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  • Julia

    Rang: Gast
    am 14.04.2005 20:51:25
    vor zwei wochen wurde bei mir (20, eigentlich recht sportlich und ziemlich schlank) diabetes typ 1 diagnostiziert. heute hab ich zum ersten mal wieder sport getrieben. bin mit einem anfangsblutzucker von 160 ungefähr 20 minuten gejoggt, hinterher lag er bei 167, eine stunde später sogar bei 183 ... ich dachte, sport würde den blutzucker senken?! weiss jemand, was da passiert ist?
  • Reinhard

    Rang: Gast
    am 15.04.2005 10:33:33
    Du schreibst nichts über Deine Therapie.
    Bei Insulinmangel steigt natürlich der BZ, kann schlimmstenfalls zur Keto (und Koma) führen. von Reinhard
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 15.04.2005 10:55:05
    mir stellt sich die frage nach einer remissionsphase und einer möglichen gegenregulation. ausserdem wie schon geschrieben, nach (relativem?!) insulinmangel. könnte auch sein, dass es einfach ein zuviel an sport war. sport sollte mensch nicht so betreiben, dass mensch auf kiefern zuhause ankommt. adrenalin und insulin beissen sich auch. von thomas2002
  • Anke S.

    Rang: Gast
    am 15.04.2005 12:38:07
    Hallo Anonym,

    erst einmal: es freut mich, dass du so früh nach Diabetesmanifestation bereits wieder mit dem Sport beginnst !

    Sport mit Diabtetes ist ein recht umfangreiches Kapitel, mit dem man Bücher füllen könnte.
    Wichtige Punkte:
    * Grundsätzlich senkt Sport den BZ, das ist richtig, ja. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass immer etwas Insulin im Körper vorhanden ist, da das Insulin der "Schlüssel" für die Glukose (Traubenzucker) ist, um vom Blut in die Zellen zu gelangen und den Zellen damit die notwendige Energie zu liefern. Ist gar kein Insulin mehr da, gelangt die Glukose nicht in die Zelle, sondern bleibt im Blut zurück (Folge: hoher BZ). Weil die (Muskel)Zellen dann "Energiemangel !" melden, schüttet die Leber Zucker aus. Auch dieser Zucker bleibt aber ohne Insulin im Blut, so dass es unter Insulinmangel zunehmend zu einer BZ-Steigerung kommt. Dieser Regelkreislauf gilt prinzipiell immer, kommt beim Sport aber besonders zum Tragen, da die Zellen dann natürlich besonders viel Energie bräuchten und die "Zuckerforderungen" an die Leber sehr hoch ausfallen, so dass die Leber auch viel ausschüttet.

    * aus o.g. Grund ist es recht wichtig, in gewissen Abständen eine Mahlzeit zu halten, damit man regelmäßig einen Insulinbolus geben kann, so dass es nie zum absoluten Insulinmangel kommt. Je kürzer die Basalspritze zurück liegt, desto mehr Insulin ist von allerdings ohnehin noch im Körper.

    * ist das Insulin gesichtert, ist die Hauptgefahr beim Sport tatsächlich das Absinken des BZ. Dem kann man mit zwei Methoden begegnen: mit Kohlenhydratzufuhr oder mit einer geringeren (nicht: gar keiner!) Insulingabe als sonst.
    Die Erfahrung zeigt, dass es ganz ohne "Zusatz-BE" in aller Regel schief geht, als beste Lösung bietet sich die Kombination von weniger Insulin beim letzten (Essens)Bolus vorm Sport plus je nach Intensität mehr oder weniger Zusatz-BE an

    * liegt die letzte Basalspritze sehr lange zurück (z.B. am Morgen, wenn man abends sportelt) und man hat über Stunden keine Mahlzeit gegessen (und entsprchend keinen Bolus gegeben) und möchte sich bewegen, kann es tatsächlich sein, dass man vor dem Sport also einen kleinen (!) Bolus geben muss, um die Insulinversorgung sicher zu stellen. Dafür braucht man dann in aller Regel aber wieder Zusatz-BE, um nicht zu unterzuckern. Paradox, aber sonst gehen die Werte hoch ....


    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Ausprobieren und viel Spaß beim Sport !

    Alles Gute und viele Grüße, Anke von Anke S.
  • Thomas2002

    Rang: Gast
    am 15.04.2005 12:56:06
    joggst du regelmässig? von Thomas2002