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Anke
Rang: Gastam 12.01.2005 16:28:44
Hallo Anonym !
Auf deine Fragen antworte ich dir unter einem neu geöffneten Fenster, da ich mich aus der entfachten Diskussion bewusst heraus halten möchte.
Wenn bei deiner Tochter Typ-1-Diabetes diagnostiziert worden ist, bedeutet das, dass sie an einer Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen ihrer Bauchspeicheldrüse leidet.
Bis zu 80% dieser Zellen können ausfallen, ohne dass es körperliche Symptome gibt.
Stellt der Arzt dagegen Diabetes fest, bedeutet das, dass bereits weniger als 20% noch funktionieren - leider wird die Produktion immer weiter zurück gehen.
Dass sie jetzt bereits nicht mehr ausreicht, zeigen die erhöhten BZ-Werte.
Den totalen Ausfall der eigenen Insulinproduktion würdet Ihr daran erkennen, dass sich neben den erhöhten Werten ein sog. diabetisches ketoazidotisches Koma einstellt (Bewusstlosigkeit nach lange vorausgehender Abmagerung, ungestilltem Durst mit entsprechend häufigem Wasserlassen, hefigsten Bauchschmerzen und -krämpfen) - So sah der unschöne Tod der Typ 1-er vor der Entdeckung des Insulins aus.
Heute wartet man natürlich nicht mehr, bis es soweit kommt, sondern beginnt in der Regel sofort dann mit einer Insulintherapie, wenn sich der Verdacht auf D.m. bestätigt hat. Da zu dieser Zeit immer noch ein Teil der Eigenproduktion funktioniert, reichen oft minimale Mengen (ein paar Einheiten täglich) zur BZ-Optimierung aus.
Man nennt diese Zeit "Remissionsphase" - sie dauert von einigen Monaten bis max 2+/- Jahren.
Allgemeine Diagnosekriterien für einen Diabetes mellitus:
*Durst, Wasserlassen, Gewichtsverlust, Müdigkeit und
* Gelegenheits BZ von > 200 mg/dl oder
* Nüchtern-BZ von > 110 mg/dl.
Weitere Fragen unter o.g. Mailadresse jederzeit gerne.
Viele Grüsse Anke -
Daniela
Rang: Gastam 12.01.2005 18:42:55
Hallo Anke,
lassen wir uns doch nichts vormachen. Die Diagnose Typ I wird doch auch oft von unwissenden Ärzten diagnostiziert, dass ein Kind zu hohe BZ-Werte hat, von weiteren Untersuchungen ist aber keine Rede..
Es gibt viele Ursachen für einen Diabetes mellitus, der auch im Kindesalter auftreten kann. Es ist uns daher nicht erlaubt die Mutter zu beurteilen solange wir nicht die Laborwerte kennen.
Sicher ist das kein Dauerzustand, es gehörten viele Messungen und vor allem eine gründliche Schulung der beiden zur Therapie, vor allem aber muss Aufklärung über Symptome und Auswirkungen sinnvoll und sensibel betrieben werden.
Deswegen auf jemanden loszugehen und zu behaupten, dass eine Insulintherapie unumgänglich ist halte ich persönlich für strafwürdig, wir sind nicht kompetent genug uns ein Urteil zu bilden und noch weniger sind wir berechtigt dieses offen auszusprechen.
Ich kenn Dich ja bereits und Deine Beiträge sind super. Nur muss sie den Arzt treten Untersuchungen durchzuführen und Werte aufnehmen (nach dem Essen).
Also, viele Grüße, Daniela -
Lovely
Rang: Gastam 12.01.2005 21:23:15
Hallo Daniela.
Es geht hier in diesem Forum nicht darum, die Aufgaben der Ärzte zu übernehmen und ich denke, dass das auch niemand beabsichtigt hat.
Für mich ist es das wichtigste, die Mutter wach zu rütteln, dass sie den Diabetes, welche Form es im Endeffekt auch immer sein mag, nicht auf die leichte Schulter nimmt und nicht mit Anwendung von Alt. Med. aufhört, weiter zu agieren. Ich sehe es trotz aller Anonymität als eine Verantwortung an, die ein Leser/Schreiber hier hat.
Ich möchte nicht zusehen, dass ein Kind irgenwo aufgrund von Diabetes gefährdet ist. Wenn sich später heraus stellt, dass alles nicht so schlimm war, um so besser, aber bei einer möglichen gefährlichen Situation weg zu schauen, ist nicht in Ordnung.
Gruß,
Lovely -
Ines
Rang: Gastam 13.01.2005 13:34:15
Offensichtlich ist sich die Mutter ja doch bewußt, daß ihr Kind Diabetes hat. Ebenso hat sie ärztliche Hilfe hinzugezogen. Daß von den Ärzten einer Alternativmediziner ist, muß nicht heißen, daß er vom Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Wir dürfen nicht vergessen, daß es viele Wege gibt - warum soll die Schulmedizin immer das Allerheilmittel sein? Fakt ist, daß bei vielen Krankheiten die Schulmediziner auch nicht weiter wissen. Viel Wissen, auch über die Gesundheit und Heilung des Menschen, sind außerdem in der sogenannten "zivilisierten" Welt verloren gegangen oder sind gar nicht angekommen.
Solange die Werte des Kindes kontrolliert werden und alle bereit sind dagegen zu steuern, wenn Verschlechterungen auftreten, sehe ich kein Versäumnis der Mutter. Schlimm wäre es, wenn sie die Erkrankung ignorieren würde, und das tut sie nicht!
Vielleicht ist es hilfreich, anderen auch mal zuzuhören? von Ines -
Anke
Rang: Gastam 13.01.2005 13:43:33
Hallo Ihr zwei Netten :-))
@Daniela:
Eigentlich habe ich das neue Fenster für meine Antwort geöffnet, EBEN UM mich von den Beurteilungen des anonymen Schreibers zu distanzieren. Mea culpa, wenn das offenbar für Leser nicht ersichtlich war, da muss ich mich das nächste Mal irgendwie besser ausdrücken :-)
Also: es war durchaus nicht mein Anliegen, den Schreiber zu beurteilen sondern im Gegenteil, ganz gezielt dessen Fragen zu beantworten. Nämlich: was bedeutet die Diagnose "Diabetes" und woran erkennt man den Zeitpunkt, zu dem gar kein eigenes Insulin mehr hergestellt wird - vgl.o. Ich habe mir dann die Freiheit genommen noch darauf hinzuweisen, dass man den Zeitpunkt allerdings nicht abwarten sollte ;-) - vgl.o.
Für unumgänglichl halte ich eine Insulintherapie aus besagten Gründen allerdgins leider immer.
Die Diagnose Diabetes zu stellen ist in der Tat sehr leicht: BZ > 200mg/dl untertags oder BZ > 110 mg/dl nüchtern - dazu bedarf es keiner weiterer Untersuchungen.
Die THERAPIE des D.m. ist natürlich ein eigenes Thema und sollte immer in den Händen eines Fachmanns liegen.
@Lovely:
Ich teile den Schrecken, den wohl jeder von uns bei den Reizworten "Diabetes" und "ohne Insulin" empfunden hat.
Allerdings habe ich mein erstes Urteil nach einem zweiten Durchlesen revidiert:
Es schien mir eher die Anfrage eines Elternteils zu sein, das sich nun erst mal ganz allgemein mit dem Thema Diabetes beschäftigen muss und das cleverer Weise in einem Forum von Betroffenen tut.
Dass jetzt kurz nach der Diagnose noch keine Insulininjektion im Spiel ist, kann man bei Kindern mit Neumanifestation eine KURZE (!) Zeit lang tolerieren - um den BZ bei Kindern in der Remission zu optimieren, genügen oft minimalste Mengen, da die Eigenproduktion noch in Grenzen ausreicht.
Die Situation spricht also nicht gegen die bereits laufende und tatsächlich kompetente Behandlung durch Arzt, Diabetologen und HP, die vom anonymen Schreiber angegeben wurde.
Uff, Leute, jetzt habe ich wieder eine Megamail losgelassen. Es reizt mich auch jedesmal aufs Neue, in eine Diskussion mit euch hier einzusteigen - aber mir rennt einfach immer die Zeit weg :-( , so dass ich mich trotzdem aus Diskussionen raus zu halten versuche und kurze Antworten anstrebe (naja, was bei Diabetes "kurz" heisst ...)
Viele Grüsse Anke -
Daniela
Rang: Gastam 13.01.2005 17:01:23
Hallo Anke,
ich schließe mich Dir ja an, nur sollte tatsächlich abgeklärt werden ob es sich wirklich um Diabetes Typ I handelt und wieviel Insulinproduktion vorliegt.
Aus den im unteren Beitrag erschienenen Antwort lese ich nur "wurde als Typ I diagnostiziert, Antikörper sind noch in Untersuchung".
Wir haben es mit einem Kind zu tun und wissen rein garnichts!
Was ich aber mittlerweile sehr gut weiß ist, dass man bei Kindern mit Dm gerne diese Diagnose schon stellt obwohl die dazu notwendigen Untersuchungen nicht abgeschlossen sind - unverantwortlich!
Wieso nun unverantwortlich?
Weil dem Kind mit einer Insulintherapie bei an sich ausreichender Eigenproduktion vielleicht nicht geholfen werden kann, denn Unterzuckerungen sind mindestens genauso gefährlich wie diese BZ-Werte!
Aber, es kann eben auch anders sein.
Ich schließe mich an um der Mutter vor Augen zu halten was sie vom Arzt fordern soll und welche Auswirkungen es hat wenn die BZ-Werte, vielleicht sogar unerkannt, in die Höhe schiessen.
Lovely,
Deine Antworten sind immer sehr einfühlsam, aber lies Dir mal die anderen durch. Dort wurde mit erhobenem Finger und mahnendem Ton auf die Mutter eingedroschen und das vielleicht völlig zu Unrecht.
Also, erstmal warten was bei den Untersuchungen rauskommt, dann kann man immer noch losschreien. Aber die Nachessenwerte müssten auch enger kontrolliert werden.
Grüße, Daniela -
Hille Mahr-Wessel
Rang: Gastam 14.01.2005 10:42:11
Hallo ihr lieben Mitmenschen,
ich verfolge interessiert eure Kommunikation und ich freue mich daß wir von dem Anprangern wegkommen. Also : Weil ich um die auswirkungen des DM sehr gut weiß wird mindestens 6-9mal gemessen und der Ketonwert geprüft(war seit Okt 04 noch nie erhöht. Die Blz werte sind nüchtern immer um die 100-125. Tagsüber zur Zeit nicht über 190.
Unsere Tochter geht sehr bewußt und konsequent mit der Situation um.
So nun versuche ich euch zu erzählen wie es zumeinem Verhalten kam. Als im Herbst die Symptome Durst, Einnäßen, Trinken auftraten
war mir klar was los ist. Der Arzt leitete alles in die Wege(Werte nüchtern um270 Tagesprotokoll um 358) Mir war aber sofort klar warum meine Tochter diese Störung entwickelt hat. Neben jahrelanger Süßisucht und Kuhmilchernährung , kein Gemüse ect. dachte ich sofort an ihre emotionale Seite und ihre Rolle in der Familie. Ich muß klar sagen daß sie immer Zuwendungsmäßig zu kurz gekommen ist,bzw sich so fühlte. Unser Verhältnis war problematisch usw. Das alles warGrund für mich die Diagnose zwar anzunehmen aber auch nach alternativen zu suchen.Interssant finde ich auch, daß sie bevor wir wußten was es ist plötzlich ganz deutlich die zuwendung eingefordert hat!
So haben wir mit einem konstitutionsmittel(kineosologisch ausgetestet) MeriDianmassagen ,Ernährungsumstellung, Visualisieren,Bewegungund ganz viel LIEBE
es bis jetzt geschaft die Werte zu senken.
Wie gesacht die anderen Untersuchungen stehen noch an. Und wenn sie bestätigen,daß sie Insulinpflichtig ist
läßt es sich nicht ändern und meiner Tochter ist das klar Soweit es 8jährigen klar sein kann)
Doch finde ich nach wie vor,daß alt. Methoden wie zB anregen des Enegieflußes der Meridiane(die übrigens blockiert waren) einiges zur stabilisierung beitragen.
Und als besonders positiv und schön ist für mich,daß die Beziehung zwischen uns echt gut und offen ist. Meine Tochter lernt gerade ihre Gefühle zu äußern und was sie braucht einzufordern. Manchmal denke ich der Preis ist zu hoch, aber wer weiß schon was das Leben einem abverlangt.
So ihr Lieben jetzt zerreißt mich nicht schon wieder . Vielleicht versteht ja der ein oder andere Mensch was ich ausdrücken wollte
LG -
Anke
Rang: Gastam 14.01.2005 13:15:17
Hallo Anonym :-)
Danke für deine Offenheit samt erläuterten Hintergründen für deine ursprüngliche Frage !
Ich denke, nun können auch diejenigen von uns, die sich durch die doch leicht provokativ anmutende Verbindung von "Diabetes" und "ohne Insulin" haben schocken lassen, in neuer innerer Zufriedenheit zurück lehnen ;-)
Ich wünsche euch, dass ihr einen guten Weg findet !
Viele Grüsse Anke -
Anke
Rang: Gastam 14.01.2005 13:21:59
Hallo Daniela :-)
"Jein" zum Kernpunkt deiner letzten Antwort.
Ich gebe dir Recht, dass "wir" "über dieses Kind" kaum etwas wissen.
Ich denke aber, dass das tatsächlich auch nicht nötig ist - denn eine allumfassende Beratung (die natürlich die vollständige Kenntnis von Erkrankung und allen Begleitumständen voraussetzen müsste) kann dieses Forum ohnehin NICHT bieten !
Sondern ich denke, alle Antworten innerhalb dieses Forums können nicht mehr beanspruchen, als Antworten auf bzw. Lösungsvorschläge für konkrete Fragen zu sein. Wie weit Fragensteller diese Ratschläge annehmen und eigenverantwortlich in ihren Alltag einbauen, bleibt dem Einzelnen vorbehalten.
In diesem Beispiel heisst das für mich, dass ich ratsuchenden Eltern gezielt dazu Auskunft geben kann, was D.m. bedeutet und was passiert, falls im Falle von D.m.Typ-1 dauerhaft kein Insulin gegeben wird.
Na, viele Grüsse und noch einen schönen Tag :-)
Anke -
Ines
Rang: Gastam 14.01.2005 14:10:11
Hallo anonyme Mutti,
die traditionelle chinesische medizin kennt die tuina-Massage, bei denen die "für die erkrankung verantwortlichen" meriDiane massiert werden, was auch zu besseren fließen des Qi´s führt. kriegt Deine tochter diese art der massage? darüber würde ich gern mehr wissen wollen.
des weiteren ist ja schon lange bekannt, daß diabetes u.a. auch durch nicht-organische einflüsse verursacht wird - streß ist ein faktor,
wobei streß, emotionale probleme, überlastung etc. auch für andere autoimmune erkrankungen zuständig ist, von denen ich zusätzlich zu diabetes eine lungenerkrankung habe.
interessant fand ich, daß es offenbar einen zusammenhang zwischen lungenproblemen und diabetes zu geben scheint - tcm: "wenn die diagnose auf lungen- und nierenschwäche hindeutet, wird intensiv .... massiert..."
ich glaube, bei ganzheitlicher betrachtung aller aspekte einer krankheit eröffnen sich in jedem fall neue möglichkeiten ...
Gruß Ines -
Hille
Rang: Gastam 14.01.2005 15:07:40
Hallo Ines,
ob diese Massage Tuina heißt weiß ich nicht.Es ist eine MeriDianmassage.Unser Therapeut testet auch gleich über den kinesiologischen
Muskeltest die Reaktionen der Meridiane. Bei einer ganzheitl. arbeitenden Schulmedizinerin
haben wir auch mit Hilfe des Tests verschiedene Dinge herausgefunden. Natürlich immer mit dem Wissen im Hinterkopf,daß eine entwicklung nicht vorhersebar ist.
Wir haben auch sehr positive Erfahrungen mit einem Heiler gemacht (bin auf die Reaktionen gespannt). Die Aussage eines Diabetologen
die Zellen würden bis zur letzten Zelle Zerstört
hat mich doch sehr nachdenklich gemacht:
Wenn evt seelische Ursachen eine Auto imunreaktion mit begünstigen warum kann dann nicht die Herstellung des seel.körperl. Gleichgewichts die Zerstörung beenden????
Und auf unsere Situation trifft z.B. die Übersetzung von "Liebesdurchfall" für DM sehr zu. Demnächst haben wir noch einen Termin beim Heilpraktiker der auch mit einem Kinesiol.
Verfahren alte Blockaden erkennen kann und entkoppeln Ich selber habe mit dieser Methode einige Dinge wieder hingekriegt.
So jetzt bin ich womöglich die totale Spinnerin für einige Damit kann ich leben, denn es gibt immer 2 Seiten eienr Sache
Liebe Grüße
Hille
-
Ines
Rang: Gastam 14.01.2005 16:02:39
@Hille
dann muß eine meiner freundinnen auch eine totale spinnerin sein - sie kann ihre neurodermitis und ihr asthma nur mit alternativen heilmitteln in schach halten - keinerlei verbesserungen bei schulmedizinischer behandlung, eher im gegenteil: kortisonhaltige salbe machte die haut noch kaputter.
man sollte nur alles hinterfragen, so oder so.
Gruß Ines -
Daniela
Rang: Gastam 14.01.2005 18:18:09
Hallo Anonym,
verstehe Deinen Beitrag sehr gut.
Aber bitte trete den Diabetologen, dass die Untersuchungen gemacht werden.
Ein Diabetes wird häufig durch ein traumatisches Erlebnis ausgelöst. Stress erhöht den Blutzucker. Zu einer Therapie gehört also auch die Behandlung der Seele.
Die Idee den Energiefluss zu "behandeln" ist gut und scheint von Erfolg gekrönt. Trotzdem solltest Du die Nachessenwerte mal sehr eng messen um kurzfristig sehr, sehr hohe Werte zu erfassen, denn die lösen nicht unbedingt eine Ketoazidose aus und sind im Hba1c meist nicht zu sehen.
Andererseits sind sie gefährlich für kleine Blutgefäße :-(
Insulin beeinflusst Vieles im menschlichen Körper und nach Stand der heutigen Medizin regenerieren sich insulinbildende Zellen nicht, ein Insulinmangel bleibt also auf Dauer bestehen. Das ist die Ansicht der Mediziner und ich denke Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Ich werde Dir mal meine Geschichte kurz berichten:
Vor ca. 8 Jahren schon hatte ich eine Ahnung, dass ich Diabetikerin bin. Es wurde mal ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT) gemacht. Dieser war grenzwertig, weil es innerhalb der 3 Stunden zu erhöhten Werten kam. Im Endeffekt war das Ergebnis aber in Ordnung. 2001 hatte ich eine gründliche Untersuchung, bei der ein hoher Blutzucker entdeckt wurde, ich konnte mit Ernährung dann 2 Jahre ohne weitere Behandlung gut leben. 2003 war es aus, mein Blutzucker ging nicht mehr herunter und ich wurde mit Insulin eingestellt. Obwohl meine Insulinproduktion gerade mal unter dem unteren Grenzwert liegt, brauche ich Insulin zum Leben.
Was für Werte ich allerdings in den letzten 8 Jahren wirklich hatte, ist völlig unklar und ich kann mir vorstellen, dass mir viele Beschwerden erspart blieben wenn man das früher behandelt hätte, wie auch immer.
Daher rate ich Dir auf eine sehr gründliche Diagnostik des Schulmediziners zu bestehen und wenn notwendig lieber früher mit der Insulintherapie zu beginnen. Ich bin kein Fan von Insulin, aber ich versuche gesund alt zu werden und das geht leider nicht anders :-(
Du bist leider in der Lage für Deine Tochter entscheiden zu müssen, entscheide weise und hänge Dich nicht an nur eine Aussage/Behandlungsmöglichkeit.
190 mg/dl sind für ein Kind auf Dauer leider zuviel, die Nüchternwerte sind nur sehr gering erhöht. Bedenke aber, dass Deine Tochter noch mindestens 60 Jahre leben möchte und das in gutem Zustand.
Ich würde als Arzt wenigstens versuchen zum Essen unterstützend Medikamente zu geben, das wäre Insulin.
Insulingabe erhält die eigene Insulinproduktion länger, das Versagen der eigenen Insulinproduktion kann leider schlagartig geschehen.
Das Problem besteht nämlich nicht unbedingt in den Momentanwerten, es kann schlagartige Änderungen geben, wenn gerade niemand in der Nähe ist. Das kann lebensgefährlich sein. Aber wenn die Untersuchungsergebnisse vollends vorliegen weiß man mehr und Du solltest nicht in Panik verfallen.
Ich fände es wichtig, dass Du Dich für diesen Fall vorbereitest indem Du die Insulintherapie kennenlernst und was Du im Notfall machen solltest. Sprich mit dem Schulmediziner darüber, der wird Dich beraten.
Ich denke auch, dass man Dir das nur erklären braucht und nicht auf Dich losgehen muss, ich möchte nicht mit Dir tauschen und finde Deine Entscheidung und Handlung sehr mutig. Denn wenn die alternative Therapie dauerhaft hilft hast Du etwas sehr Bedeutendes erreicht, wenn nicht, wirst Du eine Schuld auf Deinen Schultern tragen müssen, die Dein Leben für immer beeinträchtige wird und wenn Deine Tochter Dich fragt weshalb Du nicht anders gehandelt hast wirst Du keine Antwort wissen.
Wie Du auch entscheidest, es wird immer (!) ein Problem für Dich sein - Scheiss-Situation.
Für Dich empfehle ich Dir Kontakt im Örtchen mit anderen Diabetes-Elternteilen aufzunehmen um Dich auszusprechen und Halt zu bekommen.
Alles Liebe für euch und bleibt stark! von Daniela -
Hans
Rang: Gastam 14.01.2005 18:45:44
Hallo Hille,
alle Achtung vor all den Maßnahmen, die ihr da zum Wohl des Töchterchens , das unterstelle ich einmal, auf die Wege bringt.
Beruhigend wirkt auch die Tatsache, dass BZ und Azeton kontinuierlich gemessen werden. Trotzdem kann eine Hyperglykämie mit Ketoazidose, wenn die absolute Insulinmangelsituation plötzlich eintritt, mit allen Komplikationen auftreten.
Das Gebot der Stunde ist, die Diagnose Typ1 so schnell wie möglich bestätigen zu lassen oder auszuschließen. Antikörper und C-Peptid heißen die Zauberstoffe, die untersucht werden müssen.
Im übrigen können regelmäßige BZ-Werte über der Nierenschwelle( ca. 160 mg/dl) auch diabetische Komplikationen -Folgeerkrankungen - generieren.
Ein absoluter Insulinmangeldiabetes ist nach Manifestation nicht heilbar. Die Remissionsphase ist immer temporär.
Was hält euch eigentlich so massiv von einer Insulintherapie ab?
Liegt kein Typ1-Diabetes vor, kann die Gabe von Insulin u.U. auch wieder abgesetzt werden.
Viele Typ1-Diabetiker haben mit Insulintherapie von Kindheit an ihren Diabetes sehr gut im Griff und führen ein fast beschwerdefreies Leben mit ihrem "Haustier".
von Hans -
Hille
Rang: Gastam 14.01.2005 20:34:35
HalloHans,
Zunächst danke für dein Lob. Es ist ,so wie Astrid es auch schon genannt hat eine sch.. Situation. Denn von den Entscheidungen hängt ja viel oder alles ab. Nach vielen Gesprächen über das Für und Wieder einer sofortigen Insulineinstellung war eigentlich nichts klar.
Die Alternativen Mediziner sagen die Bauchspeicheldrüse gibt mit Insulin eher auf , die Diabetologen meinen das Gegenteil.Wobei einer auch sagte "Probieren sie es mit Diät aber was hat ihre Tochter dann für eine Erinnerung an ihr achtes Lebensjahr." Überall steht daß die Remission nach Insulintherapie einsetzen kann.
Nirgendwo fand ich etwas über diese Phase ohne Insulin.
So wem glaubt man da??
Meine Idee war die Alternative zu nehmen.,wenn eh die Insulinpflicht kommtUnd die schwammigen Aussagen über die RPhase haben nur die Idee geboren alternativ eine R-Phase zu erreichen.
.Die letzten Tage haben wir wirklich sehr eng nach den Mahlzeiten gemessen: kein Wert über 155. Ich merke nur, daß ein sehr geregelter Tagesablauf hilft. Warum ich auch noch lieber mit dem Insulin warte ist, daß viele Menschen berichten daß trotz Insulin die Werte hoch oder schwankend sind Klar alles eine Sache der Einstellung und sicher nicht auf jeden zutreffend Aber die genaue Diagnosewerte werden wir noch durchführen. Im Moment bin ich froh, daß es langsam beginnt (so die Meinung des Hausarztes).
liebe Grüße
Hille -
Daniela
Rang: Gastam 14.01.2005 22:45:15
Hallo Hille,
nicht größer als 155 mg/dl ist doch erstmal ziemlich gut für einen Typ I-Diabetes.
Lass mal sicherstellen, dass es nicht doch nur eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder was in der Art ist bzw. war.
Alles Gute, Daniela -
Hans
Rang: Gastam 17.01.2005 15:25:34
Hallo Hille,
@daniela muß ich beipflichten.
Stellt die Diagnose schulmedizinisch
auf sichere "Füße".
Dann kann man viel besser weiter schauen
und auch dann noch eine zweite Meinung einholen.
Alles Gute
Hans! -
kaamini
Rang: Gastam 31.01.2005 14:41:29
Hallo,was mir in deinem Schreiben gezeigt hat, ist meine eigene Erkenntnis, das Diabetes oft etwas damit zu tun, dass sich Kinder nicht wahrgenommen fühlen in ihrem Sein und Wesenheit und daher Diabetes entstehen lassen. Es ist gut, dass ihr, so wie es sich anhört, euch jetzt mehr auf das Kind einlasst. Aber man muss auch aufpassen, dass es jetzt nicht den umgekehrten Weg nimmt und sich alles nur noch auf das Kind bezieht. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, man kann mit dieser Erkrankung gut manipulieren.Jetzt geht die Gratwanderung los: Nähe/Distanz.
Ich selbst habe es gehasst, wenn sich alles nur noch um den Zucker drehte.
Naja, vielleicht habt ihr gute Unterstützung von anderen.
Eins habe ich auch mal gehört, was mich mal berührt hat:"Menschen mit Diabetes sind auf Erden, um zu tranformieren." Wie auch immer das gemeint ist, mir gefiel es. Und ich selbst habe diese Erkrankung nie als große Belastung empfunden.
Viele Grüße Kaamini von kaamini -
Daniela
Rang: Gastam 05.02.2005 20:34:45
Hallo Kaamini,
"Eins habe ich auch mal gehört, was mich mal berührt hat:"Menschen mit Diabetes sind auf Erden, um zu tranformieren." "
Interessant, wo hast Du das gelesen? von Daniela