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AOK lehnt Pumpe ab - nach 12 Jahren!

  • Loher-Grunwald Michaela

    Rang: Gast
    am 07.06.2005 19:09:37
    Heute hat der medizinische Dienst der AOK die Anschaffung eines neuen Pumpensets abgelehnt, und das obwohl ich seit 12 Jahren die Pumpe benutze und mich in ständiger ärztlicher Betreuung befinde. Die Begründung lautet, dass mein hba1c mit 8,6 für eine Pumpentherapie zu hoch ist, somit also die Pumpentherapie bei mir erfolglos zu sein scheint. Was erstaunlicherweise der Grund ist, weshalb ich vor 12 Jahren die Pumpe bekam, denn mit Spritzen von Insulin war mein Blutzucker nicht in den Griff zu bekommen und der hba1c nahe 10.

    Wie kann ich gegen diese Entscheidung der AOK vorgehen?

    mfg
    von Loher-Grunwald Michaela
  • Reiner

    Rang: Gast
    am 07.06.2005 21:27:25
    Ganz einfach ......KLAGEN !!!
    Und die Aussichten auf Erfolg sind hier bestimmt groß !!! von Reiner
  • Toshi

    Rang: Gast
    am 07.06.2005 22:56:52
    Die AOK hat sich für ihre Entscheidung die Fortführung der Therapie abzulehnen sicherlich ein sozialmedizinisches Gutachten beim MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) eingeholt. Ich würde zunächst einmal bei der AOK schriftlich Widerspruch einlegen und sie bitten dir das Gutachten zuzuschicken. Danach wäre es gut in Zusammenarbeit mit dem verordnenden Arzt einen schriftlichen "begründeten" Widerspruch einzulegen. Sollte dass dann alles immer nioch keinen Erfolg haben, bleibt dann nur noch der Klageweg.
    Viel Erfolg. Toshi!
  • Oliver Fliesgen

    Rang: Gast
    am 08.06.2005 14:54:39
    oder Presse einschalten?

    Gruß
    Oliver von Oliver Fliesgen
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 09.06.2005 00:04:05
    Hallo Michaela.

    Wieso ist Dein HbA1c trotz Pumpe so hoch (8,6)? Wo liegen Deine Schwierigkeiten, einen gleichmäßigen Zucker zu haben? Wie alt bist Du? Wann war Deine letzte Schulung?

    Gruß,
    Lovely
  • Michaela Loher-Grunwald

    Rang: Gast
    am 11.06.2005 12:37:54
    So, nach langwierigen Debatten und vielen Gesprächen ist jetzt so was ähnliches wie eine Klärung

    entstanden.

    Offensichtlich haben einige Kassen in den letzten 4 Jahren bezgl. der Vergabe von Hilfsmitteln

    ihre Bestimmungen geändert. Unter anderem die AOK verlangt nun die Vorlage des

    Blutzuckertagebuches, bevor die Pumpe erneut gewährt wird.

    Selbstverständlich erhält jeder von der AOK absolut sinnlose Schreiben - Werbung etc. die

    ungelesen in den Mülleimer wandert. Dass bei dieser Flut von Wegwerfsendungen keine Kapazitätet

    mehr bleiben, um wichtige Kleinigkeiten mitzuteilen ist selbstverständlich. Wer die Ironie nicht

    bemerkt hat hier Klartext: Über jeden Scheiß erhält man ein Schreiben (Hula-Hoop-Seminar auf

    Malle), aber lebenswichtige Dinge teilt einenm niemand mit.

    Mein Arzt führt eine diabetologische Schwerpunktpraxis. Ihm habe ich auch seit 8 (!) Jahren die

    Blutzuckertagebücher vorgelegt. Nachdem er sie geprüft hat, hebe ich diese natürlich nicht auf

    sondern werfe sie in den Papiermüll. So kam es auch, dass die AOK bzw. der medizinische Dienst der

    Krankenkassen von mir nur EIN Tagebuch über lediglich 2 Monate bekommen hat, dass auch noch

    lückenhaft geführt war. Lückenhaft, weil ich nicht jeden Morgen, Mittag, Nachmittag, Abend und

    Spät die Werte direkt ins Buch einschreibe. Mein Messgerät hatte einen Speicher von 1000 Daten mit

    Datum und Uhrzeit, die habe ich halt dann mal Monatsweise rückwirkend eingetragen. "Hatte", weil

    es kaputt gegangen ist, und die gespeicherten Daten unwiederbringlich verloren sind.

    Tja, und die Pfeifen vom mDK denken halt nun, ich hätte gerade vor 2 Monaten das führen eines

    Buches angefangen, und auch darüber keine Ahnung. Lächerlich, aber offensichtlich ist den

    Herrschaften dort auch das Konzept eines Telefons fremd, sonst hätten sie bei meinem Arzt

    nachfragen können.

    Fazit:
    HEBT EURE BLUTZUCKERTAGEBÜCHER AUF! Nicht jede Kasse verfolgt diese Praxis. Aber da die AOK damit

    Erfolg haben wird, werden die anderen folgen.

    Meine Situation:
    Da die AOK offensichtlich versäumt hat, sowohl mich als auch meinen Arzt von der Bedeutung der

    Tagebücher zu unterrichten kam folgende Übereinkunft zu stande: Für 6 Monate mietet die AOK für

    ich die Pumpe an. In diesen 6 Monaten muss ich ein Tagebuch "gewissenhaft führen". Tue ich dies,

    erhalte ich die Pumpe weiter, UNABHÄNGIG VON MEINEN hba1c-Werten!!

    ABER
    NIEMAND ist in der Lage, mir schriftlich mitzuteilen, wie ein "gewissenhaft geführtes"

    Blutzuckertagebuch auszusehen hat, damit ich von der AOK die Pumpe in 6 Monaten bekomme. Aus

    meiner Sicht wollen sich die AOKler nur aus einer teuren Behandlung zurückziehen. Kann mal jemand

    ausrechnen, wie viele Pumpen man allein mit der Erhöhung der Bezüge des Vorstands hätte kaufen

    können? von Michaela Loher-Grunwald
  • Lachmoewe

    Rang: Gast
    am 13.06.2005 19:52:07
    Hallo!
    Hatte das Theater vor drei Jahren mit einer anderen Krankenkasse. Auch die wollte eine Folgepumpe aufgrund des hohen Hba1c nicht finanzieren. Ich habe Werte und Tagebücher nachgereicht und als das alles nicht reichen sollte, habe ich schriftlich angedroht, zu klagen und schwuppp... hatte ich nach fast 12 Monaten hin und her (Seitens der Krankenkasse oft nur telefonisch -der Sachbearbeiter weiß nun immerhin sehr viel über dm und Pumpentherapie...) die Pumpe durch. In einem Jahr isses wieder so weit :o)
    Mal sehen, wie´s dann läuft.

    Lieben Gruß,
    Lachmoewe