auch etwas intimes (findet auch mein Mann). Ich weiß jetzt schon, dass Du das nicht verstehen kannst.
Kannst Du mir erklären warum ich hunger haben soll? Warum soll ich mich nicht satt essen dürfen??? Kannst Du das nicht verstehen, dass mir schlecht wird wenn ich nicht esse? Dass ich sogar aggressiv werde wenn ich nicht esse??? Ich weiß selber nicht warum das so ist. Kann mir ein Arzt auch nicht (DIE WISSEN ÜBRIGENS AUCH NICHT ALLES!!!)
Außerdem muss ich innerhalb eines Quartals zu mindestens 4 verschiedenen Ärzten. Das heißt, wenn ich mal zum Augenarzt oder Zahnarzt muss, dann kommen noch 1 bis 2 Ärzte hinzu. Meinst Du, das macht mir Spaß??? Ich fühle mich damit total überfordert.
Aber eine Seele darf ein Mensch nicht haben - Jeder Arzt pickt sich eine Krankheit von mir raus und versucht zu behandeln. Toll. Ich bin aber nur EIN einziger Mensch. Du wirst Dich nicht dazu herablassen zuzugeben, dass Du mich verstehst. Oder ich sage besser: Du wirst Dich nicht einmal bemühen mich oder andere in der Situation zu verstehen.
Ich aber bin anders und versuche mich sogar in mein Gegenüber zu versetzen und die Probleme, die er/sie hat nachzuvollziehen um das Problem dann für den Betroffenen und nicht für mich gut anzugehen.
Warum kannst Du Menschen nicht akzeptieren die so leben wollen wie ich es beschrieben habe? Ich schaue übrigens nicht diese übertrieben heruntermachenden und negativen billigen Talkshows an!!! (Es gibt ein Programmheft aus dem ich mir etwas heraussuche, was mich interessiert und das ist gar nicht so viel).
Da hab ich besseres zu tun, nämlich anderen Leuten helfen. Ich selber wende mich ja noch nicht mal an jemanden, habe es mal hier versucht um jemanden zu finden, der/die mich versteht. Aber das scheint hier nicht der Fall zu sein und "wir" machen mal wieder eine Schublade auf um jemanden da hineinzupressen. Es wird nicht geschaut was derjenige für ein Problem hat.
Ich will kein Mitleid und auch kein Selbstmitleid. Wofür??? Das brauche ich nicht und es tut mir leid, dass es scheinbar den Eindruck auf Dich gemacht hat, das wollte ich nicht. Ich bin normalerweise eher für andere da als für mich.
Vielleicht denkst Du einfach mal vorher nach bevor Du etwas schreibst.
Schönen sonnigen Tag, Bea (die sich fragt wie sie das Piepsen des Monitors ausschalten kann... -
Bea
Rang: Gastam 23.06.2005 17:12:58
KLEINER NACHTRAG
gerade habe ich Olivers Antwort gelesen. Dazu fällt mir noch ein, dass ich schon mal so ein Übergewicht hatte, dann aber meine Hormone sich eingependelt hatten und ich OHNE MEIN DAZU TUN 30 kg abgenommen hatte.
Aber ich war leider vor einigen Jahren für ein ganzes Jahr (1 Jahr) im Krankenhaus und habe dort 40 kg zugenommen, das hatte ja auch seinen Grund. Oder haben die Ärzte das extra gemacht (wer weiß, Michael).
Auf jeden Fall ist bei mir wieder etwas nicht in Ordnung und ich habe nur im letzten Jahr die 7 kg abgenommen, mehr nicht. (Ach Michael, ich hab übrigens Mitte Juli einen Termin bei meiner Ärztin, schon seit einigen Monaten steht der Termin) Aber das Übergewicht immer einen Grund hat und auch in der Vererbung liegt (Vorfahren waren alle korpulenter gebaut - sogar ohne Cortison) das magst Du Dich nicht fragen.
Wozu auch, ist ja eh uninteressant, weil ich ja schon in einer Schublade sitze....
von Bea -
Ralf
Rang: Gast -
rudi
Rang: Gastam 30.06.2005 21:58:47
hallo bea,
schön mal wieder was von dir zu hören.
schätze mal, dass du ohne hilfe deine situation nicht verbessern kannst.
die schokosucht habe ich auch mal gehabt, ist lange lange her, hatte mit rauchen aufhören zu tun.
seit dem esse ich nur noch ab und zu 71%ige soko, nur 1 bis 2 stücke. schokolade macht glücklich, da ist was dran.
wünsch dir was, rudi -
Daniela
Rang: Gastam 23.07.2005 00:15:38
Hallo Bea,
ich verstehe Dich sehr gut und Du solltest Dir einen Diabetologen suchen, das genau so mit dem besprechen.
Die Antwort "nehmen Sie ab" wird der nicht bringen können, denn so gehts erstmal nicht.
Weshalb willst Du kein Metformin, oder habe ich was überlesen?
Du kannst Dir Insulin verschreiben lassen, dann geht das mit dem Essen auch. Es fragt sich nur ob Du dann damit glücklicher bist.
Ich denke es ist verdammt schwer, vor allem wenn man eine Süßnase ist, mit einem Diabetes Typ II diszipliniert zu leben, ich finde den Leidensdruck auch zu hoch sich jeden Tag das geliebte Essen zu verbieten. Im Übrigen ist nicht das Gewicht alleine Schuld, sonst wäre doch jeder "Dicke" Diabetiker..
Suche Dir einen Arzt, der mit Dir das macht, was Dir die meiste Lebensqualität bringt!
Grüße, Daniela -
carolin
Rang: Gastam 30.07.2005 01:29:11
Liebe Bea,
ich bin ganz neu im Forum und habe Deinen ersten Beitrag leider nicht gelesen, aber wenn ich mir Deinen 2. Teil anschaue, denke ich, dass es wirklich wichtig für Dich wäre, Dir Hilfe zu suchen. Ich muss sagen, für die meisten und so erst mal auch für mich, klingt es sehr egoistisch, das Leben so leicht zu nehmen. Ich hab gelesen, dass Du einen, wie es scheint, sehr verständnisvollen Mann hast. Findest Du nicht, dass Du allein für ihn schon für Lebensmut kämpfen solltest? Ich weiß, das ist sehr leicht gesagt. Wenn man sich erst mal an diesem Punkt befindet, aber man darf sich doch nicht wegen einer Krankheit wie Diabetes aufgeben. Ich weiß ja nichts genaues über Deinen Krankheitsverlauf, daher möchte ich mir auch nicht anmaßen Dich deswegen zu verurteilen, aber ganz ehrlich. Ich muss sagen, wir alle hier, haben doch eine einigermaßen händelbare Krankheit, mit der man durchaus gut leben kann. Du kannst doch alles machen. Sicher, man kann nicht immer alles esse oder trinken wann und wieviel man möchte. Ganz ehrlich, das nervt mich auch. Ich würde auch gerne ohne Bedenken essen und vor allem auch mal trinken, aber das geht nun mal nicht. Aber wenn Du wirklich so starke Probleme hast, solltest Du Dir vielleicht wirklich einen guten Diabetologen suchen, der Dir hilft, das alles in den Griff zu bekommen. Wenn es Dir mit Insulin besser gehen würde, wäre das doch völlig legitim. Ich muss zugeben, da ich Typ I bin, ist das nicht so mein Gebiet. Informiere Dich doch mal über Deine Möglichkeiten.
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du wieder Lebensmut fasst. So viele Menschen müssen so früh gehen, obwohl sie nicht wollen. Mein Onkel hatte noch so viel vor und wurde dann unheilbar krank und starb innerhalb von nur ein paar Monaten. Wirf Deine Gesundheit nicht weg, denn für mich hört es sich so an, als ob es in Deinem Leben eine ganze Menge Dinge gibt, die es absolut lebenswert machen! von carolin