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mal ne frage zum Langzeitwert
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Jürgen
Rang: Gastam 13.12.2009 09:20:41
moin bächlein,
Du hast ja Recht: Wenn Du am oberen Rand knapp unter 100 anfängst, dann eben für ein paar Minuten um die 120. Der Kurvenanstieg ist in den Gesundgrenzen abhängig von der eingefüllten Menge, und ein Apfel bringt da max so viel wie eine Scheibe Brot an Glukose. An die braune Kurve solltest Du gesund erst mit 10 und mehr Äpfeln kommen ;-)
Bisdann, Jürgen -
bach
Rang: Gastam 13.12.2009 12:28:56
also nach 10 scheiben brot?...und was ist mit dem 2 Brötchen test der anstelle des Zuckerwassers geggessen werden kann?.... von bach -
Katja
Rang: Gastam 13.12.2009 13:32:06
Hallo Jürgen,
auch ein Gesunder schafft problemlos einen BZ von 200 mg/dl! Er muß dazu nur 1Liter Cola relativ schnell austrinken und dann nach 20 Minuten einen BZ-Test machen! Das hat mal eine Diabetesberaterin meines Diabetologen gemacht. Natürlich lag ihr BZ eine Stunde nach dem "Trinkgelage" wieder unter 120. Es ist aber auch klar, daß ihr BZ nicht nur 5 Minuten lang zu hoch war!
Ich glaube Dir einfach nicht, daß beide nur noch nicht entdeckte Typ-2-Diabetiker sind! Denn es ist für mich durchaus plausibel, daß Du durch langfristige Futterzufuhr in kurzen Abständen in der Lage bist, Deinen HbA1c anzuheben, denn Du erzeugst damit ja einen viele Stunden anhaltenden postprandialen BZ-Wert!
Ich hatte übrigens einen Großonkel, der nach einem schweren Arbeitsunfall in den 30er Jahren als Diabetiker diagnostiziert wurde und dann rund 20 Jahre lang Insulin spritze. Er war deshalb mehrfach in Kur und hat mir später erzählt, daß er dort vor BZ-Kontrollen immer Traubenzucker genommen hat. In den 50er Jahren stellten die Ärzte dann fest, daß er gar keinen Diabetes hätte! Tja, und dann lebte er immerhin noch weitere 40(!) Jahre ohne eine einzige Insulinspritze! Er wurde rund 90 Jahre alt. Ich vermute mal, daß bei dem Unfall seine Bauchspeicheldrüse gequetscht wurde und daß er danach tatsächlich eine gestörte Stoffwechsellage hatte, die sich aber in den folgenden Monaten bzw. Jahren aufgrund der strengen Diät (fettreich und kohlenhydratarm) und vielleicht auch der Insulingaben wieder normalisierte. Als dann immer öfters normale BZ-Werte gemessen wurden, setzte er auf den Traubenzucker vor den Messungen. Er bekam durch den Unfall eine Rente und mußte als Diabetiker auch nicht in den Krieg, konnte bei seinem Arbeitgeber aber auch keine Karriere mehr machen. Er hatte also Vor- und Nachteile durch den Unfall. Und er war immer gertenschlank.
Viele Grüße
Katja -
bach
Rang: Gastam 13.12.2009 14:33:16
in Jürgens welt iss man nur dann gesund wenn man nach 10 Litern Cola nem Kilo Traubenzucker auch nie über 200 kommt.... von bach -
Jürgen
Rang: Gastam 13.12.2009 15:54:17
Moin Katja,
mit dem Test hat sich Deine Beraterin nicht als Typ2 geoutet, denn dafür hätte sie die Diagnose-Bedingungen erfüllen müssen. Aber der Test hat auch gezeigt, dass sie glucosemäßig eben nicht komplett gesund war. Denn gesund lässt sich auch mit nem Eimer Cola kein Überschreiten der Nierenschwelle provizieren. Die Betas brauchen das Insulin dafür nämlich nicht erst zu produzieren, sondern die haben das immer ausgabefertig gespeichert. Sie brauchen nur die passende Menge rauszulassen. Und sie brauchen auch nicht zu warten, bis sie das Signal dafür vom ansteigenden BZ kriegen. Denn den Auftrag zum Rauslassen und für wieviel bekommen sie bei gesunden Menschen kurz vor dem Übergang der Glukose in den Blutkreislauf und für die gesamte Zeit des Übergangs von einem Darmhormonteam, den Inkretinen.
Das Faszinierende an Typ2 ist ja, dass es keine Krankheit ist, sondern eine Definition. Und diese Definition wurde auch nie medizinisch festgesetzt, sondern rein versicherungs- und verwaltungstechnisch Ende der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts in den USA zur Vereinheitlichung unter den Bundesstaaten und dann von der Medizin weltweit mit ein paar kleinen formalen Veränderungen übernommen. Und weil damals die Diagnose Diabetes als Todesurteil galt und in den USA direkte soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung zur Folge hatte, waren die Diagnose-Schwellen so hoch gesetzt worden, dass häufig schon erste diabetische Folgen nicht mehr übersehen werden konnten.
Zudem war der weite Bereich zwischen gesund und Diagnose Diabetes damals messtechnisch nur mit Labor im kranken Haus zugänglich und nicht einmal ansatzweise erforscht. Dazu taten sich erste mühsame Ansätze erst im Laufe der 80ger Jahre des vorigen Jahrhunderts auf mit ersten zaghaften Ergebnissen erst Mitte bis Ende der 90ger.
Bisdann, Jürgen -
bach
Rang: Gastam 14.12.2009 11:52:03
ja genau...jeder gesunde kann 10 Liter Cola trinken und 1 KG traubenzukcer essen und kommt trotzdemn nicht über 140..iss klar von bach -
Frage
Rang: Gastam 14.12.2009 13:56:57
Bach, warum gehst du eigentlich nicht zu einer Schulung? Hier macht es dir scheinbar eh keiner Recht.....ich mein ja nur.
Jürgen, ich bewundere deine Geduld .....im Gespräch mit solchen Spacken... von Frage -
Katja
Rang: Gastam 14.12.2009 19:07:55
Hallo Jürgen,
Du schreibst: "Das Faszinierende an Typ2 ist ja, dass es keine Krankheit ist, sondern eine Definition. Und diese Definition wurde auch nie medizinisch festgesetzt, sondern rein versicherungs- und verwaltungstechnisch Ende der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts in den USA zur Vereinheitlichung unter den Bundesstaaten und dann von der Medizin weltweit mit ein paar kleinen formalen Veränderungen übernommen."
Diese Aussage ist definitv falsch! Ich hatte in der ersten Hälfte der 70er Jahre eine Schulfreundin, und deren Vater hatte einen Typ-2-Diabetes, was ich damals schon wußte! Er spritze zwar Insulin, aber ich wußte, daß er einen anderen Diabetestyp hat als ich! Okay, damals sagte man nicht Typ-2-Diabetes, sondern Altersdiabetes, aber was soll's?
Viele Grüße
Katja -
Jürgen
Rang: Gastam 14.12.2009 20:57:07
Moin Katja,
Typ2 wurde früher Altersdiabetes genannt, und jede Region und jedes Land und manchmal jedes Krankenhaus definierte den anders. Wurde damals auch ausschließlich nach Nüchternwerten diagnostiziert und behandelt. Was beim einen Dok mit morgens nüchtern 140 schon krank war, galt dem anderen bis nüchtern 200 mit deutlich Zucker im Urin noch als gesund. "Selbstmessungen" gab's damals nahezu ausschließlich via Pipitest und als große Neuerung langsam zunehmend mit visuellen Teststreifen. Typ2 bekamen Insulin erst, wenn nichts anderes mehr gehen wollte, und das war dann für die letzten und immer qualvolleren 2-3 Jahre. Die hatten dann ganz schwer Zucker, wie man zu sagen pflegte, und mit dem Spritzenmüssen war ihr Ende praktisch besiegelt. Hängt selbst erstaunlich jungen Typ2 heute noch an, obwohl der frühzeitige Anfang mit Insulin beim Typ2 sogar noch deutlicher als beim Typ2 Schaden abwenden könnte.
Mit keine Krankheit will ich sagen, dass die negativen Auswirkungen der damit zusammenhängenden Defekte praktisch schon vor den ersten BZ-Auffälligkeiten anfangen und stufenlos mit dem ansteigenden BZ und den immer höheren Spitzen zunehmen, so dass von den wirklich gesunden Grenzen an mit dem Anstieg immer mehr echte diabetische Folgekrankheiten pro 100 Betroffene diagnostiziert werden müssen. Bis zum Erreichen der heute gültigen Diagnose-Schwellen schon 10-12!
Es gibt mithin keine Stufe, mit deren Überschreiten die Folgen von unerheblich zu erheblich umschalten, wie das bei den meisten Krankheiten mit deren Ausbruch der Fall ist, sondern es ist reine Definitionssache, ab welchen BZ-Spezifikationen Typ2 als Krankheit anerkannt und behandelt wird.
Bisdann, Jürgen
Wer in den 70gern und früher als Nichttyp1 mit Insulin behandelt wurde, stand in aller Regel voll im Ableben - oder hatte trotz und mit seinem Diabetes so was wie 6 Richtige im Lotto.