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BE-Berechnung und Essensvolumen

  • Nicol

    Rang: Gast
    am 29.12.2010 18:44:24
    Hallo Daniela,

    "Nach dem Essen spritzen ist übrigens keine Option!!!!"

    Dass stimmt nicht immer. Ich spritze immer nach dem Essen, wegen einen langsamen Magenleerung. Wenn ich vor dem Essen spritze komme ich erst in einen Unterzucker (um die 35) und danach in Uberzucker ( um die 250).
    Seit ich nach dem Essen spritze hab ich keine
    grosse Schwingungen mehr.

    Dass finde ich eigentlich ganz angenehm. So kann ich die Menge Insulin ganz präzise berechnen und habe keine Probleme wenn das Essen mal anbrennt ;-)
    von Nicol
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 30.12.2010 07:08:56
    Hallo Nicol,

    bei pathologisch zu langsamer Magenentleerung ist das was Anderes, wir reden hier aber allgemein ;-)


    Liebe Grüße, Daniela
  • Astrid

    Rang: Gast
    am 30.12.2010 10:50:27
    Hallo Daniela,
    ja das mit den Autos auf der Autobahn ist sehr anschaulich. Aber warum wird dann überhaupt nach Be und Be-Faktor gespritzt, wenn einzelne IE viel besser wirken?
    Habe wieder angefangen zu studieren ( Oecotrophologie) und esse dann in den Pausen etwas( Brote, Obst), so alle 2 Stunden und spritze dann 1-2 IE Analog jeweils, und die brauche ich auch theoretisch, laut BZ und BE-Faktor. Aber gegen 14.00 Uhr hab´ich dann regelmäßig Unterzucker, obwohl dann fast gar keine Basalwirkung mehr vorhanden sein dürfte, da ich Levemir um 24.00 Uhr und mittags um 14.00 Uhr spritze.
    Habe so das Gefühl, daß sich die ganzen kleinen Insulinportionen im Laufe des Zages potenzieren, muß sie aber auch spritzen, da mein BZ mitunter dann bei 180 und höher lag. Also weniger spritzen ist auch nichts. Den SEA halte ich natürlich ein, mit dem "Feintuning" experimentiere ich schon Jahre.

    mfg von Astrid
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 30.12.2010 11:55:09
    Hallo Astrid,

    wenig BE gehen schneller ins Blut - nicht besser. Das mit dem Bolusfaktor ist schon richtig, der bleibt quasi gleich, er ändert sich nicht wirklich mit der Menge der BE, aber er ändert sich wenn der Glykämische Index des Essens sich ändert!
    Analoga sind bei "viel" BE nicht brauchbar!
    Wie wäre es wenn Du für mehr BE dann ein Normalinsulin verwendest, lass Dir was verschreiben.

    LG, Daniela
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 30.12.2010 19:50:55
    Moin Astrid,

    Du gehst das Spiel etwas zu rechnerisch an. Du berücksichtigst überhaupt nicht, dass Du etwa die Häfte Deines alltäglichen Glukoseumsatzes gar nicht direkt mit rechenbarem Bolusbedarf isst, sondern dass die fortlaufend und nur von neuem Futter mehr oder weniger kurz unterbrochen aus der internen Glukose-Ausgabe aus Leber und Nieren kommt. Natürlich richtet sich diese innere Ausgabe wenigstens ein gutes Stück weit nach dem jeweiligen Bedarf, läuft also keineswegs immer auf einem Level durch, und braucht dafür auch entsprechend verschieden und nicht nur konstantes Basal-Insulin.

    Bedeutet konkret: Der BZ-Verlauf beschreibt sein eigenes Muster, das jede faktorenmäßige Bolus-Rechnung nur mehr oder weniger zutreffend decken kann. Wenigstens genauso interessant wie das Rausfinden der jeweils passenden Menge ist dafür die Beobachtung des Verlaufs, die allein ja auch sagen kann, ob und wieviel Insulinwirkung vom letzten Spritzen noch zu erwarten steht, wenn für den nächsten Snack gespritzt werden soll. Wenn Du also alle 2 Stunden was isst und entsprechend spritzt, kann da nur dann ein zufriedenstellender Verlauf draus werden, wenn Du den insgesamt mehrere Tage engmaschig wenigstens in Stundenschritten beobachtest. Dann würde Dir auch längst aufgefallen sein, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Levemir-Wirkung bei der Spritzung alle 12 Stunden erstaunlich gleichmäßig durch läuft.

    Mit besten Wünschen für 2011, Jürgen
  • havier

    Rang: Gast
    am 31.12.2010 00:45:32
    hallo Jürgen,
    "Der BZ-Verlauf beschreibt sein eigenes Muster, das jede faktorenmäßige Bolus-Rechnung nur mehr oder weniger zutreffend decken kann.."

    Vor 2 Monaten war ich plötzlich Typ2. Naturwissenschaften insbes. Mathe/Statistik sind meine Lieblingsfächer, so machte ich mich also voller Tatendrang ans Messen.
    Anfangs dachte ich wirklich ich könnte das ganze "Zuckerverhalten" in Kurven packen und berechnen.
    Mittlerweile, nach gut 7 Wochen und zerstochenen Fingern muss ich feststellen dass ich es hier mit äusserst komplexen Vorgängen zu tun habe die eigentlich nur noch näherungsweise erfassbar sind.

    Wenn ich sehe wieviel Jahre manche hier schon hinter sich haben, dann steck ich ja erst in den Anfängen und werd also fleissig weitermessen, Kurven zeichnen, nach Mustern suchen und sei es auf meinen Fingerkuppen und und und ....

    und einen guten Rutsch natürlich an alle hier.

    * jetzt bin ich auch ein Insulaner *

    von havier
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 31.12.2010 03:46:12
    bei der unterzuckerung um 14:00 könnte auch der veränderte be-faktor schuld sein. der be-faktor ist morgens am höchsten und mittags am niedrigsten.

    ansonsten auch auf die absorbtionsrate und -menge achten. von thomas2002
  • Kassandra

    Rang: Gast
    am 31.12.2010 11:21:15
    Der tageszeitlich unterschiedliche BE-Faktor
    ist individuell und von Mahlzeit zu Mahlzeit sehr verschieden. von Kassandra
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 31.12.2010 12:38:18
    moin havier,

    den größten Teil der Finger-Löcher aus 20 Jahren hätte ich mir sparen können, wenn ich gleich auf die Idee gekommen wär, dass nicht die Werte vor dem Essen die wirklich interessanten sind, sondern die danach. Mit den selben Werten vor dem Essen kannst Du Dir eine HBA1c 7 genauso machen, wie einen von 9 oder vielleicht sogar 10. Also ne immense Streubreite - Standard-Abweichungen oder so?
    Traditionell bedeutet den BZ mit Medis einstellen bzw schärfer einstellen lediglich, die gesamte BZ-Kurve mit alle ihren Spitzen und Tälern um X Nummern mg/dl absenken. Weil der Abstand zwischen Spitzen und Talsohlen gleich bleibt, kommen die Talsohlen dabei immer näher an oder gar unter die Hypo-Schwelle. Deswegen wird ja dann auch immer geschwätzt, dass man sich den besseren 1c mit mehr Hypos erkauft.

    Viel gescheiter stellst Du's an, wenn Du erst einmal nur die Spitzen senkst und damit die Schwankungsbreite (gesund schwankt die nicht weiter als max etwa 70mg/dl) Deiner BZ-Kurve begrenzt. Wenn Du also Deinen BZ mit Essen und Spritzen und ggf. Bewegen ein bisschen dressierst, z.B. auf einen Verlauf im Rahmen von max 160-140-120mg/dl 1-2-3 Stunden nach dem Essen. Wichtig ist dabei der flache Auslauf. Wer nach 1 Stunde bei 160 und nach 2 Stunden bei 100 ist oder gar schon darunter, hat gute Aussichten, weiter in ne Hypo zu rutschen (das Ganze mit etwas Bewegung auch zeitlich munter beschleunigt) - und das auch noch völlig unerwartet, wenn er seinen Ablauf nicht berücksichtigen und erst zur nächsten Mahlzeit wieder messen will.

    Klar funzt das zu Anfang nur mit kleinen Mengen IEs und KHs, aber mit zunehmender Routine mit dem Muster werden Dir dann auch Erweiterungen immer besser gelingen :-)

    Auf ein gutes 2011, Jürgen
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 31.12.2010 14:38:42
    "der be-faktor ist morgens am höchsten und mittags am niedrigsten"

    Ist auch nicht bei allen Menschen gleich.
    Meiner ist abends am höchsten. von Sabine