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Könnte ihm eine Pumpe helfen? (lang und verzweifelt)

  • Andrea

    Rang: Gast
    am 09.05.2005 14:36:02
    Ich bin heute durch Zufall auf dieses Forum gestossen, und hoffe, hier kann mir jemand helfen!

    Mein Mann ist 29 und seit 9 Jahren Typ-1-Diabetiker. Er spritzt Novorapid und Lantus und ist damit (eigentlich) auch sehr gut eingestellt. "Eigentlich" deshalb, weil seine Werte völlig in Ordnung wären, wenn er denn auch pünktlich zu den Mahlzeiten spritzen würde, und nicht erst zwei Stunden später :(

    Das war nicht immer so, bis vor fast zwei Jahren, hatte er immer einen HbA1c von 5,8 -6,0

    Dann hat er den Arbeitsplatz gewechselt, ist jetzt in einer Führungsposition, arbeitet 12-13 Stunden täglich, oft sechs Tage die Woche. Keine feste Mittagspause und Dauerstress. Zuhause funktioniert es einigermassen, aber in der Arbeit... er vergisst einfach zu spritzen, messen tut er nur zu Hause.

    Letztes Jahr im März war er eine Woche stationär, wurde noch einmal geschult, es hat nur ganze sechs Wochen angehalten! Jetzt ist er bei einer neuen Diabetologin, die aber das selbe sagt wie unser Hausarzt: Sie können ihm nicht helfen, solange er so schlampig damit umgeht.

    Ich bin Krankenschwester, bin also nicht ganz ahnungslos die Materie betreffend. Ich habe immer den Gedanken, dass ihm eine Pumpe helfen könnte, das nimmt weniger Zeit in Anspruch!
    Wenn er in der Arbeit direkt nach dem Essen ausgerufen wird, das Telefon klingelt, ein Angestellter möchte etwas von ihm und drei Kunden warten, kann ich sogar nachvollziehen, das er nicht ans spritzen denkt! Mit einer Pumpe wäre das Problem gelöst, da er die auch im Laden, im Besprechungsraum und überall bedienen kann, und ja auch immer dabei hat! Oder sehe ich das ganz falsch? Ich muss gestehen, mit Pumpen hab ich kaum Erfahrung...

    Hausarzt und Diabetologin wehren sich aber gegen die Pumpe, hab aber langsam den Verdacht, dass das an den Kosten liegt????

    So kann es jedenfalls nicht weitergehen, wir haben einen zweijährigen Sohn und bekommen im Juli wieder Nachwuchs! Er muss das langsam echt wieder in den Griff kriegen! Wie kann ich ihm helfen, oder was können wir tun? Wie steht ihr zu der Idee mit der Pumpe?

    Bin für jede Anregung dankbar!

    LG, Andrea (die langsam nicht mehr weiter weiß)
  • Anonym

    Rang: Gast
    am 09.05.2005 14:53:38
    Hi Andrea,

    ich denke es ist erstmal wichtig das Dein Mann auch in der Arbeit misst.
    Vielleicht sträuben sich die Ärzte auch deswegen. Bei der Pumpentherapie ist
    es wichtig auch zwischendurch zu messen, da es schneller zur Ketoazidose kommen kann als bei der Spritze.
    Es gibt abgesehen von technischen defekten z.B. die Möglichkeit das der Katheter undicht ist usw. dann kommt weniger oder kein Insulin mehr im Körper an. Damit man diese Dinge rechtzeitig bemerkt ist es halt wichtig mind. 4-6 mal täglich zu messen.
    Wenn ich nur Morgens und dann nochmal ggf. Abends zu Hause messe kommt in der Regel nichts gutes raus.
    Ansonsten ist eine Pumpe eine enorme Erleichterung, ich kann mal schnell für eine Mahlzeit einen Bolus abgeben, geht schneller als mit Spritze/PEN.
    Es ist aber kein! geschlossenes System das automatisch alles regelt.
    Man muss immer noch messen und die Dosis berechnen und per Knopfdruck abgeben.
    Somit benötigt man immer noch Zeit und muss sich drum kümmern.

    Hier ist im übrigen auch noch ein anderes gutes Forum, da ist mehr los...

    http://www.forum.diabetesinfo.de/forum von Anonym
  • Andrea

    Rang: Gast
    am 09.05.2005 15:10:42
    Danke für deine Antwort! Es ist mir natürlich klar, dass auch eine Pumpe mit Arbeit verbunden ist ;) aber ich denke, er wäre grade am Arbeitsplatz flexibler und schneller fertig, als mit dem Pen. von Andrea
  • Anonym

    Rang: Gast
    am 09.05.2005 20:24:22
    Hi Andrea,

    wie ich gesehen habe hast Du das Forum schon gefunden.
    Im Grunde genommen ist dort das meiste schon gesagt worden.
    Ich wollte ausdrücken das wenn man keinen Bock auf Diabetes hat, eine Pumpe nicht unbedingt das richtige ist.
    Die Pumpe birgt ein höheres Risiko von Hyperglykämien, wenn man alles stark schleifen läßt.
    Es ist aber verständlich das es auch mal eine Phase gibt, wo man nicht alles so genau nimmt und alles ein wenig schleifen läßt.
    Mit der Pumpe ist es da etwas besser, da man in bestimmten Momenten seine Ruhe hat.
    Man muss nicht zum Zeitpunkt X das Basal injezieren, das macht die Pumpe ja automatisch.
    Wenn man gut geschult ist, kann man auch auf Ereignisse besser reagieren.

    von Anonym
  • Uli

    Rang: Gast
    am 12.05.2005 02:45:22
    Ich denke, eine Pumpe ist nicht die Lösung!
    Mit Pumpe geht zwar vieles leichter, aber sie erfordert es auch, dass man sich ein wenig damit beschäftigt. Ohne Messen geht zwar eine Weile, aber irgendwann drückst du dann niur noch auf Verdacht. Also messen ist unbedingt nötig! Und den Boöus kannst du mit Pumpe genauso vergessen wie mit Pen (Passiert mir leider auch immer mal, vor allem wenn es schnell gehen muss oder ich mit meinen Gedanken längst woanders bin).
    Was deinem Mann helfen würde, wäre die Erkenntnis: "Hey, du lebst nicht nur für die Arbeit! du hast eine Familie und eine Zukunft! Denk mal daran!" Ob er da allein drauf kommt? Eher wohl nicht! Allerdings glaube ich, das ihn nur diese Erkenntnis weiterbringen würde - eine Pumpe nicht!
    Ich würde eher in Richtung Lebensberatung oder psychologische Beratung denken!
    Ich wünsche dir aber viel Erfolg - egal wie! von Uli