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Broschüren Diabetes / Prävention
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Marc
Rang: Gastam 10.03.2005 14:57:41
Hallo Diabetiker,
ich möchte mal Eure Meinung hören und würde mich über viele unterschiedliche Meinungen freuen.
Irgendwann wurde bei uns allen Diabetes diagnostiziert. Der eine wurde als TYPI - , der andere als
TYPII – Diabetiker eingestuft. Wir haben unzählige Broschüren erhalten und Bücher besorgt um über den Diabetes mehr zu erfahren. Überall wird man mit Zahlen zugeschüttet und mit den Folgeschäden. Ich frage mich noch heute, habe ich das damals überhaupt ansatzweise verstanden? Hat es mich auf eine gewisse Art und Weise berührt? Wurde ich durch das Lesen sensibilisiert?
Ergebnis: NEIN. Alles was geschrieben steht, betrifft mich ja nicht und Zahlen bleiben Zahlen. Zudem tut der Diabetes nicht weh.
Mittlerweile wird publiziert das an den Folgen von Diabetes mehr Menschen sterben, als Menschen mit Aids. Die Diabetes-Krankheit könnte zum Totengräber unseres Gesundheitssystems werden. Für mich sind das Alarmglocken!
Was will ich nun? Ich vermisse eine kurze prägnante Broschüre mit Bildern und Tipps wie ich Folgeschäden minimieren kann. Es sollen Bilder mit diabetischem Fuß, Schlaganfall, Dialyse, Herzinfarkt und einem Blinden gezeigt werden, unter den Bildern die entsprechenden Fakten notiert sein. Auf der nächsten Seite wünsche ich mir dann Fakten wie es vermeidbar sein kann, z. B. HbA1c < 6,5%, Blutdruck 130/80 etc. Der Diabetes erfordert schließlich nur ein gewisses Maß an Selbstmanagement um die Ziele zu erreichen. Außerdem geht es um unser eigenes Leben, wir können uns disziplinieren d. h. Blutzucker regelmäßig messen und zur Hilfe Insulin injizieren.
Für einige sind solche Bilder vielleicht zu heftig und es wird mit dem psychischen Druck argumentiert werden, was auch bei einigen sicher zutrifft. Aber vielleicht kann man damit Diabetiker erreichen, die den Diabetes zur Zeit nicht ernst nehmen. Es wird auch Menschen geben, die es überhaupt nicht interessieren wird und weiter ungeachtet schlemmen und keine Beziehung zum Diabetes aufbauen werden, aber denen kann man auch nicht helfen. Mich selber würde eine solche Broschüre ansprechen, ich sehe was geschehen kann, erhalte aber auch Tipps um es nicht so weit kommen zu lassen. Eine Sensibilisierung würde statt finden.
Bevor ich mich an DDG, DDB und DDU wende, wollte ich von anderen Diabetikern Meinungen hören.
Vielen Dank. Marc.
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Anke S.
Rang: Gastam 12.03.2005 17:49:04
Hallo Marc,
selber habe ich die Erfahrung gemacht, dass DiabetikerInnen, die sich den möglichen Folgen ihrer Erkrankung verschließen möchten, das auch angesichts aller möglichen und unmöglichen Bilder samt Zahlen& Fakten tun. Dass dagegen "engagierte" Diabetiker keine dieser Angstmacher nötig haben, um am Ball zu bleiben und sich weiter zu informieren.
Nicht, dass ich dir aus dem Stand konkrete Blättchen nennen könnte - aber gibt es nicht hunderte dieser Infobroschüren, die gewissermaßen als Einstieg ins Thema in den entsprechenden Arztpraxen
ausliegen ?
Viele Grüße Anke von Anke S. -
Lovely
Rang: Gastam 18.03.2005 10:39:40
Hallo Marc.
Ich bin seit meinem 3. Lebensjahr Diabetiker, seit 1972.
Damals gab es noch gar keine Schulungen oder Info-Broschüren - ich hätte sie auch gar nicht lesen können :-)
Behandlung erfolgte in einem Kinder-Hospital.
Das erste mal in einer richtigen Diabetes-Klinik war ich Anfang der 80er Jahre. Dort habe ich etliche Schulungen mitgemacht, teilweise sogar mit Dia-Vorträgen, die auch Bilder von Amputationen und "offenem Fleisch" enthielten.
So richtig sensibel hat mich das damals aber nicht gemacht. Die Pubertät kam und mir war mein Zucker relativ egal. Farbige Amputations-Broschüren hätten mein Verhalten damals nicht geändert.
Und zu der Zeit, als ich anfing, meinen Zucker ernst zu nehmen, waren solche Broschüren dann auch nicht mehr notwendig.
Ich bin der Ansicht, es wäre sinnvoller, in den Arztpraxen "Anlaufstellen" wie Selbsthilfegruppen oder Schulungs-Ansprechpartner zu publizieren, als Amputations-Broschüren. Denn wer sich kümmern will, der braucht in erster Linie Hilfe, im besten Fall eine Art "Mentor".
Gruß,
Lovely