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Unterzuckerung gestern Abend

  • Dagmar

    Rang: Gast
    am 07.12.2004 17:37:45
    Hallo,

    bei mir wurde im September 2004 Typ 1 festgestellt, seitdem spritze ich 3x täglich NovoRapid Aspart vor dem Essen und morgens 2 E Protaphan, abends dann um 23.00 24 E Protaphan. Die Eßeinheiten noch nach Spritzplan.

    Ich muß etwas ausholen: Leider litt ich jahrelang unter Panikattacken, die ich aber dann 2002 endlich ohne Tabletten wieder in den Griff bekam. Nun bin ich in das andere Extrem geschlittert, nunja...

    Mein Diabetologe stellt mich sehr vorsichtig ein, weil ´wir´ Angst haben, daß meine Panik wieder ausbricht. Tja, und zu dem kam es gestern abend fast.

    Kann es sein, daß man auf einmal einen Wert hat von 37, und der dann immer weiter absackt auf 25? So war es nämlich bei mir...um 23.00 Uhr habe ich mir die 24 E Protaphan gespritzt...hab dann noch einen Film zu Ende gesehen, und vor dem Schlafengehen nochmal kurz gemessen...und dann sah ich die Bescherung!

    Was war das? Mein Arzt meinte heute, Gerät nicht genau (ich habe aber 2 Geräte), dann die Teststreifen (Code vergessen)...nein, ich habe verschiedene Teststreifen probiert...und immer den Code geändert. Komischerweise konnte ich das alles noch! Ja, und dann? Traubenzucker rein, Cola rein, später eine Scheibe Brot mit einem Glas Milch rein. Wert ging natürlich sehr hoch. Ich habe alle halbe Stunde gemessen, die Nacht, mir geht es zur Zeit beschissen, bin hundemüde.

    Was war passiert? Kann mir Jemand von euch das sagen?

    Ich habe jetzt furchtbare Angst vor heute Abend!

    Ich habe mich jetzt mal bei einem anderen Diabetologen angemeldet.

    Ach so, meine Hausärztin meinte noch...bei der war ich auch noch heute morgen, sie hat ja mein DM festgestellt...und zwar habe ich ´aus Versehen´(mein Gott!!!, wie konnte mir das nur passieren?) eine richtige Cola getrunken, nachmittags...der BZ-Wert ging natürlich hoch...und meine Ärztin meinte, daß das zuviel für die Bauchspeicheldrüse war...rauf runter rauf runter...

    Braucht der Stoffwechsel wirklich solange, bis er sich einigermaßen einstellt?

    Mein c-Peptid-Wert liegt bei 1,9...die Antikörper bei 160.

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar
    viele Grüße Dagmar
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 07.12.2004 19:10:28
    Hallo Dagmar.

    1.) Ist Dein Diabetologe auch gleichzeitig Dein Hausarzt? Wenn nicht, dann schnellstens zu einem richtigen Diabetologen. Hausärzte wissen zwar, was Diabetes ist, lernen dies aber nur 2-4 Stunden während ihres Studiums - und das ist für eine qualifizierte Beratung zu wenig.

    2.) Hast Du bereits an einer Schulung teilgenommen? Jeder (!) Diabetiker sollte alle 3-5 Jahre zu einer Schulung, bei Neulingen mit Insulin ist das sowieso unverzichtbar.

    Je mehr Du über den Diabetes und die Auswirkungen zwischen Insulin und Ernährung/Bewegung/Sport/Alkohol weißt, desto mehr kannst Du Panikattacken bei UZ vorbeugen. Unterzuckerungen wirst Du immer mal wieder haben, darum ist es wichtig, dass Du weißt, was Du dann tun mußt und zweitens dass sie (außer in Verbindung mit Alkohol oder Straßenverkehr) nicht lebensgefährlich sind.

    Dass der Zuckerwert trotz Cola und Traubenzucker noch weiter absinkt kann tatsächlich passieren, nämlich dann, wenn zuviel gespritzt wurde.

    Ich bin etwas erstaunt, dass Du bei Typ 1, also ohne Insulin-Resistenz, ganze 24 Einheiten Protaphan abends spritzt. Ich bin natürlich kein Arzt und kann zu Deiner Therapie nichts sagen, aber ich weiß, dass ich mit 24 Protaphan auch unterzuckern würde. Protaphan ist ein NPH-Insulin und wirkt ca. 8-12 Stunden. Wie liegen Deine Werte denn tagsüber? Es wundert mich nämlich auch, dass Du morgens nur 2 Einheiten Protaphan spritzt. Damit würde ich nicht auskommen als Basisrate.

    Hast Du mal einen Basalraten-Test gemacht? Nur so kann man nämlich feststellen, ob die Basisrate wirklich passt (Protaphan).

    Noch etwas zum Unterzucker:
    Bei einem Wert <70 sollte man 1 BE zusätzlich essen oder bei einer Mahlzeit nicht mit Insulin abdecken.
    Bei einem Wert <50 = 2 BE.

    Alles, was man darüber hinaus noch ißt (Hunger durch Unterzucker), muss man wieder mit Insulin abdecken.

    Wenn natürlich der Zucker eine halbe Stunde nach dem Unterzucker immer noch zu niedrig ist, dann das gleiche Spiel mit den zusätzlichen 1-2 BE wiederholen.

    Deinen Absatz mit "zuviel für die Bauchspeicheldrüse, rauf runter rauf runter" habe ich nicht verstanden. Was hat ein hoher Wert durch Cola mit einem schwankenden Stoffwechsel zu tun?

    Noch eine Frage: Wie alt bist Du?

    Gruß,
    Lovely
  • Dagmar

    Rang: Gast
    am 07.12.2004 19:25:15
    Hallo Lovely,

    erstmal danke für deine Antwort.

    Zu deiner letzten Frage...ich werde den Monat noch 45.

    1. Mein Diabetologe ist nicht mein Hausarzt.

    2. Ich habe an 2 Schulungen teilgenommen, einmal bei meiner Hausärztin, diabetologisch ausgebildet...die hat den DM auch festgestellt...und die 2 Schulung bei dem jetzigen Diabetologen.

    Daß der Zuckerwert sinken kann, wenn man zuviel gespritzt hat bzw. und/oder bei körperlicher Bewegung ist mir auch klar.

    Mit dem Protaphan habe ich im Sept. angefangen mit nur abends 4 E.

    Es wurden aber immer mehr...erst 6, dann 10 und so weiter...ich muß dazu sagen, daß ich leider in dieser Zeit 5 kg zugenommen habe...aber dabei bin, wieder zu reduzieren...was auch funktioniert. Ich habe gelesen, daß man normalerweise das Verzögerungsinsulin über den Tag und die Nacht aufteilen sollte...mein Arzt meinte aber, erstmal so.

    Wie kann man eine Insulin-Resistenz feststellen?

    Meine Tageswerte liegen zur Zeit noch hoch, das Schlimme ist, ich lasse niedrige Werte, sprich unter 100 noch nicht zu. Und steuere dagegen, mit Traubenzucker o.ä.

    Wer macht den Basalraten-Test? Anhand vom Blut?

    Wie schon geschrieben, ich habe in 2 Tagen bei einem anderen Diabetolgen einen Termin...mal sehn.
    Besser wäre es vielleicht auch, wenn ich das Ganze stationär machen würde.

    Kann es wirklich möglich gewesen sein, daß ich 30 min nach dem Spritzen der 24 E Protaphan eine Unterzuckerung bekomme? Ich denke, das wirkt erst später? Und war es wirklich eine Unterzuckerung? Mit einem Wert von 25?

    Normal hätte ich doch schon ins Koma fallen müssen.

    Und wie ist das mit dem Traubenzucker...erst nach einer halben Stunde merke ich eine Veränderung? Das kann doch nicht sein...nicht schon früher?

    Leider messe ich, und messe und messe...furchtbar!!!

    Ich habe noch eine andere Ärztin befragt, sie hat jahrelang eine Forschung bez. Diabetes geleitet...leider lebt sie zur Zeit auf Mallorca...sie meinte, daß z.B. die Cola für die Bauchspeicheldrüse zuviel war, daß sie zusätzlich Insulin ausgeschüttet hat.
    Das meinte ich mit rauf und runter...weil ich, wie schon erwähnt, &acute;niedrige&acute; Werte nicht zulasse.

    Genauso ist das abends...ich spritze, esse, messe schon nach 1 Stunde...wenn der Wert schon (für mich) zu niedrig ist, esse ich noch was. Tja, und dann steigt natürlich der BZ und ich gehe mit einem hohen Wert in die Nacht...desahlb erhöht Der Diabetologe immer wieder meine Einheiten.

    Gruß
    Dagmar







  • klausdn

    Rang: Gast
    am 07.12.2004 21:02:00
    hallo dagmar,
    von mir kommen nur drei ratschlaege.
    1. bitte lies den beitrag von lovely noch einmal, und zwar ganz ruhig und konzentriert, denn alles ist sehr ueberlegt und wichtig geschrieben.
    2. wenn du ununterbrochen gegen das insulin anisst, kannst du 100 ie spritzen und es aendert sich nichts ausser du wirst dicker.
    3. wie lovley geschrieben hat von einer uz stirbt man nicht, aber man kann alles vorbereiten:
    eine dose cola oder o,2 l apfelsaft und zwei dextro nehmen, und eine uhr und dann 20 minuten warten. wenn du ueber 80 bist ok.
    insulinresistenz ist eigentlich typisch fuer t2
    einen schoenen und ruhigen abend wuenscht klaus von klausdn
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 08.12.2004 00:18:31
    Hallo Dagmar.

    Also zuerst einmal vermute ich, dass Du nicht der klassische Typ 1 bist, sondern Typ 2 mit Insulin, den viele irgendwann auch Typ 1 nennen. Der Name ist dabei nicht entscheidend. Wichtig ist, und da gehe ich jetzt auf den von mir zuerst nicht verstandenen Absatz ein, dass Deine Ärztin sagt, dass Deine Bauchspeicheldrüse wohl noch Restmengen von Insulin produziert. Und hierbei könnte es auch zu Überschneidungen mit dem gespritzten Insulin kommen. Das ist jedoch jetzt alles Spekulation. Du brauchst eigentlich viel mehr einen Rat, was Du zur Verbesserung Deiner Situation tun kannst.

    1.) Basalratentest
    Voraussetzungen: a) körperliches Wohlbefinden, b) 1 Tag vor dem Test normal gegessen, keinen Alkohol getrunken, nicht übermäßig Sport getrieben, c) seit der letzten Gabe des Ess-Insulins sind mindestens 5-6 Stunden vergangen, d) der Ausgangsblutzucker liegt unter 150.

    Wie: a) nur Basalinsulin spritzen (hier: Protaphan), b) nichts essen, c) Bewegung wie an normalen Tagen, d) BZ-Kontrolle in der Testzeit alle 1-2 Stunden, e) nachts reicht die BZ-Kontrolle gegen 3.00 h aus.

    Auswertung: a) keine Änderung der Basis bei konstanten Werten +/- 30 mg/dl, b) Verringerung der Basis um 10% bei abfallenden Werten, c) Erhöhung der Basis um 10% bei ansteigenden Werten.

    2.) Kontrolle
    Zu häufige BZ-Kontrolle verunsichert! In einer Einstellphase kann man durchaus 8-10 mal pro Tag messen. Bei normalem BZ-Verlauf reichen 4-5 Messungen aus! Alles andere führt zu vor-schnellen Korrekturen und zur Verunsicherung!

    3.) BZ-Korrektur
    Eine Korrektur des BZ-Wertes darf nicht vor Ablauf von 3 Stunden erfolgen, sonst Überschneidung (Aspart wirkt 2-3 Stunden, Actrapid (Alt-Insulin) 4-6 Stunden). Zwing Dich notfalls, dies durch zu halten, alles andere führt ins Chaos!

    4.) Resistenz
    Leider weiß ich nicht, wie man ggf. eine Resistenz überprüft. Bitte frag hierzu Deine Ärztin. Und ich würde mich freuen, wenn Du es mir dann auch verraten würdest :-)

    5.) Koma
    UZ-Symtome merkt man normalerweise nur dann, wenn der Zucker extrem schnell abfällt. Dann hat man Wahrnehmungsstörungen und vieles mehr. Dies kann passieren, wenn man den ganzen Tag über Fenster putzt und sein Insulin nicht reduziert, dann abends normal ißt und spritzt. Dabei kommen dann 2 Faktoren zusammen: Nachwirkung von Bewegung und Insulin. Das kann zu starkem UZ-Gefühl führen.
    Wenn der Zucker langsam sinkt (z.B. kontinuierlich in der Nacht), dann merkt man das meist nicht. Vielleicht wacht man mit 30 oder 40 auf und fühlt sich noch ganz normal.
    Ein richtiges Koma ist extrem selten. Ich habe schon 32 Jahre lang Diabetes (T1) und habe erst 1x Beaknntschaft mit dem Rettungswagen gemacht, weil mein Mann sich nicht getraut hat, mir Glucagon zu spritzen :-) Dies war in der Nacht, weil ich den Tag davor 10 Stunden körperlich hart gearbeitet habe ohne das Insulin zu verringern. Ich habe in meinem Leben schon einige Nüchternwerte um 25 oder 30 gemessen und war nicht im Koma. Also Du brauchst wirklich keine so große Angst davor zu haben. Wie ging es Dir denn bei dem Wert gestern abend vom Gefühl her, bevor (!) Du den Wert auf dem Testgerät gesehen hast? Vielleicht nimmst Du dieses Gefühl mit und es hilft Dir, die Angst abzubauen.

    Und solltest Du einmal wirklich in ein Koma fallen, dann wachst Du daraus auch von alleine wieder auf (sodenn kein Alkohol im Spiel ist). Beim Unterzucker wird selbstständig ein Hormon ausgeschüttet, das der Leber sagt: Achtung, jetzt Glucose ausschütten. Glucose ist bei normaler Ernährung immer ausreichend in der Leber vorhanden (außer bei Hungerkuren). Nur wenn der Körper mit der Entgiftung von Alkohol zu tun hat, dann ist das vorrangig und das Hormon zum Ausstoß von Glucose wird nicht frei gesetzt, bzw. nicht beachtet. Hier hilft dann auch keine Glucose-Spritze. Aber dies ist wirklich die einzige Ausnahme, die ich kenne. Ansonsten wacht man immer wieder auf!!!

    6.) Einstellung
    Deine Idee mit dem Krankenhaus ist gut. Inzwischen werden Einstellungen zwar vermehrt ambulant gemacht, aber ich würde Dir zum Krankenhaus raten, weil Du dort auch noch das ganze Schulungsprogramm mitnehmen kannst. Je mehr Wissen, desto weniger Angst. Wenn Du Dich auf Deinen Zucker verlassen kannst, dann brauchst Du auch nicht mehr so oft messen. Außerdem hast Du dort eine echte Chance zu lernen, 70-100er-Werte zuzulassen, weil dort immer jemand in Deiner Nähe ist.

    Gruß,
    Lovely
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 08.12.2004 13:49:43
    <<< Und wie ist das mit dem Traubenzucker...erst nach einer halben Stunde merke ich eine Veränderung? Das kann doch nicht sein...nicht schon früher? >>>

    Sicher. Traubenzucker geht sofort ins Blut. Nach 10 Minuten sollte es einem schon deutlich besser gehen.

    Aber ob die Menge Traubenzucker ausreichend war, oder immer noch zuviel Insulin im Blut ist, dass würde ich erst nach einer halben Stunde messen. Traubenzucker ist ja auch genauso schnell wieder verbraucht, wie es den Zucker nach oben treibt.

    Man sollte abends mit einem Wert von 120, besser 140 schlafen gehen. Ist der Wert niedriger, so ist es ratsam noch eine BE Brot zu essen, statt Traubenzucker, weil das Brot eben länger anhält. Traubenzucker ist schnell wieder verbraucht, und die Basalrate wirkt die ganze Nacht.

    Mit einer passenden Basalrate sollte man bei einem Einschlaf-Wert von 120-140 am morgen mit 80-100 rauskommen.

    Gruß,
    Lovely
  • Anke

    Rang: Gast
    am 08.12.2004 22:28:47
    @ Klaus

    ... hallo !

    Ohne Panik machen zu wollen: eine wirkliche Unterzuckerung ist ein akuter Notfall. Den Satz "von einer Unterzuckerung stirbt man nicht" möchte ich deshalb nicht so stehen lassen, denn eine Unterzuckerung, die ins Koma übergeht und Hilfe von Dritten notwendig macht, kann durchaus bleibende Schäden und im Extremfall auch den Tod bedeuten.

    Viele Grüsse Anke

  • klausdn

    Rang: Gast
    am 08.12.2004 22:51:52
    hallo anke,
    in meiner kurzen karriere als dmler hatte ich auch dreimal das vergnuegen? und daher weiss ich wie bescheiden man sich fuehlt. aber sieh hier lovely seit 30j mit x hypos bei novo katja seit 40j mit xx hypos und katja war alleine ist ganzen tag weggewesen und ist wieder aufgewacht. ich war nur einmal weg fuer drei h
    bin auch wieder geworden.
    wir alle meinen, dass die leber irgendwann gegensteuert.
    du hast vielleicht auch den krimi gesehen, da ist jemand mit ner insulinspritze umgelegt worden.
    das habe ich in der schulung(naiv wie ich war) erzaehlt, und bin ausgelacht worden.
    also ich weiss es nicht besser, aber zuviel panik sollte man auch nicht haben sonst vergisst man nach dem grund zu forschen , und dann ist die naechste uz vor der tuer.
    ich darf zb nicht unter 90 aktrapid spritzen selbst wenn ich gleichzeitig esse, dann geht es los. aber wenn man sowas weiss tut man es nicht mehr.
    einen schoenen abend noch wuenscht klaus von klausdn
  • Anke

    Rang: Gast
    am 08.12.2004 23:07:19
    Hallo Dagmar,

    Hut ab, wie gut du bereits mit dem Diabetes umgehst, immerhin bist du noch nicht lange "dabei". Das nötigt mir Respekt ab, viele Diabetiker stellen entsprechende Fragen oft erst viel später.

    Zur Unterzuckerung: mit einem Wert von 25 war das sicher "eine". Das gibt es durchaus, dass man mit diesem Wert noch nicht im Koma ist, die Schwelle dazu liegt individuell verschieden. In so einem Fall sollte man auch nicht mehr zu lange am Messgerät zweifeln, sondern zum Traubenzucker sprinten und zugreifen ...
    Die richtige Menge an Zusatz-BE auf so einen Unterzucker zu finden, ist nicht immer ganz leicht. Das kommt erst mit der Zeit und mit Übung... und dass es dir mit den anschliessend hohen Werten beschissen und nach so einer Nacht "müde" geht, ist klar - tut mir natürlich trotzdem leid :-(
    Prinzipiell ist aber völlig richtig, was du gemacht hast: Traubenzucker und Cola für die Schnelle und Milch und Brot als Polster für danach. Alte Hasen wissen dann einfach, wieviel BE sie bei so einem Unterzucker brauchen. Und haben sie im Eifer des Gefechts zu viel genommen, spritzen sie anschliessend für diesen Überschuss noch mal Altinsulin. Kopf hoch, auch du hast diesen Dreh bald raus. Ich würd dazu ebenfalls Schulungen empfehlen, in denen man das "durchspielen" kann. Dann lässt sich auch der richtige Rhythmus einüben, wann und wieviele Messungen einer schweren Unterzuckerung folgen sollten- denn die ganze Nacht durch zu messen kostet viel Nerven und bringt wenig.

    Nach deinen Informationen hat sicher nicht die Basalspritze den Unterzucker verursacht - wie du ganz richtig sagst, wirkt die nicht schon nach einer halben Stunde.
    Sondern verantwortlich war aller Wahrscheinlichkeit nach die vorangegangene Altinsulingabe. Ob zuviel Insulin auf zuwenig Kohlenhydrate gestossen ist und/oder Bewegung im Spiel war, kann ich aus den Angaben nicht schliessen. Manchmal reicht auch schon ein zu langer Spritz-Ess-Abstand (sofern du bei NovoRapid überhaupt einen hast), um eine Unterzuckerung zu kreieren. Das kann dir am besten ein Diabetologe sagen, wenn du ihm das BZ-Tagesprofil vorlegst.
    Falls es bis zum Arztbesuch noch ein paar Abende dauert: würde ich die Altgabe vor dem Abendessen bis dahin senken.

    Zum Rauf-Runter, das deine Ärztin anspricht: wahrscheinlich spricht sie damit die Insulin-Restproduktion an, die die ersten sechs bis achtzehn Monate nach Manifestation eines Typ-1-Diabetes noch vorliegt. Unter Umständen kann es schon sein, dass die Bauchspeicheldrüse sich bei hohen BZ-Werten (wie nach Cola) ein Bein ausreisst, um sie zu senken. Zwar reicht die Eigenproduktion nicht mehr aus, um den Diabetes zu verhinden, ggf. aber um den BZ nach unten zu bewegen. Eingedenk dieser Tatsache gibt man falls nötig zu Beginn des Diabetes insgesamt relativ geringe Insulinmengen. Auch hier kann ich leider nur auf die Diabetes-Einstellung und-Schulung durch ein gutes Team verweisen - wieviel der Einzelne wann braucht, lässt sich nicht verallgemeinern.

    Und ja, der Stoffwechsel braucht leider oft lange, bis er sich einstellt. Ausserdem muss er manchmal auch wieder neu eingestellt werden, wenn es Veränderungen im Leben, der Gesundheit oder dem gesamten Körperstoffwechsel gibt.
    Grade bei Erstmanifestation ist nach ein paar Monaten in der Regel wieder eine Neueinstellung nötig - Vielleicht bist du ja bereits in dieser Phase.

    Auf alle Fälle wünsche ich dir alles Gute !
    Viele Grüsse Anke
  • Angi

    Rang: Gast
    am 09.12.2004 19:44:34
    Hallo erst mal!

    Ich bin Tochter einer Diabetikerin.
    Da meine Mutter kein Internet hat musste ich auf die Suche gehen.

    Meine Mutter leided auch seit circa 15 Jahren an Typ1 und ich weiss was es heisst mit meinem Erwachsenen zusammen zu leben bei dem typ 1 diagnostiziert wird.
    Das war schon ein hartes Stück.
    Ich kennen das auch mit der Angst vor der Unterzuckerung damit kämpft meine Mutter heute noch ( SIe war und ist es noch Angstpatientin mit Panikattacken( aber nicht nur wegen dem diabetes das kam dann noch erschwerend dazu))
    Ich selbst hatte Schwangerschaftsdiabetes.Was natürlich nicht so schlimm war .



    Aber worum es mir hier eigentlich geht ist
    Ich finde das total toll von euch wie Ihr euch unterstützt!!!!!!!

    Ein riesen grosses Fettes LOB Das musste mal gesagt werden . Alles Liebe und macht weiter so.......
    Angi