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Wie viele Einheiten am Tag?

  • Sabine

    Rang: Gast
    am 25.11.2004 20:31:44
    Hallo zusammen.

    Bei mir wurde vor 1 Woche Diabetes Typ1 festgestellt
    Wurde stationär auf Insolin (Actrapid)eingestellt.
    Mein BE-Faktor liegt morgens bei 3,0 mittags bei 2,0 und abends bei 3,0.
    Meine frage ist nun wieviel Insolin Einheiten darf man eigentlich am Tag spritzen sind da gewisse grenzen gesetzt?

    Wäre über eine antwort dankbar. von Sabine
  • Anke

    Rang: Gast
    am 25.11.2004 21:20:19
    Hallo Sabine,

    allein durch die Gefahr von nachfolgenden Unterzuckerungen gibt es beim Spritzen von Insulin leider schon gewissen Grenzen. Die sind allerdings bei jedem Patienten verschieden - wie auch die nötigie Tagesmenge an Insulin. Durchschnittlich braucht ein(e) normalgewichtige(r) Typ-1-DiabetikerIn knapp über 40 IE pro Tag. Das ist aber wie gesagt ein Durchschnittswert, der individuell durchaus wesentlich niedriger oder höher liegen kann. Das hängt davon ab, wie insulinsensibel man ist.

    Grenzen in der Einzeldosis entstehen dadurch, dass es bei grossen Insulinmengen einen sog. "Überhang" in der Wirkung geben kann. Das bedeutet: wenn du z.B. mittags der Portion Pommes unmittelbar noch Eis, Saft, Kuchen und/oder sonstige Lieblings-Genüsse folgen lässt und für diese ganzen BE deshalb sehr viel spritzen musst, dann brauchst du eine hohe Dosis Insulin. Je grösser die Insulindosis, desto intensiver und teilweise auch um so länger wirkt die Spritze - so dass du einige Stunden nach der Mahlzeit (wenn du den BE-Faktor richtig angewandt und nach dem Essen gute Werte erzielt hast) dann in einen mehr oder minder schlimmen Unterzucker kommen wirst (-> Zusatz-BE bzw. Zwischenmahlzeit).
    Wieviel BE du pro Mahlzeit mit Insulin ohne Probleme "abfangen" kannst, musst du (in Zusammenarbeit mit dem Diabetologen) selber heraus finden. Dabei nie o.g. aus den Augen verlieren: dass man bei grossen Insulindosen nach einigen Stunden an die Unterzuckergefahr denken muss.

    Ich wünsch dir erfolgreiches Experimentieren und alles Gute !
    Viele Grüsse Anke
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 26.11.2004 00:19:16
    hallo anke,
    die frage war wieviel kann man max am tag spritzen, und ich habe von leuten gehoehrt , die bis 300ie gespritzt haben.
    wo bleibt die basis oder ist noch remission.?
    meine faktoren sind niedriger und ich habe t2, dachte immer das sind die mit der insulinunempfindlichkeit
    mfg klaus
    ps du klingst so ahnungsvoll ;-)) von klausdn
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 26.11.2004 01:00:00
    Hallo Sabine. Nein, es gibt keine pauschale Grenze für die Insulin-Menge. Typ 1 Diabetiker brauchen meist 0,5 bis 2,0 Einheiten je BE/KE. Typ 2 Diabetiker brauchen in der Regel wesentlich mehr (3-10 oder mehr Einheiten je BE/KE), weil hier die Insulin-Resistenz gegensteuert. Resistenz bedeutet, dass der Körper mit dem Insulin nichts anfangen kann. Der Körper "ignoriert" es. Also muss man schon eine "ordentliche" Dosis geben um den hohen Insulinspiegel zu druchbrechen, damit der Körper überhaupt das Insulin "sieht". Da Dein BE-Faktor bei 3,0 liegt, gehe ich davon aus, dass Du Typ 2 bist. Wichtig ist, dass man immer so viel spritzt, dass die Werte im Normbereich (!) liegen, aber immer auch so wenig wie möglich spritzt, um nicht in einen Unterzucker zu rutschen. Man muss dies immer wieder ausprobieren. Im Sommer braucht man in der Regel weniger Insulin als im Winter (durch Bewegung). Hinzu kommt, dass Insulin ein Wachstums-Hormon ist. Wer also oft mehr spritzt und dann wieder unterzuckert, der nimmt gewaltig an Gewicht zu. Warum hast Du Dich auf Actrapid einstellen lassen und nicht auf Humalog oder Novo-Rapid??? Actrapid hat eine Wirkdauer von 4,5 bis 6 Stunden. Da eine Mahlzeit nach ca. 2-3 Stunden verdaut ist (zumindest die Blutzucker-Wirksamkeit dann aufhört), MUSS man mit Actrapid nach dieser Zeit eine Zwischenmahlzeit nehmen - egal ob man Hunger hat oder nicht. Das ist auch für die Figur nicht unbedingt sinnvoll. Humalog oder Novo-Rapid wirken 2-3 Stunden, also genau so lange, wie eine Mahlzeit blutzuckerwirksam ist. Und damit kann man selbst entscheiden, ob man zwischendurch noch etwas essen will oder nicht. (Dafür spritzt man dann erneut.) "Klausdn" schrieb von 300 Einheiten am Tag. Ja, solche Fälle gibt es. Eine diabetische Bekannte von mir ist auch so ein Fall, besonders im Sommer spritzt sie für eine Mahlzeit teilweise 80-100 Einheiten, und die Werte bleiben trotzdem im 300-er Bereich. Das ist manchmal katastrophal! Schuld daran ist die extreme Insulin-Resistenz, die im Winter dann wieder zurück geht. Herzliche Grüße, Lovely
  • Andreas

    Rang: Gast
    am 26.11.2004 13:22:48
    Hallo Klaus!

    Die Frage lautete nicht, wieviel Einheiten kann, sondern wieviel darf man täglich spritzen. Wie Anke schon ganz richtig geschrieben hat, kann man diese Frage nie pauschal beantworten und schon gar nicht dann, wenn sie personenbezogen sein soll.

    Typ 1 oder Typ 2 läßt sich sicherlich nicht an der erforderlichen Insulinmenge erkennen. Erstmal ist es eine Frage der Definition. Wenn man davon ausgeht, daß alles, was nicht durch eine Autoimmunerkrankung entsteht, Typ 2 ist, dann gehören auch Patienten dazu, deren insulinproduzierendes Gewebe auf andere Weise zerstört wurde. Also auch Patienten mit absolutem Insulinmangel. Andererseits müssen wir natürlich davon ausgehen, daß auch Typ 1 mit einer Insulinresistenz einhergehen kann.

    Meine Diabetologin sagt immer, daß jeder Patient seinen eigenen Diabetes hat und ich denke mir, daß man sich mit dieser Erkenntnis recht gut durch den Dschungel der Verwirrungen bewegen kann.

    Herzliche Grüße
    Andreas
  • Susie

    Rang: Gast
    am 26.11.2004 14:46:50
    hallo sabine,
    mache dir darüber mal keine gedanken. dein dm wurde erst diagnostiziert. da du ne ketoazidose gehabt hattest brauchts du die erste zeit sowieso mehr insulin. ich habe am anfang 60 i.e. am tag gebraucht für 15 broteinheiten. und ich habe damals umd die 50 kg gewogen ( 1,76m)nach einiger zeit geht dein bedarf stück für stück nach unten (remissionsphase)und steigt dann irgendwann wieder an wenn du gar keine betazellen mehr hast. ich habe meinen dm dieses jahr 2 wochen vor dem abitur bekommen. das war keine einfache zeit und das letzte was ich gemacht habe war auf irgendetwas zu verzichten oder mir ein insulinmaximum zu setzen. du solltest dich primär erst mal mit deiner krankheit anfreunden, da sind verbote/ grenzen hinderlich. mein tipp ist, dass du nach dem essen sport treibst und dafür dann das essensinsulin um die hälfte reduzierst.
    momentan hat sich meine bsp so erholt, dass ich mit 5 i.e. verzögerungsinsulin und etwas sport, 19 be essen kann und top werte habe (hba1c 5,4)!
    enjoy living!
    lg susie
    ps: der richtwert ist 0,7 ie. pro kg körpergewicht. allerdings kann man sich danach als dm-frischling nicht richten! von Susie
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 26.11.2004 20:23:18
    Hallo zusammen...

    Erst mal vielen lieben Dank für eure Antworten.
    Insolin,Einheiten und alles andere sind absolutes Neuland für mich.
    Im moment steht leider auch noch nicht wirklich fest zu welchen Typ ich gehöre da die Ergebnisse vom Antikörpertest noch nicht vorhanden sind.Die Ärztin sagte mir das sie vermutet das ich Typ2 bin obwohl kein Übergewicht vorhanden ist.
    Leider kenne ich mich auch noch nicht mit den verschidenen Insolinsorten und deren Wirkung aus.
    Im Krankenhaus wurde ich auf Actrapid und Protaphane eingestellt. Mit der Begründung das es durch meine Berufliche Situation und meinen eigentlich unregelmäßigen Essenszeiten das richtige ist,gehe erst einmal davon aus das dies so stimmt.
    Meine BZ-Werte sind auch ziemlich schnell ,von 470 bei einweisung und mitlerweile ziemlich stabielen 112-120,runtergegangen.
    Der HB wert liegt mitlerweile auf 9,8 (bei einweisung 17,5 ) so sagte zumindes mein Artzt und ist damit sehr zufrieden.
    Ich denke das ich euch in der kommenden Zeit sicherlich mit vielen Fragen nerven werde :-)

    Bis dahin nochmal vielen Dank
    Sabine
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 26.11.2004 22:32:07
    hallo sabine,
    der anfang hoert sich gut an . ich spritze auch actrapid und protaphane und komme damit sehr gut klar. ich habe noch mit ct angefangen mit50/50 und 60 ie am tag und bin jetzt auf rund 30 ie runter. uebrigens muessen typ2 nicht dick sein wir duenne sind dann eben die ausnahme. trotzdem solltest du noch zum augendoc gehen , wenn alles ok ist um so besser.
    mfg klaus von klausdn
  • Anke

    Rang: Gast
    am 27.11.2004 00:21:10
    Hallo Klaus,

    "man" kann mehrere hundert Einheiten am Tag an Insulin verbrauchen, das ist richtig. Glücklicherweise sind das Ausnahme"fälle", bei denen in aller Regel noch weitere Erkrankungen vorliegen, die den Insulinverbrauch in die Höhe treiben.

    Nun weiss ich allerding nicht genau, worauf du hinaus willst - soll ich einer netten Neuen im Kreis unserer DiabetikerInnen hier, die am Beginn der diabetischen Karriere steht und nun zwangsläufig erst mal allgemeine Leitlinien suchen muss, Dosisangaben von Typ-2-diabetischen Sonderfällen vorschlagen ...?
    Da scheint mir die Aussage, dass durchaus jeder seine individuelle Grenze hat (und weshalb er sie hat), durchaus sinnvoller :-)

    Viele Grüsse Anke
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 27.11.2004 12:10:53
    hallo anke,
    mir kam es nur so vor als wenn sabine meinte zuviel insulin zu spritzen, daher meine bemerkung , dass jeder soviel spritzen soll wie er braucht und das kann eine menge sein.
    am liebsten waere mir wenn sabine kurz sagen wuerde wie sie die frage gemeint hat.
    mfg klaus von klausdn
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 27.11.2004 12:21:42
    Hallo...

    Also meine Frage war darauf bezogen ob es eine gewisse Grenze bei den Einheiten gibt.
    Ich habe morgens und abends einen ziemlich hohen BE Faktor und wenn ich mir dann die BE `s bei meiner Lieblingsspeise wie Pizza ansehe (11 BE ) und ich diese abends essen würde, bräuchte ich 33 einheiten was ich ziemlich hoch finde,da ich im moment bei normalen Essen 30-40 einheiten am ganzen Tag brauche.
    Deswegen hatte ich die Frage gestellt ob es eine bestimmte grenze bei den einheiten gibt.
    Viele Grüße an alle von Sabine
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 27.11.2004 14:51:13
    hallo sabine,
    danke fuer die antwort.
    fuer pizza braucht man sehr viel, und da es langsam verdaut teile ich die ins dosis, aber das muss jeder fuer sich herausfinden.
    mfg klaus von klausdn