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Krampfanfälle
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S. Steffan
Rang: Gastam 17.01.2005 15:07:33
Hallo,
ich bin seit 2001 an Typ-I-Diabetes erkrankt.
Ich hatte Anfang Dezember 2004 2 mal Krampfanfälle und war infolge dessen ohnmächtig. Nach Setzung des Hypo-Kids
bin ich dann wieder zu mir gekommen.
Auf Empfehlung eines Diabetologen im Krankenhaus suchte ich im Anschluss einen Neurologen auf, der ein EEG machte und mich zur Kernspintomographie schickte.
Als ich ihn mit den dazugehörigen Bildern aufsuchte, meinte er, es seien keine Hinweise für eine Epilepsie auf den Bildern zu erkennen, er riet mir allerdings zur Einnahme von Epilepsiemedikamenten und gab mir eine Broschüre *Epilepsie und Führerschein mit*. Als ich ihn darauf hinwies, dass sich mein Zustand nach Gabe des Hypo-Kids sofort besserte (was bei einer Epilepsie nicht der Fall gewesen wäre), riet er mir dazu, mich bei einer Epilepsieambulanz zu melden, was ich bisher nicht getan habe.
Ich muss schon sagen, seine Schilderungen von Patienten, die er durch einen E-Anfall verloren hat, haben mir ganz schön zugesetzt. Wie kann es sein, dass ein Arzt mir einfach zur Medikamenteneinnahme rät, ohne sich auch nur im geringsten mit Diabetes auszukennen?
Ich war zwei Tage nur am Nachdenken und war völlig aufgelöst. Ich werde mir jetzt seinen Arztbrief besorgen und meinen Hausarzt bitten, eine Gegendarstellung zu den Akten zu nehmen.
Ich hoffe, es gibt in Zukunft mehr Fachärzte, die sich auch auf anderen Gebieten besser informieren. -
Anke
Rang: Gastam 17.01.2005 15:22:05
Hallo Anonym,
tut mir leid, was du da Ende letzten Jahres durchgemacht hast ... !
Samt Arztbrief und Unterlagen (per Gesetz muss man dir oder deinen Erziehungsberechtigten übrigens ohne weiteres Einblick in sie gewähren) zum Hausarzt zu gehen, ist sicherlich das Beste, was du unternehmen kannst.
So wie du die Situation schilderst, ist tatsächlich sehr zu hoffen, dass die Krampfanfälle durch deine Hypos ausgelöst wurden.
Wenn dich allerdings Der Diabetologe zwecks EEG zum Neurologen weiter geschickt hat, kann es sein, dass deine Krämpfe den Krämpfen von Epileptikern einfach sehr ähnlich waren und er deshalb abklären wollte, ob bei dir nicht beides zusammen vorliegt.
Dass auf den Kernspinbildern nichts Epilepsie-Typisches zu finden ist, freut mich.
Auch das reicht leider zum Ausschluss einer Epilepsie aber nicht ganz aus, dazu braucht es noch ein paar mehr Untersuchungen zu (v.a. weitere EEGs)
Insofern vermute ich, dass dich der Neurologe zu einer endgültigen Abklärung in eine Spezialambulanz schicken wollte (was ich an deiner Stelle auch machen würde) und dir bis dahin vorsichtshalber Medikamente verschrieben hat, damit du nicht in der Zwischenzeit noch einen weiteren Anfall erleidest.
Die Ambulanz wird/würde die Medikamente dann nach abgeschlossener Diagnostik absetzen oder ggf. anpassen.
Dir die Broschüre in die Hand zu drücken, ist wirklich etwas verfrüht ;-). Oder hast du konkrete Führerscheinpläne angesprochen ?
Mach dir aber nun keinen Kopf ... Ärzte gehen einfach lieber immer auf Nummer sicher. Nach dem Motto "möglich ist alles" - aber ich denke nach deiner Schilderung, dass die Krämpfe mit hoher Wahrscheinlichkeit (!!!) wirklich durch den Zucker bedingt waren.
Viele Grüsse Anke -
Elsbeth
Rang: Gastam 18.01.2005 09:58:53
Ich würde nicht so ohne weiteres Epilepsie-Med schlucken. Am besten suchst Du mit den Unterlagen einen anderen Neurologen auf und konsultierst auch Deinen Diabetologen.
Vielfach besteht heute der Trend zur Überdiagnosierung!
Bringt ja alles Geld. Wir Patienten müssen zunehmend auf uns selbst aufpassen.
Ein anderes Beispiel: Der Beitrag im WDR-Fernsehen gestern abend über die leichtfertig verpaßte Hormonersatztherapie für Frauen, aufgedrängt von der Pharmaindustrie trtotz massiver negativer Fallstudien. von Elsbeth -
anne
Rang: Gastam 13.04.2005 11:58:22
hallo,
auch ich habe seit 2 1/2 Jahren Probleme mit Diabetes und Krampfanfällen. Ich bin seit 25 Jahren Diabetierin und hatte 23 Jahre lang nur einen schweren Hypo mit Bewußtlosigkeit aber ohne Krampfanfall. In dieser Zeit habe ich in den ersten 13 Jahren meiner Erkrankung Humaninsulin Depot H und Alt Insulin gespritzt. Aber ich denke zu dieser Zeit waren die Humaninsuline noch lange nicht so aggressiv wie heute (z.B. Humalog). Dann hatte ich Störungen meiner Hypo-Wahrnehmungen und wurde in der Diabetes-Klinik in Bad Mergentheim auf Schweineinsulin ACS und DCS umgestellt. Da ich auch unter dem Dawn-Syndrom leide habe ich für die Nacht Semilente (auch ein Schweineinsulin) angepasst bekommen. Ich kam all diese Zeit mit diesen Insulinen gut zurecht. Bis dann mein Blutzuckerwerte immer schlechter wurden und eine Neueinstellung erforderlich machten. Ein Krankenhaus in unserer Nähe mit einer scheinbar guten Diabetes-Abteilung hatte mich im Sommer 2002 ambulant aufgenommen. Da das Krankenhaus seinerzeit jedoch kein Platz für Neuaufnahmen hatte (man muss sich das mal vorstellen !!!) wurde ich von dem Arzt mit einer Anweisung versehen was u. wieviel ich wann spritzen sollte. Ich wurde auf Humalog und Huminsulin Basal (bei Nacht blieb Gott sei Dank Semilente) eingestellt, habe Tagebuch geführt und musste nach 2 Wochen wieder vorsprechen und die Werte wurden besprochen. So wurde eine Anpassung der Insolindosis erzielt. Im Nov. 2002 (ca. 4 Monate nach dieser Neueinstellung) hatte ich eine vermutlich schwere Unterzuckerung erstmalig mit einem schweren Krampfanfall, der wie ein epileptischer Anfall aussah. Ich war daraufhin insgesamt 6 Wochen im Krankenhaus. Zuerst in einer neurologischen Abteilung, da mein BZ nach Eintreffen des Arztes bereits bei 70 war und so eine Unterzuckerung nich t eindeutig nachweisbar war. Ich könnte jetz noch Romane schreiben, wen es interessiert kann mich ja direkt erreichen. Habe zeitweilig Medikamente gegen Epilepsie eingenommen und sie wieder abgesetzt. Letzte Woche hatti ich nunmehr den 2. schweren Krampfanfall und wäre fast daran gestorben wäre nicht zufällig mein Sohn nach Hause gekommen und hätte mich gefunden. Der Notarzt hat sofort den BZ getestet und er war bei 38. Diesmal stand fest, Krampfanfall infolge schwerer Hypo.
Erwähnen möchte ich noch, dass ich bei Nacht meine Unterzuckerungen bemerke und mir so etwas noch nie bei Nacht passiert ist. Vielleicht aufgrund von Semilente (tierisches Insulin). Ich bin jetzt auf der Suche nach einer Spezialklinik, die ich meiner Meinung nach dringend brauche. Hat von euch jemandem Erfahrungen auf diesem Gebiet und kann mir weiterhelfen ? Ich wäre sehr dankbar dafür. von anne -
Susanne
Rang: Gastam 01.01.2006 16:55:27
Schwere Unterzuckerungen unter Humaninsulin sind unerwünschte Nebenwirkung. Auch die WHO empfiehlt in diesen Fällen eine Umstellung auf tierisches Insulin in ihrem Essential Medicines Libary 2004.
Nähere Infos findest Du bei www.pro-tierisches-insulin.info von Susanne -
Susanne
Rang: Gastam 01.01.2006 16:55:27
Schwere Unterzuckerungen unter Humaninsulin sind unerwünschte Nebenwirkung. Auch die WHO empfiehlt in diesen Fällen eine Umstellung auf tierisches Insulin in ihrem Essential Medicines Libary 2004.
Nähere Infos findest Du bei www.pro-tierisches-insulin.info von Susanne