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DM2 und Infektion
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Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 24.05.2005 17:07:34
Tach,
wenn ein DMler eine Erkältung oder generell ein Infekt bekommt, deutet sich das ja oft schon Tage vorher an. Die Blutzuckerte geraten durcheinander. Jedenfalls bei mir.
Weiß jemand, wie das bei Stoffwechselgesunden ist? Haben die dann auch evtl. höhere Werte?
Falls ja: nehmen wir an, ein Stoffwechselgesunder geht zum Arzt und der macht einen Glukosetoleranztest. Da der Patient keine Symptome eines Infektes zeigt, klagt er auch nicht. Der Arzt stellt grenzwertige Werte fest und stellt die Erstdiagnose DM oder Prae-DM, verschreibt direkt mal Metformin oder ein anderes Medikament. Wäre ja irgendwie blöd oder?
Gruß
Oliver von Oliver Fliesgen -
Andreas
Rang: Gastam 24.05.2005 21:54:29
Hallo Oliver!
Leider konnte ich bis jetzt in der Fachliteratur keine genaueren Aussagen darüber finden.
Bei einer Infektion ist die Glukosetoleranz erniedrigt und der Insulinbedarf erhöht. Ein stoffwechselgesunder Mensch wird wahrscheinlich den erhöhten Insulinbedarf durch seine eigene Insulinreserve kompensieren können. Bleibt also noch die Frage zu klären, ob es im Rahmen der erniedrigten Glukosetoleranz zu pathologischen Werten kommt.
Aber welcher Arzt würde denn bei Grenzwerten sofort eine medikamentöse Therapie einleiten? Da sollte man schon unterscheiden, ob eindeutige Symptome für eine Indikation bestehen oder ob vorerst eine Beobachtung ausreichend ist.
Trotzdem finde ich aber deinen Gedanken recht interessant.
Herzliche Grüße
Andreas
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klausdn
Rang: Gastam 24.05.2005 22:21:26
hallo olliver,
meine frau hat egal ob grippal. inf. oder nicht mo70-75, pp mal 102, fuer 5 min, da sind wir schon anderes gewoehnt.
und vom abwarten und beobachten halte ich garnichts, die grenzwerte, sind sowieso zu hoch gesetzt(die werden auf einer diskussion gefunden, nicht durch erfahrung) und folgen - wenn die da sind,
rueckgaengig ist nichts zu machen.
ich find 20000 amputationen/a sind zuviel, moechte nicht wissen wieviele beobachtete darunter sind.
mfg klaus von klausdn -
Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 25.05.2005 09:20:29
Hallo,
war auch nur eine Art Gedankenexperiment. Ich habe hier im Forum dann doch die eine oder andere Schilderung gelesen, die beschrieb, dass Ärzte sofort Medikamente verschrieben haben. Über die Seriösität dieser Doktoren lässt sich natürlich streiten.
Ich wollte damit auf etwas Anderes hinaus: es gibt hier Anfragen von Menschen mit Werten, die auf einen beginnenden DM hindeuten. Ihnen wird dann zu recht geraten, einen Diabetologen aufzusuchen.
Ich frage mich nur, ob wir (oder andere Antworter) manchmal mit unseren Schlüssen zu vorschnell sind?
Gruß
Oliver von Oliver Fliesgen -
Katharina
Rang: Gastam 25.05.2005 10:57:20
@klausdn
Ich glaube, die Grenzwerte sollten eben nur "Grenzen" aufzeigen und nicht verbindliche Normen signalisieren. DEN Wert gibt es ja sowieso nicht, egal ob für BZ nüchtern, pp oder Blutdruck etc., weil jeder Körper und jeder Stoffwechsel anders reagiert und andere Werte aufweist. Man kann nur sagen, von .. bis ... ist im normalen Bereich, ab da wird es riskant, und ab dem Wert sowieso ist man eindeutig im Krankheitsbereich. Ich finde es nicht sinnvoll, die angeblich verbindlichen und maßgeblichen Werte immer weiter nach unten zu drücken, wie es u.a. manche Ärzte tun. Damit setzt man sowohl Gesunde als auch DMler nur sinnlos unter Druck und löst unnötige Ängste aus. Einen noch im normalen Grenzbereich befindlichen Nüchtern-BZ dann z.B. mit Medikamenten gewaltsam weiter nach unten zu drücken, um irgendwelche fiktiven Idealwerte zu erreichen, belastet den Körper mehr als es ihm nützt. Manchmal frage ich mich, inwieweit die Pharma-Lobby bei diesen "Werte nach unten berichtigen" ihre Finger mit im Spiel hat .... Sie verdient ganz hübsch daran.
Katharina -
Ines
Rang: Gastam 25.05.2005 11:00:52
Hallo Oliver,
das mit dem "Vorschnell-Schließen" halte ich für durchaus wahrscheinlich.
Mein Diabetes wurde auf dem Höhepunkt einer Akuten Sarkoidose - Autoimmunerkrankung, die Entzündungen im ganzen Körper verursacht und alle Organe befallen kann - entdeckt. Heute frage ich mich ernsthaft, ob ich tatsächlich ein "echter" DM2-ler bin oder ob ich im Zuge der Sarkoidose eher eine starke Entzünung der Bauchspeicheldrüse hatte? Sicher läßt sich das im Nachhinein schwer feststellen - ich habe zwischenzeitlich meine Ernährung umgestellt, treibe Sport etc.
Fakt ist, daß ich seit längerer Zeit nicht mehr spritzen muß und auch keine oralen AntiDiabetika mehr einnehme. Die BZ-Werte sind immer im grünen Bereich.
Gruß Ines -
klausdn
Rang: Gastam 25.05.2005 11:30:20
hallo an alle,
@katharina,
ich moechte da nichts dramatisieren, nur weiss ich aus der shg dass viele leute mit 200 rumlaufen und von ihren docs beruhigt werden mit, das ist nicht so schlimm.
wenn ein t2 uebergewichtig ist, kann er wie oliver gezeigt hat , mit bewegung und abnehmen viel erreichen, aber auch nicht alle, und wenn ein doc ein jahr braucht um das zu merken- ist das ein verlorenes jahr.
wenn einem t2 ? , mit einem bmi von 22 empfohlen wird abzunehmen und sport zu treiben(bei bluthochdruck, und nierenproblemen) emfinde ich diesen rat als sinnlos.
das problem mit den folgen kommt leider in den foren nicht so oft , weil blinde und amputierte meist nicht im in sind. (da sind es die kinder die um hilfe rufen)
da ich selber folgen habe , warne ich vor verniedlichung, und die folgekosten sind so hoch, dasss die pharmaind. an den unbehandelten dm-lern viel mehr verdient als an den behandelten.
mfg klaus
von klausdn -
Katharina
Rang: Gastam 25.05.2005 12:20:46
Hallo an alle,
@ klausdn
Hallo, Klaus, du hast völlig recht und ich sehe es in den von dir angeführten Punkten genauso wie du. Ich habe bei meinem Einwand mehr an die Leute gedacht, die z.B. im Forum schreiben, sie hätten einen Hba1c von 5 komma nochwas und wie man den noch weiter runter bekäme, oder an Ärzte, die bei einem Nüchtern-BZ unter 120 gleich mit Metformin anmarschieren und Hölle und Teufel androhen, was passiert, wenn der Patient nicht Medikamente nimmt, oder an die Mess-Freaks, die gleich ausflippen, wenn ihr BZ morgens mal über 110 liegt. Das ist genauso übertrieben wie es - ganz klar! - schlimm ist, wenn eindeutig zu hohe Werte verharmlost werden und man die Patienten beruhigt, von wegen nicht soviel Süßes essen und ansonsten abwarten, bis einem ein Fuß abfällt!
Alles Gute dir,
Katharina -
Oliver Fliesgen
Rang: Gastam 25.05.2005 15:16:16
Hallo,
also ich habe nicht gerne Nüchternwerte über 110, weil dann kann ich nicht ordentlich frühstücken. In Panik sollte man nicht verfallen, aber es muss tewas geschehen. Die normalen Nüchternwerte eines Stoffwechselgesunden sind bekannt. Ich glaube nicht, dass es soviel mit der Pharma zu tun hat.
Als DMler kann ich nur versuchen, meine Werte so gut es geht den Werten eines Gesunden anzunähern. Aber unverkrampft, das stimmt und ohne Panik.
Oliver von Oliver Fliesgen