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Therapieziele
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Anke S.
Rang: Gastam 09.04.2005 00:16:08
Hallo allerseits,
ich nehme mir eine weiter unten stehende Diskussion zum Anlass, allen Interessierten eben noch einmal die Therapieziele der Deutschen Diabetes Gesellschaft aufzulisten, die sicher eine gute Empfehlung sind:
Typ-1-Diabetes,
HbA1c: kleiner gleich 6,5; keinesfalls über 7,5
Therapieziel Blutglukosewerte:
* Werte zwischen 90-120 mg/dl vor den Mahlzeiten
* Werte zwischen 100-200 mg/dl 2 Stunden nach Beginn der Mahlzeit
* Werte zwischen 110 -135 mg/dl vor dem Schlafengehen.
Die Schwankungsbreite, die ihr dabei seht, entsteht durch die Umsetzbarkeit, die eben leider nicht immer gegeben ist ;-)
Das heisst, zwar sollen möglichst normnahe Werte erreicht werden, was aber natürlich zu einer höheren Unterzuckerungsgefahr führen kann.
Also sind die Therapieziele Kompromißwerte.
Typ-2-Diabetes:
*HbA1c kleiner gleich 6,5
*BZ nüchtern 80-120 mg/dl
*Gesamt-Cholesterin kleiner 180 mg/dl
*Blutdruck: max130 als oberer, max 80 als unterer Wert
* bei Übergewicht Gewichtsreduktion
Da beim Typ-2-Diabetes häufig (wenn auch natürlich nicht immer !) Übergewicht, erhöhte Blutfette und Bluthochdruck vorliegen, finden all diese Größen beim Therapieziel ebenfalls Beachtung.
Viele Grüße Anke
von Anke S. -
Reinhard
Rang: Gastam 09.04.2005 10:47:11
Hi Anke,
GesaMTChol. unter 180 schädigt das Blut. Lies mal die Bücher "Die Cholesterin-Lüge" und "Mythos Cholesterin" Krebskranke haben besnders niedrige Chol.-Werte.
Es handelt sich um den größten Wissenschaftsbetrug des 20. Jh, den die Pharmaindustrie da veranstaltet hat.
von Reinhard -
Anke S.
Rang: Gastam 09.04.2005 22:57:07
Hallo Reinhard,
die Entscheidung, sich o.g. Therapieziele zu setzen oder auch nicht zu setzen, steht natürlich jeder/jedem frei :-))
Das Posting ist lediglich als Infoweitergabe gedacht, nachdem bei einigen Forum-Teilnehmen bzgl. der Zielwerte offensichtlich Unsicherheiten bestehen.
Isolierte Daten (wie ggf. "niedrige Cholesterinwerte bei Krebs" o.ä.) würde ich selber mit Vorsicht behandeln. Aus med. Sicht wäre bei diesem Beispiel wesentlich wahrscheinlicher, dass das Chol. aufgrund einer Krebserkrankung sinkt (also eine Folge ist), als dass hohes Chol. als Krebsauslöser in Betracht kommen könnte (also eine Ursache ist).
Viele Grüße Anke von Anke S. -
klausdn
Rang: Gastam 10.04.2005 23:11:23
hallo anke,
da ich beide buecher nicht nur habe auch gelesen habe , kann ich ohne reinhard zu kennen, sagen ,so wie du es beschrieben hast hat er es gemeint.
die sache mit den zielwerten ist etwas komplizierter.
diese werte werden aufgestellt von einem verein der an zwei transfusionsschlaeuchen haengt.
staat auf der einen und noch dicker industrie auf der anderen. und du kannst sicher sein, dass diese werte so augewogen werden, dass kein geldgeber vergnatzt wird. (wo die optimale vers.der patienten liegt ist offen)
beisp:cholesterin- grenzwerte- erst 250 dann 200 jetzt 180, da ist klar zu erkennen soviele pillen wie moeglich verkaufen. (in den usa ist cholesterin schon kein thema mehr- bei uns dauert es noch und solange wird kassiert)
beisp: bd frueher 140/80 jetzt 130/70 damit sollen 90% der bevoelkerung ace-hemmer nehmen.
warum gibt es nur grenzwerte fuer t2?
weil es bei t1 nicht lohnt !
bei den ernaehrungsempfehlungen ist es genauso. alle 5 jahre ne neue pyramide.
mfg klaus von klausdn -
Andreas
Rang: Gastam 11.04.2005 09:52:19
Hallo Klaus!
Deine Meinung über die Verordnung von Medikamenten kann ich in gewisser Weise teilen. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass die Ursache für das kardiovaskuläre Risiko offensichtlich die Insulinresistenz ist, die wir ja bei Typ 1 recht selten antreffen.
Herzliche Grüße
Andreas
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Renate
Rang: Gastam 11.04.2005 10:24:00
Hallo Leute,
das mir einige Jahre verordnete Statin hat schwere Nebenwirkungen verursacht: Starke Muskelschwäche (ich sah mich schon im Rollstuhl sitzen), Herzstolperer - Muskelschwäche bedeutet auch mögl. Schädigung des Herzmuskels und im schlimmsten Fall vorzeitiger Herztod, wie ihn ein Pharmakonzern von seinem Mittel vor kurzem melden mußte - Polyneuropathie, Gedächtnisstörungen. Nach Absetzen geht es mir zum Glück wieder viel besser.
Was Krebs angeht: Die Gefahr, Brustkrebs zu bekommen, ist bei Statinen sehr stark erhöht.
Ich habe im Laufe meiner Diabetes-Jahre gelernt, nicht alles hinzunehmen, was Weißkittel empfehlen oder verordnen. Wir Patienten müssen zunehmend selbst auf uns aufpassen und soviel Infos einholen wie nur irgend möglich.
von Renate -
Anke S.
Rang: Gastam 11.04.2005 23:09:24
Hallo Klaus :-)
Hrmpf. Ich sage nun mal nicht "richtig" oder "falsch", aber ein paar Punkte sehe ich anders:
Klar will die Pharma-Industrie verdienen.
Aber das heisst doch nicht zwangsläufig, dass die Medikamente ihren Zweck nicht erfüllen ?!
Ein perfektes Medikament wird es niemals geben, leider. Denn ein Medikament wirkt immer auf den gesamten Stoffwechsel, so dass neben der gewünschten ebenso ungewünschte Wirkungen auftreten.
Deshalb ist so wichtig, abzuschätzen:
ob Nutzen und Schaden in einem guten Verhältnis stehen. Je moderner die Medikamente, desto mehr hat man natürlich bereits daran gearbeitet, den Schaden (den unerwünschten Wirkungsteil) möglichst niedrig zu halten.
Dennoch - man verschreibt seinen Patienten die Mittel nicht, um die Industrie zum Schaden der Patienten daran verdienen zu lassen. Sondern man verschreibt es um seiner Wirksamkeit willen und nimmt die möglichen Nebenwirkungen dabei in Kauf.
Ja, Werte und Richtlinien ändern sich schnell.
Gerade zum Blutdruck (gutes Beispiel !) wurde viel untersucht und man hat vor noch nicht allzu langer Zeit festgestellt, dass (auch leicht) erhöhte Blutdruckwerte bei Typ-2-Diabetikern das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen mit Todesfolge enorm erhöhen. Also hat man die Zielwerte natürlich entsprechend nach unten korrigiert.
ACE-Hemmer scheinen gegenüber all den anderen Blutdrucksenkern (die schließlich ebenfalls von Pharmafirmen vertrieben werden) einen sehr schützenden Effekt auf die Nieren zu haben und sind deshalb bei Diabetikern mit erhöhtem Blutdruck Mittel erster Wahl. Ebenfalls scheinen sie den Ausbruch von Diabetes bei Risiko-Patienten hinauszögern zu können. Eine kleine Lobeshymmne auf diese Mittel halte ich also durchaus für gerechtfertigt ...
Grenzwerte für Cholesterin etc gibt es natürlich ebenfalls für Typ-1-Patienten und wird von den Ärzten auch regelmäßig überprüft (und ggf. therapiert), liegt bei Typ-1ern aber erwartungsgemäß meist im Normbereich und beansprucht keine außergewöhnliche Beachtung.
Weil dagegen bei Typ-2-Diabetes sehr oft die Kombination von Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Übergewicht (="tödliches Quartett") vorliegt, wird im Hinblick auf das erhöhte Sterberisiko der Patienten auf die anderen drei dieser vier Komponenten ebenso streng geachtet wie auf den BZ selbst.
Ich möchte das Posting nicht falsch verstanden wissen -
ich bin der Meinung, man sollte so wenig wie möglich Medikamente nehmen.
Aber wenn es denn nicht anders geht, sollte man auch so viel wie nötig nehmen.
Viele Grüße Anke
von Anke S. -
klausdn
Rang: Gastam 12.04.2005 00:16:57
hallo anke,
dass jedes medikament, das eine wirkung hat, eine nebenwirkung hat, - einig -
gilt genauso auch fuer naturarzeneien wird oft uebersehen.
was mir auffaellt ist nur zb - therapieziele bei cholesterin- veranstalter pfizer. wer da nicht wach wird?
beisp cholesterin alter sollwert max 25o
98% der bevoelkerung= gesund
neuer wert 200, noch neuerer wert 180.
dabei gibt es absolut keinen beweis , das das senken nutzt, auch wenn es immer wieder behauptet wird.
nur das war mein anliegen- wecken- misstrauisch sein, und mal hinterfragen.
mfg klaus von klausdn -
Anke S.
Rang: Gastam 12.04.2005 13:31:26
Hallo Klaus :-)
Misstrauisch zu hinterfragen ist absolut wichtig, das sehe ich ganz genauso !!
Dennoch muss nicht alles (wenn auch manches ...), was man primär erst mal kritisch betrachtet, sich auch als falsch heraus stellen, oder ?
Grade die Pharmakonzerne geben (als Werbung, klar) oft ziemlich gute Schautafeln, Richtwerttabellen u.ä. für Ärzte heraus, die wirklcih nicht zu verachten sind. Mal abgesehen davon, dass man, um die Richtwerte zu erzielen, dann genauso gut mit Mitteln der "Konkurrenz" arbeiten kann ;-) (in Kliniken wird ohnehin immer mehr auf den Kostenfaktor der einzelnen Medikamente geachtet, was auch in Ordnung ist, solange der Wirkstoff der gleiche ist.).
Was das Cholesterin betrifft: da gibt´s Langzeitstudien (die seit Jahren am Laufen sind und die auch in absehbarer Zeit über Jahre weiter laufen werden), die tatsächlich belegen, dass die Sterblichkeit bei erhöhten Werten ebenfalls erhöht ist. ( Die Studien kann ich dir auf die Schnelle leider nicht benennen, müsste man raus suchen.) Wie gesagt passen sich die aktuellen Richtwerte immer den aktuellen Forschungsergebnissen an, bleiben also nicht über Jahre konstant.
Viele Grüße Anke
von Anke S. -
Renate
Rang: Gastam 13.04.2005 14:17:35
Hi Anke,
lies doch einfach das Buch "Mythos Cholesterin", darin sind alle wichtigen, im übrigen von der Pharmaindustrie bezahlten Studien aufgeführt und rrelativiert - 10 Irrtümer zum Thema Cholesterin. Größter Wisseenschaftsbetrug des 20. Jh.!
Alte Menschen mit hohen Chol.-Werten leben sogar länger! Informier Dich erst mal, bevor Du hier meinst, das Heil verkünden zu müssen.
Schädliche NW: Muskelschwäche bis hin zum Herztod,
Polyneuropathie (16fach erhöhtes Risiko), Gedächtnis-
Störungen, ,Herzstolperer, erhöhtes Brustkrebs-Risiko
etc.
Ablagerungen in den Gefäßen bestehen nur zu 1 % aus Cholesterin. Die Nahrungsaufnahme beeinflußt den Cholesterinspiegel nur zu 5 %. - s. Eiertest des Autors (Internist und Naphrologe). Das meiste Chol. braucht das Gehirn.
Wenn die Pharmaindustrie Recht hätte, müßten ca. 80 % der Bevölkerung ihre Pillen schlucken. Sie macht jetzt schon weltweit damit 30 Mrd. $ Umsatz. von Renate